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Deutsches U-Boot Typ VII/D

(Revell - Nr. 05009)

Revell - Deutsches U-Boot Typ VII/D

Produktinfo:

Hersteller:Revell
Sparte:Schiffe Militär WK2
Katalog Nummer:05009 - Deutsches U-Boot Typ VII/D
Maßstab:1:144
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Preis:ca. 16 €
Inhalt:82 Teile in dunkelgrauem Polystryol, eine 16 seitige Bauanleitung in DIN A4, 1 Decalblatt

Besprechung:

Geschichte

Eine der wichtigsten Waffen der Seekriegsführung war die Mine. Um diese Waffe dicht an die Schifffahrtswege der Gegner zu bringen, nutzte die Deutsche Kriegsmarine besonders U-Boote. Verwendet wurden dazu, außer den Kampfboottypen II, VII und IX, die größten deutschen U-Boote, die speziellen Minenleger des Typs XB, die mit ihrer Größe von 1760 tons besonders für Fernunternehmen konzipiert worden waren. Wahrend die kleineren Bootstypen nur solche Minen transportieren konnten, die durch die Torpedorohre passten, konnten die Boote vom Typ XB als einzige Ankertauminen vom Typ SMA transportieren. Aufgrund ihrer Schwerfalligkeit und der Ausrüstung mit nur zwei Hecktorpedorohren hatten sie keinen großen Kampfwert und nur acht Boote dieses Typs wurden gebaut. Um weitere Transportkapazitat für SMA Minen zu bekommen, lag es nahe, den erfolgreichen Typ VII zu einem Minenleger umzubauen, ohne die positiven Eigenschaften des Grundentwurfs zu verlieren. Um dies zu erreichen, wurde eine zusatzliche Rumpfsektion von 9,80 m Länge hinter dem Turm eingefügt, wodurch sich die Gesamtlänge auf 76,9 m vergrößerte. In dieser Sektion befanden sich fünf vertikal angeordnete Silos, die je 3 Minen aufnehmen konnten. Die Rohre waren nicht Teil des Druckkörpers, sondern ständig bewässert. Nach dem Scharfstellen wurden die Minen nach unten in eine Tiefe von bis zu 250 m aus den Rohren entlassen.

Die sechs Boote des nun VII D genannten Typs U-213 U-218 wurden bei der Kieler Germania-Werft gebaut und zwischen dem 30.08.1941 und dem 31.01.1942 in Dienst gestellt. Ihre Verdrängung betrug aufgetaucht 965 t und 1080 t im getauchten Zustand. Die Verlängerung bewirkte auch eine Vergrößerung des Treibstoffvorrats. Dadurch vergrößerte sich die max. Fahrtstrecke von 8550 sm bei 10 kn (Typ VII C, aufgetaucht) auf 11200 sm bei 10 kn. Die leicht verringerte Höchstgeschwindigkeit fiel dabei nicht weiter ins Gewicht. Da die Boote ansonsten einem Typ VII C entsprachen, konnten sie anders als die großen Minenleger auch in die" Atlantikschlacht" geworfen werden und tatsächlich wurden auf insgesamt 31 Feindfahrten, die von Typ VII D Booten durchgeführt wurden, nur 9 Minenunternehmungen durchgeführt. Einem von U-218 am 18.08.1944 vor Lizzard Head gelegten Minenteppich fiel noch am 10.07.1945 der britische Fischtrawler" Kned " zum Opfer.

Die ab 1943 völlig veränderte Kriegssituation machte den Umbau aller deutschen Kampfboote notwendig. So wurden auch die verbliebenen Typ VII D von ihren unnütz gewordenen 8,8 cm Geschützen befreit und erhielten verstärkte Flak-Bewaffnung. Sogar eine zweite Flak-Plattform wurde nachgerüstet, welche die ersten zwei Minensilos abdeckte. Später wurde zumindest U-218 auch noch mit einem Schnorchel nachgerüstet.

Auf das Konto der sechs Boote gehen 10 Schiffe mit zusammen 42.622 tons. Desweiteren konnten Schiffe mit zusammen 37.597 tons beschädigt werden. Eine unbekannte Zahl an Seeleuten fand dabei den Tod. Dem gegenüber stehen fünf versenkte VII D U-Boote (Totalverluste) mit zusammen 241 gefallenen U-Bootfahrern. Nur U-218 überlebte den Krieg und lief am 08.05.1945 in Bergen/Norwegen ein. Das Boot sank letztlich im Rahmen der" Operation Deadlight" am 04.12.45 im Schlepp der "HMS Southdown".

Revell - Deutsches U-Boot Typ VII/D

Das Modell:

War das U212A in 1:144 schon grandios, steht der Minenleger diesem in nichts nach. Sauberer Guss, kein Formenversatz, keine Gratbildung, dünne Angüsse. Was will der Modellbauer mehr. Man könnte meinen, bei der Detaillierung handele es sich um ein 72er Modell, das hier aber Pate stand und entsprechend runterskaliert wurde. Dennoch ist Einiges anders geworden. So sind zum Beispiel im Bugbereich die beim 72er Modell einzeln vorhandenen Torpedorohrmündungsklappen direkt mit anmodelliert.

Revell - Deutsches U-Boot Typ VII/D

Alle Flutschlitze sind sauber modelliert, die Blechstöße sind erhaben dargestellt, wie beim Original.

Revell - Deutsches U-Boot Typ VII/D

Genauso der Heckbereich. Über den gesamten Rumpf verteilt sind feine Nietenandeutungen.

Das angedeutet Hecktorpedorohr ist wie beim 72er Modell durch ein gewölbtes Teil angedeutet, mit verschlossener Darstellung. Dieses Teil passt übrigens wesentlich besser als beim U-Boot VII/C im Maßstab 1:72.

Die Passgenauigkeit der drei Decksteile ist hervorrangend und passt sich in die beiden Rumpfschalen, die mit 2 Aussteifungsschotts versehen sind, beinahe nahtlos ein.

Revell - Deutsches U-Boot Typ VII/D

Auch alle Kleinteile können überzeugen. Entsprechende Ungenauigkeiten findet man nicht.

Revell - Deutsches U-Boot Typ VII/D

Hier schön zu sehen ist das mittlere Decksteil, das gemäß Bauanleitung zuerst eingesetzt wird. Die Schlitzstruktur ist präzise wiedergegeben. Eine Location weist den Modellbauer auf die korrekte Plazierung des Turmes sowie des Teiles für die Minensilos hin. Vor dem Turm befindet sich der Sockel für das 8,8 cm Geschütz.

Revell - Deutsches U-Boot Typ VII/D

Hier sieht man das Teil für die obere Minensiloabdeckung. Beachte die versenkte Struktur der Öffnungsdarstellung.

Revell - Deutsches U-Boot Typ VII/D

Das vordere Decksteil und Teile der Lafette für das Geschütz. Das komplette Geschütz kommt maßstabsbedingt ohne Schwenkgriffe wie beim großen Bruder vorhanden. Hier hat der Modellbauer Spielraum für eigene Kreativität.

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Teile des Turms. Beachte die feinen Relings für den Wintergarten sowie die am Rumpf neben dem Turm.

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Hier die beiden unteren Halbschalen für den Turm. Auch hier ist wieder eine feine Nietenstruktur aufgebracht. Rechts finden wir das Rohr für das 8,8 cm Geschütz.

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Der hintere Decksbereich. Die gleiche schöne versenkte Struktur für die Decksschlitze.

Revell - Deutsches U-Boot Typ VII/D

Weitere Teile wie Tiefenruder, Schraubenwellen, Schauben, Sehrohrer, wobei das Periskop beweglich dargestellt werden kann. Auch der obligatorische Ständer fehlt nicht.

Revell - Deutsches U-Boot Typ VII/D

Das Decalblatt beherbergt Markierungen für alle 6 Boote zuzüglich den Markierungen für den Turm vor der Indienststellung. Sehr schön übrigens, dass die Flagge als Decal beliegt und nicht auf Papier gedruckt wurde.

Revell - Deutsches U-Boot Typ VII/D

Der Bauplan gliedert sich in 39 Baustufen, von denen die letzten sechs für die Bemalungsanweisung aller sechs Boote reserviert sind. Bei der Farbangabe gehe ich nicht ganz konform mit der Angabe Revell 77 für das Unterwasserschiff, was mir etwas zu grünstichig ist, sowie die Farbangabe Silber Revell 90 für Teile des Tarnschemas von U-217, was von mir noch entsprechend recherchiert wird. Außerdem gibt es in der Bauanleitung optionale Baustufen (17 + 18), die keinem Boot zugewiesen sind. Auch würde ich bei der Antennenverspannung in Baustufe 32 nicht unbedingt einen Faden verwenden, der wohl faserig und dick aufträgt, sondern vielleicht dünnen Draht oder dünn gezogenen Gussast. Auf die Lage der einfachen Isolationsblöcke und dem Gespreizten vor dem Turm wird nicht eingegangen. Das sollte der Modellbauer, wenn er die Antennen darstellt, selbst herstellen.

Ansonsten ist die Bauanleitung übersichtlich und weist den Modellbauer sicher zum Ziel.

U213 + U214
U213 + U214

U217 + U218
U217 + U218

U215 + U216
U215 + U216

Darstellbare Einheiten:
  • U213
  • U214
  • U215
  • U216
  • U217
  • U218
Stärken: Sehr detaillierte Teile, sehr gute Bauanleitung, Markierungen und Bemalungsanweisung für alle 6 Boote.
Schwächen: Fehlende Isolationsblöcke, Antennenverspannung ohne Y-Spreizte schwierig.
Anwendung:

Fazit:

Sehr gute Idee, das U-Boot VIID im U-Boot Maßstab 1:144 herauszubringen. Der sehr detaillierte Bausatz bringt sehr viel Modellbauspaß für kleines Geld. Das in der Bauanleitung in der Bauteileübersicht gezeigte, aber im Lieferumfang nicht vorhandene Teil für das mittlere Deck eines VII/C Bootes, lässt vermuten, dass es in Kürze auch noch ein VII/C Boot in diesem Maßstab geben könnte.

Diese Besprechung stammt von Martin Kohring - 17. Mai 2006

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