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Du bist hier: Home > Kit-Ecke > AK Interactive > Photographers-different eras/Fotografen-verschiedene Epochen Photographers-different eras/Fotografen-verschiedene Epochen(AK Interactive - Nr. 35015)
Produktinfo
Besprechung
Im RegalFür ein anstehendes Diorama (Dreharbeiten für die „Deutsche Wochenschau“) fand sich eine im Bastelregal schlummernde Figurenpackung von AK: Fotografen verschiedener Epochen. Grund genug für mich, den Inhalt unter die Lupe zu nehmen, bevor es an den Bau geht. „Kriegsberichter“, wie sie bei der Wehrmacht hießen, gab es schon seit einiger Zeit, allerdings aus kleiner Auflage in Resin gegossen. Man denke beispielsweise an den US-Kameramann von PlusModel (Nr. 307). Bronco, ein chinesischer Hersteller brachte dann 2013 britische und Commonwealth-Journalisten - im Spritzgussverfahren hergestellt - auf den Markt (Nr. 35140). AK ergänzte 2022 dieses Angebot um vier Figuren, zwei Journalisten in Uniform aus dem zweiten Weltkrieg und zwei Zivilisten aus den letzten Jahrzehnten – geschätzt etwa zwischen 1990 und heute.
Die FigurenFigur 1 Ein US-Amerikaner mit Stahlhelm, lächelnd, die Balgenkamera mit aufgestecktem Blitzlicht um den Hals gehängt und vor dem Bauch haltend – in lockerer Haltung, situativ vor oder nach einer Aufnahme. In typischer tadelloser Uniform: Hemd, Feldbluse, Hose, Gamaschen, Stiefel. Einsatzort v.a. West- und Südeuropa nach den Landungen in Sizilien, Südfrankreich und der Normandie; auch im Nachkriegstrümmerdeutschland gut vorstellbar. Für den pazifischen Raum waren Gamaschen besonders zu Beginn des Krieges und bei der Marineinfanterie verbreitet. Eine ähnliche Figur (ohne Gamaschen) gab es in 1:35 schon einmal als Beigabe zum japanischen Amphibienfahrzeug Ka-Tsu (Dragon Nr.6839, 2017). Figur 4 In der Hocke sitzend. Im langärmeligen Hoodie, mit Jeans und Sneakers bekleidet würde man ihn zeitlich gerne den Übergangsjahreszeiten zuordnen. Markant durch die Glatze (Sonnenschutz?) könnte man ihn sich ebenfalls von der Ukraine bis an die Levante vorstellen. Eine Einschränkung des Zeitraums erscheint mir auch durch den Rucksack mit nur einem Umhängeriemen (Bodybag) gegeben. Fotorucksäcke erleben wohl seit 2000 einen Boom. Figur 3 und 4 verwenden wahrscheinlich eine Systemkamera, wofür auch jeweils der Rucksack spricht.
Figur 2 Kriegsberichter der Wehrmacht mit Filmkamera, der offensichtlich Aufnahmen für die Wochenschau macht, mit denen man an der „Heimatfront“ die Kinogänger über die Kriegserfolge „informierte“ und so viele ideologisch bei der Stange, sprich auf Kriegskurs, hielt. Seine Bekleidung besteht aus Feldmütze und Feldjacke mit Koppel, Feldhose und „Knobelbechern“. Sein Einsatzort ist besonders unter klimatischen Aspekten zu sehen (keine Handschuhe und kein Kälteschutz) – im Prinzip abhängig von den Jahreszeiten von Kreta bis Narvik möglich. Der Kameramann steht in aufrechter Haltung beim Filmen. Bei der Kamera dürfte es sich um eine 35 mm Arriflex handeln. Zusätzlich trägt er eine Art Akkubox. Figur 3 Stehend mit Vollbart und Baseball-Kappe als Sonnenschutz, T-Shirt, Hose mit Seitentasche sowie Sportschuhen kommt er v.a. für den Sommer und warme bis tropische Regionen in Frage. Kappe und Rucksack schränken meiner Meinung nach den Einsatzzeitraum ein: etwa ab 2000. Ein Typ, wie man sich ihn im Sommer in der Ukraine vorstellen könnte. Aber auch im südlichen und östlichen Mittelmeerraum sowie zwischen Euphrat und Tigris könnte man ihn verorten. Selbst irgendwo in den Tropen könnte er fotografieren. Ohne Kappe und Rucksack auch in Vietnam. Der Rucksack erinnert stark an einen modernen Funktionsrucksack, möglicherweise an einen frühen Fotorucksack, hier ein Beispiel.
Verwendung und Umsetzung der FigurenWährend Figur 1 und 2 durch die Uniform im militärischen Kontext ihrer Zeit (bis 1945) nur für einen schmalen zeitlichen Einsatzkorridor geeignet sind, lassen sich die beiden Neuzeitler ab etwa 2000 (vielleicht sogar zehn Jahre früher) bis heute nutzen, auch zivil (z.B. für Sportveranstaltungen) – hier scheint mir eher der Maßstab einschränkend zu sein. Für Figuren aus Spritzguss ist die Ausführung im Gesamten wie im Detail ansprechend und sorgfältig gestaltet. Nacharbeiten müssten nach erster Betrachtung überschaubar bleiben, wenn man von Umbauten absieht, wozu besonders die beiden Figuren aus der Neuzeit einladen. Da die Kopfbedeckungen und Rucksäcke separat angebracht werden, kann man den Einsatzzweck und -zeitraum mit relativ einfachen Mitteln erweitern. So lassen sich z.B. relativ problemlos Schutzwesten anmodellieren und Stahlhelme ergänzen, wie sie z.B. in Nachrichtensendungen immer wieder hinter dem Mikrofon zu sehen sind. Auch der Bartträger dürfte sich bereits durch einen Boonie Hat auf Presseeinsatz in Vietnam trimmen lassen.
Bauanleitung und der BemalungsschlüsselDie Bauanleitung und der Bemalungsschlüssel (ausschließlich AK Interactive Acrylics) finden sich auf der Rückseite der Bausatzverpackung. Damit lässt sich arbeiten, zumal die WWII-Figuren farblich keine Sensationen bereithalten und bei den modernen Zivilisten nach eigenem Gutdünken bemalt werden kann.
Darstellbare Maschinen:
Stärken:
Schwächen:
Anwendung: Für alle, die gerne Figuren (um-)bauen und bemalen sowie Vignetten oder Dioramen gestalten. Der Zusammenbau sollte keine Probleme bereiten. Mit einer Kopflupe, einer Nasspalette und feinen Pinseln verliert für mich auch das Bemalen seine Schrecken. Zumindest glaube ich, Fortschritte zu erkennen. FazitEs gibt zwar bereits eine Reihe Kriegskorrespondenten in Resin (u.a. Royal, DEF-Model), deren Preis aber erst in einer Größenordnung beginnt, zu dem man den AK-Bausatz bereits erhält. AK schließt so eine nicht unbedeutende Lücke im 1:35er Spritzguss, um in einem Diorama Kriegsberichterstattung zu thematisieren. Empfehlenswert! Weitere InfosReferenzen
Diese Besprechung stammt von Thomas Ehrensperger - 20. Februar 2026 Du bist hier: Home > Kit-Ecke > AK Interactive > Photographers-different eras/Fotografen-verschiedene Epochen © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |