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Nomad Mk.I "RCAF & SAAF Attack Bomber"

(Special Hobby - Nr. SH72292)

Special Hobby - Nomad Mk.I

Produktinfo:

Hersteller:Special Hobby
Sparte:Flugzeuge Militär WK2
Katalog Nummer:SH72292 - Nomad Mk.I "RCAF & SAAF Attack Bomber"
Maßstab:1:72
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:Januar 2016
Preis:ca. 17,50 €
Inhalt:
  • 2 Rahmen mit grauen Kunststoffteilen
  • 1 Klarsichtteil
  • 2 Resinteile
  • 1 Decalbogen
  • Farbige Bauanleitung

Besprechung:

Special Hobby - Nomad Mk.I "RCAF & SAAF Attack Bomber"

In den 1930er Jahren war die Northrop Company führend im Bereich der Flugzeugkonstruktionen, was zum größten Teil der Verdienst des genialen Konstrukteurs John Knudsen "Jack" Northrop war. Er hatte zuvor schon für verschiedene Firmen gearbeitet und einige derer erfolgreichsten Flugzeuge entworfen. Nachdem er seine eigene Firma gegründet hatte brachte er eine Reihe von Ganzmetallflugzeugen auf den Markt, die alle nach dem griechischen Alphabet benannt waren, die bekanntesten waren sicherlich die Delta und die Gamma. Die Gamma war es schließlich, die die Grundlage für einen leichten Bomber für das US Army Air Corps bildete.

Zunächst hatte dieser, als A-17 bezeichnet, ein starres Fahrwerk, genau wie die Gamma. Bei der Version A-17A ging man zu einem einziehbaren Fahrwerk über. Die Maschine war schwer bewaffnet, besaß sehr gute Flugeigenschaften und war mit gerade einmal 19.000 Dollar Stückpreis ein echtes Schnäppchen. Die Auslieferung der ersten A-17 begann im Dezember 1935 und wurde ab Anfang 1937 von der A-17A abgelöst. Die A-17A wurde als das schnellste und effektivste Angriffsflugzeug seiner Zeit angesehen, jedoch beschloss das USAAC schon bald zweimotorigen Maschinen den Vorzug zu geben. Zu dieser Zeit lief die Produktion der A-17 ihrem Ende entgegen, die Northrop Company war bereits seit Ende August 1937 Teil der Douglas Aircraft Co.Inc.

Special Hobby - Nomad Mk.I "RCAF & SAAF Attack Bomber"

Special Hobby - Nomad Mk.I "RCAF & SAAF Attack Bomber"

Die A-17 und A-17A des USAAC wurden zwar weiterhin unter dem Northrop Label geführt, die Exportversionen, die ab diesem Zeitpunkt verkauft wurden, jedoch als Douglas DB-8A bezeichnet. 1939, kurz nach dem Überfall Deutschlands auf Polen, entsandte Frankreich eine Abordnung der Luftwaffe in die USA, um neue Flugzeuge einzukaufen. Man einigte sich auf den Kauf von 93 überzähligen A-17A. Aber zu dem Zeitpunkt, als die Maschinen überholt und bereit zur Auslieferung waren, war Frankreich selbst bereits von Deutschland überrannt worden. Der Auftrag wurde von England übernommen und die Maschinen entsprechend umgeleitet. Die RAF führte die A-17A unter der Bezeichnung "Nomad", allerdings wurde sie bereits zum Zeitpunkt der geplanten Eingliederung in die RAF als veraltet angesehen. Die Nomad wurde nie bei der RAF in Dienst gestellt, stattdessen wurde ein Teil der Maschinen an Südafrika abgegeben, wo man sie als Trainer einsetzte. 34 Maschinen wurden nach Kanada überführt, wo sie als Zielschlepper und Trainer im Rahmen des British Commonwealth Air Training Plan verwendet wurden.

Special Hobby - Nomad Mk.I "RCAF & SAAF Attack Bomber"

Special Hobby - Nomad Mk.I "RCAF & SAAF Attack Bomber"

Bereits seit Anfang des Jahrtausends ist dieser Bausatz nun auf dem Markt. In der Zwischenzeit wurde er acht mal in unterschiedlichen Boxen und mit unterschiedlichen Decals angeboten, zu Beginn noch unter dem MPM Label. Nach 2014, der letzten Auflage, folgt nun Nummer neun, jetzt als Trainer der kanadischen und südafrikanischen Luftwaffe.

