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Eurofighter Typhoon Twin Seater

(Revell - Nr. 04855)

Revell - Eurofighter Typhoon Twin Seater

Produktinfo:

Hersteller:Revell
Sparte:Flugzeuge Militär Modern
Katalog Nummer:04855 - Eurofighter Typhoon Twin Seater
Maßstab:1:32
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:September 2013
Preis:ca. 45,-Euro
Inhalt:
  • 9 Spritzlinge aus Polystyrol-Kunststoff, davon vier doppelt enthalten
  • ein Spritzling mit Klarsichtteilen
  • DIN-A-4 großer Decalbogen
  • s/w Bauanleitung
  • Toploader-Karton

Besprechung:

Bild des zusammengebauten Modells samt Zuladung (Quelle: Revell.de)
Bild des zusammengebauten Modells samt Zuladung (Quelle: Revell.de)

Das Original:

Der Eurofighter Typhoon vereint nicht nur innovative und fortschrittliche Technologien, sondern ist auch ein internationales Programm von großer politischer und wirtschaftlicher Bedeutung. Er wurde als Hochleistungs-Mehrrollen-Kampfflugzeug der neuen Generation entwickelt. Bis Anfang 2013 wurden mehr als 350 Eurofighter ausgeliefert. Dank des großen Anteils an Kohlefaserkomponenten und anderen hochmodernen Materialien ist der - in der britischen Luftwaffe häufig einfach "Typhoon" genannte - Eurofighter sehr leicht und verfügt über hervorragende Stealth-Eigenschaften. Die zweisitzigen Varianten verfügen über dieselben Kampffähigkeiten wie die einsitzigen und wurden anfangs für Schulungszwecke verwendet, bis spezielle Geschwader für den Luft-Boden-Einsatz aufgestellt wurden. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von Mach 2,0+ beherrscht der Eurofighter sowohl den Luftfern- und -nahkampf als auch den Luft-Boden-Einsatz. Die Maschine ist dank ihrer geringen Radarsignatur und der Verwendung nichtmetallischer Werkstoffe vom Gegner kaum zu entdecken. Die Stärke des Waffensystems beruht auf einem ausgewogenen Zusammenwirken von Eigenschaften wie extremer Agilität aufgrund der aerodynamischen Auslegung sowie hoher Leistungsfähigkeit der Triebwerke, Bewaffnung, Sensorik, automatisiertes Datenmanagement und geringer Signatur. Der Eurofighter besticht durch seine extreme Wendigkeit. Er ist in erster Linie als Jagdflugzeug zur Luftraumsicherung ausgelegt und hierfür mit einer Mischbewaffnung aus leistungsfähigen Luft-Luft-Lenkflugkörpern kurzer und mittlerer Reichweite ausgerüstet. Für den erweiterten Luft-Boden-Einsatz verfügt der Eurofighter über eine hohe Kapazität an Waffenzuladung und funktionell angepasste Waffenstationen. In der Rolle als zweisitziger Jagdbomber unterstützt ein Waffensystem-Offizier den Piloten bei den Einsätzen; dieses System wird bei der RAF bereits praktiziert und auch bei der Deutschen Luftwaffe trainiert. (Quelle: Revell.de)

Seitenaufdruck des Verpackungskartons
Seitenaufdruck des Verpackungskartons

Das Modell:

Revell brachte im Jahr 1989 einen ersten "32er Bausatz" des Eurofighters mit der Produktnummer 4794 auf den Markt. Dieser "Eurofighter EFA" genannte Bausatz ähnelte eher einem fiktiven Prototypen des damals noch als "Jäger 90" bezeichneten Projektes, als dem heutzutage aktuell in den Diensten verschiedener Luftwaffen stehenden Einsatzmuster.

Fast zwanzig Jahre später, 2010, legte Revell eine einsitzige Variante des Eurofighters als Bausatz-Neuheit auf, auf deren Spritzgussform nun der vorliegende Doppelsitzer basiert. Der Bausatz wurde seinerzeit von Thorsten Wieking hier bei MV besprochen, und die wesentlichen Aussagen zu Qualität und Umfang des Kits sind auch heute noch aktuell, mehr dazu später. Sinkstellen oder Fischhäute im Plastik konnte ich vorliegend nicht erkennen.

