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Porsche Carrera RS 2.7

Rallye Monte Carlo 1979, #38, Gérard Swaton / Bernard Cordesse

von Matthias Reinshagen (1:43 Polistil)

Porsche Carrera RS 2.7

Der Ausgangspunkt dieses Modells hat so ausgesehen: 

Porsche Carrera RS 2.7

Nein, dieses antike weisse Spielzeugauto des italienischen Massenmodell-Herstellers Polistil stammt nicht aus einem lange vergessenen Karton vom Dachboden. Es wurde auch nicht aus dem Sandkasten-Zubehör gerettet – selbst wenn das stark mitgenommene Äussere eine leidvolle Lebensgeschichte erwarten lässt. Statt dessen griff der Autor beherzt zu, als sich bei einem Schweizer Online-Auktionshaus die Möglichkeit bot, diese Miniatur für erstaunlich kleines Geld zu erstehen. Das Auto war billig, einfach weil es keiner wollte. Und das, obwohl der Carrera RS 2.7 mit seinem charakteristischen «Entenbürzel»-Spoiler im Original ein ikonischer Porsche ist: Das Top-Modell der Baureihe 911 Anfang der Siebziger, höchst erfolgreich im Motorsport, schon lange sehr gesucht und fast unbezahlbar.

Porsche Carrera RS 2.7

So etwas lässt man nicht stehen, auch nicht im Mini-Format. Könnte man meinen… Aber offenbar gibt es nur wenige Freaks, bei denen der Anblick eines inzwischen seltenen, doch abgerockten Spielkisten-Survivors die Phantasie weckt und sofort einen Projektplan entstehen lässt: Wie wird daraus ein Modell für das private Porsche-Museum? Das hat wohl auch damit zu tun, dass die grosse Zeit des Eigenbaus von Modellautos in 1:43 längst vorbei ist. Der Markt an Fertigmodellen ist derart (über)füllt, dass man fast jede 911-Version zu akzeptablen Preisen als Miniatur bekommt. Der Reiz der Originale befeuert auch den Wunsch der Sammler nach einer möglichst lückenlosen Kollektion. Und die Hersteller liefern, was das Zeug hält...

Porsche Carrera RS 2.7

Selbst zu bauen, ist also eine Absage an den Mainstream. Inzwischen ist man mit dieser Richtung des Hobbys ziemlich einsam, wie ich feststellen musste. Nur wenige Hersteller in Italien und Frankreich bieten noch Resine-Bausätze und Zubehör an. Bei einem grossen Schweizer Modellautoclub werden fleissig Fertigmodelle gesammelt – bauen oder umbauen in 1:43 tut aber inzwischen so gut wie keiner mehr. Dabei war Eigenbau vor der grossen Schwemme der industriell gefertigten Modelle der einzige Weg, sich eine Kollektion aufzubauen, anfangs durch Umbau von Spielzeugautos, später durch komplette Bausätze mit Karosserien aus Weissmetall und Resine.

Porsche Carrera RS 2.7

Doch Eigenbau funktioniert heute noch ebenso gut wie in den Siebzigern, Achtzigern und Neunzigern. Im Zeitraffer: Das Basisauto wird komplett zerlegt, der Lack der Karosserie abgebeizt und diese neu grundiert und lackiert. Mit passenden Decals für eine authentische Optik der gewünschten Rennversion erreicht man eine frappierend originalgetreue Wirkung. Der gelbe Renner wurde mit Decals von Arena Modelli aufgepeppt. Passende Räder runden die Optik ab. Hier war es der Radsatz mit den 911-typischen Fuchs-Fünfarmfelgen des italienischen Herstellers Tron Modelli, zusammengesetzt aus gedrehten Alufelgen mit Fotoätzteilen.

Porsche Carrera RS 2.7

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Fertig ist man damit noch lange nicht. Die Montage von Kleinteilen wie Scheibenwischer, Türgriffen, Spiegel, Antennen, Schmutzfänger und Zusatzlampen ist der reinste Zeitfresser. Im Cockpit vertreiben Sportsitze, Überrollbügel, Sicherheitsgurte und Feuerlöscher die Leere, die dem serienmässig einfachen und billigen Ausgangsprodukt von Polistil geschuldet ist. Aber die Mühe des Tunings lohnt sich. Denn damit kommen wir – einige Übung, scharfe Augen und ruhige Finger vorausgesetzt – nahezu auf Augenhöhe mit teuren Fertigmodellen, was den Grad der Detaillierung angeht. Gutes Fotomaterial des Vorbildfahrzeugs natürlich vorausgesetzt. Weil Porsches Wettbewerbswagen – auch der Carrera RS und RSR aus der F-Serie – auf den Rundstrecken und Rallyepisten der Siebzigerjahre aber chronisch erfolgreich waren und Siegertypen die Lieblinge der Fotografen sind, ist an Bildern – auch dank Internet – kein Mangel.

Porsche Carrera RS 2.7

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Das gilt auch für das gelbe Vorbildauto vom französischen Privatteam mit Gérard Swaton am Steuer und Bernard Cordesse auf dem Copiloten-Sitz, das bei der Rallye Monte Carlo 1979 teilnahm. Die drei (ich zähle das Auto fairerweise mal als wichtigen Beteiligten mit ; - ) kamen seinerzeit auf den 17. Rang des Gesamtklassements. Und da ich inzwischen noch zwei weitere Polistil-Carreras erwerben konnte, heisst es: Die Fortsetzung der Umbau-Aktion folgt, mit den beiden Porsches desselben Teams aus den Rallye-Monte-Carlo-Anlässen von 1977 und 1978!

Porsche Carrera RS 2.7

Porsche Carrera RS 2.7

Matthias Reinshagen

Publiziert am 17. September 2026

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