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Buccaneer S MK.2B

(Revell - Nr. 04902)

Revell - Buccaneer S MK.2B

Produktinfo:

Hersteller:Revell
Sparte:Flugzeuge Militär Modern
Katalog Nummer:04902 - Buccaneer S MK.2B
Maßstab:1:72
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:September 2014
Preis:ca. 10 €
Inhalt:
  • 3 Gießrahmen aus hellgrauem Kunststoff
  • 1 Klarteil
  • 16 Decals
  • Bauanleitung in Schwarz-Weiß

Besprechung:

Man beachte die geschlossenen Abgasrohre (Bildmitte)
Man beachte die geschlossenen Abgasrohre (Bildmitte)

Die Buccaneer wurde ab 1954 als trägergestütztes Tiefangriffsflugzeug mit internem Bombenschacht für die Royal Navy entwickelt. Sie sollte dem Schutz von atlantischen Konvoi-Routen im Falle eines Krieges mit der damaligen UdSSR dienen. Die als Nuklear-Bomber vorgesehene B-103 der Firma Blackburn absolvierte ihren Erstflug am 29. April 1958. Die Produktion der ersten Serie S Mk.1 begann 1962. Die gesamte Entwicklung und anfängliche Produktion erfolgte unter strengster Geheimhaltung als “BNA” (Blackburn Naval Aircraft). Dem neuesten Stand der Aerodynamik entsprechend wurde der Rumpf des Mitteldeckers mit “Wespentaille” konstruiert. Um den Luftwiderstand beim Angriff in 60 m Höhe und einer Geschwindigkeit von rund 1000 km/h gering zu halten, waren die geöffneten Bombenschacht-Abdeckungen einziehbar ausgelegt. Neben den einfaltbaren Tragflächenenden konnte auch die Bugspitze umgeklappt werden. Die Hecksektion war als spreizbare Luftbremse ausgelegt.

Eine mit den leistungsstärkeren Triebwerken Rolls-Royce Spey umgerüstete Vorserienmaschine startete erstmals am 17. Mai 1963 als Buccaneer S Mk.2 vom Flugplatz Lossiemouth. 1970 begann die Indienststellung von insgesamt 46 Buccaneer als S Mk.2B mit vergrößertem Bombenschacht als Zusatztank und Luft-Boden-Raketen als Bewaffnung an den Tragflächen bei der RAF. Die Serienfertigung wurde 1977 mit insgesamt 133 ausgelieferten Maschinen der Ausführung S Mk.2 eingestellt. 1978 endete der Einsatz der Buccaneer bei der Royal Navy aufgrund der Außerdienststellung des Flugzeugträgers Ark Royal. Während des Golf-Krieges wurden Anfang Februar 1991 insgesamt zwölf Buccaneer der RAF von Schottland zum alliierten Stützpunkt Muharraq nach Bahrain verlegt und zur lasergestützten Zielmarkierung für ferngesteuerte Bomben eingesetzt. Anfang 1994 stellte die RAF die letzten Exemplare des Bombers bei der No. 208 Squadron außer Dienst.

Revell - Buccaneer S MK.2B

Revell - Buccaneer S MK.2B

Wie eigentlich fast schon zu befürchten war, hat Revell hier wieder in die Formenkiste von Matchbox gegriffen. Das Deckelbild verspricht weit mehr als man in der kleinen Schachtel vorfindet. Über den Bausatz gibt es eigentlich nicht wirklich viel zu sagen. Die wenigen "versenkten" Gravuren wurden wohl mit einem 350er Komatsu angelegt, Mr Grave Digger hat hier eines seiner Meisterwerke abgeliefert. Was die Details angeht, sofern man überhaupt davon sprechen kann, tragen sie eindeutig die Handschrift des renommierten Bausatz-Ausstatters Rudi Mentär. Konkret bedeutet dies ein leeres Cockpit mit einer angedeuteten Wanne in Form zweier kleiner Brettchen sowie etwas, das man als Seitenkonsolen interpretieren könnte. Instrumentenbretter oder gar Steuerknüppel gibt es keine, dafür aber zwei ganz ordentlich gemachte Piloten, die auf den nackten Sitzen Platz nehmen dürfen. Die Sitze selbst ähneln zumindest denen, die eingebaut waren (Martin Baker Mk.VI).

