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Airliner

von Making of (1:144 verschiedene Hersteller)

Airliner

Prolog

Modelle von Airlinern, also Flugzeugen, die dem "gewerblichen Transport von Passagieren und Fracht durch Fluggesellschaften"(danke, Wiki) dienen, waren schon immer ein Nischenthema im Modellbau. Aber ich möchte weder jammern noch philosophieren, sondern nur an Hand von zwei Modellen zeigen, wie sie entstanden sind und welche Besonderheiten es da gibt.

Die Sparte in nur einem Stichwort beschrieben:

„Grüß mir die Sonne“

Airliner-Modelle gibt es in sehr vielen Maßstäben als Bausatz, das fängt bei 1:48 für eher kleine Typen wie die Douglas DC-3 an und geht bis 1:300 bei großen Typen wie Boeing 747. Der "typische Airlinermaßstab" ist 1:144, hier bekommt man fast alles, was in den letzten 90 Jahren zur zivilen Personen- und Frachtbeförderung entwickelt, gebaut und verwendet wurde.

In diesem Making of werden stellvertretend, anhand von zwei Beispielen, Airliner Bausätze aus zwei Jahrzehnten vorgestellt.

Boeing 727-200

Ein Oldtimer in jeder Hinsicht ist die Boeing 727. Das Original wurde zwischen 1963 und 1984 gebaut, mein Bausatz stammt aus dem Jahr 1982, wobei einige Teile aus Formen aus den Sechzigerjahren stammen. Die dazugehörige Bausatzvorstellung findet man hier:

https://www.modellversium.de/kit/artikel.php?id=14413

Man könnte den Bausatz natürlich schön brav nach der Bauanleitung zusammenpicken und gut ist´s. Das ist im Wesentlichen auch mein Plan. Wichtig auf jeden Fall - ein wenig Ballast im vorderen Rumpfbereich einbauen. Ich nehme dazu Knete, die ist billig, schwer und passt sich den Platzverhältnissen gut an. Damit sie an ihrem Platz bleibt und nicht die Fensteröffnungen blockiert, baue ich ein paar "Halterungen" aus Resten ein.

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Weil es damals einfacher herzustellen war, sind viele Konturen und Details auf den Teilen erhaben dargestellt:

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Wenn das stört, gibt es die Möglichkeit, diese erhabenen Konturen selbst zu gravieren und das Erhabene wegzuschleifen. In dieser Disziplin bin ich eher ungeschickt, also habe ich die Teile auf den Scanner gelegt und an Hand der Scans Decals gedruckt. Nach dem Scannen habe ich die störenden erhabenen Linien weggeschliffen.

Bei so alten Bausätzen sind auch bei vielen Teilen zu dicke Materialstärken zu sehen. Wer es etwas vorbildgetreuer haben will, muss das durch Schleifen oder Aufbohren beheben, wie z.B. an dieser Schubdüse des mittleren Triebwerks:

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Ein für die Airfix-727 typischer Fehler ist das Weglassen des Grenzschichtzaunes an der Tragflächenvorderkante. Ein Schnitt an passender Stelle, in den ein entsprechend geformtes dünnes Stück Kunststoff, z.B. aus Verpackungsblister oder Telefonwertkarte oder Ähnlichem, eingefügt wird.

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Die Form und Position kann man auf Vorbildfotos aus dem Web ersehen, empfehlenswert sind Seiten wie „airliners.net“ oder „Airlinercafe.com“

Die weiße, fertige Tragfläche ist bereits grundiert, die silbergraue ohne Grenzschichtzaun zeigt die verschliffenen, weißlichen Spachtelstellen. Dieses Ausgleichen von Sinkstellen, Fugen etc. ist nicht nur bei älteren Bausätzen ein notwendiger Schritt.

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Die Farbgebung und das Aufbringen der Decals sollte sich immer nach der Bauanleitung UND dem Bildmaterial über das Original orientieren. Ich behandle alle Decals vorsorglich mit Decal-Softener (Weichmacher), nachdem ich ihre Verträglichkeit an unkritischer Stelle oder auf einem Probierstück getestet habe. Die dieses Mal verwendeten Originaldecals aus dem Bausatz sind sehr robust und vertragen wiederholte Behandlung ohne Nebenwirkungen.

Diese zuvor genannten Websites sind auch hilfreich, wenn es um Details wie Antennen und Beacons (diese rot blinkenden Leuchten auf Rumpfober- und Unterseite) geht.

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Diese Beacons lassen sich sehr einfach mit einem Stück gezogenen Gussast darstellen, der an einem Ende abgerundet und rot bemalt ist und so in ein gebohrtes Loch im Rumpf gesteckt wird, dass nur mehr das rote Ende passend herausschaut.

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Die durchbrochenen Kabinenfenster habe ich genauso hergestellt, wie vor über 40 Jahren von Airfix vorgesehen: Auf das fertige, lackierte Modell werden die Decals aufgebracht und mit dem beiliegenden "Stanzwerkzeug" durchstossen.