Drei neue Spritzlinge sind im Vergleich zum Modell aus 2010 hinzu gekommen: zwei für die zusätzliche Ausstattung des doppelsitzigen Cockpits und ein weiterer mit Waffenzuladung für eine Jagdbomber-Konfiguration, letzterer Spritzling in doppelter Ausfertigung. An diesen Gussästen befindet sich netter Weise auch ein deutscher "Aufklärungsbehälter" (Recce Pod, Teile 231-233) in doppelter Ausfertigung, der allerdings nichts an einem Eurofighter verloren hat: Aufklärungsmissionen gehören (noch) nicht zum Repertoire des High-Tech Flugzeugs. Aber den Besitzer eines 1:32er Tornado-Modells wird es freuen, sich dieser Zuladung zur Darstellung eines "Recce Tonis" anzunehmen. 

Ein alter Bekannter: der Spritzling inklusive beider Rumpfhälften ist mit dem des Einsitzer-Kits identisch.Die beiden neuen Spritzlinge für das Doppelsitzer-Cockpit.Flügel und Fahrwerk. Beachte die zu kurzen Rampen des Lufteinlaufes.Flügelunterseite und Bugfahrwerk. Beachte die separaten Steuerflächen.Raketenzuladung in doppelter Ausführung.GBUs, Marschflugkörper und, netter Weise, der Recce-Pod (dritte Reihe von oben, linke/ rechte Bauteilhälfte, rechts darunter das Vorderteil).Triebwerksteile in doppelter Ausführung und Trägerwagen.
Triebwerköffnungen in zwei verschiedenen Konfigurationen, Triebwerklamellen, Unterflügel-Pylone, Zusatztanks.Die Klarsichtteile. Das Canopy ist hauchdünn und zerbrechlich! Beachte die auf der Haube und der Windschutzscheibe befindliche, mittige Gussnaht. Sie muss verschliffen und poliert werden.Der Decalbogen, ca. DIN-A-4 groß.Bauteilübersicht.Die Bauanleitung ist mit Grafiken förmlich 'vollgestopft' und daher recht unübersichtlich.

Ein alter Bekannter: der Spritzling inklusive beider Rumpfhälften ist mit dem des Einsitzer-Kits identisch.

Ein alter Bekannter: der Spritzling inklusive beider Rumpfhälften ist mit dem des Einsitzer-Kits identisch. 

Revell bewirbt das Modell auf seiner Verpackung und im Internet wie folgt:

  • Cockpit mit Instrumentenbord
  • Eurofighter mit einem detaillierten EJ200 Triebwerk
  • Fein strukturierte Oberflächen mit versenkten Blechstößen
  • Detaillierte 11-teilige Schleudersitze
  • Detailliertes Cockpit
  • Bewegliche Canard-Flügel
  • Detaillierter Lufteinlaufbereich
  • Schubdüsen in zwei Konfigurationen mit einzelnen Düsenblechen
  • Detaillierte große Luftbremsklappe (wahlweise geöffnet)
  • Detailliertes Fahrwerk mit filigranen Einzugsstreben
  • Detaillierter Fahrwerksschacht
  • Separate Querruder und Klappen
  • Separates Seitenruder
  • Detaillierte ECM Pods
  • Luftbetankungssonde wahlweise ein- oder ausgefahren
  • Zwei Außentanks
  • Pylone
  • 4 METEOR-Lenkwaffen
  • 4 AMRAAM- Lenkwaffen
  • 2 Sidewinder-Lenkwaffen
  • 2 ASRAAM-Lenkwaffen für die RAF-Version
  • 2 Lasergelenkte Bomben
  • 2 IRIS-T Lenkwaffen
  • wahlweise 2 TAURUS-Lenkwaffen
  • 2 STORM SHADOW-Lenkwaffen für die RAF-Version
  • Ein super detailliertes EJ200 Triebwerk
  • Detaillierte Zwischenringe und Hitzeschutzschilde
  • Wartungsgestell für das EJ Triebwerk

