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Schulgleiter SG 38

(KP - Nr. KPM 0024)

KP - Schulgleiter SG 38

Produktinfo:

Hersteller:KP
Sparte:Flugzeuge Zivil
Katalog Nummer:KPM 0024 - Schulgleiter SG 38
Maßstab:1:72
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:Oktober 2014
Preis:ca. 9 €
Inhalt:
  • Zwei Spritzrahmen für zwei Modelle
  • Decalbogen für vier Modelle
  • Bau- und Bemalungsanleitung

Besprechung:

SG 38 auf der Wasserkuppe
SG 38 auf der Wasserkuppe

Geschichte:

Der Schulgleiter SG 38 wurde bereits 1936 entwickelt und ist wahrscheinlich das am weitesten verbreitete Flugzeug der Alleinflugausbildung der 1940er-Jahre. Ab 1938 in großer Stückzahl sowohl im Amateur- als auch im Industriebau produziert, wurde die SG 38 hauptsächlich zur Anfängerschulung eingesetzt. Die Abkürzung „SG“ bezieht sich ursächlich nicht auf die Bezeichnung Schulgleiter, sondern auf Edmund Schneider in Grunau. Dazu kommt der Konstrukteur und Prüfer Rehberg sowie der Produktionsleiter und Segelflieger Ludwig Hofmann aus dem Flugzeugwerk Schneider in Grunau (Jezów Sudecki), nahe dem heutigen Jelenia Góra in Polen. Diese hatten bereits 1937 mehrere Prototypen des späteren Schulgleiters SG 38 entwickelt und damit begonnen, diese zu erproben. Seine Zulassung erhielt er möglicherweise nach Testflügen bei der Fliegerübungsstelle in Rangsdorf vom 6.12.1937 bis 25.01.1938 und weiteren Flügen in Grunau am 14./15.04.1938. Die „38“ leitet sich von der Einführung im Jahr 1938 ab.

SG 38 im Hangar 10, Heringsdorf
SG 38 im Hangar 10, Heringsdorf

Durch den einfach gehaltenen Aufbau eignete sich der SG 38 zur serienmäßigen Herstellung in Flugzeugwerften, aber auch zum Bau in Fliegergruppen. Der Schulgleiter SG 38 ist ein stahldrahtverspannter Hochdecker in Holzbauweise. Der Rumpf, Spannturm und Gitterschwanz bilden ein ebenes Holzfachwerk. Der Flügel ist zweiteilig und hat eine geringe V-Form. Gespleißte Drahtseile zwischen dem Spannturm oben und dem Rumpf unten geben der Fläche den notwendigen Halt. Der als Gitterschwanz ausgebildete Leitwerksträger wird mit Bolzen am Spannturm angesteckt. Die Anlenkung der Ruderflächen erfolgt über zahlreiche Drahtseile und Umlenkrollen, die am Rumpf, Gitterschwanz sowie in den Tragflächen angebracht sind. Die Verwindungen der Querruder am Ruderaußenende nach oben dienen der Querstabilität und beugen Randbogenbeschädigungen am Boden vor. Zum Austrimmung werden je nach Gewicht des Piloten Bleigewichte vor den Steuerpedalen bzw. am hinteren Spannturm angebracht. Die gefederte Kufe ist aus Eschenholz gefertigt.

Heute hat sich die Anzahl auf ein Dutzend flugfähige Exemplare reduziert, weil die Anfängerausbildung schon längst nicht mehr auf einsitzigen Segelflugzeugen ausgeführt wird. Nichtsdestotrotz erfreut sich der Schulgleiter bei Vorführungen großer Beliebtheit, sodass nicht nur die erhaltenen Exemplare weiter gepflegt werden, sondern sogar neue Repliken entstehen.

SG 38 im Junkers Museum Dessau
SG 38 im Junkers Museum Dessau

Bausatz:

Der Bausatz von KP kam schon Ende des Jahres 2014 in den Handel und wurde über den Jahreswechsel in weiteren vier (4) Bausatzvarianten verbreitet. Solche Modelle wie Segelflugzeuge sind kein beliebtes Thema unter den Kit Produzenten. Deshalb ist es Kovozavody Prostejov hoch anzurechnen, dass es dieses Modell überhaupt gibt. Fairerweise muss man erwähnen, dass Special Hobby zur gleichen Zeit einen ähnlichen Bausatz lanciert hat.

Der Bausatz ist im Maßstab 1:72 und in dem Faltkarton befinden sich Spritzlinge für zwei Modelle, ein Decalbogen und die Montageanleitung. Alle Teile sind aus grauem Kunststoff und qualitativ sehr gut, es gibt kaum überstehenden Kunststoff oder andere Auffälligkeiten. Darüber hinaus sind die geringe Anzahl und die Einfachheit der Bauteile ein Garant für eine schnelle und einfache Montage. Die Tragfläche ist in einem Stück geformt, wie der einteilige Hauptrahmen des Rumpfes. Dennoch müssen der Sitz und Bedienelemente am Rahmen angeklebt werden. Fehlt nur nach das Höhenleitwerk und das Modell ist für den Einsteiger fertig. Wer es genauer haben will, und da benötigt man schon etwas Erfahrung, der kommt an der Verspannung dieses „Drahtverhaus“ nicht vorbei. Wie die Drähte verlaufen müssen wird in der recht guten, mehrfarbigen Bauanleitung beschrieben, oder man schaut sich meine beigefügten Bilder an. Der Dekorbogen, der nicht allzu groß ist, verfügt aber über alle notwendigen Symbole für vier Varianten. Die Druckqualität ist ganz ok, auch kleinste Abzeichen sind sorgfältig gedruckt. Die Farbangaben findet man auf der Rückseite der Box. Farbnummern werden in der Humbrol und Agama Produktpalette angegeben. Man beachte, dass sieben Teile nicht für diese spezielle Bausatzvariante Verwendung finden.

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Schulgleiter SG 38

 

Darstellbare Maschinen:
  • SG 38, LD-PA, HJ/NSFK Deutschland, 1944
  • SG 38, Segelfluggruppe Wershofen, Deutschland, 1953
  • SG 38, Freie Deutsche Jugend/FDJ, DDR, 1949
  • SG 38, 3-519, HJ/NFSK, Deutschland, 1941
Stärken:
  • qualitativ gut detailliert
  • zwei Modelle
  • vier Varianten
Anwendung:
  • für den Anfänger ein Einsteigermodell
  • für den Detailverliebten, was zum Tüfteln

Fazit:

Ich denke, dieses Modell ist ein interessantes Beispiel für ein sehr ungewöhnliches Thema, das für den erfahrenen Modellbauer gedacht ist, womit aber auch ein Anfänger seine ersten Schritte gehen kann. Wem das Thema liegt, für den ist es eine kleine Fingerübung in der Vorweihnachtszeit oder zwischen den Tagen bis zum Jahresende.

Diese Besprechung stammt von Bernhard Pethe - 10. Dezember 2015

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