Im Gegensatz dazu ist in den Hauptfahrwerksschächten "so richtig was los", dort sind nämlich zumindest die wichtigsten Strukturen vorhanden. Vorne sieht's hingegen wieder ziemlich mau aus, abgesehen davon ist der Schacht viel zu flach. Die Fahrwerke sind, wie auch die Räder, sehr einfach gehalten, aber durchaus verwendbar. Das einteilige Bugfahrwerk, also mit angegossenem Rad, ist typisch für Matchbox.

Revell - Buccaneer S MK.2B

Revell - Buccaneer S MK.2B

Gut gelöst hat man seinerzeit die bis zur Verdichterstufe einteilig ausgeführten Lufteinläufe, da braucht man wenigstens keine Nacharbeit zu befürchten. Am hinteren Ende verschließt eine Platte den Einblick in das Innere des Spey Triebwerks, hier sollte man zumindest anstelle der Platte ein Stückchen Rohr einsetzen und schwarz bemalen. Sicherlich das größte Manko des Bausatzes sind die fehlenden Außenlasten, für eine Desert-Storm Maschine eigentlich völliger Blödsinn. Leider gibt es noch nicht einmal Pylone, die man aus der Grabbelkiste heraus bestücken könnte.

Alles in allem hat der Bausatzt nur sehr wenig zu bieten. Das gilt insbesondere für die möglichen Decaloptionen, da gibt es wie seit einiger Zeit üblich nur eine einzige davon, nämlich die relativ bekannte und nur sehr spärlich markierte Miss Jolly Roger. Die Maschine ist sehr gut dokumentiert, so dass zusätzlich zu den Informationen in der Bauanleitung ein diesbezüglich historisch korrektes Modell entstehen kann. Der Decalbogen gehört mit zu den kleinsten, die ich bisher bei einem Flieger in 1:72 gesehen habe. Die gerade einmal 16 Einzeldecals belegen eine Fläche kaum größer als eine Sonderbriefmarke der Post. Der in der Tcheschischen Republik gedruckte Bogen ist wie immer von sehr guter Qualität. Die Bauanleitung ist wie gewohnt sehr übersichtlich und gibt auch zahlreiche Bemalungshinweise in den Baustufen.

Revell - Buccaneer S MK.2B

Die Sitze haben zumindest eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Mk.VI.In den Gravuren könnte man Trockendocks für U-Boote anlegenBuccaneer S MK.2BEinteiliges Bugfahrwerk, Antennen und die TanksondeBuccaneer S MK.2BDer Fantasie waren damals keine Grenzen gesetzt ;) (Räder)Immerhin sind die Hinterkanten 'bearbeitbar'
Angedeutete Details im FahrwerksschachtDie Zwillinge für das CockpitBuccaneer S MK.2BHier sieht man den viel zu flachen Bugfahrwerksschacht.Kein Zweifel, was die Herkunft und das Alter angeht.Das Klarteil ist ganz ok.Buccaneer S MK.2B

Die Sitze haben zumindest eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Mk.VI.

Die Sitze haben zumindest eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Mk.VI. 

Revell - Buccaneer S MK.2B

Darstellbare Maschinen:
  • Buccaneer S.Mk.2B, XW533, "Miss Jolly Roger" / "Fiona", No. 208 Sqn, Operation Granby/Desert Storm, Muharraq AB, Bahrein, März 1991
Stärken:
  • Sehr einfacher Aufbau
  • Stimmige Grundform
Schwächen:
  • Keine Außenlasten
  • Sehr einfach gehaltener Bausatz, Matchbox 1974 halt
Anwendung:
  • Einfach, wenn man sich mit dem begnügt, was die Schachtel zu bieten hat

Fazit:

Was soll man dazu sagen, einer recht stimmigen Form stehen viele "Nachteile" gegenüber. Ein sehr einfacher Bausatz mit noch weniger Optionen, was aber schon seit 1974 bekannt ist. Größtes Manko sind sicherlich die fehlenden Außenlasten. Die aufgerufenen 10 Euro sind bei nur einer Markierungsoption zu viel, früher konnte man sich wenigstens auf einen umfangreichen Decalbogen freuen, wenn der Bausatz an sich nicht allzu viel zu bieten hatte.

Weitere Infos:

Anmerkungen: Bei CMR kann man sich noch ein paar Zusatzinformationen bezüglich der Bemalung und Markierung holen. Revell bietet die Bauanleitung auch als Download an.

Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 26. September 2014

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