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N-3PB "Little Norway Service"

(Special Hobby - Nr. SH72299)

Special Hobby - N-3PB

Produktinfo:

Hersteller:Special Hobby
Sparte:Flugzeuge Militär WK2
Katalog Nummer:SH72299 - N-3PB "Little Norway Service"
Maßstab:1:72
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:August 2015
Preis:ca. 20 €
Inhalt:
  • 3 Rahmen aus hellgrauem Kunststoff
  • 1 Rahmen mit Klarteilen
  • 1 Platine mit Fotoätzteilen
  • 1 Decalbogen
  • Farbige Bauaneitung

Besprechung:

Special Hobby - N-3PB "Little Norway Service"

Die Northrop N-3PB wurde im Jahre 1939 im Auftrag Norwegens für ein Küstenpatrouillenflugzeug entwickelt und war das erste Flugzeug der neugegründeten Northrop Aircraft Inc.. Das einmotorige Tiefdecker-Schwimmerflugzeug absolvierte am 1. November 1940 seinen Erstflug und wurde schon bald darauf als das "Schnellste Militärische Wasserflugzeug" bezeichnet, seine Höchstgeschwindigkeit betrug immerhin 257 mph oder 413 km/h. Norwegen bestellte am 12. März 1940 24 Flugzeuge, das erste sollte acht Monate später ausgeliefert werden. Da Norwegen zwischenzeitlich von den Deutschen überrannt wurde mussten die Flugzeuge umgeleitet werden. Die im Exil operierende 330th Staffel der norwegischen Marineflieger operierte als Teil der Royal Air Force von drei islandischen Stützpunkten aus und war mit der Überwachung des Nordatlantiks und der Eskorte von Konvois beauftragt. Aufgrund fehlender Hangars auf den Stützpunkten mussten sämtliche Arbeiten an den Maschinen unter freiem Himmel stattfinden. Den N-3PB gelangen während dieser Zeit auch einige Abschüsse deutscher Feindflugzeuge, insbesondere Seeaufklärer. Zwei N-3PB waren auch an der Versenkung der Bismarck beteiligt.

Special Hobby - N-3PB "Little Norway Service"

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Insgesamt gingen zehn Maschinen während der Einsätze verloren, allerdings 90% davon aufgrund von Landeunfällen auf schwerer See. Zwar gingen auch andere Maschinen in der Luft verloren, aber keine fiel Feindfeuer zum Opfer. Die letzte aktive N-3PB ging 1965 beim Einsturz eines Hangars auf dem Stützpunkt Kjevik verloren. Die N-3PB war ein schwer bewaffnetes Flugzeug, neben den vier 12,7mm Kanonen verfügte es über zwei weitere 7,62mm MGs sowie eine Zuladung von 1.000 kg, entweder in Form von Bomben oder einem einzelnen 2.000lb schweren Torpedo. Die Besatzung bestand aus drei Mann, dem Piloten, einem Beobachter und einem Funker, letztere fungierten auch als  Bordschützen. Angetrieben wurde die N-3PB von einem Wright-Cyclone GR-1820 G200 Sternmotor mit einer Leistung von 1.200 PS, der einenen Hamilton Standard Dreiblattpropeller antrieb. Dieser Motor wurde auch in den norwegischen Curtiss Hawk und Douglas DB-8A eingesetzt, was ursprünglich zu einer Vereinheitlichung in Sachen Wartung und Ersatzteilversorgung führen sollte.

Special Hobby - N-3PB "Little Norway Service"

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Nachdem bereits Mitte der 1990er Jahre ein Bausatz der N-3PB erschienen ist - damals noch unter dem MPM Label - hat Special Hobby nun endlich einen neuen Bausatz dieses eher weniger bekannten Wasserflugzeuges herausgebracht. Der neue Bausatz hat - gott sei Dank - nichts mit dem ursprünglichen gemeinsam (ein schaurig schöner Bausatz der ersten Short Run Generation). Der neue weist feine versenkte Gravuren auf und eine sehr gute Detaillierung. Anscheinend gibt es mehrere Formenbauer, die Art wie die Rahmen aufgeteilt sind und auch wie die Teile bzw. deren Angüsse aussehen erinnert mehr an die früheren Bausätze von Special Hobby. Andere Neuheiten wie z.B. die Zéphyr oder die Gnat machen irgendwie einen etwas moderneren Eindruck. Die knapp 100 Kunstststoffteile verteilen sich auf drei Rahmen plus einen Klarteilerahmen. Warum dieser doppelt beiliegt (allerdings ohne die Kleinteile) kann ich nicht sagen, es gibt keinen Unterschied an der Cockpithaube. Die meisten Teile sind sehr sauber gegossen, aber an einigen, insbesondere kleineren Teilen, findet sich dafür umso mehr Grat.  

