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Deutsches U-Boot Class 212 A

(Revell - Nr. 05019)

Revell - Deutsches U-Boot Class 212 A

Produktinfo:

Hersteller:Revell
Sparte:Schiffe Militär Modern
Katalog Nummer:05019 - Deutsches U-Boot Class 212 A
Maßstab:1:144
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:Februar 2014
Preis:ca. 15 €
Inhalt:
  • 2 Gießäste aus schwarzem Kunststoff
  • 2 Klarsichtteile
  • 1 Decalbogen
  • 1 Anleitung in Schwarz-Weiß

Besprechung:

Revell - Deutsches U-Boot Class 212 A

Mit Beginn der 1990er begann man, sich mit der Entwicklung einer Nachfolgeklasse für die Boote des Typs 206/206A zu befassen. Nachdem im Mai der entsprechende Forderungskatalog erstellt war, wurde der Bauvertrag zwischen der ARGE U212 (HDW und TNSW) und dem Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung geschlossen. Nachdem sich 1996 Italien dem Programm anschloss, wurde eine Überarbeitung des Entwurfs notwendig, galt es doch die italienischen Forderungen zu berücksichtigen, so dass die Klasse 212A entstand. Die Boote dieser Klasse sind mit 1450 / 1830 t wesentlich größer als ihre Vorgänger, was durch die erfolgten Lockerungen der Deutschland auferlegten Rüstungsrestriktionen möglich wurde. Hierdurch war man in der Lage, einige wesentliche Verbesserungen erzielen zu können. So konnte die Operationszentrale so gelegt werden, dass es keinen störenden Durchgangsverkehr mehr gibt, die Reichweite konnte nahezu verdoppelt werden und auch der Komfort der Besatzung konnte, grade im Hinblick auf bis zu 3-wöchige Tauchfahrten, erhöht werden.

Revell - Deutsches U-Boot Class 212 A

Bewaffnet sind die Boote mit sechs Torpedorohren des Kalibers 533mm mitsamt einer Dotierung von insgesamt zwölf Torpedos des Typs DM2A4 „Seehecht“ mit Lichtwellenleiter-Steuerung. Allerdings wurde mittlerweile eines der Rohre so umgebaut, dass es nur noch als Taucherausstiegsschleuse zur Verbringung von Spezialkräften genutzt werden kann und nicht mehr zum Abschuss von Torpedos. Alternativ zu den Torpedos, deren Nachladen bei dieser Klasse erstmals auf einem deutschen Nachkriegs-U-Boot möglich ist, können bis zu 24 Minen mitgeführt werden. Die Sensorik besteht aus einem auf mehreren Passiv-Niederfrequenz-Sonarbasen aufbauenden System, welches sich aus Zylinderbasis, Flankenbasis, Schleppsonar, Entfernungsmess-Sonar und Abfangsonar zusammensetzt, ergänzt um ein aktives Hochfrequenz-Sonar. An optischen Sensoren sind Sehrohre mit Zeiss-Optroniken sowie Wärmebildkamera und Laserentfernungsmesser installiert. Hinzu kommen noch GPS und elektronische Unterstützungsmaßnahmen. Zukünftig sollen noch das Täuschkörpersystem TAU 2000 sowie FKs des Typs IDAS eingeführt werden.

Revell - Deutsches U-Boot Class 212 A

Das von HDW entwickelte System eines außenluftunabhängigen Antriebes auf Brennstoffzellenbasis wurde auf den Booten dieser Klasse erstmals auf einer aktiven Einheit eingerüstet. Es besteht aus jeweils neun, von Siemens hergestellten, Zellen, welche mit flüssigem Sauerstoff und Wasserstoff gespeist werden und so eine Gesamtleistung von 306kW erzeugen. Der konventionelle Antrieb setzt sich dem gegenüber aus Blei-Säure-Akkumulatoren sowie einem Dieselgenerator (MTU / Piller) mit einer Leistung von 1050kW zusammen. Der Antrieb erfolgt entweder über die Akkumulatoren, den Dieselgenerator oder die Brennstoffzelle. Der durch einen Frequenzumformer angesteuerte Permasyn-Motor ist direkt auf die Welle geschaltet und wird stets über die Akkumulatoren gespeist, welche ihrerseits wiederum wahlweise von Generator oder Brennstoffzelle gespeist werden.

Insgesamt befinden sich bei der deutschen Marine z.Zt. fünf von sechs Booten in Dienst, U 31 – U 35, und bei der italienischen Marine zwei von vier Booten, Commandante Salvatore Todaro & Sciré, in Dienst. Die aktuelle U 34 ist das dritte Boot dieses Namens in einer deutschen Marine. Es wurde im Mai 2007 als letztes Boot des ersten Loses in Dienst gestellt. Aktuell untersteht es, wie alle Boote der Klasse, dem 1. U-Geschwader mit Heimathafen in Eckernförde. 2009 erfolgte mit der Teilnahme von U 34 an der NATO-Operation „Active Endeavour“ der erste NATO-Einsatz eines Bootes dieses Typs.

Revell - Deutsches U-Boot Class 212 A

Nach einiger Zeit hat Revell nun endlich denn bekannten und teils auch begehrten Bausatz eines Bootes der Klasse 212A wiederaufgelegt. In der von Revell bekannten, mit einer neuen Boxart versehenen, Standard-Faltschachtel befinden sich insgesamt drei Spritzlinge, ein Decalbogen sowie die Anleitung. Zwei der Spritzlinge sind in schwarzem Kunststoff gespritzt und enthalten die Teile für das eigentliche Boot. Der dritte Spritzling ist in klarem Kunststoff gefertigt. Leider liegt dieser Spritzling mit den anderen in einer Tüte, so dass Kratzer fast vorprogrammiert sind. Alle Teile sind sauber gespritzt. Es finden sich keinerlei Sinkstellen, Gussgrate und störende Auswerfermarken auf den meisten Bauteilen. Lediglich am Bug ziehen sich kreuzförmig Nähte über das Teil.

Erfahrungsgemäß ist die Passung der einzelnen Teile sehr gut, so dass bei entsprechend sorgfältigem Arbeiten kaum oder keine Spachtel- und Schleifarbeiten anfallen dürften. Durch die überlegte Teilung des Rumpfes und die daran angepasste Ausführung des separaten Vor- und Achterdecks verschwindet vor allem im dem Betrachter zugewandten Bereich die Klebenaht der beiden Rumpfhälften. Gleiches gilt auch für den Bereich des Bugs. Die über den Rumpf verteilten Gravuren sind sauber versenkt und nicht zu tief ausgeführt und verleihen so der Oberfläche die notwendige Tiefe. Im Bereich des Vor- und Achterdecks ist der rutschfeste Belag bereits als angeraute Oberfläche ausgeführt, so dass dem Modellbauer auch hier die Arbeit wesentlich erleichtert wird.

Der Bausatz sieht verschiedene Optionen vor, so dass es jedem ermöglicht wird, das Modell seinen Wünschen gemäß zu gestalten. Wahlweise lassen sich alle Ausfahrgeräte im ausgefahrenen oder eingefahrenen Zustand darstellen. Hierfür ist lediglich eine andere Turmdecke auszuwählen. Auch lässt sich das Oberdeck wahlweise mit Pollern, Klampen und Klüsen sowie Spills darstellen, bzw. komplett glatt. Ebenfalls lassen sich die Tür an der Seite, bzw. der „Entenschnabel“ geöffnet darstellen. Auch kann man sich für die deutsche oder italienische Version entscheiden. Die Anleitung geht auf die entsprechenden Schritte jeweils detailliert ein.

Revell - Deutsches U-Boot Class 212 A

Die Anleitung an sich ist Revell-typisch aufgebaut und führt in insgesamt 19 einfachen und übersichtlichen Schritten zum Ziel. Die Farbangaben beziehen sich auf das Angebot von Revell, was es mit sich bringt, dass grade die Farben für die deutsche Version einzeln angemischt werden müssen. Nach entsprechender Recherche und umfangreichen Gesprächen kann man aber die dort angegebenen Mischfarben getrost nehmen, da sie sehr nahe am Vorbild liegen und ein Unterschied, wenn überhaupt, nur Experten auffallen dürfte.

Die Decals sind sauber und versatzfrei gedruckt. Sie dürften sich, unter Einsatz von etwas Weichmacher, gut in die Gravuren fügen. Allerdings stellen die Decals die Boote im Auslieferungszustand, bzw. Zustand während der ersten Dienstjahre dar. Mittlerweile wurden die Ahminge gekürzt und die Hullnumber wanderte unter die Steuerflächen am Turm. Wobei sie auch noch verkleinert und in Grau ausgeführt wurden. Diese Maßnahmen waren notwendig geworden, nachdem man feststellte, dass die vorherige Ausführung die Boote unter Wasser optisch aufklärbar machte. Aus diesem Grund änderten auch die Wappen ihre Position und wurden verkleinert. Wer also ein Boot im aktuellen Aussehen darstellen will, sollte hier eine entsprechende Vorbildrecherche betreiben. Denn auch die Ausfahrgeräte sind z.B. bei Überwasserfahrt nicht alle ausgefahren und unterscheiden sich bei einigen Booten in der Farbgestaltung. 

Weitere Bilder

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Fazit:

Ein gelungener, einfach zu bauender Bausatz aus dem Hause Revell. Durch die Verwendung von 1:144 als Maßstab passt er sich wunderbar in die Reihe der anderen Bausätze von Einheiten der deutschen Marine aus gleichem Hause ein. Auch für den ungeübten Bastler oder den Einsteiger ist dieser Bausatz aufgrund der guten Passung und durchdachten Ausführung zu empfehlen, während anspruchsvolle Modellbauer hier eine gute Basis vorfinden, um sich entsprechend zu verwirklichen.

Weitere Infos:

Referenzen:
  • marine.de
  • marine-portraits.de
  • Faszination See: 50 Jahre Marine der Bundesrepublik Deutschland
  • Jane's Fighting Ships 2009
  • Weyers Flottentaschenbuch 2008 / 2010
  • Archiv M. Carl

Diese Besprechung stammt von Mathias Carl - 26. März 2014

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