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Hier empfehle ich, die Stanzkanten mit Decal-Softener extra zu behandeln und anschließend eine erste Schicht Decklack aufzubringen.

Wenn Lack, Decals und klarer Decklack gut durchgetrocknet sind, kann man sich dem Fahrwerk widmen. Bei so alten Bausätzen sollte man entweder die Klappen des Fahrwerks dünner schleifen oder durch dünneres Material ersetzen.

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Bei der Fahrwerksmontage wieder mit dem "Flaschentrick" (siehe Making of Small Scales) die korrekte Ausrichtung überprüfen:

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Die Flügelspitze sollte links wie rechts auf dieselbe Stelle des EAN-Codes oder vergleichbarer typischer Stellen zeigen.

Damit alle Räder gleichmäßigen Bodenkontakt haben, das fertige Modell vorsichtig über feines Schleifpapier schieben, bis alle Reifen wieder an einer Stelle das Plastikmaterial zeigen.

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Das letzte Bild zeigt auch die selbstgemachten Decals, welche die erhabenen Strukturen ersetzen.

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Ein letzter Schritt noch ganz im Sinne von klassischem Airliner Modellbau: Das Verschliessen der Kabinenfensteröffnungen mit ClearFix oder Kristalklear oder Ähnlichem. Ich nehme dazu einen Zahnstocher mit anmontierter Stecknadel.

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Mit dem aufgenommenen Tropfen in der Fensteröffnung 1-2 Mal an der Kante entlang fahren, so dass alle Kanten gut benetzt sind und sich eine zusammenhängende Haut bildet. Bei der Zu- und Wegführung des Werkzeugs darauf achten, dass die Umgebung des Fensters sauber bleibt.

Photos des fertigen Modells der Airfix 727-256 Iberia:

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Airliner

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Die am Modell gezeigten Landescheinwerfer, Frachtraumtüren und Triebwerkstencils sind Decals, teilweise selbstgemacht, teilweise Zukauf, also andere Decal-Sets.

Noch mehr Fotos dieses Modells findet ihr unter

https://www.modellversium.de/galerie/artikel.php?id=19799&origin=mb

Airbus A320 neo

Das zweite Beispiel ist NEU, also das Original ist aktuell begehrtes Equipment vieler Airlines, der Bausatz wurde vor fünf Jahren von Zvezda auf den Markt gebracht: Airbus A320 neo, hier auf MV vorgestellt: 

https://www.modellversium.de/kit/artikel.php?id=14191

Ich möchte aber einen A320 neo der Austrian Airlines bauen, und das bedeutet es müssen andere Triebwerke her. Die SAS-Maschine ist eine A320-251N, fliegt also mit CFM-LEAP-Engines. Austrian hat A320-271N, hier liefern Pratt & Whitney PW1127G den Antrieb. Zum Glück hat Zvezda alle Teile für beide Varianten auf den Spritzrahmen, man muss nur jene nehmen, die nicht in der Bauanleitung genannt sind und diese sinngemäß zusammenfügen.

Dieser Bausatz bietet die Möglichkeit, das Modell in drei Betriebszuständen darzustellen: Am Boden rollend/geparkt mit belastetem Fahrwerk; im Landeanflug, Landeklappen und das entlastete Fahrwerk ausgefahren oder im Reiseflug, alle Klappen und Fahrwerk eingefahren. Experten finden sicher weitere attraktive und technisch plausible Kombinationen. Weil bei mir fast alle Modelle aus Platzgründen geparkt dargestellt werden, wird auch diese A320 so gebaut.

Fangen wir ganz normal mit dem Cockpit an, welches immerhin aus 8 Teilen besteht:

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Nachdem die durchsichtigen Fenstereinsätze laut Bauanleitung, ebenso wie die Tür links vorne, ihren Platz gefunden haben und wir wie bei der Boeing zuvor ausreichend Ballast-Knete in den vorderen Bereich der Rumpfhälften gegeben haben, können diese verklebt werden.

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Die Tragflächen könnte man mit aktivierten Auftriebshilfen bzw. Landeklappen bauen, mache ich diesmal nicht. Auch bei so "modernen Bausätzen aus gutem Hause" müssen die Nahtstellen mit Spachtelmasse bedeckt werden.

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Während der Rumpf trocknet, bereiten wir die Teile für die Triebwerke vor:

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Während bei dem Uralt-Kit der Boeing 727 ein Triebwerk aus drei Teilen bestand, sind hier 14 Teile für jedes der beiden Triebwerke zu bemalen und zusammenzubauen. Das "Pastell-Türkis" der Innenseiten kann man bei allen neuen PW1100-Triebwerken sehen, das ist keine Laune von mir. Während die farbliche Gestaltung der Triebwerke trocknet, könnte man sich dem Höhenleitwerk widmen, das auf dem "Revell-grau 371 über alles" dann noch eine alu/silberne Vorderkante bekommt.