Die Bausatzform stammt noch aus Short Run Formen, was man sofort erkennt, wenn man die Teile neben einen der aktuellen Special Hobby Bausätze legt. Das heißt für uns dann, dass zwar - was Gravuren und Außendetails angeht - der Bausatz ganz gut gemacht ist, aber seine Schwächen im Cockpitbereich, beim Motor und den Fahrwerken liegen. Die Werkzeugform scheint sehr variabel zu sein, der Hauptrahmen mit den Tragflächen scheint immer gleich zu sein, mal mit, mal ohne Rumpfhälften und einem zweiten, mal mehr, mal weniger umfangreichen Rahmen. Hier nun wieder die Variante mit kleinem zweiten Rahmen ohne Rumpfhälften, siehe auch unsere Besprechung der DB-8A-3N "Captured Marking" als Vergleich.

Special Hobby - Nomad Mk.I "RCAF & SAAF Attack Bomber"

Der Zusammenbau beginnt, wie üblich, mit den beiden Cockpits. Es gibt ein paar einfache erhabene Strukturen am Boden und an den Seitenwänden. Die Sitze sehen ganz brauchbar aus, es fehlen aber die Gurte, welche man sich z.B. von einem der generischen Ätzteilesets von Eduard nehmen könnte. Eine kleine Extraansicht in der Bauanleitung zeigt auf, wie die einzelnen Teile des Cockpits - am Ende immerhin 15 - zu platzieren sind. Der Motor besteht nur aus einem einfachen Relief, wer hier etwas verbessern will, kann ihn durch ein Resinteil ersetzen, gibt's z.B. recht günstig von Starfighter Decals. Der Rest des Zusammenbaus ist schnell erledigt. Die Tragflächenkonstruktion dürfte einige Vor- und Nacharbeit erfordern, bis alles sauber zusammenpasst. Die Fahrwerke sind sehr einfach gehalten, man sollte zumindest die Bremsleitungen und die Federbeinscheren ergänzen. Großartige Optionen beim Bau hat man nicht, die Steuerflächen sind alle fest angegossen, das Cockpit kann nur geschlossen gebaut werden. Für die Markierungsoptionen C bis F muss man noch einige Kanonenmündungen selber beisteuern. Der verlängerte Abgasstutzen scheint nur für Option A und E benötigt zu werden, allerdings ist er auch bei B eingezeichnet, aber dort nicht erwähnt.

Special Hobby - Nomad Mk.I "RCAF & SAAF Attack Bomber"

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Nomad Mk.I "RCAF & SAAF Attack Bomber"

 

Der Decalbogen ist recht umfangreich ausgefallen. Die Qualität der Decals ist sehr gut und wurde von Aviprint in Tschechien gedruckt. Im Wesentlichen enthält er die Kokarden und Kennungen der Maschinen, irgendwelche Wartungshinweise gibt es keine. Dafür können sechs Maschinen in unterschiedlicher Lackierung dargestellt werden.

Die Optionen A und B stellen kanadische Trainer dar in der typischen gelb-schwarz-gestreiften Lackierung. Die Kennungen sind entsprechend vorbereitet, so dass man beim Abkleben die vorgegebenen Positionen exakt einhalten muss.

Option C und D sind zwei britische Maschinen, einmal lackiert in Dark Green / Dark Earth mit Unterseite in Schwarz-Weiß, die andere ebenfalls Dark Green / Dark Earth aber mit Unterseite in Sky.

Die beiden letzten Maschinen sind von der südafrikanischen Luftwaffe, Option E verfügt über den verlängerten Auspuff und ist wie Option D lackiert, während die letzte Option auf der Unterseite das "Trainer Yellow" trägt. 

Weitere Bilder

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Nomad Mk.I "RCAF & SAAF Attack Bomber"

 

Stärken:
  • Einfache "Konstruktion"
  • Solide Detaillierung, gemessen an dem, was man am fertigen Modell noch sieht
Schwächen:
  • Cockpit nur geschlossen baubar
  • Keine Sitzgurte
Anwendung:
  • Einfach bis mittel, je nachdem, wie gut die Passgenauigkeit im Bereich der Flügel ist

Fazit:

Ein typischer Bausatz aus der Short Run Ära bei Special Hobby. Die Detaillierung ist gut, aber nicht überragend. Zumindest ist das fertige Modell nicht alltäglich. Wenn alles gut zusammen passt dürfte das Ganze auch zügig gebaut werden können. Ein paar Masken und Gurte wären natürlich das I-Tüpfelchen gewesen.

Weitere Infos:

Anmerkungen: Den Bausatz auf der Herstellerseite findet ihr hier oder auch hier.

Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 23. März 2016

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