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Bücker Bü 131D

(ICM - Nr. 32030)

ICM - Bücker Bü 131D

Produktinfo:

Hersteller:ICM
Sparte:Flugzeuge Militär bis 1939
Katalog Nummer:32030 - Bücker Bü 131D
Maßstab:1:32
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:Februar 2018
Preis:ca. 40 €
Inhalt:
  • 2 Rahmen aus hellgrauem Kunststoff
  • 1 Rahmen mit klaren Kunststoffteilen
  • 1 Decalbogen
  • Farbige Bau- und Bemalungsanleitung
  • Ordentlicher Karton 

Besprechung:

ICM - Bücker Bü 131D

In den 1930er Jahren zählten die Schul- und Kunstflugzeuge der Marke Bücker zu den beliebtesten Typen ihrer Art. Nicht nur in Deutschland zählten vor allem die beiden Muster "Jungmann" und "Jungmeister" zur ersten Garnitur in den Flugschulen. Bücker Flugzeuge wurden in über 20 Länder exportiert, außerdem vergab man Lizenzen zum Nachbau an verschiedene Nationen. Carl Clemens Bücker baute seine Flugzeuge eigentlich in Schweden, jedoch verlegte er 1933 sein Werken nach Deutschland.

Seinen Chefkonstrukteur Anders J. Andersson konnte er davon überzeugen mit ihm zu kommen. So wurde im Oktober 1933 in Berlin-Johannisthal die Firma Bücker Flugzeugbau GmbH gegründet. Die Konstruktionspläne für das erste Produktionsmuster Bü 131 hatte man bereits in Schweden angefertigt, so dass schon im März 1934 der erste Prototyp fertig gestellt werden konnte. Die Bü 131 war als Schulflugzeug für Anfänger und für den Kunstflug gedacht und als zweisitziger Doppeldecker ausgelegt.

ICM - Bücker Bü 131D

ICM - Bücker Bü 131D

Ende April 1934 fand dann der Erstflug statt. Der Antrieb erfolgte durch einen 4-Zylinder Hirth HM60R Motor mit einer Leistung von gerade einmal 80PS. Nichtsdestotrotz verfügte das Flugzeug über eine erstaunlich gute Flugleistung und Wendigkeit. Die erste Serienversion war die Bü 131A. Der Kraftstoffverbrauch war recht niedrig, zusammen mit dem günstigen Anschaffungspreis und der einfachen Wartung ergab sich eine gute Wirtschaftlichkeit.

In der Version Bü 131 wurde ein um 25PS stärkerer Hirth HM504-A-4 Motor eingebaut, wodurch das Flugzeug auch als Trainer für die Luftwaffe interessant wurde. Mit der ab 1938 gebauten Bü 131D wurden weitere Verbesserungen im Detail eingeführt, wie z.B. kugelgelagerte Steuerflächen. Die Produktion der Bü 131 endete 1941/42 nach mehr als 5.000 Exemplaren. Dank der weiten Verbreitung und der langen Nutzungsdauer bis in die 1970er Jahre hinein existieren heute noch viele flugfähige Oldtimer, die auf den einschlägigen Treffen regelmäßig anzutreffen sind.

ICM - Bücker Bü 131D

ICM - Bücker Bü 131D

Wer bisher eine Bücker 131 im Maßstab 1:32 bauen wollte, musste sich mit einem Resinbausatz von Planet Models auseinandersetzen. Abgesehen vom Preis hat das Material sicherlich viele vom Kauf bzw. Bau abgehalten. Nun ist ICM hier in die Presche gesprungen und hat einen normalen Spritzgussbausatz auf den Markt gebracht. Als erste Auflage hat man sich für die D-Version entschieden, es wird aber in jedem Fall noch eine B-Version folgen (Katalognummer 32031, angekündigt für 2018).

