Ornithoptervon Gerrit Rost (1:72 Eigenbau)
Dieses Modell stellt einen fiktiven "Ornithopter" aus dem Dune-Universum dar, seltsamerweise findet man zu dem Thema (aus dem Film "Dune") keine freie Adaption im Netz, dabei würde sich das doch aufgrund der großen Popularität der Buchvorlage anbieten. Im Prinzip sind viele Elemente des Buches in Star Wars ja auch verwendet worden.
Zumindest ist die Darstellung der Maschine aus den letzten beiden Verfilmungen schon eine sehr gute Vorlage. Bei mir geht das Design allerdings in Richtung Dieselpunk, und die Basis ist der Heller-Bausatz einer Potez 540 von 1967. Auch im fiktiven Raum von Dune wird ein Gerät wie der Ornithopter eine längere Entwicklung durchlaufen und dabei von verschiedenen Herstellern konstruktive Änderungen erfahren.
Ich habe in diesem Fall mit den charakteristischen Schwingflügeln begonnen, die sind direkt aus den originalen Tragflächen geschnitten. Diese sind mit einer sehr feinen Textiloberfläche super geeignet um später mit einem Washing bearbeitet zu werden. Meine Fähigkeiten bei der Lackierung sind begrenzt, und da freue ich mich über jedes kleine Detail, das später am fertigen Modell interessant wirkt. Für die Befestigung am Rumpf habe ich Gussäste am Ende jeder Fläche vorbereitet und die von hinten etwas verkleidet (Abwurftanks einer Me 262).
Ich habe mich für fünf verschiedene Flügelpaare in einem biometrischen Design entschieden, angeordnet in zwei Gruppen.
Der Zusammenbau des Rumpfes war schon eine Herausforderung, jede Seitenfläche einzeln und Deckel und Boden plus die geschwungene Form erfordern etwas Strategie. 1966 war das noch anders als bei einem modernen Kit, aber trotzdem bietet der Heller-Bausatz erstaunlich feine Details. Damit die Geometrie stimmt, habe ich mir für diese Umbauten aus Karton eine einfache Helling gebaut, in der ich das Modell fixieren kann. Natürlich muss man auch vorher genau einplanen, welche Fenster zuerst eingesetzt werden müssen, weil man sonst einfach nicht mehr dran kommt. Zudem habe ich mich früh entschieden, die Fenster sehr dunkel von innen zu tönen, im heißen Wüstenklima von Dune ist das sicher historisch korrekt.
Bei so einem Umbau muss man ja immer darauf achten, dass alles halbwegs logisch zusammenpasst, vom Fahrwerk über die Gondeln und Rumpf, und dabei wurde klar, dass der Rumpf für die Aufnahme der Hauptflügel zu niedrig ist, daher habe ich einen dekorativen Aufbau aus Sheet und Resten entworfen. In der Nase habe ich etwas Gewicht platziert, damit die Kiste kein Tailsitter wird!
Der vordere Rumpfteil ist etwas tricky, hier treffen einige Teile aufeinander, deren Passform eher "leger" zu nennen ist (siehe Bild), da war einiges nachzuarbeiten.
Aus diversen Bomben und Tanks sind die typischen Halbkugeln entstanden, die später die Flügel aufnehmen, diese wirklich gute Idee hatten die Designer für den Film... Jede Kugel ist bei mir etwas anders ausgerichtet, damit die Flächen schön "zufällig" durcheinander sitzen.
Nachdem ich dann insgesamt um die 60 zusätzlichen Kleinteile auf der Außenseite des Rumpfes angebracht hatte, jede Bohrung in den zehn Halbkugeln wirklich penibel für die Aufnahme der Flügel vorbereitet war (ca. 2,9 mm, damit der Gussast, der jeden Tragflügel hält, da später saugend reinpasst und auf keinen Fall Luft hat) und alles halbwegs sauber verschliffen war, die Fenster maskiert und auch der Innenraum abgedeckt war, konnte ich das ganze fertig deckend mit dem guten Belton-Lack aus der Dose lackieren. Darauf folgen die Decals aus der Restekiste und das ziemlich umfassende Aging.
Und dann kam endlich der lang erwartete Moment und die Flügel wurden eingesetzt. Dafür werden die Flügel in die Aufnahmen gesteckt und sowohl stumpf auf dem Rumpf als auch direkt in der engen Bohrung verklebt, somit ist das wirklich sehr stabil und hält auch. Bei allen Verbindungen achte ich penibel darauf, wirklich ein massives Verschweißen der Teile zu erreichen, also erst Klebstoff auf beide Seiten, lange einwirken lassen, bis es fast trocken ist, noch einmal Klebstoff drauf und wieder warten, bis es eine zähe Masse bildet und erst dann zusammen fügen. Da bricht dann auch nichts ab. Und ich benötige fast keine Spachtelmasse!
Lackiert sind die Flügel, die an den Schimmer einer Libelle erinnern sollen, mehrfach mit nicht deckenden Lasuren, die ich mir mit Vallejo Shifters und diversen Zutaten anmische, damit wurden auch die Fenster von innen lackiert.
Gerrit Rost, Publiziert am 14. März 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |