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Fokker D.21 "Dutch & Danish"

(Special Hobby - Nr. 100-SH48181)

Special Hobby - Fokker D.21

Produktinfo:

Hersteller:Special Hobby
Sparte:Flugzeuge Militär WK2
Katalog Nummer:100-SH48181 - Fokker D.21 "Dutch & Danish"
Maßstab:1:48
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:September 2016
Preis:ca. 30 €
Inhalt:
  • 6 Rahmen mit hellgrauen Kunststoffteilen
  • 1 Rahmen mit Klarteilen
  • 1 Platine mit Fotoätzteilen
  • 1 Decalbogen
  • 37 Resinteile

Besprechung:

Special Hobby - Fokker D.21 "Dutch & Danish"

Die Fokker D.XXI wurde ursprünglich entwickelt, um die Einheiten der ostindischen Kolonien der Niederlande mit geeignetem Material zu versorgen. Wegen der politischen Lage in Europa wurde der Typ aber schließlich nur auf dem europäischen Kontinent eingesetzt. Der Prototyp FD-322 hatte im März 1936 seinen Erstflug und legte dabei beeindruckende Flugleistungen an den Tag. Zunächst war das Interesse bei der niederländischen Luftwaffe eher gering, als jedoch Dänemark und Finnland eine Bestellung und letzteres sogar eine Lizenzfertigung in Aussicht stellten, änderte sich dies. Man bestellte schließlich 36 Maschinen, die zu Beginn des Zweiten Weltkrieges zusammen mit der zweimotorigen Fokker G.1 das Rückgrat der niederländischen Luftwaffe bildeten. Zwar war die Fokker D.XXI den deutschen Messerschmitt Bf-109 und Bf-110 leistungsmäßig unterlegen, ihre gute Manövrierfähigkeit machte sie dennoch zu einem ernstzunehmenden Gegner. Trotz des heldenhaften Einsatzes der niederländischen Piloten war ihre Anzahl am Ende zu gering, um die Invasion durch Deutschland abzuwenden.

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Fokker D.21 "Dutch & Danish"

 

Eine ähnliche Situation ergab sich in Dänemark, auch hier konnte man eine Invasion nicht verhindern. Die dänischen Fokker D.XXI konnten nur ganz wenige Flugstunden erzielen, knapp unter 300 waren es am Ende. Einige der Maschinen flogen sogar nielmals. In Finnland dagegen waren nicht zuletzt die Fokker D.XXI mit ihren kämpferischen Piloten der Hauptgrund, weshalb man sich gegen die Angriffe Stalins behaupten konnte. Zunächst wurden sieben Maschinen gekauft (FR-76 bis FR-82), danach baute man 38 weitere Maschinen mit dem Bristol Mercury Motor und noch einmal 50 mit dem Pratt & Whitney PW-1535 Motor aus amerikanischer Produktion (FR-83-FR-167, FR-171-FR-175). Die Fokker D.XXI wurden bis 1945 in Finnland eingesetzt. Trotz ihrer antiquirten Bauweise mit dem starren Fahrwerk und der eher geringen Leistung erreichten einige finnische Piloten den Rang eines Fliegerasses. Die meisten der Fokker D.XXI waren mit vier MGs unterschiedlichster Bauart in den Tragflächen ausgerüstet.  

Special Hobby - Fokker D.21 "Dutch & Danish"

Der Bausatz der Fokker D.XXI ist seit 2008 auf dem Markt und wurde zwischenzeitlich noch einmal als Dual Combo neu aufgelegt. Bisher gab es allerdings ausschließlich finnische Versionen auf den enthaltenen Decalbögen. Das hat Special Hobby nun berücksichtigt und offeriert uns hier die holländischen und dänischen Versionen.

Der Bausatz ist ein Multimedia-Paket mit Resinteilen und einer kleinen Platine mit Fotoätzteilen. Die knapp über 100 Kunststoffteile verteilen sich auf sechs einzelne Rahmen. Wegen der Unterschiede in der dänischen Version bezüglich der Bewaffnung und dem zusätzlichen Scheinwerfer liegt ein kompletter Satz zusätzlicher Tragflächen bei. Diese muss man laut Anleitung noch ein wenig anpassen, auf der Oberseite muss man ein paar Details entfernen während man auf der Unterseite die Auswurföffnungen für die Patronenhülsen ergänzen muss. Die Kunststoffteile sind im Short-Run-Verfahren hergestellt und kein Vergleich zu den Stahlformen aus dem Hause Special Hobby. Zwar sind die Teile von guter Qualität, ein wenig Grat und einige deftige Auswerferpins sind aber vorhanden. Dafür entschädigt das Modell mit feinen Gravuren und einer wirklich überzeugenden Darstellung der Stoffbespannung. 28 Einzelteile werden für diese Versionen nicht benötigt und wandern in die Restekiste.

