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SMS Markgraf

(ICM - Nr. S017)

ICM - SMS Markgraf

Produktinfo:

Hersteller:ICM
Sparte:Schiffe Militär Militär bis 1939
Katalog Nummer:S017 - SMS Markgraf
Maßstab:1:700
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:Februar 2018
Preis:ca. 26 €
Inhalt:
  • 5 Teilerahmen
  • 4 einzelne Teile (Rumpf, Wasserlinienplatte, Decksteile)
  • Decalbogen
  • Bauplan mit farbigen Abbildungen

Besprechung:

ICM - SMS Markgraf

Das Schlachtschiff SMS Markgraf war das dritte Großlinienschiff der König-Klasse für die kaiserliche Marine. Benannt nach dem badischen Herrscherhaus lief das Schiff am 4. Juni 1913 bei der A.G. Weser in Bremen vom Stapel und wurde am 1. Oktober 1914 in Dienst gestellt. Die Schiffe der König-Klasse zeigten zwei wesentliche Fortschritte gegenüber den bisher für die kaiserliche Marine gebauten Großkampfschiffen. Erstmals erhielten drei der fünfzehn Kessel reine Ölbefeuerung und bei der Anordnung der Hauptartillerie, bei der man von den üblichen Flügeltürmen abwich, wurden alle fünf Türme in einer Symmetrieebene angeordnet.

In der Schlacht am Skagerrak vom 31. Mai bis zum 1. Juni 1916 gehörte das Schiff zur 5. Division des III.Geschwaders unter dem Kommando von Konteradmiral Paul Behncke. Die 5. Division, die an der Spitze der deutsche Flotte fuhr, war, mit Ausnahme der Schlachtkreuzer, dem feindlichen Feuer am stärksten ausgesetzt. Markgraf fuhr an dritter Stelle der Schlachtlinie und erhielt fünf Treffer, die elf Mann der Besatzung töteten. Nach dem Gefecht wurde sie bei der A.G. Vulcan in Hamburg repariert und war am 20. Juli 1916 wieder einsatzklar.

ICM - SMS Markgraf

Im Oktober 1917 wurde die Markgraf mit den anderen Schiffen der König-Klasse im Baltikum gegen die russische Ostseeflotte eingesetzt. Bei der Schlacht im Moon-Sund war die Markgraf nicht dabei. Auf der Rückfahrt erhielt sie am 29. Oktober 1917 zwei Minentreffer und wurde daraufhin vom 6. bis zum 23. November in der Kaiserlichen Werft in Wilhelmshaven repariert. Die restliche Zeit des Ersten Weltkrieges lag die Markgraf zusammen mit den meisten anderen Großkampfschiffe der Hochseeflotte in Wilhelmshaven. 1918 nahm sie am letzten Vorstoß der Hochseeflotte gegen das norwegische Utsire teil. Am 30. Oktober 1918 gehörte sie zu den Schiffen, die am Kieler Matrosenaufstand beteiligt waren. Die Markgraf wurde nach dem Ersten Weltkrieg zusammen mit anderen Schiffen der Kaiserlichen Marine nach Großbritannien überführt und in Scapa Flow interniert.

Als feststand, dass die Siegermächte die beschlagnahmten Schiffe nicht wieder herausgeben würden, befahl Konteradmiral Ludwig von Reuter am Morgen des 21. Juni 1919 die Selbstversenkung der Hochseeflotte. Als letztes der deutschen Großkampfschiffe sank SMS Markgraf erst gegen 17:00 Uhr. Deswegen wurde sie das Ziel der überraschten und nun überstürzt reagierenden Briten, die ohne Befehl des kommandierenden Admirals auf die unbewaffneten Deutschen schossen und damit versuchten, die Besatzung der Markgraf an der Versenkung zu hindern. Der Kommandant, Korvettenkapitän Walter Schumann und Oberbootsmannsmaat Hermann Dittmann, fielen durch den Beschuss. Beide wurden auf dem Royal Naval Cementery von Lyness beigesetzt. Das Wrack der SMS Markgraf liegt vor der Insel Cava in 47 m Tiefe kieloben und wurde nach 1962 teilweise verschrottet.

ICM - SMS Markgraf

Das Modell der SMS Markgraf ist das vierte (und letzte) der Großlinienschiffe der König-Klasse, das ICM herausbringt. Der Kartondeckel zeigt das Schiff im Gefecht während der Skagerrakschlacht, was uns auch gleich zum Inhalt der Schachtel führt. Wie bei den Vorgängermodellen SMS König und Großer Kurfürst ist es auch bei Markgraf möglich, das Schiff in der Skagerrak-Variante mit Pfahlmast und 8,8cm Kasematten (wie auf dem Deckel abgebildet), oder nach der Umbauphase mit Röhrenmast, überarbeitetem achterem Schornstein und zugenieteten 8,8 cm Kasematten darzustellen. Alle Teile dafür sind im Bausatz enthalten, allerdings geht der Bauplan nur auf die frühe Variante ein. Der Bausatz wird in einer stabilen Pappschachtel geliefert. Alle Teile befinden sich nochmals verpackt in einer großen Plastiktüte.