Für ein 1:32er Modell ist der Karton recht klein ausgefallen. Nachdem man es geschafft hat den Deckel von dem Karton darunter abzuheben (kein Witz, der sitzt bombenfest!) fällt der Blick auf eine mit zwei Rahmen gefüllte Folientüte sowie nochmal extra eingepackte Klarsichtteile. Bezüglich der Verpackung macht ICM vor wie es geht, und das Beste daran, es ist nicht nur außen "hui"! Mit gerade einmal 92 Einzelteilen ist der Bausatz recht einfach aufgebaut.

Das tut einer guten Detaillierung aber keineswegs Abbruch. Im Gegenteil, die Aufteilung der Bauteile wurde geschickt gewählt und stellt einen sehr guten Kompromiss zwischen Detaillierung und einfachem Zusammenbau dar. Die Gussqualität der einzelnen Teile ist sehr gut, es gibt kaum Grat oder Fischhäute. Auswerferspuren im sichbaren Bereich finden sich lediglich an den beiden Pilotensitzen.

ICM - Bücker Bü 131D

ICM - Bücker Bü 131D

Bleiben wir doch gleich im Cockpit. ICM hat die Gitterrohrrahmen sehr schön nachgebildet. Die Unterseite, also der Teil, wo normalerweise der Cockpitboden wäre, wird auf der unteren Tragfläche aufgebaut. Der Rest wird an die Seitenwände des Rumpfes angebracht Das Cockpit ist erst komplett, nachdem der Rumpf zusammengeklebt und mit den Tragflächen verbunden wird. Man muss etwaige zusätzliche Details also vorher einplanen. Dazu zählen neben einigen Leitungen auch diverse Gestänge und Seilzüge. 

Die beiden Instrumentenbretter sind aus klarem Kunststoff gefertigt und können selbst bemalt oder alternativ mit Decals belegt werden. Wer das Material als "Uhrenglas" benutzen möchte, sollte die Teile aber zuvor wesentlich dünner schleifen und die Decals dann von hinten aufkleben, ggf. auf einem passend zurechtgeschnittenem Stück Plastiksheet. Für das Gurtzeug muss man sich was überlegen, da im Bausatz keines vorhanden ist. Der eine oder andere Zubehörhertseller wird sicherlich bald entsprechende Zurüstsets anbieten.    

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Bücker Bü 131D

 

ICM hat auch den kleinen Hirth HM504 Motor sehr schön im Modell nachgebildet. Da auch einige Leitungen und die Aufhängung vorhanden sind, bietet es sich natürlich an, diesen auch am Modell geöffnet darzustellen. Die einzelnen Teile der Motorhaube sind ja schon separat ausgeführt, so dass dies problemlos möglich ist. Bei der Motorhaube dürften dann auch die Änderungen zur B-Version liegen, diese Teile sind an einem separaten Rahmen integriert.

Die Steuerflächen sind alle separat ausgeführt, so dass man hier nach Belieben etwas "Leben" in das Modell bringen kann. Die Stoffbespannung ist sehr überzeugend wiedergegeben, sowohl am Rumpf als auch an den Flächen. Weniger überzeugend ist dagegen die Reißverschlussklappe am Rumpfheck, hier sollte man sich was überlegen. ICM hat hier einfache gerade parallele Linien gemacht, die nicht wirklich nach Reißverschluss aussehen. Einige Details kann man im Außenbereich sowieso noch ergänzen, wie. z.B die Anlenkungen und Steuerseile der ganzen Ruder. 

Die Räder sind vertikal geteilt und weisen ein vorbildgerechtes Rillenprofil auf, allerdings sind sie nicht abgeflacht. Den kleinen Seilzug für die Radbremsen sollte man noch ergänzen und die Manschette am unteren Ende des Federbeins noch etwas besser herausarbeiten. 

