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Heinkel He 177 A-6 "GREIF" & HS 293

(Revell - Nr. 04306)

Revell - Heinkel He 177 A-6

Produktinfo:

Hersteller:Revell
Sparte:Flugzeuge Militär WK2
Katalog Nummer:04306 - Heinkel He 177 A-6 "GREIF" & HS 293
Maßstab:1:72
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Preis:ca. 15 €
Inhalt:
  • 9 graue und 2 klare Gußäste mit 199 Teilen
  • Decals

Besprechung:

Geschichte

Die Heinkel He 177 war ein viermotoriger Bomber, der ab 1942 zum Einsatz kam und wurde durch 4 Daimler-Benz Motoren angetrieben, die paarweise gekoppelt auf zwei Propeller wirkten. Diese eher ungewöhnliche Lösung stammt u.a. aus der Forderung zur Sturzkampftauglichkeit der Maschine und erwies sich als nicht ganz unproblematisch. Triebswerkbrände und Abstürze führten zu Spitznamen wie "Reichsfackel" und "Reichsfeuerzeug".

Trotz dieser eher zweifelhaften "Erfolgs"geschichte hat Revell vor einigen Jahren in eine neue Form dieses Musters investiert und liefert nach der A5 nun die A6 Variante aus, die sich am Original durch erhöhte Zuladung und verbesserte Defensivbewaffnung auszeichnete.

Rumpf

Beim Auspacken fällt der Blick unter anderem als erstes auf den Rumpf, der von feinen? Gravuren.... der von versenkten Gravuren geprägt ist. Gerade im Bereich der Cockpitsektion scheinen mir diese doch sehr prominent auf der Oberfläche, fein ist meiner Meinung nach etwas anderes. Zumindest bei diesem Modell erscheinen mir die Gravuren doch sehr breit und tief. Trotzdem kann die Gußqualität gerade bei der Größe der Einzelteile überzeugen, keine Sinkstellen und kein Verzug ist feststellbar, die Qualitätskontrolle hat im Vergleich mit anderen Bausätzen dieser Größe hier eindeutig saubere Arbeit geleistet. Lediglich an den Fahrwerksbeinen und den (nicht benötigten) Bomben finden sich leichte Gußhäute.

Beim Studium des Bauplans fallen bei den Baustufen des Rumpfes ein paar interessante Dinge auf. So wird in Baustufe 16 auf die Montage eines zusätzlichen MG Turms im Mittelteil des Rumpfes hingewiesen, für welche Version bzw. in welchem Zeitraum dieser an den Maschinen montiert war, geht jedoch leider nicht aus dem Bauplan hervor.

Etwas später in Baustufe 22 soll die Cockpitrückwand mittels einer Pinzette in die verklebten Rumpfhälften gefädelt werden. Da diese jedoch erst im vorherigen Bauschritt verklebt wurden und danach keine Teile mehr in diesem Bereich zu montieren sind, erschließt sich mir dieses Manöver auch nicht wirklich. 

Die Installation der Hecklafette erfordert die Entfernung eines ca. 2cm langen Rumpfstückes hinter dem Seitenleitwerk und das Zurechtfeilen der Montagefläche in einem leichten Winkel. Auch dieser Schritt wird in der Anleitung entsprechend dargestellt, wie auch Anpassungsmaßnahmen an der Ruderfläche des Seitenleitwerks.

Neben diesen Umbaumaßnahmen besteht unter anderem noch die Möglichkeit, die Zugangsluke im Rumpf offen darzustellen.

Revell - Heinkel He 177 A-6 "GREIF" & HS 293

Revell - Heinkel He 177 A-6 "GREIF" & HS 293

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Tragflächen

Die verzugsfrei gegossenen Tragflächen weisen wie auch der Rumpf versenkte Gravuren auf, erwähnenswert ist die scharfe Kante der offen dargestellten Lüftungsklappe auf der Tragflächenunterseiten hinter den Motorgondeln.

Auch die Triebwerksteile selbst sind überraschend scharfkantig gegossen, hinter den Propellern wird eine feine Lamellenstruktur dargestellt. Die Propeller müssen aus einzelnen Blättern montiert werden, hier fanden sich leichte Sinkstellen an der Propellerwurzel.

Revell - Heinkel He 177 A-6 "GREIF" & HS 293

Revell - Heinkel He 177 A-6 "GREIF" & HS 293

Skalen und Zeigen auf dem Instrumentenbrett, scharfe Kante und feine Kühlrippen
Skalen und Zeigen auf dem Instrumentenbrett, scharfe Kante und feine Kühlrippen

Rumpfdetails und Bombenschacht
Rumpfdetails und Bombenschacht

Cockpit

Eine Überraschung im positiven Sinne stellt das Cockpit der Heinkel He177 dar. Nicht nur Schalter und Stellräder erfüllen das Cockpit mit Leben, auf den Instrumenten kann man teilweise sogar Zeiger und Skalen entdecken, der Kompass(?) zeigt sogar eine Flugzeugsilhouette. Auch auf den Innenseiten des Rumpfes findet man Schalter/Instrumentenreihen, die Instrumententafel ist als Klarsichtteil ausgelegt, die einzelnen Rundinstrumente sind vorne mit Skalen versehen, die Instrumentengehäuse ragen aus der Rückseite der Tafeln hinaus und müssen bestenfalls noch mit Draht verkabelt werden. 

Für das MG im Bugstand ist ein Schlauch für die Leerhülsen vorgesehen, nur das MG selbst sieht nicht sonderlich überzeugend aus.

Cockpitdetails, unten mittig der Kompass(?)
Cockpitdetails, unten mittig der Kompass(?)

Decals

Die Decals sind sauber und versatzfrei gedruckt und erlauben den Bau von drei verschiedenen Testmaschinen aus dem Jahr 1943

Revell - Heinkel He 177 A-6 "GREIF" & HS 293

Revell - Heinkel He 177 A-6 "GREIF" & HS 293

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Darstellbare Maschinen:
  • Heinkel He 177A-6 GP + RH, Testbed for HD 131, Autum 1943
  • Heinkel He 177A-6 GP + SD, Testbed for HD 131, Autum 1943
  • Heinkel He 177A-6 KM + UR, Testbed for HD 131, Winter 1943
Stärken:
  • bereits ohne Zurüstteile gibt es viel zu sehen im Cockpit
  • sauberer Guß
  • detaillierte Umbauhinweise in der Anleitung
Schwächen:
  • Gravuren sehr prominent
  • keine genauen Angaben, bei welcher Version der mittlere MG Turm montiert war

Fazit:

Mit der Heinkel He177 hat Revell einen tollen Bausatz mit vielen interessanten Details produziert, an dessen Herstellungsqualität nichts auszusetzen ist. Eine Anmerkung muß man hinsichtlich der Anzahl der Gußäste machen - wenn schon Faltschachtel, dann bitte mit Packanleitung zum sauberen und sicheren Zurückpacken der Teile in den Karton!

Diese Besprechung stammt von Thorsten Wieking - 15. April 2007

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