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DGzRS Verena

von Roland Kunze (1:72 Revell)

DGzRS Verena

Zum Vorbild

Nach den guten Erfahrungen mit dem Tochterboot-Typ des 36,5-Meter-Seenotkreuzers hat die DGzRS auch für die Hermann Marwede im Jahr 2012 ein schnelles Festrumpfschlauchboot (Rigid Inflatable Boat/RIB) mit geschlossener Kajüte angeschafft, das in der Heckwanne mitgeführt wird. Das Boot wurde von MST (Marine Specialized Technology) gebaut. MST ist ein Hersteller von kommerziellen RIBs und Hochgeschwindigkeits-Arbeitsbooten, die speziell nach Kundenwünschen entworfen werden. Die Firma hat ihren Sitz in Liverpool.

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Das neue RIB hat das erste Tochterboot (9,5-Meter-Klasse) ersetzt, das nun als eigenständige Einheit auf einer anderen Station eingesetzt wird. Dank des geringen Tiefgangs von nur 0,65 Meter kann das neue Boot auch in flachen Gewässern, beispielsweise um Sandbänke und Untiefen herum, eingesetzt werden. Es ist bei 8,90 Meter Länge mit zwei Jetantrieben, die je 256 PS leisten, ausgerüstet und läuft eine Höchstgeschwindigkeit von 32 Knoten (ca. 59 km/h).

DGzRS Verena

Das Modell

Die Teile meines Modelles stammen zwar aus dem Marwede-Kit, da Revell aber mittlerweile einen eigenständigen Bausatz anbietet, stelle ich meine Verena in einem eigenen Beitrag vor. Während die Bauteile aus beiden Kits identisch sind, gibt es einen Unterschied bei den Decals. Der Bogen aus dem Verena-Kit ist umfangreicher, Bilder für die farblich abgesetzten Anti-Rutsch-Segmente auf den Schlauchwülsten und Flaggen liegen hier mit bei.

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Die 42 Bauteile passen gut zueinander und sind deshalb relativ einfach und schnell zusammengefügt, hier trifft die von Revell getroffene Einstufung in Level 3 ohne Frage zu. Während der Fahrstand recht gut nachgebildet und detailliert ist, fallen im Aussenbereich immer wieder Vereinfachungen auf. Hier kommen dann Eduard-Ätzteile (die dem Marwede-Satz beiliegen) ins Spiel, die das Ganze dann aber erheblich anspruchsvoller machen. So gibt es eine Anzahl kleiner und teilweise sehr filigran ausgeführter Teile zu verbauen.

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Freistehende Handläufe, filigrane Scheibenwischer, die (von Bausatzseite her fehlende) um die Kajüte laufende Sicherungsschiene, Ösen und Haltebänder sowie die fein strukturierten Anti-Rutsch-Segmente werten das Erscheinungsbild erheblich auf. Auch die Tür zur Kajüte ist mit freistehenden Vorreibern schön nachgebildet. Jedoch kann man meiner Ansicht nach auf die Ätzteile für die verschiedenen Armaturenbretter im Fahrstand gut verzichten, hier ist die Detaillierung der Bausatzteile (wie bereits angemerkt) völlig ausreichend, da der Einblick in den Fahrstand sowieso nur beschränkt möglich ist.

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Auch das Textilnetz für den achteren Abschluss des Fahrstandes liegt als sauber und fein geätztes Teil bei, laut Eduard soll es in den frei geschnittenen Rahmen des Bausatzteiles eingefügt werden. Was aber macht man mit der Schwimmweste auf der Innen- und dem kleinen Kasten auf der Aussenseite? Da bleiben Reste auf den Rahmenrohren zurück, mit der Option, beim Glätten den Rahmen zu zerstören.

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Diesen Stress habe ich mir erspart und den Rahmen nach dem noch ganzen Bausatzteil aus Evergreen-Rundmaterial nachgebaut. Dann die Schwimmweste aus dem Bausatzteil herausarbeiten, den Kasten ebenfalls aus Evergreen-Streifen nachbauen und an das eingesetzte Gitter anzubringen, erschien mir die sinnigere Lösung.

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Eine vorbildgerechte Lackierung macht den Bausatz-Level 3 dann aber gänzlich obsolet. Allein der Rumpf ist mit sechs verschiedenen Farben zu lackieren, die alle sauber abgeklebt sein wollen, und das auf diesem kleinen Raum. Weiter geht es dann mit der Lackierung des Aufbaues, insbesondere der rote Streifen unter den Fahrstandfenstern ist heikel.

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Ein erster Versuch, rot auf weiß zu lackieren, stellte mich nicht zufrieden. Weder waren die Begrenzungslinien des roten Streifens parallel, noch die Streifen auf beiden Seiten gleich breit. Zwar reden wir hier von Abweichungen im unteren Zehntelmillimterbereich, aufgefallen ist es aber trotzdem. Im zweiten Versuch wurden dann die vorlackierten roten Flächen mit exakt zugeschnittenen Streifen maskiert und mit mehreren dünnen Schichten Weiß überlackiert, was schließlich zu einem zufriedenstellenden Ergebnis führte.

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Zu guter Letzt kamen an den Aufbau freistehende Positions- und Deckslampen, die Bausatzantennen wurden durch welche aus Stahldraht ersetzt, ebenso entstand das Blaulicht aus Stahldraht, Sheet und blauem Klarsichtmaterial aus der Restekiste.

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Fazit

Aus der Box gebaut ist es ohne Frage ein nettes Anfängermodell bzw. in der Heckwanne plaziert, eine ausreichend detaillierte Ergänzung für die Hermann Marwede. Für ein eigenständiges Modell darf aber noch einiges, unter anderem mit Hilfe der Ätzteile (die Eduard aber ärgerlicherweise nicht einzeln anbietet) verbessert werden. So kann ein Modell entstehen, das eigentlich zu schade ist, um es in der Tochterbootswanne zu verstecken.

DGzRS Verena

Roland Kunze

Publiziert am 04. Februar 2020

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