Vought F-8E Crusadervon Martin Pohl (1:48 Esci)
Am 6. Juni 1957 an Deck des Flugzeugträgers USS „Saratoga“ schreiben die zwei im Anflug befindlichen Jets unter den Augen von Präsident Dwight D. Eisenhower Geschichte. Die beiden Vought F-8 Crusader der Teststaffel VX-3 waren die ersten Jets , die von einem Träger im Pazifik, der vor Kalifornien kreuzenden USS „Bon Homme Richard“, zu einem andern Carrier im Atlantik vor Florida flogen, und das in nur drei Stunden und 28 Minuten. Bei der Landung offenbaren die Jäger ihr einzigartiges Markenzeichen: den um sieben Grad hochklappbaren Flügel. Durch diese Besonderheit wurde eine deutlich bessere Sicht für den Piloten bei der Landung auf einem Flugzeugträger erzielt, da sich der Rumpf trotz des notwendigen Anstellwinkels so fast in horizontaler Lage befand. Weitere Vorteile waren die niedrige Anfluggeschwindigkeit und das kurze Hauptfahrwerk. Damals galt die Tragfläche als Meisterwerk, hielt sie doch hohe g-Belastungen aus und beinhaltete sogar Treibstofftanks. Sie war mit Landeklappen und großen Vorflügeln ausgestattet, die automatisch auf 25 Grad ausfuhren, sobald der durch ein Scharnier am hinteren Holm befestigte Flügel mittels eines hydraulischen Stellzylinders angehoben wurde.
Die ungewöhnliche Innovation war riskant, schließlich ging es für Vought im Jahr 1952 nach dem kartellrechtlich bedingten Ausscheiden aus der United-Aircraft-Gruppe ums Überleben. Praktisch musste die Firma die Ausschreibung der US Navy für einen trägergestützten Überschalljäger vom 19. August desselben Jahres gewinnen, um weiter im Geschäft zu bleiben. Zudem hatten sich die Nachkriegsentwicklungen F6U Pirate und F7U Cutlass nicht gerade als durchschlagende Erfolge erwiesen.
Entsprechend groß war die Herausforderung, denn die Marine suchte ein Flugzeug, das eine Höchstgeschwindigkeit von Mach 1,22 und eine Steigrate von 7600 Meter pro Minute bot, gleichzeitig aber für den Einsatz auf Flugzeugträgern eine Landegeschwindigkeit von unter 200 km/h aufweisen sollte. Das Luftfahrtbüro der Navy (Bureau of Aeronautics, BuAer) schickte die Spezifikation außer an Vought auch an Convair, Douglas, Grumman, Lockheed, McDonnell, North American und Republic.
Kurz gefasst, Vought ist mit dem Crusader ein guter Wurf gelungen, der die Firma für längere Zeit im Geschäft hielt. Denn im Mai 1953 gab die US-Marine Vought als Gewinner bekannt und bestellte drei XF8U-1-Prototypen des Modells V-383. Der dritte Jet diente später statischen Belastungstests. Das Roll-out der ersten Maschine (138899) erfolgte am 22. Februar 1955 in Dallas, Texas. Aufgrund der noch zu kurzen Startbahn dort transportierte das Unternehmen sein neuestes Produkt zur Edwards Air Force Base. Dort hob die XF8U-1 am 25. März 1955 mit Cheftestpilot John Konrad am Steuer zu ihrem Erstflug ab und erreichte direkt Mach 1.05 im Horizontalflug. Damit erzielte erstmals ein Marinejäger bei seinem Jungfernflug Überschallgeschwindigkeit.
Den Bausatz, den ich mir vorgenommen habe, ist ein sehr alter Bekannter, der F-8E in 1/48 von ESCI, laut Scalemates stammen seine Formen aus dem Jahr 1978, wiedermal ein Oldie also. ESCI hat in den 70ern und 80ern viele Bausätze herausgebracht, die sonst kaum ein anderer hatte. Das machte ESCI sehr interessant. Auf der anderen Seite waren ESCI Bausätze meist stärker vereinfacht wie z.B. Monogram. Wer das verfolgt, weiß aber auch, dass so einige ESCI Bausätze von Italeri und auch Revell immer noch ab und zu neu aufgelegt werden.
Diesmal habe ich auch Zurüstteile verbaut, für die Fahrwerksschächte und das Cockpit. Alle Zurüstteile, die von Aires wie auch die von Eduard, waren entweder für den Monogram oder den Hasegawa Bausatz gedacht. Das führte zu einigen Umbauarbeiten. Aber der Reihe nach: zuerst wurden alle Hauptbauteile abgeschliffen und neu graviert. Das war bei diesem Bausatz recht einfach, da die Spritzlinge in silbergrau ausgeführt waren. Dabei bleiben die abgeschliffenen erhabenen Gravuren sichtbar.
Danach folgten dann die Einpassarbeiten angefangen bei den Aires Fahrwerksschächten. Der Monogram Bausatz muss im Bereich des Hauptfahrwerks schmäler sein, für den ESCI Bausatz war das Teil somit zu schmal und musste in der Mitte auseinander gesägt werden. Eingebaut mussten an den Seiten mit Plastikkarte ausgebessert werden. Letzten Endes musste das Hauptfahrwerk selbst ebenfalls an die Aufnahmen des neuen Fahrwerkschachtes angepasst werden.
Der Frontfahrwerkseinsatz passte in der Breite aber nicht in der Länge, hier wurde dann nachgebessert. Das Aires Cockpit passte in der Breite recht gut, allerdings in der Länge nicht ganz, es wurden daher dafür ebenfalls Anpassungen gemacht.
Da der Crusader auch heute noch auf seinen eignen Beinen steht, scheint es mir stabil genug gelungen zu sein.
Trotz dieser Umbauten an den Resin-Teilen würde ich sagen, dass es sich gelohnt hat. Zumindest für den Crusader. Wie man an den anderen meiner Beiträge sehen kann, bin ich kein prinzipieller Verfechter der generellen Verwendung von Zurüstteilen, aber ab und zu macht es auch für mich Sinn und es macht mir auch Spaß.
Der Rest des Zusammenbaus ging dann nach Anleitung voran. Das wirklich Schöne an reichhaltig detaillierten Cockpits ist für mich die Bemalung, da kann man sich dann so richtig austoben.
Wo wir bei Bemalung sind, natürlich musste der Crusader in der Zweiton US Navy Lackierung bemalt werden, kann man einen Crusader anders bemalen? Doch bevor es damit losging musste so einiges verspachtelt und verschliffen werden, was klar ist, nach soviel sägen und schneiden. Die Bemalung selbst ist recht unspektakulär, unten weiß, oben grau. Nach einem Überzug mit klarem Glanzlack kamen die Abziehbilder zu Einsatz, ja, es sind jene des Bausatzes, wobei ich sagen muss, dass die schon sehr störrisch waren, vielfach gebrochen sind und einiges an Nachbesserungen brauchten. Wie dem auch sei, jetzt sind sie dran und wie immer, mit Decals sieht ein Flieger einfach besser aus.
Nach den Decals kam dann das übliche Prozedere, seidenmatter Klarlack, Ölwashing, matter Klarlack und noch ein paar Detail Gebrauchsspuren. Zum Schluss dann die diversen bemalten Kleinteile ankleben, auf den Laufsteg, Fotos und fertig. Als Referenzen diente wie immer das Internet. Martin Pohl Publiziert am 15. August 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |