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Draken

(Eduard - Nr. 1135)

Eduard - Draken

Produktinfo:

Hersteller:Eduard
Sparte:Flugzeuge Militär Modern
Katalog Nummer:1135 - Draken
Maßstab:1:48
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:Juni 2016
Preis:ca. 45 €
Inhalt:
  • 6 graue Spritzlinge
  • 1 Klarsichtteilspritzling
  • 13 Resinteile
  • 2 Ätzteilplatinen, eine davon farbig bedruckt
  • 1 kleiner Bogen vorgestanzte Abdeckmasken
  • 1 Decalbogen
  • Diafilm für das HUD
  • farbige Bauanleitung

Besprechung:

Die Saab Draken

Basierend auf dem damals revolutionären Konzept des Doppel-Deltaflügels wurde die Saab Draken Mitte der 50er Jahre entwickelt. Die erste Vorserienmaschine der J 35A machte am 15. Februar 1958 ihren Erstflug. Im Laufe des Jahres 1960 begann die Einführung der Maschinen bei der schwedischen Luftwaffe. Die kontinuierliche Weiterentwicklung dieses Flugzeugtyps fand ihren Abschluss in der J 35J Draken, die bis Dezember 1998 beim Geschwader F-10 in Ängelholm im Dienst stand. Exportkunden waren Dänemark, Finnland und Österreich.

Dänemark bestellte 1968 insgesamt 46 Maschinen der Ausführung J 35XD. Diese hatten eine um 40% gesteigerte Treibstoffkapazität, eine verstärkte Rumpfstruktur und modifizierte äußere Tragflächen. Zudem konnten sie die AGM-12 Bullpup tragen. In Dänemark flogen die Draken bis 1993.

Finnland orderte zwölf J 35XS und baute sie zwischen 1974 und 1975 in Lizenz im eigenen Land. Die J 35XS war der J 35F sehr ähnlich, hatte aber noch beide Kanonen eingebaut. Dazu kamen einige Änderungen in der Avionik und der Verzicht auf die Einsatzmöglichkeit der Falcon-Raketen. Finnland kaufte 1976 nochmals sechs gebrauchte J 35FS und drei J 35CS. 1984 wurden weitere 18 gebrauchte Maschinen erworben, so dass am Ende 48 Draken in finnischen Diensten flogen, bevor diese im Jahr 2000 außer Dienst gestellt wurden.

Österreich erwarb 1985 insgesamt 24 Draken, die 1987 geliefert wurden. Ursprünglich handelte es sich um J 35D, die auf den Standard J 35Ö aufgerüstet wurden. Die Modifikationen betrafen das Navigationssystem und die Avionik. Dazu wurde die Kabinenhaube der J 35F eingebaut. Die Maschinen standen bis 2005 im aktiven Dienst und waren somit die letzten Draken im Einsatz.

Der gesamte Inhalt des Kartons (Foto: Eduard)
Der gesamte Inhalt des Kartons (Foto: Eduard)

Draken - der Bausatz

Auf der Basis des bekannten Bausatzes von Hasegawa bringt Eduard als Limited Edition unter dem kurzen Titel Draken die J 35 in den Versionen F, FS, Ö und XD mit Resin- und Fotoätzteilen in den Handel. Darstellbar sind vier verschiedene Maschinen der Nutzerländer Schweden, Finnland, Österreich und Dänemark.

Im Karton liegen sauber verpackt sechs graue und ein Klarsichtteilspritzling mit rund 125 Einzelteilen, zwei Ätzteilplatinen, 13 Resinteile für die Reifen, den Schleudersitz und den Fanghaken, ein großer Decalbogen und dazu noch die farbige Bauanleitung. Zusätzlich sind wie üblich vorgestanzte Abdeckmasken beigelegt.

Die RumpfhälftenTragflächen, Lufteinläufe und FahrwerksteileTriebwerksteile, Außentanks, Reifen und KleinteileTriebwerksteile, Außentanks und KleinteileHeckkonus in zwei verschiedenen AusführungenInstrumentenbrett und RadomDie Klarsichtteile

Die Rumpfhälften

Die Rumpfhälften 

Die Qualität der Einzelteile sowie die modellbautechnische Ausformung der Hasegawa-Bausatzteile sind bekannt und können durchaus überzeugen. Feine Oberflächengravuren und eine hervorragende Detaillierung zeichnen den Bausatz aus. Leider sind alle Steuerflächen angegossen und können nur mit etwas Mehrarbeit ausgelenkt dargestellt werden. Die Lufteinläufe sind nur etwa einen Zentimeter tief. Auch das Cockpit und das Fahrwerk sind schön detailliert. Das Radom muss aus zwei Teilen zusammengefügt werden, hier muss man vermutlich etwas nachgravieren. Gut gelöst ist die Montage des Triebwerks, das man nach dem Lackieren ganz am Schluss erst einschieben kann. Das Staurohr sollte man wegen der Bruchgefahr und der etwas groben Formgebung durch ein Metallteil ersetzen.

Die gute Qualität setzt sich bei den Klarsichtteilen fort. Sauber in der Ausführung und sehr klar und dementsprechend dünn sind die Teile ausgeführt. Die Cockpithaube lässt sich sowohl geschlossen als auch geöffnet darstellen.

Wie von Hasegawa bekannt, gibt es außer zwei Außentanks keinerlei Außenlasten, mit denen die Maschine bestückt werden könnte. Auch Eduard hat dies leider so belassen. Damit bleibt nur der Griff in die berühmte Restekiste oder der Zubehörhandel. Sehr schade finde ich, dass die für die dänische Maschine notwendigen Pylone - die sind etwas anders als die der übrigen Nutzerländer - nicht beiliegen. Die muss man separat von Eduard erwerben. Bei dem Preis des Bausatzes unverständlich. Dänemark benutzte auch andere Außentanks. Hier gibt es zum Beispiel von Maestro passende.

Eduard - Draken

Für die Detaillierung des Cockpits und des Schleudersitzes gibt es farbig bedruckte Fotoätzteile. Das Headup-Display kann mit dünnem Diafilm dargestellt werden. Wie immer gibt es vorgestanzte Abdeckmasken zum einfachen Abkleben der Klarsichtteile.

Zur weiteren Detaillierung ist noch eine zweite Ätzteilplatine beigefügt. Hier finden sich Ergänzungen für das Triebwerk, das Fahrwerk und die Cockpithaube.

Detailaufnahmen der Bausatzteile

Unterrumpf und HauptfahrwerksschächteDie CockpitwanneDie LufteinläufeDas HauptfahrwerkDie äußere TragflächeTeile des Triebwerks und der Räderverschiedene Leitwerksspitzen

Unterrumpf und Hauptfahrwerksschächte

Unterrumpf und Hauptfahrwerksschächte 

Die Resinteile

Mit 13 Resinteilen eröffnet Eduard die Möglichkeit, den von Saab selbst entwickelten Zero-Zero-Schleudersitz und die Räder des Bausatzes zu ersetzen. Die Resinteile sind wesentlich detaillierter und bieten zusammen mit den farbigen Fotoätzteilen für die Gurte und Griffe einen tollen Einblick ins geöffnete Cockpit. Die Räder sind ebenfalls sehr detailreich und bereits abgeflacht ausgeführt und in jeweils zwei verschiedenen Ausführungen vorhanden.

Zwei Resinteile sind für die dänische Version der Draken vorgesehen. Es handelt sich hierbei um den relativ kurzen Fanghaken und die dazugehörige Verkleidung am Flugzeugheck.

Schleudersitz, Fanghaken und VerkleidungRäder für Haupt- und Bugfahrwerk in jeweils zwei AusführungenInnenfelgen des Hauptfahrwerks in zwei verschiedenen AusführungenHauptfahrwerksräder in zwei Ausführungen

Schleudersitz, Fanghaken und Verkleidung

Schleudersitz, Fanghaken und Verkleidung 

Bauanleitung, Bemalung und Markierung

Die in der typischen Eduard-Qualität gehaltene Bauanleitung im A4-Format zeigt auf zwölf Seiten in übersichtlicher Art den Zusammenbau des Modells. Sie ist wie gewohnt komplett in Farbe gehalten. Hinweise zur alternativen Verwendung von Bauteilen finden sich ebenso wie die erforderlichen Farbangaben. Diese beziehen sich auf die Farbpaletten Gunze Hobby Color und Gunze Aqueous Color. Etwas schwierig ist in der Bemalungsanleitung für die schwedische und die finnische Maschine die Farbgrenze zwischen dem Grau und dem Naturmetall des Unterrumpfes zu erkennen. Das hätte man deutlicher darstellen müssen.

Der hervorragend gedruckte Decalbogen von Cartograf
Der hervorragend gedruckte Decalbogen von Cartograf

Der von Cartograf sauber und versatzfrei gedruckte Decalbogen lässt die Darstellung von vier  farblich sehr interessanten Maschinen der vier verschiedenen Nutzerstaaten zu. Die Decals sind auf glänzendem Trägermaterial gedruckt, das sollte ein späteres Silbern weitgehend ausschließen.

Die vier darstellbaren Maschinen
Die vier darstellbaren Maschinen

Darstellbare Maschinen:
  • J 35F, 35465, F-10, 1 Jaktflygdivision, Ängelholm-Barkakra, Schweden 1989
  • J 35FS, 351312, Rovaniemi, Finnland 1985
  • J 35Ö, 351401, Fliegerregiment 2, Zeltweg, Österreich 2003
  • J 35XD, ESK 725, Karup, Dänemark, frühe 1970er Jahre
Stärken:
  • hervorragende Detaillierung
  • sauber verpackte Einzelteile
  • übersichtliche Bauanleitung
  • sauber gedruckte Decals
  • Resinteile und farbige Fotoätzteile
  • vorgestanzte Abdeckmasken
Schwächen:
  • keine Außenlasten außer den Tanks
  • keine Pylone für die dänische Maschine

Fazit:

Hervorragender Bausatz der Draken, der jedem Interessierten nur empfohlen werden kann. Nur das Fehlen der passenden Außenlasten und Pylone ist etwas schade. Trotzdem ist dieser Bausatz sehr empfehlenswert!

Weitere Infos:

Anmerkungen:

Den Bausatz auf der Homepage von Eduard sowie die zugehörige Anleitung erreicht ihr über folgende Links:

Diese Besprechung stammt von Herbert Engelhard - 22. Juni 2016

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