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Aerospatiale Alouette III

(Fujimi - Nr. 30020 / P-20)

Fujimi - Aerospatiale Alouette III

Produktinfo:

Hersteller:Fujimi
Sparte:Hubschrauber
Katalog Nummer:30020 / P-20 - Aerospatiale Alouette III
Maßstab:1:48
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:1988
Preis:ca. 35 - 45 €
Inhalt:
  • 2 Gussäste aus grauem Plastik
  • 1 Gussast mit Klarsichtteilen
  • 1 Decalbogen des Bausatzes
  • 1 Bauanleitung des Bausatzes
  • 1 Decalbogen und Anleitung für die schweizer Version

Besprechung:

Zum Vorbild

Die Alouette III ist ein leichter einmotoriger Mehrzweckhubschrauber mit Turbinentriebwerk und flog 1959 zum ersten mal. Bis 1985 wurde sie von Sud Aviation (später Aerospatiale/Eurocopter) in über 1.400 Exemplaren gebaut. In Indien, Rumänien und der Schweiz wurden Lizenzbauten gefertigt. Die Alouette III stand in mehr als 70 Ländern in militärischen und zivilen Diensten, allerdings fliegen immer weniger Exemplare, da die Ersatzteile seit ca. 2010 vom Hersteller nicht mehr neu produziert werden. Es gibt mehrere Versionen der Alouette III, Hauptunterschied ist jeweils die Turbine (SE.3160, SA.316A und SA.316B mit Turbomeca Artouste IIIB, SA.316C mit Turbomeca Artouste IIIC, SA.319B mit Turbomeca Astazou XIV).

Fujimi - Aerospatiale Alouette III

Der Bausatz

Fujimi brachte eine ganze Reihe von Alouette III Bausätzen in die Läden. Die zwei grundsätzlich vorliegenden Spritzgussrahmen blieben von Version zu Version gleich, bei der hier vorliegenden Version wurde lediglich die Raketenbewaffnung am Gussrahmen B ergänzt. Der Alouette III Bausatz von Fujimi wurde bereits in der Kitvorstellung der Chidori-Version beschrieben, deshalb hier nur eine kurze stichwortartige Beschreibung: Rumpfdetaillierung außen gelungen, Auswerfermarken an Schiebetüren-Innenseiten, Kabinen-Interieur mangelhaft, Triebwerk-Getriebeteil sehr rudimentär, das Triebwerk stellt ein Artouste III dar, Rotorkopf und Getriebe mit Steuerstangen ebenfalls sehr rudimentär, die Pilotenfiguren sind kleinwüchsig und “unterernährt“, der Hauptrotor hat auf dem Bauplan die falsche Drehrichtung, übersichtlicher Bauplan, Haupt- und Heckrotor bleiben nach dem Zusammenbau drehbar, die Klarsichtteile sind etwas milchig und weisen Kratzer auf, Maßstab zwischen 1:48 und 1:50, Kabinenhöhe zu niedrig.

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Aerospatiale Alouette III

 

Für die mit Panzerabwehr-Raketen bewaffnete Version liegen hier zusätzlich zwei Auslegerarme, vier Raketenstartgestelle und vier SS-11 Raketen bei. Die Ausleger sind recht stimmig gegossen. Für deren Montage muss an den beiden Rumpfschalen eine Bohrung gemacht werden. Hierfür wurde ein Führungsrohr inwändig angegossen, im Vergleich zu Fotos von Originalmaschinen ist die Position allerdings etwas zu weit oben. Die vier Startschienen weisen leider beidseitig starke Sinkstellen auf, einseitig sind auch Auswerfermarken zu finden. Die SS-11 Raketen sind aus einem Stück gegossen und sehr vereinfacht dargestellt. Für eine zeitgemäße Darstellung ist hier – wie beim Hauptbausatz – mit erheblichem Mehraufwand zu rechnen. Ob die Alouette III der Französischen Marine, der Malaysischen Luftstreitkräfte oder der IAF tatsächlich mit SS-11 Raketen bewaffnet wurden, ist nicht belegt.

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Aerospatiale Alouette III

 

Der Decalbogen ist bar von jeglichen Wartungshinweisen. Für die Haupt- und Heckrotorblätter sind rot-weiße Warnbänder vorhanden, für die vertikalen Stabilisatoren am Heckausleger zudem zwei Danger-Pfeile. Ansonsten ist der Decalbogen auf die Hoheitszeichen und Kennnummern beschränkt, für zwei Optionen (IAF und French Air Force) liegen nicht einmal Kennnummern bei. Die Druckqualität entspricht nicht heutigen Maßstäben, Farbversatz – insbesondere bei den Marine-Hoheitszeichen – ist leider auch vorhanden. Altershalber ist vom Gebrauch dieser Decals abzuraten, Ersatz aus der Restekiste oder vom Aftermarket ist ein Muss.

Fujimi - Aerospatiale Alouette III

Der Bausatz N° 30020 / P-20 wurde in der Schweiz auch mit einem zusätzlichen Decalbogen der Retima AG nachgerüstet. Darauf finden sich drei schweizer Hoheitszeichen, zwei Rumpfkennnummern V-207, die abgekürzte Kennnummer für die Bugspitze, zwei Treibstoff-Dreiecke und ein Kreuz für den Erste-Hilfe-Kasten. Leichter Farbversatz ist zwischen der Farbe Gelb und Weiß (Treibstoff-Dreiecke) zu beobachten. Auch hier hat der Zahn der Zeit seine Spuren hinterlassen, der Bogen ist schon etwas vergilbt. Ein kleines Beiblatt weist auf die Decalpositionen hin und beschreibt auch, dass die Schweizer Version nicht mit Raketen bewaffnet wurde.

Fujimi - Aerospatiale Alouette III

Darstellbare Maschinen:
  • SE.3160 Alouette III, French Army
  • SE.3160 Alouette III, N° 2-19, French Navy (Jeanne d’arc)
  • SE.3160 Alouette III, N° FM1087, Royal Malaysian Air Force
  • SE.3160 Alouette III, Israel Air Force
  • SE.3160 Alouette III, N° V-207, Swiss Air Force

 

Stärken:
  • Detaillierter als Hellers Alouette III
  • Bewegliche Rotoren und Bugrad
  • Fünf verschiedene Decalvarianten
  • Bisher einzige bewaffnete Version in 1:48
Schwächen:
  • Alter des Bausatzes
  • Stark vereinfachtes Triebwerk, Rotoren, Innenbereich und Bewaffnung
  • 3 Decalvarianten stimmen nicht mit Bewaffnung überein
  • Schwer zu erwerben, schlechte Verfügbarkeit
Anwendung:

Leicht bis Mittel

Fazit:

Bei Erscheinen der Erstausgabe der Alouette III mag der Bausatz zu den Besten gehört haben, mittlerweile gelten aber andere Qualitäts-Standards. Da der Kit aus japanischen Gussformen kommt, ist jedoch ein gewisses Maß an Detailtreue garantiert. Die Version mit Panzerabwehrraketen ist sicher exotisch, allerdings ist bei drei der vier Bausatzoptionen nicht belegt, ob diese tatsächlich mit SS-11 Raketen bewaffnet wurden. Die Ausgabe mit der zusätzlichen schweizer Version ist wohl höchstens noch in schweizer Dachstühlen zu finden. Der Bausatz ist zu empfehlen, solange kein Nachfolger aus neuen Gussformen erscheint.

Diese Besprechung stammt von Melgg Lütschg - 20. März 2018

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