Leopard 2A7A1(Revell - Nr. 03360)
Produktinfo
Besprechung
Ganz aktuellDer Leopard 2A7A1 repräsentiert die neueste Evolution der erfolgreichen Leopard-Serie. Die Bundeswehr investiert mit einer Bestellung von 17 Einheiten über 525,6 Millionen Euro in diese Modernisierung ihrer Panzerflotte. Das aus Israel stammende Trophy Active Protection System (APS), ein abstandsaktives Schutzsystem, erfasst anfliegende Flugkörper mittels Radar und vernichtet diese in Bruchteilen von Sekunden mit den zwei Werfereinheiten auf dem Turm des Panzers, bevor sie die Panzerung erreichen, was ihn zu einem der bestgeschützten Kampfpanzer weltweit macht. Weil keine zusätzliche Reaktivpanzerung erforderlich ist, bleibt das Kampfgewicht des Panzers moderat und seine Beweglichkeit hoch. Der Leopard 2 A7A1 ist quasi eine Kombination aus dem Leo 2A6M A3 und 2A7, bei dem zusätzlich das Trophy APS angebracht wird. Außerdem werden das 20kW Hilfsaggregat in der hinteren, rechten Rumpfseite und die Turmkühlanlage des 2A7 verbaut. Die Weiterentwicklung zum Leopard 2A8 ist bereits mit 105 Einheiten fest eingeplant. (Quelle: revell.de, bundeswehr.de und Tankograd)
Eine Menge Plastik in der BoxDer Leopard 2 wurde von Revell im Maßstab 1:35 immer wieder mal bis zum Jahr 2004 als Wiederauflage des Italeri-Modells angeboten. Erstmals im Jahr 2012 brachte Revell einen "eigenen" Leo in der Variante 2A6/ A6M als Bausatzneuheit im Maßstab 1:35 heraus. Die Bausatzreihe wurde zwischenzeitlich, quasi parallel zur technischen Entwicklung des Originals, immer weiter modifiziert, wobei Revell zunächst die früheren Typen A4 und A5 in das firmeneigene Modellprogramm aufnahm. An dieser Stelle sei auf die aussgekräftige Modellbesprechung bei MV aus dem Jahr 2015 von Diethelm Berlage verwiesen, die einen guten Überblick über die Modellreihe gibt, und auch die Vorteile des Kits im Vergleich zu anderen Herstellern sehr anschaulich verdeutlicht. Der vorliegende Kit basiert auf dem von Revell erstmals 2024 als Leopard 2 A6M+ veröffentlichten Modell. Dessen Bauteile werden teilweise verwendet, um die vorliegende Variante A7A1 zu erstellen: die kompletten Lauf- und Antriebsrollen und Panzerketten, Kanonenrohr, Turmober-, -seiten- und -unterteile, Turmluken, Wannenunterseite, Motorlüftergitter, und einige Abdeckungen / Panzerschutzelemente. Neu hinzukommen die Spritzlinge
Es verbleiben zahlreiche Bauteile der früheren Modelltypen für die Ersatzteilkiste, unter anderem die kompletten Rumpfober- und -seitenteile der Varianten A4 bis A6 (Spritzlinge A und B).
Die Bauteile des Kits im Überblick
Besonderheiten beim BauAuf der Vorderseite der Bauanleitung ist ein etwa zehn Zentimeter langes Stück Metalldraht befestigt. Es dient in Baustufe 92 zur Darstellung der Funkantennen - die Bausatzteile R235 sollen um die angegossene Antennensehne gekürzt und stattdessen der Metalldraht durch Erhitzen in den jeweiligen Antennenfuß "hineingeschmolzen" werden. Der beiliegende Acetatbogen (Klarsichtmaterial) soll zurechtgeschnitten und als Verglasung des Kommandanten-Periskops (Baustufe 52) sowie der beiden Besatzungs-Schutzschilde ("crew shields") in den Baustufen 71 und 80 eingesetzt werden. Die crew shields wiederum werden zwischen Turmluken und der Werfereinheit des Trophy montiert und sind ein markantes optisches Merkmal des Leos 2A7A1 auf den Turmoberseiten. Die Abschleppseile am Spritzling D aus Vinyl liegen nur der Form halber bei - sie werden komplett durch die Teile R 240 und 247 bis 249 ersetzt. Diese filigran wirkenden Polystyrolseile wirken etwas realistischer als diejenigen aus Vinyl. Nur eine Frage: warum hat Revell die beiden Vinyl-Spritzlinge D überhaupt in die Box gepackt? Sie bleiben komplett unbenutzt. Kein Problem sehe ich bei der Verwendung des zweiteiligen Kanonenrohrs: wer hier nach dem Verkleben der beiden Rohrhälften die Klebenaht sauber bearbeitet und einen eventuell entstehenden Grat beseitigt, wird kein einteilig gegossenes Tuningteil des Aftermarkets benötigen. Detailfreaks werden nicht out of the box dargestellte Feinheiten an den Bauteilen des Kits durch Scratchbau oder Fotoätzteile ergänzen: Haltekettchen der Nebelbecher, Verzurrungen der Abschleppschäkel, Lampenschutzbügel des Leitkreuzes. Auf geht es, liebe Leo-Fans!