Die Ausstattung des Kits mit der umfangreichen Waffenzuladung ist sehr gut, die variablen Darstellungsmöglichkeiten der Steuerflächen ebenfalls. Das besondere Gimmick des Bausatzes ist nach wie vor sicherlich das einzeln/ ausgebaut darstellbare EJ 2000-Triebwerk samt Trägergestell. Und im Vergleich zur Konkurrenz von Trumpeter aus Asien hat Revell die Form des "EFchens", insbesondere an dessen "Popo" unterhalb des Leitwerks, gut hingekriegt. Die Bewertung "detailliert" würde ich allerdings nur zurückhaltend und mit sanftem Kopfnicken bestätigen. Die Darstellung von Feinheiten ist in manchen Bereichen recht seicht ausgefallen, wie beispielsweise anhand der Oberflächenstrukturen des Rumpfes deutlich wird: hier vermisst man eine scharfe Konturierung der "Panellines", stattdessen wirken einzelnen Bereiche mild und "ausgewaschen". Das hat Revell schon besser gemacht, siehe den 1:32er "Hunter" Mk.58. Außerdem ist auch die Darstellung von Cockpit und den Fahrwerkschächten sehr rudimentär ausgefallen, und insbesondere die Laserbomben (GBUs) hätten dünnere Wandstärken an den Leitwerken und ein paar feinere Details verdient gehabt.

Nach bisher vorliegenden Erfahrungsberichten (siehe "Referenzen" unten) sei die Montage des Lufteinlaufes ein wenig kompliziert/umständlich und biete umfangreiches "Verfüllungs- und Verschleifungspotential". Außerdem seien die Turbinenräder viel zu weit vorne am Lufteinlauf platziert und müssten etwa drei Zentimeter nach hinten - unter Einfügen/Scratch-Modellierung eines Lufteinlauftunnels, der komplett fehlt - verlängert werden. Die APU-Öffnung auf der Flügeloberseite müsse etwas umgesetzt und sollte ausgehöhlt/ aufgebohrt werden, ebenso die seitlich am Rumpf gelegenen Lüftungsgitter oberhalb des Lufteinlaufes und die Lüftungsöffnungen am Seitenleitwerk. Zudem sollten die Bausatzräder zur Darstellung einer am Boden stehenden Maschine ein wenig abgeflacht/ plattgeschliffen werden. Nach einer weiteren Erfahrung sei die Passung der Luftbremse und der Triebwerksklappen im Lufteinlauf, die beide geöffnet darstellbar sind, etwas schwierig. Diese müssten verschliffen werden, wenn sie geschlossen dargestellt werden sollen. Außerdem habe der Übergang von den Flügelwurzeln zum Rumpf nach dem Verkleben relativ breite Spaltmaße, ebenso der Übergang Seitenleitwerk/Rumpf. Außerdem solle man am gesamten Modell einige markante Nietreihen/ Verschraubungen durch Oberflächengravur, insbesonder am Seitenleitwerk, ergänzen.

Diese Überarbeitungsmaßnahmen dürften sich meines Erachtens recht problemlos bewerkstelligen lassen, allerdings nur unter Inkaufnahme eines größeren Zeitbedarfes. Ein wenig Zusatzarbeit also, für den Fan eines authentischen Replikas des Eurofighters sicherlich machbar, zumal die Zubehörindustrie ja bereits auf die Problemzonen "Cockpit" (Eduard, Aires), "Triebwerk" (Aires), "APU" (Two Mikes) reagiert hat.

RAF-Lackierungsvariante und ein Teil der Waffenzuladung.
RAF-Lackierungsvariante und ein Teil der Waffenzuladung.

Die Decalvarianten fallen mit gerade mal zwei Möglichkeiten recht mager aus. Die zweisitzige EFA-Variante wird sowohl als Trainer als auch als Jagdbombervariante eingesetzt, von der sich eine "englische Version" der No. 6 Squadron der RAF darstellen lässt. Schade, es findet sich leider keine passende Markierungsmöglichkeit für eine deutsche Doppelsitzer Jagdbomber-Variante, stattdessen für eine Trainermaschine des Jagdgeschwaders 73. Diese trägt wiederum eine auffällige "Tail Art" am Leitwerk mit einem Konterfei des Generals a.D. "Mäcki" Steinhoff, dem Namensgeber des Verbandes. 

Bei der Farbgebung setzt Revell wie immer auf das Talent des Bastlers im Umgang mit Revell-Farbdöschen: eine lustige Mischorgie bahnt sich an, will man den korrekten Farbton des jeweiligen Fliegers unter Nutztung der hauseigenen Produkte aus Bünde treffen. Von den 25 Farbangaben zum Bau des Modells müssen nach revellscher Bauanleitung etwa die Hälfte aus zwei oder mehr Farben angerührt werden. Verweise auf RAL-, Federal Standard- oder andere Farbtonreferenzen fehlen. Ich persönlich mische mir beim Basteln die Farben stets gerne zurecht und vertraue dabei meist auf die Angaben von Revell, aber nicht jeder mag das. Man kann es zumindest kritisch sehen, dass Revell keinerlei Bezüge zu anderen Farbstandards als Orientierung gibt.

