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F-104G Starfighter "NATO Fighter"

(Hasegawa - Nr. PT20-07220)

Hasegawa - F-104G Starfighter

Produktinfo:

Hersteller:Hasegawa
Sparte:Flugzeuge Militär Modern
Katalog Nummer:PT20-07220 - F-104G Starfighter "NATO Fighter"
Maßstab:1:48
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:2000
Preis:ca. 35 €
Inhalt:
  • 9 hellgraue Spritzlinge
  • 1 Klarsichtteilspritzling
  • Polycaps
  • 1 Decalbogen
  • Bauanleitung

Besprechung:

Der Starfighter

Über den Starfighter wurde bereits so viel geschrieben, dass sich der Interessierte in Wort und Bild umfassend informieren kann. Ich möchte hier deshalb nur kurz auf die technische Entwicklung der F-104G eingehen, da sich diese auch in ein paar speziellen Teilen im Modell bemerkbar macht bzw. machen sollte.

916 Starfighter wurden von der deutschen Luftwaffe und Marine übernommen. Eine Zahl, die wohl kein anderer Flugzeugtyp jemals noch erreichen wird. Eingesetzt waren die Maschinen als Jäger, Jagdbomber, Aufklärer und bei den Marinefliegern. Die F-104G stellt die auf die deutschen Bedürfnisse abgestimmte Weiterentwicklung der F-104C dar. Die Änderungen umfassten eine Verstärkung der Zelle und der Tragflächen, um mehr Lasten mitführen zu können. Außerdem wurde das Seitenleitwerk vergrößert und die Lufteinläufe erhielten eine elektrische Enteisung. Weitere Verbesserungen betrafen das Fahrwerk samt den Reifen und der Bremsanlage und den Einbau des neuen NASARR F-15A-41B Radarsystems. Angetrieben wurde die Maschine von einem J79-GE-11A Triebwerk. Zur Rettung des Piloten war der Starfighter mit einem Lockheed C-2 Schleudersitz ausgestattet, der nach oben ausgeschossen wurde.

Mit zunehmender Einsatzzeit bei der Luftwaffe wurden auch immer mehr Mängel offensichtlich und Notwendigkeiten erkannt, die durch technische Änderungen behoben wurden. Ab dem März 1967 wurden die C-2 Schleudersitze durch die besseren Martin-Baker GQ.7A ersetzt. Da sich die Triebwerke als sehr unwirtschaftlich erwiesen, entwickelte MTU ab 1968 zusammen mit General Electric das neue J79-MTU-J1K, das in den größten Teil der deutschen Maschinen eingebaut wurde. In den späten 70er Jahren wurden 117 deutsche Maschinen mit den EL-70/EL-73 Anlagen für elektronische Gegenmaßnahmen ausgerüstet. Dies erkennt man an den kegelförmigen Antennen unterhalb des Bugs und hinter dem Cockpit. Ab März 1982 wurden 48 Maschinen mit Düppelwerfern AN/ALE 40 am Heck ausgestattet. Im Laufe der 80er Jahre erfolgte der Ersatz des Starfighters bei den Jagdbomberverbänden durch den Tornado. Die Jagd- und Aufklärungsverbände erhielten bereits in den 70er Jahren die Phantom als Nachfolgemuster. Der letzte Flug eines deutschen Starfighters fand am 21. Mai 1991 bei der WTD 61 in Manching statt.

Zum Bausatz

143 Einzelteile enthält der Bausatz, die sich an neun hellgrauen und einem Klarsichtteilspritzling befinden. Zusätzlich gibt es noch Polycaps zum Anstecken des Fahrwerks. Die Teile sind sehr sauber ausgeführt, mit schön versenkten Panellines und Nietenreihen. Grat und störende Auswerfermarken sind fast nicht zu finden. An den Fahrwerksteilen könnte man allenfalls noch ein paar Leitungen ergänzen. Reifen und Felgen sind getrennt am Spritzling. Das erleichtert die Bemalung ungemein. Die Felgen sind in der frühen und späteren Ausführung vorhanden. Ebenso verhält es sich mit dem Triebwerksauslass. Der ist auch in beiden Versionen beigegeben. Bei den Tragflächen sind die Vorflügel und die Klappen separat ausgeführt. Das bedeutet, dass man sie ohne Aufwand in ausgelenkter Position anbringen kann. Das gleiche gilt auch für das Seitenleitwerk. Auch das kann ausgelenkt angebracht werden. Die Luftbremsen können geöffnet oder geschlossen gebaut werden.

