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United States Marine Corps Teil 2

Luftwaffen Profile 7

 - United States Marine Corps Teil 2

Zusammenfassung:

Autor:Ralf Peter Walter
Verlag:UNITEC-Medienvertrieb
ISBN:ohne
Erscheinungsjahr:2016
Sprache:Deutsch
Inhalt:
  • 52 Seiten mit 120 Abbildungen, davon 111 in Farbe
  • Tabellarische Übersicht über die aktuellen Einheiten und deren Ausrüstung
  • Eine Seite mit farbigen Wappen der Einheiten des USMC
Preis:11,80 Euro

Besprechung:

 - United States Marine Corps Teil 2

Nachdem vor gut einem Jahr der erste Teil über die Luftstreitkräfte des United States Marine Corps erschienen ist (wir berichteten), folgt nun der zweite Teil. Auch hier erfährt der interessierte Leser zunächst wieder etwas über die Geschichte dieser Teilstreitkraft der US Navy. Behandelt wird der Zeitraum ab 1946 bis heute. Zwischen 1946 und 1949 lag der Schwerpunkt der Operationen auf dem Training und der Ausbildung, insbesondere was die Trägeroperationen anging. Der erste Kampfeinsatz des USMC nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte in Korea am 8. August 1950 mit acht F4U Corsairs von Bord des Flugzeugträgers Sicily (CVE-118). Weitere 118.000 Einsätze sollten folgen, bei denen insgesamt 436 Maschinen verloren gingen und 258 Piloten ihr Leben ließen. Der Koreakrieg und die Zeit danach waren geprägt sowohl vom Übergang vom Propeller- zum Strahlflugzeug und von der Einführung von Hubschrauberstaffeln. Bis zum Ausbruch des Vietnamkrieges verfügte das USMC bereits über die F-4 Phantom II, die Vought F-8 Crusader, die C-130 und den CH-46 Sea Knight Hubschrauber. Das USMC war praktisch von Beginn an in die Kampfhandlungen in Südostasien involviert. Bis zum Abzug der US-Truppen Ende April 1975 mussten 193 Flugzeuge und 270 Hubschrauber aus den Inventarlisten aufgrund von Verlust gestrichen werden.

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Es folgte eine relativ ruhige Phase, die für eine Umstrukturierung genutzt wurde. Dabei wurden die "Single Mission Planes" durch Mehrzweckkampflugzeuge ersetzt, mit dem Ziel flexibler auf die jeweilige Situation reagieren zu können. So wurde die F/A-18 Hornet eingeführt, die sowohl die F-4 Phantom, die OA-4 Skyhawk und die OV-10 Bronco ersetzte, während der AV-8 Harrier, vorwiegend von amphibischen Schiffen aus operierend, die A-4M und die A-6 Intruder ersetzte. 1990 brach der Zweite Golfkrieg aus, im Rahmen von Desert Shield bzw. Desert Storm war das USMC mit gut 500 Flugzeugen und Hubschraubern beteiligt. Viele davon operierten von amphibischen Angriffsschiffen vom Persischen Golf aus. Die gesamte Palette an fliegendem Gerät war vor Ort, Hornets, Intruder, Prowler, Harrier, Hercules, Sea Knight, Stallion & Super Stallion, Cobras, Hueys und auch Broncos. Am ersten Tag der Kampfhandlungen wurden 144 Einsätze von den Marines geflogen, bis zum Ende am 12. April waren es gut 18.000. 2001 folgten Einsätze über Afghanistan, wo man neue Flugzeuge und neue Technologien wie z.B. das LITENING II System oder die V-22 Osprey zum Einsatz brachte. Auch im Dritten Golfkrieg spielte die "Marine Air", wie die fligenden Verbände des Marine Corps auch genannt werden, eine signifikante Rolle. Auch heute noch sind sie vor Ort präsent und fliegen Einsätze unter anderem gegen die Terrormiliz Islamischer Staat.

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Auch im Zweiten Teil des Heftes wird die Beschreibung der aktuell im Einsatz befindliichen Flugzeugmuster fortgesetzt. Den Anfang machen die F-5 Tiger II, von denen das USMC aktuell noch zwölf Stück besitzt, darunter einen von drei sogenannten "Frankentiger", einen Hybriden aus einer ex-Schweizer F-5E und einer ex US Navy F-5F. Die Tiger werden hauptsächlich für das Luftkampf-Training eingesetzt. Nach wie vor einer der wichtigsten Typen im Inventar der Marine Air ist die F-18 "Legacy" Hornet, also die Versionen A-D. Ende 2014 waren von den gelieferten Maschinen noch 56 F/A-18, 107 F/A-18C und 93 F/A-18D im Bestand. Die derzeitigen Planungen gehen von einer Einsatzdauer bis zum Jahre 2029 aus, dazu werden gut 240 Maschinen von der Navy und den Marines einem Art "Life Extension" Programm unterzogen. Der neue Star am Marine Air Himmel ist sicherlich die Lockheed Martin F-35 Lightning II, mit der man auch hier den Übergang zu Kampfflugzeugen der 5. Generation einleitet. Die F-35 befindet sich nach wie vor in der Erprobung, die derzeitigen Planungen gehen davon aus, dass man bis 2032 gut 420 Maschinen der Versionen F-35C (67) und F-35B (353) beschaffen wird, die dann zehn Einsatzstaffeln und jeweils zwei Reserve- und Fleet Replacement Staffeln ausrüsten sollen. Es bleibt abzuwarten, inwieweit dieses ehrgeizige Ziel erreicht werden kann, da wie so oft die Kosten und Probleme in unermessliche Höhen steigen.