Bücker Bü 131DBücker Bü 131DBücker Bü 131DBücker Bü 131DBücker Bü 131DAn dem kleinen Hebel auf der Felgenrückseite wird das Bremsseil eingehängtBücker Bü 131D
Bücker Bü 131DWeitere MotorenteileDie Sitze weisen einen unschönen Auswerferpin auf, Sitzgurte Fehlanzeige!Bodenstruktur des CockpitsGitterrohrrahmen des Cockpits (oben), Fahrwerksstreben (unten)Gitterrohrrahmen des Cockpits (links), Verbindungsstreben Oberflügel/Rumpf (rechts)Schön gemachter Hirth Motor

Bücker Bü 131D

 

Der Decalbogen ist wieder sehr gut gemacht und man hat die Auswahl zwischen 3+1 verschiedenen Maschinen. Die erste Option, die KG+GB mit der Werksnummer 1683, wie sie auch das Deckelbild ziert, ist doppelt enthalten. Einmal in Wintertarnung mit dem "Lilli Marleen" Schriftzug am Rumpf und einmal als schnöde einfache Einsatzmaschine der 2./JG54 in Russland 1942. Die "Lilli Marleen" wird in der Ausgabe 10 der "Luftwaffe im Focus" Reihe aus dem Jahre 2006 etwas näher beschrieben. Das Staffelwappen (Decal 32) kann man an der Maschine anbringen, auch wenn die Anleitung etwas anderes sagt. Den Wechsel von Wintertarnung auf das Dunkelgrün kann ich aber nicht bestätigen, vielleicht wollte ICM auch einfach eine der anderen JG54 Maschinen darstellen. Die beiden anderen Maschinen sind in RLM02 lackiert, es handelt sich um die SA+ZV der III./NJG 1 aus dem Jahre 1943 und die TA+AH der Fliegerschule in Bad Aibling von 1944. Von der TA+AH existiert ein Foto im Flugzeugprofil über die Bücker 131.

Der farbige Bauplan ist wie gewohnt recht übersichtlich und mit Farbangaben für die Revell und Tamiya Palette versehen. Lediglich bei der Verspannung hätte es etwas mehr sein dürfen. Aber es existieren ja massig Fotos der Bü 131, so dass man auch diese Herausforderung meistern kann. Beim Verspannungsdraht handelt es sich um sog. Profildraht, d.h die Ansätze sind rund und der Draht ist anschließend flach. Eduard oder RB Productions z.B. haben da was Passendes im Angebot

Die MotorenaufhängungBücker Bü 131DBücker Bü 131DMotorhaubenteileBücker Bü 131DBücker Bü 131DDie Reißverschlussklappe sollte man überarbeiten.
Sämtliche Ruder sind separat ausgeführtBücker Bü 131DRechts im Bild das stoffverkleidete FahrwerksbeinBücker Bü 131DBücker Bü 131D

Die Motorenaufhängung

Die Motorenaufhängung 

Darstellbare Maschinen:
  1. Bücker Bü 131D, KG+GB, 2./JG 54, Russland, März 1942
  2. Bücker Bü 131D, KG+GB, 2./JG 54, Russland, Sommer 1942
  3. Bücker Bü 131D, SA+ZV, 3./NJG 1, Deutschland, 1943
  4. Bücker Bü 131D, TA+AH, Jagdfliegerschule Bad Aibling 1944
Stärken:
  • Einfacher Aufbau mit gerade einmal 92 Einzelteilen
  • Ordentliche Detaillierung
  • Inklusive Motornachbildung
  • Qualitativ hochwertiger Decalbogen
  • Sehr gute und stabile Verpackung
Schwächen:
  • Keine Sitzgurte
  • Keine Figuren

Fazit:

Ein nicht allzu aufwändiger, ordentlich detaillierter Bausatz dieses bedeutenden Trainingsflugzeuges.

Weitere Infos:

Anmerkungen: Der Deutschlandvertrieb läuft derzeit über Glow2b. Wenn ihr euch den Bausatz auf der ICM Homepage noch einmal anschauen wollt so könnt ihr das hier tun.

Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 24. März 2018

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