Der sauber gedruckte Decalbogen im Detail.Deutlich erkennbar - die recht seichten Oberflächen der Rumpfschalen ohne jegliche Darstellung von Nieten oder Schrauben.Die Lüftungsgitter sind von hinten verschlossen. Deutlich erkennbar - die recht seichten Oberflächen der Rumpfschalen ohne jegliche Darstellung von Nieten oder Schrauben.Vorderer Rumpfberecih mit Ansatzöffnung für den vorderen Steuerflügels (Canard) und der Öffnung für die Luftbetankungssonde.Eurofighter Typhoon Twin SeaterEinige der neuen Bauteile.
Details des Schleudersitzes. Eurofighter Typhoon Twin SeaterVorderes und hinteres Hauptinstrumentenbrett.Leider nicht belastet/ abgeflacht dargestellt: die Räder des Hauptfahrwerks.Canards und Vorflügel.Kleinteile des Hauptfahrwerks.Realistisch wiedergegeben: die auch beim Original recht glatten Flügel-Oberflächen.
Die ausgehöhlten Fahrwerksbeine. Sie können prima durch Einfügen eines Stahldrahtes und Epoxidkleber stabilisiert werden.Recht magere Sache: der vordere Fahrwerksschacht.Oberer Teil des Bugfahrwerks und Räder.Bombenkörper der GBUs.Ein Ausschnitt des Recce-Pods.Rumpfunterseite, hinten.Rumpfunterseite, vorne.
Eurofighter Typhoon Twin SeaterEurofighter Typhoon Twin SeaterVorbildlich, aber merkwürdig: an den Zusatztanks (und nur hier!) sind die Gravuren recht scharf und präzise ausgeprägt.Unterflügelpylone.Unterflügelpylone.Der innere Mantel der Triebwerksöffnungen in 'Nachbrenner'-Position.Der innere Mantel der Triebwerksöffnungen in 'geschlossener' Position.
Die Triebwerkslamellen sind einzeln gegossen. Ein bisschen dünner geschliffen und mit dünnen Nietreihen nachgraviert dürften sie recht hübsch anzusehen sein.Eurofighter Typhoon Twin SeaterDetails des Triebwerks-Transportwagens.Details des Triebwerks-Transportwagens.Details der Triebwerkshülle.Triebwerksdetails.Triebwerksdetails.
Triebwerksdetails.

Der sauber gedruckte Decalbogen im Detail.

Der sauber gedruckte Decalbogen im Detail. 

Darstellbare Maschinen:
  • Eurofighter 30+20, Jagdgeschwader 73 "General Steinhoff", Laage, Juli 2009
  • Eurofighter Typhoon T.3 ZJ809, No.6 Squadron, Royal Air Force, Leuchars, Schottland, April 2013.
Stärken:
  • insgsamt gute Maßhaltigkeit
  • guter Gesamteindruck
  • modulare Baumöglichkeiten der Steuerflächen
  • umfangreiche Waffenzuladung.
Schwächen:
  • zahlreiche "seichte" Oberflächendetails
  • marginale Details im Cockpit und den Fahrwerkschächten
  • zu kurze Lufteinlauftunnels/ Triebwerkschaufeln falsch platziert
  • Räder nicht im belasteten Zustand dargestellt.
Anwendung:
  • gem. Revell: Schwierigkeitsstufe 5
  • Der Bau "out of the box" dürfte recht einfach von statten gehen. Natürlich ist die Schwierigkeitsskala aber nach oben hin offen, wenn man sich an den genannten Verfeinerungsmöglichkeiten zu schaffen macht, die der Bausatz offen lässt. Doch das ist dann eine andere Geschichte...

Fazit:

Ein brauchbarer, insgesamt stimmiger Bausatz mit umfangreicher Ausstattung, mit einem im Vergleich zur Konkurrenz unschlagbaren Preis-Leistungs-Verhältnis.

Weitere Infos:

Referenzen:

Diese Besprechung stammt von Alexander Jost - 30. Dezember 2013

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