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Typhoon Mk.Ib

(Eduard - Nr. 11117)

Eduard - Typhoon Mk.Ib

Produktinfo:

Hersteller:Eduard
Sparte:Flugzeuge Militär WK2
Katalog Nummer:11117 - Typhoon Mk.Ib
Maßstab:1:48
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:Juli 2018
Preis:ca. 35 €
Inhalt:
  • 12 graue Spritzlinge
  • 2 Klarsichtteilspritzlinge
  • 2 Ätzteilplatinen, davon eine farbig bedruckt
  • Polycaps
  • 13 Resinteile
  • 1 Decalbogen
  • vorgestanzte Maskierfolie
  • farbige Bauanleitung

Besprechung:

Die Hawker Typhoon

Ursprünglich als Nachfolger der Hawker Hurricane gedacht, wurde die Typhoon ab 1937 entwickelt. Der Erstflug des Prototypen fand am 24. Februar 1940 statt, die erste Serienmaschine hob am 27. Mai 1941 vom Boden ab. Die Leistungen als Jagdflugzeug ließen jedoch zu wünschen übrig und Schwächen in der Konstruktion - das Heck brach bei mehreren Maschin ab - führten dazu, dass der Typ vom Dienst zurückgezogen werden sollte. Aufgrund seiner schwachen Steigrate und der mäßigen Manövrierfähigkeit in großen Höhen wurde die Typhoon vermehrt in niedrigen Höhen eingesetzt. Nicht zuletzt bei der Invasion in der Normandie wurde sie zum Schrecken der Bodentruppen. Hier konnte sie ihre starke Bewaffnung wirkungsvoll einsetzen.

Bei den ersten Maschinen war die Kanzel noch mit der sogenannten Autotür ausgestattet, später wurde diese durch eine Klarsichtschiebekanzel ersetzt. Diese bot eine wesentlich bessere Rundumsicht. Die erste Produktionsvariante mit zwölf Maschinengewehren in den Tragflächen wurde als Typhoon Mk.1A bezeichnet. Die Hauptproduktionsvariante war aber die Mk.1B mit vier 20mm-Kanonen in den Tragflächen. Später kamen dazu noch Aufhängungen für Bomben und für ungelenkte Raketen und die Maschinen wurden mit einem Vierblatt-Propeller ausgerüstet.

Der Bausatz

Auf der Basis der Spritzlinge von Hasegawa bringt Eduard die Typhoon Mk.1B erneut in den Handel. Dieser Kit stammt aus dem Jahr 1999 und war der Start einer hervorragend gemachten Bausatzreihe, mit der uns Hasegawa inzwischen schon mehrere Varianten dieses bekannten Typs beschert hat. Eduard hat den Bausatz um Ätzteile, Resinteile, einen Bogen mit vorgestanzten Abdeckmasken und neue Decals ergänzt und als Limited Edition aufgelegt. Letztes Jahr gab es unter dem Namen Tiffy die frühen Maschinen zu bauen, mit diesem Bausatz kann man mehrere späte Typhoons darstellen.

Im randvollen Karton liegen sauber verpackt zwölf graue und zwei Klarsichtteilspritzlinge, zwei Ätzteilplatinen, Polycaps und ein Decalbogen. Dazu kommen noch dreizehn Resinteile und die farbige Bauanleitung.

Der Inhalt des Bausatzes (Foto: Eduard)
Der Inhalt des Bausatzes (Foto: Eduard)

Die Qualität der Einzelteile sowie die modellbautechnische Ausformung der Hasegawa-Teile überzeugen vollständig. Feine Oberflächengravuren und eine hervorragende Detaillierung zeichnen den Bausatz aus. Das Cockpit ist bereits sehr schön detailliert und kann noch mit Ätzteilen aufgewertet werden. Ohne großen Aufwand kann es geöffnet dargestellt werden. Zur Bewaffnung der Maschinen gibt es die Auswahl zwischen Bomben und ungelenkten Raketen unter den Tragflächen. Man kann sie aber auch nur mit der Kanonenbewaffnung darstellen. Leider sind alle Steuerflächen an den Tragflächen und am Seitenruder bereits angegossen, so dass zur ausgelenkten Darstellung ein bisschen Umbauarbeit notwendig ist. Die Höhenruder sind als Resinteile beigelegt und können in jeder beliebigen Position montiert werden. Die Passgenauigkeit ist sehr gut, lediglich bei den Rumpfeinsätzen um das Cockpit muss man sehr genau arbeiten und etwas spachteln. Grat und störende Auswerfermarken sind nicht zu finden.

Die einzelnen Spritzlinge

Linke Rumpfseite, Fahrwerksklappen und Kühler Rechte Rumpfseite, Fahrwerksklappen, Spornrad und Kühler Tragflächen und RumpfteileDie Raketenbewaffnung samt StartschienenCockpitteile, Kanonen, Räder und Höhenruder Kanonen, Räder, Auspuffstutzen und Höhenruder Dreiblatt-Propeller und Cockpitteile

Linke Rumpfseite, Fahrwerksklappen und Kühler

Linke Rumpfseite, Fahrwerksklappen und Kühler  

Die gute Qualität setzt sich bei den Klarsichtteilen fort. Sauber in der Ausführung und sehr klar und dementsprechend dünn sind die Teile ausgeführt. Dazu befinden sich an dem Spritzling noch das Visier, die Positionslichter und die Scheinwerfergläser. Die Scheinwerfer müssen jedoch verspachtelt werden, da die späten Typhoons diese nicht mehr hatten.

