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Civil Airliner Il-62M

(Zvezda - Nr. 7013)

Zvezda - Civil Airliner Il-62M

Produktinfo:

Hersteller:Zvezda
Sparte:Flugzeuge Zivil
Katalog Nummer:7013 - Civil Airliner Il-62M
Maßstab:1:144
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:Oktober 2014
Preis:ca. 25 €
Inhalt:
  • acht Spritzrahmen
  • ein transparenter Spritzrahmen
  • Decalbogen
  • Bau- und Bemalungsanleitung

Besprechung:

Zum Original:

Die Il-62, ein Oldtimer der sowjetisch/russischen Luftfahrt. Von 292 gebauten Maschinen fliegen keine 20 Exemplare mehr. Als Ablösemuster der legendären Tu-114 war sie 1967 das erste strahlgetriebene Langstreckenverkehrsflugzeug der Sowjetunion. Die Variante Il-62M kam 1971 zu den Airlines und war mit den wirtschaftlicheren Triebwerken Solowjow D-30 ausgerüstet. Dabei wurde auch die Schubumkehr verbessert. Ende der 1970er Jahre wurde dann die „M“ noch einmal verbessert und als Il-62M(K) bezeichnet. Geschichtlich und technisch gibt es noch viele interessante, auch tragische, Aspekte zu diesem Flugzeug. Nur möchte ich es dabei belassen. Wer sich für die Dinge wirklich interessiert, wird wissen, wo er suchen muss.

Il-62 abgestellt in Monino
Il-62 abgestellt in Monino

Ich könnte jetzt die Sache ganz kurz machen. Was Zwesda hier in den Karton gepackt hat, ist ein ganz heißer Kandidat auf das „Modell des Jahres“ im Airlinermaßstab 1:144!

Aber der Bastler will sicher mehr wissen, wenn er es nicht ohnehin schon weiß. Zwesda trifft mit diesem Modell genau den Nerv der Modellbauer und Airlinerfans. Vergesst all die Modelle der Il-62, egal in welchen Maßstab. Selbst die 72er Il-62 von HPH ist dagegen nur ein unförmiger Kunststoffklumpen. Allein die Verpackung, in der Tradition der modernen Zwesda Modelle, bestehend aus der äußeren Hülle, aus einem weichen, glänzenden Karton mit Seitenklappen für die Optik und einem stabilen Innenkarton aus Wellpappe für die Transportsicherheit.

Zvezda - Civil Airliner Il-62M

Zvezda - Civil Airliner Il-62M

Der Bausatz besteht aus acht grauen Spritzrahmen und einem aus klaren Kunststoff. Insgesamt sind das 125 Teile, plus 13 Klarsichtteile. Alle Teile sind sehr präzise und klar ausgeformt. Minimale Schrumpfungen sind am Rumpf, hinten an den Triebwerksübergängen und an den Flügelklappen zu erkennen. Alle Panellinien sind sehr fein und fehlerfrei. Auf der linken Rumpfseite gibt es die Option, eine Tür offen zu lassen. Man schaut da auch nicht in einen leeren Rumpf. Das Cockpit und die dahinterliegende Sektion ist für diesen Maßstab sehr komfortabel ausgestattet. Fünf Sitze mit angeformten Armlehnen für die Besatzung, Kommandant, Co-Pilot, Navigator, Funker und Flugingenieur. Es gibt Seitenpaneele, ein Armaturenbrett mit separaten Lenkrädern, eine einfache Nachahmung der Pedale, eine Trennwand zur Passagierkabine mit angedeutetem Vorhang.

Zvezda - Civil Airliner Il-62M

Die Tragflächen sind ja schon ein Bausatz für sich. Was Zwesda hier an Klappenvariationen anbietet, ist einfach genial in diesem Maßstab. Alles ist möglich, von der Start-, über die Flug- bis zur Landekonfiguration. Dazwischen die einzelnen Getriebestangen. Die Querruder sind separat. Wahnsinn. Die Lufteinlässe der Klimaanlage an den Flügelvorderkanten haben ihre eigenen Kanäle. Bei den Triebwerken entspricht die Anzahl der Schaufeln des Niederdruckverdichters genau dem Original. Der Spinner ist separat und kann somit farblich sauber behandelt werden. Auch die Schubdüsen sind adäquat gestaltet. Die Triebwerke 1 und 4 haben eine Schubumkehr. Das Seitenleitwerk ist am Rumpf angegossen und hat ein getrenntes Ruder. Man muss auf die feinen Aufhängungen und Ruderschaniere achten, dass man sie nicht vorher aus Versehen abbricht. Das Höhenleitwerk ist nicht geteilt, es muss nur die zentrale Wirbelkeule angeklebt werden. Dabei gibt es wieder einen Aha-Effekt. Der komplette Stabilisator ist über ein spezielles Bauteil innerhalb des Seitenleitwerks am fertigen Modell im Winkel veränderbar. Die Fahrwerksbeine sind doppelt vorhanden, in zwei Konfigurationen. Am Boden und im Flug sind die hytraulischen Stoßdämpfer bekanntlich unterschiedlich belastet.