Special Hobby - N-3PB "Little Norway Service"

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Viele der Bauteile, nämlich gut die Hälfte, sind für das Drei-Mann-Cockpit vorgesehen. Hier kommen auch einige der Ätzteile zum Einsatz (Gurte, Steuerhebel etc.). Angesichts der nur geschlossen beiliegenden Haube reicht das gebotene allemal aus. Als Farbton wird Gunze H58 vorgeschlagen, was dem Interior Green bzw. Zinc Crome Yellow entspricht. Northrop hat aber eine eigene Farbe für die Cockpits verwendet. H58 erscheint mir hier etwas zu hell, andererseits kann man bei restaurierten Maschinen auch nicht alles für bare Münze nehmen. An dieser Stelle ist die wieder einmal hervorragend gemachte Bauanleitung zu erwähnen, die farbigen Skizzen lassen keine Fragen offen. Das Instrumentenbrett ist in Kunststoff gefertigt und verfügt über geprägte Instrumente.

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N-3PB "Little Norway Service"

 

Ist die Bude erst einmal zu ist der Rest ziemlich zügig zusammengebaut. Was noch übrig bleibt sind die Flügel aus drei Teilen mit fest angegossenen Steuerflächen, der Motor und das "Beaching Gear". Am später noch gut sichtbaren Motor kann man noch das eine oder andere Detail ergänzen, z.B. die Zündkabel. Die kleinen Fenster, die rund um das Flugzeug verteilt sind, sind als Klarsichtteile ausgeführt. Wie schon erwähnt ist die Cockpithaube leider nur einteilig, allerdings könnte man dank der zweiten und ein wenig Schleiferei durchaus probieren diese geöffnet zu bauen. Die Ruderanlage an den Schwimmern wird aus Ätzteilen aufgebaut, man braucht hier nur noch die Steuerseile zu ergänzen. Für die Kanonenläufe sollte man auf passende Messingröhrchen anstelle der Kunststoffteile zurückgreifen. Irgendwelche Außenlasten liegen leider keine bei. Mit den beiliegenden Decals lassen sich drei norwegische Maschinen darstellen. Alle tragen die gleiche Bemalung und unterscheiden sich nur in der jeweiligen Kennung. Hier hätte man ruhig noch eine Option mit RAF Kennungen beiliegen können. Der Druck der Decals ist sehr sauber und versatzfrei. Die Bauanleitung ist wie bereits erwähnt vorbildlich, allerdings könnte sie durchaus etwas größer sein, zumindest die Bemalungsanleitung. Allerdings ist sie auch in hoher Auflösung als pdf-Datei verfügbar, so dass man sich die Dreiseitenansichten auf 1:72 skaliert ausdrucken kann. 

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Darstellbare Maschinen:
  1. N-3PB, "Weiße 1", S/N 301, No.330 Sqn RAF, Island 1942
  2. N-3PB, "Weiße 3", S/N 303, RCAF Station Jerico Beach 1941
  3. N-3PB, "Weiße 4", S/N 304, RCAF Station Jerico Beach 1941
Stärken:
  • Sehr gute Detaillierung
  • Inklusive Beaching Gear
  • Inklusive Ätzteile
Schwächen:
  • Keine Außenlasten
  • Haube nur einteilig enthalten
  • Zum Teil viel Grat an Kleinteilen
Anwendung:
  • Mittel

Fazit:

Ein durchweg gelungener Bausatz, der sich mit wenig Aufwand zu einem schönen, exotischen Modell zusammenbauen lässt. Schwächen sind nur wenige vorhanden, extra Zubehör braucht man hier auch nicht. Sehr empfehlenswert!

Weitere Infos:

Anmerkungen: Den Artikel auf der Herstellerwebsite findet ihr hier. Weitere Bausatzvorstellungen von Special Hobby gibt es in unserer Kit-Ecke.

Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 01. Dezember 2015

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