Die Klarsichtteile und die Polycaps
Die Klarsichtteile und die Polycaps

Detailaufnahmen

Die HauptfahrwerksschächteCockpitteileRäder und AuspuffstutzenFahrwerksklappe und Kühlerverschiedene KanonenausführungenDas Rumpfheck mit den VerstärkungsplattenTeile für das Cockpit

Die Hauptfahrwerksschächte

Die Hauptfahrwerksschächte 

Die Fotoätzteile

Dem Bausatz liegen zwei Platinen mit Fotoätzteilen bei, eine davon ist bereits farbig bedruckt. Die Teile der farbigen Platine sind zur Aufwertung des Instrumentenbrettes gedacht und beinhalten auch die Gurte für den Pilotensitz. Mit den Teilen der zweiten Platine kann man vor allem den Rohrrahmen des Cockpits ergänzen. Außerdem könnte man damit den Pilotensitz komplett neu bauen. Er ist von der Detailtiefe natürlich wesentlich besser als der Sitz aus dem Bausatz, allerdings sollte man dafür doch einige Übung im Biegen von Ätzteilen haben. Weitere Teile sind unter anderem für den markanten Kühler, den Steuerknüppel und den Schiebemechanismus der Cockpithaube gedacht.

Die beiden Platinen mit den Fotoätzteilen
Die beiden Platinen mit den Fotoätzteilen

Die Resinteile

Dem Bausatz liegen dreizehn Resinteile bei, mit denen man die entsprechenden Bausatzteile ersetzen kann. Dabei handelt es sich um die vier Propellerblätter samt Nabe, Spinner und Montierhilfe. Dazu gibt es noch die separat gefertigten Höhenruder, die jeweils zweiteilig ausgeführt sind. Für die Montage des Propellers sollte man sich Zeit lassen, Verklebungen mit Sekundenkleber lassen sich nur mehr schwer korrigieren. Die Montagehilfe leistet hier sicher wertvolle Dienste.

Die dreizehn Resinteile des Bausatzes
Die dreizehn Resinteile des Bausatzes

Bauanleitung, Bemalung und Markierung

Die in der typischen Eduard-Qualität gehaltene Bauanleitung im A4-Format zeigt auf 15 Seiten in übersichtlicher Art den Zusammenbau des Modells. Sie ist wie gewohnt komplett in Farbe gehalten. Hinweise zur alternativen Verwendung von Bauteilen finden sich ebenso wie die erforderlichen Farbangaben. Diese beziehen sich auf die Farbpaletten GSi Creos (Gunze) Mr.Color und Aqueous Color.

Eduard - Typhoon Mk.Ib

Der von Cartograf hervorragend gedruckte Decalbogen lässt die Darstellung von sechs verschiedenen Maschinen zu. Alle tragen die übliche Tarnung in Grau-Grün an den Oberseiten und Grau an der Unterseite. Für die Instrumentierung des Cockpits liegen Decals bei, die man verwenden kann, wenn man die Ätzteile nicht verwenden oder die Teile nicht selber bemalen möchte. Alle Stencils für das Flugzeug sind vorhanden. Hierfür gibts eine eigene Seite in der Bauanleitung. Für die Außenlasten und besonders für die Raketen gibts leider keine Decals.

Die Markierungsvarianten sind der späten Einsatzzeit der Typhoon entnommen und decken die Jahre 1944 und 1945 ab. Einige Maschinen tragen weiß-schwarze Erkennungsstreifen an den Tragflächenunterseiten und um den Rumpf, da der Typ damals häufig mit der deutschen Fw-190 verwechselt wurde. Diese Streifen müssen lackiert werden.

Die sechs darstellbaren Maschinen
Die sechs darstellbaren Maschinen

Darstellbare Maschinen:
  • MN529, geflogen von F/O Ian Handyside, No. 184 Squadron, No. 129 Wing, RAF Westhampnett, Juni 1944
  • MN819, geflogen von S/Ldr Jack Collins DFC, No. 245 (North Rhodesian) Squadron, No. 121 Wing, RAF Holmsley South, Juni 1944
  • RB431, geflogen von W/Cdr John ‘Zipp' Button DSO, DFC, No. 123 Wing, B.103 Plantlünne, Deutschland, April 1945
  • RB207, geflogen von F/O Bill Beatty, No. 438 (RCAF) Squadron, No. 143 (RCAF) Wing, B.150 Hustedt, Deutschland, Mai 1945
  • MP197, No. 245 (North Rhodesian) Squadron, No. 121 Wing, B.164 Schleswig, Deutschland, Juni 1945
  • SW399, geflogen von F/O Ronald Sweeting DFC, No. 175 Squadron, No. 121 Wing, B.164 Schleswig, Deutschland, Juli 1945
Stärken:
  • hervorragende Detaillierung
  • übersichtliche Bauanleitung
  • farbige Ätzteile fürs Cockpit
  • sauber gedruckte Decals
Schwächen:
  • keine ersichtlichen

Fazit:

Hervorragender Bausatz der Typhoon Mk.1B, der jedem Interessierten nur empfohlen werden kann. Aufgrund der Ätz- und Resinteile kann etwas Modellbauerfahrung nicht schaden. Dafür wird man aber mit einer sehr realistischen Replik des Originals belohnt. Sehr empfehlenswert!

Weitere Infos:

Anmerkungen:

Den Bausatz auf der Homepage von Eduard sowie die zugehörige Anleitung erreicht ihr über folgende Links:

Diese Besprechung stammt von Herbert Engelhard - 14. August 2018

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