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Die Laufräder sind in einem Stück gespritzt und die Fahrwerksbeine sehr detailliert. Auch das Stützrad ist vorhanden und in zwei Stellungen, ein- oder ausgefahren, anbaubar. Ein Ballastgewicht ist somit auch nicht notwendig. Aber das Modell steht wahrscheinlich auch so, da in der Bauanleitung darüber nicht informiert wird. Die „Verglasung“ des Cockpits und der Bullaugen besteht aus einem leicht flexiblen Kunststoff. Man kann sie deshalb dünner und durchsichtiger herstellen. Das ist aus meiner Sicht auch gut so. Nur was diese Teile nicht vertragen sind Kratzer. Die bekommt man nicht wieder weg, also Vorsicht. Auch die Scheinwerfer an den Fahrwerken und die Lichtfenster im hinterem Teil der Kabine sind aus diesem Material. Die Positions- und Blitzlichter sind alle angegossen und können in Eigenregie mit einem transparenten Material ersetzt werden.

Zvezda - Civil Airliner Il-62M

Neben der Option mit einem ein- oder ausgefahrenen Fahrwerk, mit oder ohne Stützrad, gibt Zwesda noch einen zweiteiligen Modellständer bei. Wunderbare Idee, könnte es doch dann so manchen Schreibtisch zieren.

Zvezda - Civil Airliner Il-62M

Der große Decalbogen passt kaum in den schlanken Karton. Gedruckt bei der renommierten Firma Begemot, versatzfrei, alles Bestens. Was auch sofort ins Auge fällt, die Anzahl der kompletten technischen Stencils. Ohwei, da ist Geduld gefragt. Auf den ersten Blick sind drei Bemalungsmöglichkeiten erkennbar. Schaut man genauer hin, sind es schon fünf. Die sind in der Bauanleitung auch beschrieben und Decal-technisch erklärt. Wer sich genauer mit der Materie auskennt, der könnte noch vier weitere Varianten bauen. Aber das würde jetzt alles zu weit führen. Die gefaltete Bauanleitung ist zwar etwas unhandlich, aber gut und sehr übersichtlich gezeichnet. Mit elf Punkten wird die Montage erklärt. Die Farben orientieren sich an den Produkten von Zwesda und Humbrol.

Zvezda - Civil Airliner Il-62M

Bemalungsvarianten:

ll-62M Aeroflot CCCP-86483, Serien № 29-03. Bei ihrem erste Flug im Mai 1978 trug sie die Aufschrift «Offizielle Olympic Carrier». Diese Aufschrift wurde später wieder entfernt. Die Maschine wurde 1996 verschrottet.

Il-62M Aeroflot, RA-86483, Serien № 29-03. Ist die gleiche Maschine mit geänderter Registriernummer. Aus CCCP-86483 wurde 1992 die RA-86483.

Il-62M MChS (russisches Ministerium für Katastrophenschutz), RA-86570, Serien № 56-04. Übernommen 1993 und flog bis Dezember 1995, behielt ihren Einsatzstatus bis 1996.

Il-62MK Aeroflot CCCP-86517, Serien № 39-03. Flog erstmals im Juli 1981 bis Januar 1993. Wurde im Juni 2003 in Wnukowo abgestellt und im Juni 2009 verschrottet.

Die CCCP-86517 ist auf der Bauanleitung zweimal vorhanden. Und man muss schon sehr genau hinschauen, um die Unterschiede zu erkennen. Bei der zweiten ist die Flagge auf der rechten Seitenleitwerksseite anders. Genauer, Hammer und Sichel sind durch ein Versehen am Original falsch gespritzt worden und der Schrifttyp ist ein anderer. Bei der ersten Option im Bausatz war der Einsatzzeitraum etwa ab 1986 – 1989 und bei der zweiten Option 1981- 1986.

Zvezda - Civil Airliner Il-62M

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Nachtrag
Nachtrag

Weitere Bilder

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Civil Airliner Il-62M

 

Darstellbare Maschinen:
  • Il-62M Aeroflot CCCP-86483, Serien № 29-03
  • Il-62M Aeroflot, RA-86483, Serien № 29-03
  • Il-62M MChS, RA-86570, Serien № 56-04
  • Il-62MK Aeroflot CCCP-86517, Serien № 39-03
  • Die CCCP-86517 ist auf der Bauanleitung zweimal vorhanden. Siehe Text.
Stärken:
  • bestes Maßstabsmodell einer Il-62
  • eine Vielzahl von Optionen
  • perfekte Decals für fünf Varianten
  • Modellständer
Schwächen:
  • leichte Einsinkstellen am Hinterrumpf in Klappen
  • nur russische Kennzeichen
Anwendung:
  • Auf dem Bausatz steht, für Modellbauer ab 10 Jahre. Wenn es kein Anfänger ist, dann ist das ok.

Fazit:

War doch schon mit dem wunderbaren Modell des Airbus A-320 von Zwesda zu erkennen, welches Potential bei den Konstrukteuren und Formenbauern dort vorhanden ist, zeigt es aber auch, was der Maßstab 1:144 im Detail mittlerweile hergeben kann. Zwesda hat hier alle Register gezogen und ein Modell kreiert, das keiner mehr besser machen wird. Diese Formen werden auch bei anderen Herstellern Begehrlichkeiten wecken. Man muss das abwarten. Nun bin ich auch nicht der Spezialist für diesen Airlinermaßstab, aber wenn ich diesen Kit noch eine Weile in den Händen halte, muss ich wohl meinen Basteltisch schnell mal frei machen.

Diese Besprechung stammt von Bernhard Pethe - 01. Dezember 2014

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