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Folland Gnat T.1

(Airfix - Nr. A01006)

Airfix - Folland Gnat T.1

Produktinfo:

Hersteller:Airfix
Sparte:Flugzeuge Militär Modern
Katalog Nummer:A01006 - Folland Gnat T.1
Maßstab:1:72
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:2012
Preis:ca. 6 €
Inhalt:
  • 2 Rahmen mit grauen Kunststoffteilen
  • 1 Rahmen mit klaren Kunststoffteilen
  • 1 Decalbogen
  • 1 Anleitung in Schwarz-Weiß

Besprechung:

Airfix - Folland Gnat T.1

Die Folland Gnat geht auf die Entwicklung eines einfachen, kostengünstigen Kampfflugzeuges zurück, welches Anfang der 1950er jahre von W.E. Petter, einem ehemaligen Konstrukteur bei English Electric, ins Leben gerufen wurde. Folland selbst war seinerzeit mit der Fertigung von Komponenten für diverse Typen von Bristol, De Havilland und Hawker beschäftigt. Die Gnat sollte eine Alternative zu den immer komplexer werdenden Kampfflugzeuge ihrer Zeit sein.

Der Entwurf sah ein minimalistisches Flugzeug vor, welches von einem einzelnen Strahltriebwerk angetrieben werden sollte und nur über die allernotwendigste Ausstattung verfügte. Nachdem erste Tests mit einem Erprobungsträger, der F.139 Midge, erfolgt waren, fand der Erstflug der Gnat am 18. Juli 1955 statt. Sie wurde von einem Bristol Orpheus Triebwerk mit einem Schub von 3.825lbs angetrieben und erreichte stattliche 725mph.

Es erfolgte nach ersten Tests durch das Ministry of Supply zunächst keine Bestellung für den Einsitzer, jedoch gab es 1957 eine Ausschreibung für einen zweisitzigen Trainer, der die Lücke zwischen Vampire und Lightning schließen sollte. Daraufhin entwickelte Folland eine Trainerversion auf Basis der Gnat. Ein neuer Flügel mit erhöhter Treibstoffkapazität, eine längere Nase, vergrößerte Steuerflächen sowie ein stärkeres Triebwerk führten schließlich zur Gnat T.1. Die ersten Maschinen wurden im Februar 1962 an die RAF ausgeliefert. 105 wurden insgesamt beschafft. Bereits im November 1978 wurde die letzte Gnat außer Dienst gestellt. 

Airfix - Folland Gnat T.1

Airfix - Folland Gnat T.1

Der Bausatz ist seit 2012 auf dem Markt und war damals eine komplette Neuentwicklung. Inzwischen wurden viele weitere Bausätze aus der Frühzeit von Airfix erneuert. Seit einiger Zeit überrascht uns Airfix stets auf Neue mit einer hervorragenden Qualität gepaart mit einem sehr günstigen Preis. Nach dem Öffnen der zwar ansprechenden aber unpraktischen Schüttbox fällt uns eine Tüte mit zwei Gießrahmen in die Hände. Der kleine Rahmen mit den Klarsichtteilen ist nochmal extra verpackt. Die knapp 50 Einzelteile weisen eine sehr gute Gussqualität auf, Grat oder Formversatz ist keiner zu finden.

Lediglich der Kunststoff an sich könnte etwas härter sein, was insbesondere bei der langen Rumpfsonde und dem filigranen Fahrwerk zu Stabilitätsproblemen führen könnte. Die Oberflächendetails bestehen aus versenkten Gravuren, die auf den ersten Blick etwas heftig erscheinen. Damit kann man aber leben, besser als verwaschene zum Teil im Nichts endende Gravuren, die keine zwei Züge mit dem Schleifpad überstehen. An der einen oder anderen Stelle kann man ggf. noch einige Schnellverschlüsse setzen und die seitlichen Hilfslufteinlässe nacharbeiten. Entsprechende Bildvorlagen findet man ja zuhauf im WWW.   

Airfix - Folland Gnat T.1

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Schauen wir kurz noch auf die "inneren Werte", das Cockpit ist recht gut detailliert mit erhabenen Details an den Rumpfinnenseiten sowie Decals für die Instrumentenbretter. Die Sitze sind dagegen eher schlicht, allerdings liegen zwei "Dinger aus dem Sumpf" ;) bei, die man zur Not anstelle von selbst angefertigten Gurten verwenden kann. Die Haube ist ohnehin nur einteilig, warum also nicht :) Interessant ist der Lufteinlauf, es gibt eine Art Einlaufkanal, auf dessen Rückseite sich die Details für das hintere Cockpit befinden.

Der Bugradschacht ist Teile des Cockpitbodens und hätte ein Stückchen tiefer sein können. Die Hauptfahrwerksschächte dagegen sind separate Einsätze und weisen einige einfache Details auf. Viel wird man am fertigen Modell ohnehin nicht davon sehen, also sparen wir uns den Aufwand und beschränken uns auf ein paar Bremsleitungen für die Fahrwerke selbst. Wie bereits erwähnt sind die Fahrwerke sehr filigran, ausnahmsweise (obwohl nicht ganz billig) bietet sich hier ein Ersatz aus Metall von Scale Aircraft Conversions an, siehe unseren Artikel dazu. Die Räder sind, naja, ganz ok.

Airfix - Folland Gnat T.1

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Folland Gnat T.1

 

Großartige Optionen beim Bau gibt es nicht, alle Steuerflächen sind angegossen, die Cockpithabe einteilig. Wer will kann die beiliegenden Slippertanks anbauen und wer den Airfix Flugzeugständer sein Eigen nennt, kann die beiden angedeuteten Löcher auf der Unterseite durchbohren. Die diversen Antennen und "Knubbel" macht man am Besten gleich neu, an ein Verschleifen der Nähte ist sonst kaum zu denken.

Mit den beiliegenden Decals lässt sich, wie bei den kleinen Bausätzen, nur eine einzige Maschine darstellen, die XP530 der Central Flying School. Als Ausgleich sozusagen sind aber alle Wartungshinweise enthalten, an den kleinen Flieger werden knapp über 100(!) einzelne Decals aufgebracht. Der optische Eindruck des Bogens ist sehr gut. Der Druck ist sauber und versatzfrei. Die Anleitung in Schwarz-Weiß im A4 Format ist recht übersichtlich, auch wenn viele Baustufen auf eine Seite gepackt wurden. Eine farbige Bemalungsanleitung ist in Form der Kartonrückseite gegeben. Innerhalb der Baustufen sind zusätzlich noch einige, wenn auch einfache Hinweise zur Bemalung gegeben. Humbrol ist hier die Bezugspalette (what else ;).

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Folland Gnat T.1

 

Airfix - Folland Gnat T.1

Darstellbare Maschinen:
  • Folland Gnat T.1, XP533, Central Flighying School, RAF Little Kensington, Gloucestershire GB, 1964
Stärken:
  • Ordentliche Detaillierung
  • Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Schwächen:
  • Nur eine Markierungsoption
  • Einteilige Cockpithaube

Fazit:

Der Bausatz bietet ein exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis. Für 6 Euro kann man die leichten Schwächen bei der Detaillierung (Fahrwerk, Cockpit) sehr gut in Kauf nehmen.

Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 23. Oktober 2015

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