ICM - SMS Markgraf

ICM - SMS Markgraf

Die Teile A und A1 sind das Unterwasserschiff bzw. die Wasserlinienplatte in rotem Plastik. Der Gussast B enthält die Geschütze und Beiboote und ist zweimal vorhanden.

Am Gussast C finden sich die Rumpfhälften, Kasemattdeckhälften, alle Aufbauten, Schornsteine und die Teile für die -nach 1917 Version.

Die Teile D und D1 sind die detaillierten Decks, zu denen am Ende noch etwas zu sagen ist.

Gussast E beinhaltet den in schwarzem Plastik gespritzten Ständer für das Vollrumpfmodell.

Am Gussast F finden sich zwei Wellentunnel in rotem Plastik, die auch am Gussast C (hier allerdings in Grau) zu finden sind. Alle Teile für die Darstellung der Skagerrak-Variante befinden sich am Gussast G.

Ein kleiner Decalbogen mit den Fliegersichtzeichen und der Reichskriegsflagge ist ebenfalls vorhanden. Die Decals sind sauber und versatzfrei gedruckt.

ICM - SMS Markgraf

ICM - SMS Markgraf

ICM - SMS Markgraf

Der 20seitige Bauplan enthält einen kurzen historischen Abriss über das Schiff, technische Daten und Farbangaben für Tamiya- und Revellfarben. Auf den folgenden 16 Seiten wird gezeigt, wie der Zusammenbau des Modells erfolgreich gemeistert wird. Auf der letzten Seite finden sich farbige Ansichten von Steuerbord und aus der Vogelperspektive. 

ICM - SMS Markgraf

ICM - SMS Markgraf

ICM - SMS Markgraf

Alles in allem bieten die Modelle der König-Klasse von ICM in Ausführung und Detaillierung dem an dieser Epoche interessierten Modellbauer die Möglichkeit, je nach den individuellen modellbauerischen Fähigkeiten sehr schöne Repliken dieser mächtigen Schlachtschiffe zu erstellen. Leider sind Modelle der kaiserlichen Marine in Plastikspritzguss immer noch eine Seltenheit auf dem Markt, umso mehr gebührt ICM hier ein großes Danke!

Leider finden sich bei aller Begeisterung zwei gravierende Fehler, die nur mit größerem Aufwand zu beseitigen sind! Der erste Kritikpunkt sind die auf dem Oberdeck verlegten Schienen für die Beiboottransportwagen. Sie sind zweigleisig und erhaben ausgeführt, waren jedoch eingleisig und versenkt! Somit sind auch die Transportwagen falsch. Beides ist nur mit erheblichem Aufwand zu korrigieren.

Zweiter Kritikpunkt sind die Decks bei den 15 cm Kasematten. Beim Original waren sie beplankt, am Modell sind sie einfach nur plan. Der Eindruck entsteht, es handele sich hier um Stahldecks, was aber, wie gesagt nicht stimmt. An diesen Stellen zu gravieren dürfte ein äußerst unangenehmes Stück Arbeit werden!

Seltsamerweise ist es aber auch keinem der Hersteller für Holzdeckfurnier aufgefallen, das hier etwas nicht stimmt. Sowohl bei Artwox als auch bei FlyHawk sind keine Holzteile für diesen Bereich vorgesehen und auch die Schienen sind zweigleisig. Einzig die chinesische Firma Ship Yard Works hat Holzdecks mit den richtigen Kasemattendecks herausgebracht, aber leider auch mit zweigleisigen Transportschienen.

Der Modellbauer muss nun für sich selbst entscheiden, ob er mit diesen Fehlern leben kann, oder ob er sich zu einem Umbau entscheidet.

ICM - SMS Markgraf

Anwendung: Die Modelle sind sowohl für Anfänger als auch für den fortgeschrittenen Modellbauer geeignet.

Fazit:

Unabhängig von den beiden oben erwähnten Fehlern sind die Modelle der König-Klasse, und die SMS Markgraf macht da keine Ausnahme, aus meiner Sicht zu empfehlen!

Weitere Infos:

Anmerkungen: Der Deutschlandvertrieb läuft derzeit über Glow2b. Wenn ihr euch den Bausatz auf der ICM Homepage noch einmal anschauen wollt, so könnt ihr das hier tun.

Diese Besprechung stammt von Thomas Schmidt - 14. April 2018

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