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Fokker D.21 "Dutch & Danish"

 

Schauen wir uns kurz die relevanten Bereiche am Bausatz an. Das Cockpit ist wegen der Gitterrohrstruktur eine relativ komplexe Einheit, die aus vielen Einzelteilen, ausgehend vom Cockpitboden C2, aufgebaut wird. Die Anordnung der Streben ist in der Anleitung für mich sehr verwirrend dargestellt, vielleicht hätte man noch eine oder zwei Baustufen mehr anlegen sollen. Das Instrumentenbrett liegt nur als geprägtes Kunststoffteil vor, trotz der Ätzteileplatine. Die einzelnen Instrumente sind nur sehr flach ausgeführt, was die Bemalung etwas erschwert. Wer möchte kann hier auf passende Decals zurückgreifen, was angesichts der ohnehin nur geschlossen baubaren Haube sicherlich ausreichen dürfte.

Über die Fahrwerke gibt es nichts zu sagen, sowohl von den Fahrwerksbeinen wie von den Rädern bleibt am Ende so gut wie nichts erkennbar. Dafür gibt es dann beim Motor wieder mehr zu sehen. Der Bristol Mercury ist komplett aus Resin aufgebaut und Dank der großzügigen Öffnung vorne auch später noch gut zu erkennen, hier lohnt also eine sorgfältige Bemalung. Etwas kurios ist die Farbgebung des Propellers, auf der Vorderseite ist er Naturmetall während die Rückseite zu etwa 4/5 der Blattlänge schwarz bemalt wird.

Der unterschiedliche Bewaffnung bei den dänischen Maschinen wird mit einem zusätzlichen Rahmen Rechnung getragen, hier sind alle Teile für die 20mm Madsen Kanonen enthalten mit denen die J-42 während ihrer Erprobung ausgerüstet war. Bis auf die Bewaffnung bietet der Bausatz keinerlei Optionen, wie bereits erwähnt gibt es nur eine geschlossene Haube und auch die Steuerflächen sind allesamt fest angegossen. Selbst das separat ausgeführte Seitenruder hat eine "nur" gerade Vorderkante. Eine kleine Modifikation am Rumpf ist für dessen Einbau noch zu tätigen. 

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Die Decals aus dem Hause Aviprint machen einen sehr guten Eindruck. Es sind Kennungen für jeweils zwei holländische und dänische Maschinen enthalten. Die "234" der Militaire Luchtvaart ist eine Maschine der 1.Jachtvliegtuigafdeling aus Soesterberg, damit konnte der Pilot Bram van der Stok am 10. May 1940 eine Bf-109E vom Himmel holen und eine weitere beschädigen. Bei der Landung wurde sie wiederum von 109ern in Stücke geschossen und brannte aus, der Pilot konnte jedoch noch rechtzeitig aussteigen. Ganz ähnlich verhielt es sich mit der "221", der zweiten holländischen Option. Auch sie konnte am 10. Mai 1940 eine Bf-109E anschießen, der Pilot war Herman Doppenberg. Vier Tage später ging sie bei einem Angriff auf den Flughafen Schipol verloren.

Die beiden dänischen Optionen sind historisch gesehen weniger spektakulär, die J-42 war ein Erprobungsträger für Waffen und blieb bis zur Kapitulation im Werk in Kløvermarken und wurde 1943 von den deutschen "übernommen". Die J-47 wurde bei der Invasion (Operation Weserübung) stark beschädigt und später wieder instandgesetzt. Auch diese fiel den Deutschen 1943 in die Hände. 

Die farbige Anleitung im A5 Format ist stellenweise etwas unübersichtlich, besonders beim Cockpit muss man sehr genau hinschauen wie die Teile eingebaut werden. Wie immer sehr vorbildlich ist die Darstellung der Farben, auch wenn ich die Beschränkung auf die Gunze Palette eher als Nachteil sehe.  

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Fokker D.21 "Dutch & Danish"

 

Darstellbare Maschinen:
  1. Fokker D.XXI, '234' #5507, 1. Jachtvliegtuigafdeling, Soesterberg AB, Militaire Luchtvaart, April/Mai 1940
  2. Fokker D.XXI, '221' #5494, 1. Jachtvliegtuigafdeling, Soesterberg AB, Militaire Luchtvaart, April/Mai 1940
  3. Fokker D.XXI, J-47, 2. Eskadrille, Dänemark, Winter 1940
  4. Fokker D.XXI, J-42, Dänemark, Mai 1938
Stärken:
  • Gute Detaillierung
  • Inklusive Ätz- und Resinteile
  • Viele Alternativteile
Schwächen:
  • Haube nur geschlossen baubar
Anwendung: Der multimediale Aufbau mit Ätz- und Resinteilen ist eher was für fortgeschrittene Modellbauer.

Fazit:

Ein gut ausgestatteter Bausatz zu einem vernünftigen Preis. Die Detaillierung ist trotz des Short-Run-Charakters sehr gut. Sehr empfehlenswert!

Weitere Infos:

Anmerkungen:

Den Bausatz auf der Homepage von Special Hobby könnt ihr euch hier noch einmal anschauen:

100-SH48181 - Fokker D.XXI "Dutch & Danish"

Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 01. März 2017

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