Ein Schmuckstück? Die PanzerketteLeider sind im Revell-Kit anstelle von gegossenen Segment-Panzerketten, die mittlerweile bei zahlreichen Panzer-Kits der fernöstlichen Modellbaukonkurrenz standardmäßig zu finden sind, zwei jeweils zweiteilige Vinylketten enthalten, die durch Verschmelzen/Verkleben der Noppen in gelochte Gegenstücke verbunden werden. Ich habe immer gemischte Gefühle bei diesen Weichplastikteilen: werden sie über die Jahre beständig bleiben oder irgendwann anfangen, zu zerbröseln? Legen sie sich bündig auf Lauf- und Antriebsräder, ohne abzustehen? Werden die erkennbaren Gussnähte an den Kettenbolzen und auf einigen Laufflächen der Ketteninnenseiten auch nach dem Lackieren und Altern erkennbar sein? Fragen über Fragen, wobei zumindest beim Leo keine durchhängenden Effekte der Panzerkette á la WWII-Tiger, Panther oder Elefant etc. erforderlich sind: die Panzerkette des Leos ist stets straff gespannt und verschwindet bei der Montage eh hinter den Seitensschürzen, wodurch beim fertigen Modell nur die untere Hälfte der Kette zu sehen sein wird. Was leider immer noch nicht ganz passt: die Laufflächen sind immer noch quadratisch, und nicht originalgetreu asymmetrisch mit leichtem Versatz geformt. Je länger ich so drüber nachdenke, werde ich mir wohl als Alternative eine Segmentkette aus Polystyrol des Aftermarkets (z.B. die Diehl-Kette von Rye Field Model RM-5057) zur Seite legen.
Die Bauanleitung
MarkierungsmöglichkeitenDer Bausatz enthält Decals für die zweite Kompanie des Panzerbataillons 363, stationiert in Hardheim (2025), sowie ein Fahrzeug des Panzerbataillons 203, stationiert in Augustdorf (2026). Neben den beiden Fahrzeugkennzeichen sind zwei "Blanko"-Nummernschilder mit einzelne Ziffern für die Darstellung eines jeden denkbaren Kennzeichens enthalten.
Weitere Einzelheiten des Kits
Eindrücke des gebauten und lackierten Modells
Das zusammengebaute und lackierte Modell (Foto: Revell).
Darstellbare Maschinen:
Stärken:
Schwächen:
Anwendung: Schwierigkeitsstufe 4 von 5, gemäß Revell geeignet ab 12 Jahren. Online wird der Bausatz für Bastler im Alter von 10 bis 99 Jahren empfohlen. FazitDie aktuelle Variante macht wegen ihrer umfassenden Änderungen der Grundformen des Leopards 2 ordentlich was her. Revell hat das gut umgesetzt, auch wenn der gemäß UVP aufgerufene Verkaufspreis von über 50,-€ zu hoch erscheint - dafür müssten Einzelkettenglieder und ein paar Ätzteile oder auch Figuren enthalten sein. Trotzdem: ein imposantes Modell. Empfehlenswert! Weitere InfosReferenzen
Anmerkungen: Der Bausatz ist auf der Website von Revell zu finden und dort auch käuflich zu erwerben, Verfügbarkeit vorausgesetzt. Diese Besprechung stammt von Alexander Jost - 17. April 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |
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