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Tornado GR.4

(Revell - Nr. 04924)

Revell - Tornado GR.4

Produktinfo:

Hersteller:Revell
Sparte:Flugzeuge Militär Modern
Katalog Nummer:04924 - Tornado GR.4
Maßstab:1:48
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:Dezember 2015
Preis:ca. 30 €
Inhalt:
  • 15 hellgraue Spritzlinge
  • 1 Klarsichtteilspritzling
  • 1 Decalbogen
  • farbige Bauanleitung

Besprechung:

Das Original

Am Beginn der 90er Jahre stand die Royal Air Force vor dem Problem, dass sich ihre Tornadoflotte in verschiedene Ausrüstungsstände aufgeteilt hatte. Durch verschiedene Modifikationen, insbesondere während des zweiten Golfkriegs, entstand so eine recht gemischter Haufen. Da auch verschiedene Bereiche des Flugzeugs einer grundlegenden Modernisierung bedurften, um für die nächsten Jahre einsatzbereit zu bleiben, entschloss man sich zu einem umfassenden Modernisierungsprogramm. An dessen Ende sollte mit dem Tornado GR.4 ein einheitlicher und zeitgemäßer Standard hergestellt sein. Insgesamt 142 Maschinen wurden von British Aerospace umgerüstet und erhielten neben diversen technischen Verbesserungen auch einen vorwärtsgerichteten Infrarotsensor unter dem Kinn, der am einfachsten die Unterscheidung zur Version GR.1 ermöglicht. Dazu kamen dann unter anderem auch noch die Integration eines GPS-Systems und die Herstellung der kompletten Nachtflugtauglichkeit. Auch ermöglichte der neue Standard den Einsatz neuer Waffen, wie der Paveway III, der Storm Shadow und der Brimstone. Nun konnte man ebenso den RAPTOR-Aufklärungsbehälter mitführen. Die letzte umgerüstete Maschine wurde im Juni 2003 an die Royal Air Force ausgeliefert.

Der Bausatz

Nachdem Revell letztes Jahr als neuen Bausatz den Tornado IDS auf den Markt brachte, war damit zu rechnen, dass bald auch weitere Versionen dieses Typs folgen werden. Als nächste Variante folgte nun mit dem Tornado GR.4 die aktuelle britische Version.

In dem bekannten Revell-Karton finden sich 15 graue Spritzlinge, ein Klarsichtteilspritzling, ein Decalbogen und die nun farbige Bauanleitung. Alle Teile sind sauber verpackt, so dass Schäden minimiert werden. Insgesamt 280 Teile müssen verbaut werden, um das Modell fertigzustellen.

Revell - Tornado GR.4

In seiner Vorstellung des Bausatzes der IDS-Version ist Alexander Jost bereits sehr ausführlich auf die Qualität der Einzelteile eingegangen. Deshalb möchte ich die Ausführungen hierzu recht kurz halten. Wer mehr dazu wissen möchte, dem empfehle ich die vorgenannte Bausatzvorstellung.

Revell - Tornado GR.4

Die Einzelteile sind sehr sauber und ohne Grat geformt. Panellines und Nietenreihen zeigen sich scharf und klar auf der ganz leicht rauen Oberfläche gestaltet, Auswerfermarken wurden minimiert und an möglichst nicht sichtbaren Stellen platziert. Vorflügel, Landeklappen, Seitenruder, Luftbremsen und Schubumkehr liegen separat bei und können alle ausgelenkt angebracht werden. Die Schwenkflügel können bewegt werden, die Pylone sollen sich dabei mitdrehen. Auch die Tailerons können beweglich gebaut werden. Das Cockpit wird sehr gut wiedergegeben und kann mit Decals verfeinert werden. Hierzu ist aber unbedingt der Einsatz von Weichmacher nötig. Das Staurohr ist von der Form her falsch geraten und sollte ersetzt werden, die Reifen sind etwas zu platt geformt.

Tornado GR.4Tornado GR.4Tornado GR.4Tornado GR.4Tornado GR.4Tornado GR.4Tornado GR.4

Tornado GR.4

 

Insgesamt zeigt sich vor allem der Rumpf in viele einzelne Sektionen aufgeteilt, was wohl den diversen verschiedenen Darstellungsmöglichkeiten dieses Typs geschuldet ist. Man darf also auf weitere Versionen hoffen, ich denke hier beispielsweise an den Tornado ECR oder ADV. Dadurch muss man aber auch sorgfältig arbeiten und sollte die Einzelteile möglichst immer vorher anpassen. Besonders der Bereich der Lufteinläufe ist hier sehr tückisch. Hier wird der Modellbauer tatsächlich richtig gefordert.

Die Klarsichtteile - im gelben Kreis Teil F173, das bei manchen Bausätzen fehlt.
Die Klarsichtteile - im gelben Kreis Teil F173, das bei manchen Bausätzen fehlt.

Die Klarsichtteile sind sauber, ohne Schlieren und ausreichend dünn wiedergegeben. Hier finden sich die Teile der Cockpitverglasung, die Positionsleuchten und die Landescheinwerfer ebenso wie das HUD, die Rückspiegel im Cockpit und die Verglasung des Infrarotsensors. Bei der Auslieferung der ersten Bausatzserie ist Revell hierbei ein Fehler unterlaufen. Am beigelegten Spritzling mit den Klarsichtteilen fehlt Teil F173 – die Verglasung des Infrarotsensors. Schnell und unkompliziert kann man von Revell allerdings das fehlende Teil erhalten.

Die Teile für die Version GR.4

Einige spezifische Einzelteile, wie unter anderem den Sky Shadow ECM-Behälter und die markanten Gehäuse des Infrarotsensors sowie des Laserentfernungsmessers unter dem Kinn der Maschine, fand man schon im Bausatz der deutschen IDS-Version. Die für die Version GR.4 notwendigen Teile beinhalten vier neue Spritzlinge. An den Spritzlingen H, M und P finden sich die inneren Tragflächenpylone, die Pylone für den Rumpf, der vordere Rumpfrücken, die Kanonenmündung bzw. -abdeckung und natürlich die 2250l Tanks, die sogenannten Hindenburger.

Die sogenannten Hindenburger - natürlich zweifach vorhandenRumpfrücken und RumpfpyloneDie inneren Tragflächenpylone

Die sogenannten Hindenburger - natürlich zweifach vorhanden

Die sogenannten Hindenburger - natürlich zweifach vorhanden 

Auch diese Einzelteile sind von der Detaillierung sehr schön gemacht. Je nach Vorbildauswahl kann man nun entweder die normalen 1500l-Tanks oder die Hindenburger anbauen. Leider gibt es wie beim IDS-Bausatz keine weiteren Außenlasten- oder Bewaffnungsoptionen als die doch sehr rudimentär gestalteten Sidewinder. Damit bleibt nur der Griff in die Restekiste oder der Kauf von Zubehör.

Die Hindenburger im DetailTeile für Laserentfernungsmesser und InfrarotsensorDer neue vordere RumpfrückenDie neuen RumpfpyloneInnere Tragflächenpylone im VergleichTeile für den Sky ShadowSidewinder, BOZ 101 und Triebwerksauslass

Die Hindenburger im Detail

Die Hindenburger im Detail 

Bauanleitung, Bemalung und Markierung

Im neuen Outfit präsentiert sich die Bauanleitung, nun auch farbig gedruckt. Die Bauschritte wurden etwas entzerrt und dadurch zwar mehr, aber übersichtlicher. Auch die Farbigkeit trägt ihren Beitrag zum besseren Verständnis bei.

Auf 22 Seiten in insgesamt 96 Schritten wird der Zusammenbau des Modells dargestellt. Es sind alle nötigen Hinweise zur Farbgebung und zu alternativen Bauschritten und –teilen vorhanden. Auch der Hinweis auf das einzubauende Buggewicht fehlt nicht.

Ein paar Fehler haben sich in der Bauanleitung dennoch eingeschlichen. In Schritt 3 fehlt der Hinweis auf die Bohrungen für die Positionierung des Laserentfernungsmessers und des Infrarotsensors. Für die markante Doppelantenne auf dem Rumpfrücken müsste in Schritt 22 eigentlich gebohrt werden. Der Hinweis darauf und auf die Doppelantenne an sich fehlt in der Bauanleitung völlig. In Schritt 38 wird die Positionierung von Teil D79 falsch angegeben. Es muss um 180 Grad gedreht werden. Seltsamerweise ist es sogar in den folgenden Bauschritten noch falsch eingezeichnet.

Bemalungs- und Markierungsanleitung für zwei Maschinen
Bemalungs- und Markierungsanleitung für zwei Maschinen

Am Ende der Bauanleitung sind die zwei darstellbaren Maschinen farbig und von allen vier Seiten abgedruckt. Die Farbangaben beziehen sich leider nur auf die Farbpalette von Revell. Eine Angabe zu den BS-Farbtönen wäre hier durchaus hilfreich.

Zur Auswahl stellt Revell zwei Maschinen der Royal Air Force im bekannten einfarbig-grauen Tarnkleid. Eine Maschine kann in der Sonderbemalung der 41. Squadron vom Juli 2011 dargestellt werden, die zweite Version erlaubt die Darstellung einer normalen Einsatzmaschine der 617. Squadron aus dem Jahr 2008. Hier hat Revell auf die Anregungen der Modellbauer reagiert, nachdem mit dem IDS-Bausatz nur eine Maschine in Sonderbemalung realisiert werden konnte.

Der sauber gedruckte Decalbogen
Der sauber gedruckte Decalbogen

Auf dem 25 x 17cm großen Bogen finden sich die notwendigen Decals. Sie sind sauber und versatzfrei gedruckt und beinhalten auch die notwendigen Stencils. Natürlich sind auch die notwendigen Decals zur Markierung der Außenlasten und für die Cockpitinstrumente vorhanden. Für die beiden Versionen der Außentanks sind die Stencils in Grau und Rot vorhanden. Hier muss man sich je nach Vorbild entscheiden.

Bilder eines gebauten Modells vom Verpackungskarton
Bilder eines gebauten Modells vom Verpackungskarton

Darstellbare Maschinen:
  • Panavia Tornado GR.4, No. 41 Squadron, Royal Air Force, Coningsby, Juli 2011, mit Sonderbemalung
  • Panavia Tornado GR.4, No. 617 Squadron, Royal Air Force, Lossiemouth, Juli 2008
Stärken:
  • sehr gute Detaillierung
  • viele Optionen zur Darstellung
  • sehr schöner Decalbogen
  • gute Formtreue
  • sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Schwächen:
  • wenig Außenlasten
  • teilweise herausfordernde Passung der Einzelteile
  • nicht gut getroffene Form von Reifen, Pitotrohr und Sidewinder

Fazit:

Ein toller Bausatz mit einer Fülle an Detaillierungsmöglichkeiten, der aber nichts für Zwischendurch ist. Mit Sicherheit der zurzeit beste Bausatz des Tornado in diesem Maßstab, und das zu einem sehr günstigen Preis. Etwas Modellbauerfahrung und Geduld sollte man bei diesem komplexen Bausatz allerdings mitbringen.

Weitere Infos:

Referenzen:
  • Der Tornado von Bernd Vetter / Frank Vetter, Motorbuch-Verlag Stuttgart, 2010
  • Tornado - Technik, Taktik, Einsatz von Walter Jertz, Bernard & Graefe Verlag Bonn, 2005

Diese Besprechung stammt von Herbert Engelhard - 23. Dezember 2015

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