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Das wichtigste Großgerät für den Transport von Ausrüstung und Personal bildet auch bei den Marines die altehrwürdige C-130 Hercules. Aktuell werden die Versionen KC-130T und KC-130J eingesetzt, wobei die -T nur noch bei einer einzigen Enheit fliegt, alle anderen sind bereits auf die moderne -J mit ihren charakteristischen Sechsblattpropellern umgerüstet. die meisten der 79 geplanten Maschinen sind bereits ausgeliefert worden. Zehn der KC-130J sind für das System Harvest Hawk verkabelt und können somit zur Luftnahunterstützung eingesetzt werden. Die dafür benötigten Waffen werden an einem M229 Waffenträger mitgeführt, der anstelle eines der äußeren Zusatztanks montiert werden kann. Leichtere Transportaufgaben werden von Hawker Beechcraft UC-12 Huron wahrgenommen, derzeit sind 17 Maschinen im Einsatz, davon fünf der älteren Version UC-12F, die noch auf der zivilen B200 Super King Air basiert. Sie werden erst 2021 vollständig durch die neuere UC-12W ersetzt sein. Die UC-12W basiert auf der Beechcraft 350 ER Super King Air, die im Jahr 2005 erstmals auf der Paris Air Show gezeigt wurde. Ein ähnliches Einsatzspektrum wie die UC-12 hat auch die Cessna UC-35, die aus der Cessna 560 Citation V abgeleitet wurde. Die UC-35 gehört, wie auch die UC-12, die C-9B und die C-20G zur sogenannten Operational Support Airlift Flotte, die dann eingesetzt wird, wenn kurzfristig und flexibel Material und Personen zwischen oder in Krisen- bzw. Kriegsgebiete transportiert werden müssen.

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Die Bell V-22 Osprey blickt auf eine lange und durch sehr viele Probleme gekennzeichnete Entwicklungszeit zurück. Das Projekt stand mehrmals kurz vor dem Abbruch, doch im März 2006, fast 18 Jahre nach dem Rollout, konnte die erste Staffel mit der Version MV-22B aufgestellt werden. Zu den Aufgaben der Osprey zählen unter anderem der Lufttransport, der Amphibische Angriff, CASEVAC und MEDEVAC (Verletztentransport und -bergung) sowie das taktische Bergen von notgelandeten oder abgeschossenen Piloten und Flugzeugen (Tactical Recovery). Der ursprüngliche Plan sah die Beschaffung von 425 Maschinen vor, aus Kostengründen wurde diese Zahl auf 360 korrigiert. Davon sind schon mehr als zwei Drittel ausgeliefert worden und sie rüsten 15 Einheiten aus, darunter auch die HMX-1 (Marine Helicopter Squadron 1), die für die VIP Transporte der US Regierung zuständig ist. Bis 2020 soll die Auslieferung der Osprey abgeschlossen sein. Dann werden 18 aktive Staffeln sowie zwei Reserveeinheiten auf die MV-22B umgerüstet sein, außerdenm eine Fleet Reserve Staffel. Neben der Osprey werden bei der HMX-1 auch noch die Sikorsky VH-3D Sea King und die VH-60N White Hawk eingesetzt. Beide Typen sind bereits viele Jahre im Einsatz, ein Nachfolger für beide wird wohl nicht vor 2020 verfügbar sein, nachdem ein entsprechendes Programm 2009 auf Eis gelegt wurde. Aktuell sind noch alle elf beschafften SH-3D und 8 VH-60N im Bestand.

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Die Beschreibung der einzelnen Typen nimmt je nach Wichtigkeit zwischen zwei und elf Seiten ein. Zu jedem Typ gibt es eine kurze geschichtliche Einführung, gefolgt von einem technischen Teil mit allen relevanten Daten zu Bewaffnung, Einsatz und Leistungsdaten. Am Ende jeder Einzelbeschreibung wird der derzeitige Stand und ein Ausblick beschrieben. Das Bildmaterial ist durchgehend neueren Datums und man bekommt eine gute Auswahl an Maschinen gezeigt, es gibt keinerlei Dopplungen, was die jeweiligen Einheiten angeht. Das Heft enthält 120 Aufnahmen von guter Qualität, die neun Bilder in Schwarz-Weiß sind allesamt im ersten Abschnitt, in dem es um die Historie geht, untergebracht. Wie schon im ersten Teil ist die vorletzte Heftseite den aktuellen Wappen des USMC gewidmet. Außerdem ist eine tabellarische Übersicht über die derzeitigen Einheiten, deren Ausrüstung und Stützpunkte enthalten. Sie bildet die Überleitung vom historischen Teil zur Beschreibung der einzelnen Flugzeuge und Hubschrauber.

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Fazit:

Die Aufteilung in zwei Teile hat hier definitiv Sinn gemacht, auch wenn der dadurch gewonnene Platz häufig durch eine sehr ausführliche Beschreibung der Geschichte der einzelnen Muster belegt worden ist, was ja mit dem eigentlichen Thema nicht unbedingt etwas zu tun hat. Da wären vielleicht ein paar mehr Bilder von den Einsätzen in den Krisengebieten angebrachter gewesen.

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Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 10. März 2016

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