Die Spachtelarbeiten am Rumpf sind getrocknet, das Abschleifen zeigt deren Notwendigkeit, auch an den Tragflächen:

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Zum Thema „Spachteln“ gibt es ausführliche Informationen in unserem

Online-Kurs Plastikmodellbau für Anfänger Teil 12 „Spachteln, Spachtelmasse & Wachsspachtel“ in den Tips & Tricks in Modellversium.

Nach dem Schleifen kommt eine weiße Grundierung über das Ganze, danach weißer seidenmatter Lack, ich nehme Spraydosen für diese Schritte.

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Nach dem Trocknen des Lacks (ein Automotive-Produkt, das nach 24h voll trocken und ausgehärtet ist) wird der Rumpf abgeklebt, er soll ja weiß bleiben. Die Tragflächen werden Revell-grau 371.

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Die Vorflügel sind hier extra zu montieren, es gibt zwei Garnituren für "ausgefahren" und "eingefahren". Am geparkten Flugzeug sind sie üblicherweise eingefahren, daher kommt diese Garnitur zum Einsatz und wird vor dem Einbau alu/silberfarbig lackiert.

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Die Triebwerke sind auch inzwischen bis auf die Einlaufringe fertig. Letztgenannte werden auch silbrig lackiert.

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Weil Rumpf und Tragflächen jetzt trocken sind, können die roten Akzente der „Austrian“-Bemalung aufgetragen werden, wofür ich Revell 330, seidenmatter Emaillack nehme.

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Passt optimal zum rot der Decals. Die silbernen Vorflügel kann man auch schon montieren und Details farblich absetzen - nach Vorbildfotos natürlich.

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Stichwort Decals: Der von mir verwendete Bogen ist für alle A320 der Austrian gedacht, weil ja auch die älteren Maschinen den neuen Anstrich erhalten. Ich habe daher einige kleine Anpassungen machen müssen. Es sollte aber auch ohne gehen. Weil die Beschriftung über die Kabinenfenster geht, habe ich bei diesem Modell alle Fenster durch Decals dargestellt. Die Cockpit-Inneneinrichtung hätte ich mir also sparen können.

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Dann also die Decals aufgetragen und das Fahrwerk vorbereitet.

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Aber es gibt noch einen großen Fehler zu beheben... Zvezda hat für die Landescheinwerfer zwei kleine Klarsichtteile für die Montage am Bugfahrwerk und zwei kreisrunde silbrige Decals für die Flügelunterseite vorgesehen. Die A320 neo von Austrian Airlines haben weder das eine noch das andere, sondern in der Flügelwurzel versenkte sogenannte "Multi-Functional Runway Lights".

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Für die habe ich an entsprechender Stelle Löcher gebohrt, diese mit silbriger Farbe und einem feinen Pinsel ein wenig eckiger gemalt und das Loch mit ClearFix verschlossen.

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Und weil wir gerade bei "Last minute repairs" sind: Auch die vordere der kleinen Beulen am Rumpfrücken mußte weg, weil am Original nicht vorhanden. Die "nachträgliche Reifendruckanpassung", also das Planschleifen der Standflächen der Reifen, gibt es auch hier.

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Zu den Decals: Alle Lfz-Kennzeichen, den Taufnamen und den blau geschriebenen Werbetext habe ich nach Vorbildfotos selbst hergestellt, die Bemalung des Seitenleitwerks ist ebenfalls ein Decal, das ich nach einem Profile von Rainer Selisko vom IPMS Austria erstellt habe.

Bilder des fertigen Modells Zvezda Airbus A320:

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Noch mehr Fotos und ein paar Angaben zum Original sind hier zu finden:

https://www.modellversium.de/galerie/18-flugzeuge-zivil/19886-airbus-a320-271n-zvezda.html

Epilog

Zwischen dem Design des 727-Bausatzes und jenem des A320 neo liegen also 40 Jahre Formenbau. Bei beiden Bausätzen kann man mit ein paar Verbesserungen ein ordentliches Ergebnis erzielen. Der neuere Bausatz bietet sehr viel mehr Möglichkeiten, im positiven wie im negativen Sinn. Schöne Modelle sind es allemal.

 

Happy Modeling

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Galerie Johannes Wipauer auf Modellversium siehe:

https://www.modellversium.de/galerie/modellbauer.php?id=5555

 

Bausätze:

Airfix No. 903180: Boeing 727-200 Iberia (1:144)
Airfix No. 903180: Boeing 727-200 Iberia (1:144)

Zvezda No. 7037: Airbus A320neo SAS (1:144)
Zvezda No. 7037: Airbus A320neo SAS (1:144)

Angaben zu diesen Bausätzen im folgenden Text
Angaben zu diesen Bausätzen im folgenden Text

Hasegawa No. 10711: Boeing 777-300 (1:200)

Revell No. 4884: Embraer 195 (1:144)

Zvezda No. 7009: Suchoi Superjet 100 (1:144)

 

Weitergehende Informationen und Bausatzvorstellungen zu diesen, aber auch weiteren Bausätzen finden sich u.a. in der Kit-Ecke von Modellversium.

 

Coming soon ...

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Making of

Publiziert am 01. November 2026

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