Die Rumpfhälften mit den Lufteinläufen und dem Radom
Die Rumpfhälften mit den Lufteinläufen und dem Radom

Das Cockpit ist sehr schön detailliert. Der Schleudersitz liegt in der Version C-2 und auch in der Ausführung GQ.7A bei. Auch hier hat man also die Wahl. Was nicht im Bausatz enthalten ist, sind die kegelförmigen Antennen für die EL-70 Anlage. Die muss man selber bauen, denn die darstellbaren Lechfelder Maschinen waren bereits damit ausgerüstet. Mit den Außenlasten sieht es wie immer bei Hasegawa sehr mager aus. Lediglich die beiden Tiptanks sind im Bausatz enthalten. Völlig unverständlich ist jedoch, dass bei der F-104G im Gegensatz zur TF-104G nicht einmal die beiden Pylone für die Unterflügelstationen im Bausatz enthalten sind.

Teile für Fahrwerk, Antrieb und CockpitTeiel für das Cockpit, Hauptfahrwerksschacht und die frühe AusströmdüseDie Tiptanks, der Bugfahrwerksschacht und die neue AusströmdüseTragflächen mit separaten Klappen und HöhenleitwerkTragflächen und FahrwerksklappenFahrwerksteile und Schleudersitz

Teile für Fahrwerk, Antrieb und Cockpit

Teile für Fahrwerk, Antrieb und Cockpit 

Die Klarsichtteile sind sehr sauber, klar und ohne Schlieren ausgeführt. Einziges Manko ist das Fehlen des markanten Innenrahmens der Cockpithaube. Den muss man sich bei Bedarf nach Vorbildfotos selber bauen.

Die Klarsichtteile und die Polycaps für das Fahrwerk
Die Klarsichtteile und die Polycaps für das Fahrwerk

Bauanleitung, Bemalung und Markierung

Die in der typischen Hasegawa-Qualität gehaltene übersichtliche Bauanleitung im A4-Format zeigt auf fünf Seiten in 17 Schritten den Zusammenbau des Modells. Hinweise zur alternativen Verwendung von Bauteilen finden sich ebenso wie die erforderlichen Farbangaben. Die Farbangaben beziehen sich auf die Farbpalette von Gunze Mr. Color. Bei den Farbangaben für die deutschen Maschinen ist Hasegawa allerdings ein Fehler unterlaufen. Die Unterseite der Flugzeuge war nicht in RAL 7001 Silbergrau. Die Maschinen waren schon längst im Norm 62 Tarnanstrich lackiert, und da war die Unterseite RAL 9006 Weißaluminium. Diesen Fehler wiederholt Hasegawa übrigens auch bei den Phantom-Bausätzen.

Der sauber gedruckte Decalbogen lässt die Darstellung von vier verschiedenen Maschinen zu. Es handelt sich hierbei um zwei deutsche Maschinen des Jagdbombergeschwaders 32 aus Lechfeld, die zu Ehren des 25jährigen Bestehens des Verbandes eine im bayerischen Weiß-Blau gehaltene Sonderbemalung erhielten. Weiterhin kann man eine italienische oder eine niederländische Maschine darstellen. Für die Instrumentierung des Cockpits liegen Decals bei, falls man die Teile nicht selber bemalen möchte. Es sind sicher nicht alle, aber dennoch die wichtigsten Stencils auf dem Bogen enthalten.

Bemalungs- und Markierungsanleitung für die vier darstellbaren Maschinen
Bemalungs- und Markierungsanleitung für die vier darstellbaren Maschinen

Der sauber gedruckte Decalbogen
Der sauber gedruckte Decalbogen

Darstellbare Maschinen:
  • F-104G, Jagdbombergeschwader 32 (20+62 oder 26+30), Lechfeld, Juli 1983
  • F-104G, 6. Stormo (6-19), Aeronautica Militare Italiana
  • F-104G, 312. Squadron (D-8331), Königlich Niederländische Luftwaffe
Stärken:
  • hervorragende Detaillierung 
  • separate Vorflügel und Klappen
  • einfacher Aufbau
  • gute und verständliche Bauanleitung
  • etliche Alternativteile für andere Versionen
Schwächen:
  • außer zwei Tanks keine weiteren Außenlasten und auch keine Pylone
  • fehlende Teile für diese Version
  • fehlerhafte Farbangabe

Fazit:

Immer noch der beste Starfighter-Bausatz auf dem Markt, den man auch jedem Einsteiger getrost empfehlen kann. Der fortgeschrittene Modellbauer wird an der schönen Detaillierung und der guten Passgenauigkeit seine Freude haben. Sehr empfehlenswert.

Weitere Infos:

Referenzen:
  • Lockheed F-104 Starfighter, Gerhard Lang, AirDOC 2006
  • German Starfighters, Klaus Kropf, Midland Publishing 2002
  • Die Flugzeuge der Bundeswehr, Gerhard Lang, Motorbuch-Verlag 2007
Anmerkungen: Sehr empfehlenswerte Seiten für alle Starfighter-Interessierten finden sich z.B. unter www.916-Starfighter.de und www.rolfferch.de.

Diese Besprechung stammt von Herbert Engelhard - 22. August 2012

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