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Tu-22M3 Backfire-C "Long-Range-Missle Carrier"

(Litaki - Nr. 144002)

Litaki - Tu-22M3 Backfire-C

Produktinfo

Hersteller:Litaki
Sparte:Flugzeuge Militär Modern
Katalog Nummer:144002 - Tu-22M3 Backfire-C "Long-Range-Missle Carrier"
Maßstab:1:144
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:November 2025
Preis:ca. 35 €
Inhalt:
  • 11 Gussrahmen in grün grau
  • 1 Rahmen Klarteile
  • 1 PE-Platine
  • 4 3D gedruckte Resinblöcke
  • 2 Abziehbilderbögen
  • 2 Bögen Maskiermasken
  • Anleitung

Besprechung

zum Vorbild:

Die Tupolew Tu-22M3 (NATO-Codename: Backfire-C) ist die leistungsfähigste Serienversion der Tu-22M-Familie und zählt bis heute zu den bekanntesten sowjetischen Langstreckenbombern. Ihre Entwicklung begann in den 1970er Jahren als Weiterentwicklung der Tu-22M2, wobei das Ziel darin bestand, Geschwindigkeit, Reichweite und Einsatzflexibilität deutlich zu verbessern. Der Erstflug der Tu-22M3 fand 1977 statt, die Indienststellung bei den sowjetischen Luftstreitkräften folgte Anfang der 1980er Jahre. Gegenüber ihren Vorgängern erhielt sie leistungsstärkere Triebwerke, überarbeitete Lufteinläufe, eine aerodynamisch verbesserte Nase sowie modernisierte Avionik. Mit ihren Schwenkflügeln vereinte sie gute Langstreckeneigenschaften mit hoher Geschwindigkeit und konnte in großer Höhe Geschwindigkeiten von über Mach 2 erreichen. Ursprünglich war die Backfire-C vor allem für Angriffe auf NATO-Flugzeugträgerverbände vorgesehen. Als Hauptbewaffnung dienten weitreichende Seezielflugkörper wie die Ch-22, daneben konnte die Maschine aber auch konventionelle oder nukleare Freifallbomben sowie weitere Lenkwaffen mitführen. Während des Kalten Krieges bildete sie einen wichtigen Bestandteil der sowjetischen Langstrecken- und Marinefliegerkräfte. Nach dem Zerfall der Sowjetunion verblieb der Großteil der Flugzeuge bei Russland, wo die Tu-22M3 mehrfach modernisiert wurde und unter anderem im Kaukasus, in Syrien sowie seit 2022 im Krieg gegen die Ukraine zum Einsatz kommt. Trotz ihres Alters gilt die Backfire-C aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit, großen Waffenlast und Reichweite noch immer als bedeutender Bestandteil der russischen Langstreckenluftfahrt, auch wenn moderne Luftverteidigungssysteme ihre Einsatzmöglichkeiten zunehmend einschränken.

Nach der Unabhängigkeit der Ukraine im Jahr 1991 übernahm die ukrainische Luftwaffe insgesamt rund 30 Bomber der Versionen Tu-22M2 und Tu-22M3. Aufgrund der hohen Betriebs- und Wartungskosten sowie fehlender finanzieller Mittel konnten diese Flugzeuge jedoch nur kurze Zeit aktiv betrieben werden. Hinzu kam, dass Russland die Versorgung mit Ersatzteilen weitgehend einstellte, wodurch eine langfristige Nutzung praktisch unmöglich wurde. Im Rahmen des internationalen Abrüstungsprogramms Nunn–Lugar begann die Ukraine Ende der 1990er Jahre mit der Verschrottung ihrer Backfire-Flotte. Die letzte ukrainische Tu-22M3 wurde im Januar 2006 auf dem Flugplatz Poltawa zerlegt und markierte damit das Ende der ukrainischen Langstreckenbomberflotte. Einige wenige Maschinen blieben als Museumsstücke erhalten und erinnern heute an diese Phase der ukrainischen Luftfahrtgeschichte.

Litaki - Tu-22M3 Backfire-C "Long-Range-Missle Carrier"

Die TU-22M im Modell:

Ende der 1980er-Jahre erschienen die ersten Bausätze der Tu-22M Backfire im Maßstab 1:72 bei Esci. Diese Form ist anschließend weit herumgekommen, unter anderem zu AMT, Gunze und schließlich Italeri, wo der Bausatz zuletzt 2024 aufgelegt wurde. 2009 erschien bei Trumpeter dann eine zweite Bausatzform in diesem Maßstab.

Im Maßstab 1:144 erschien bereits 1985 eine erste Form bei Minicraft. Auch diese wurde von verschiedenen Herstellern wieder aufgelegt, darunter Sunny Tri, Revell, AMT und Academy. Björn Leichsring verglich diesen Bausatz mit dem von Litaki in seiner Review der Erstauflage, welche 2024 erschien. 2025 brachte Eastern Express neben den beiden bereits genannten eine dritte Form im Maßstab 1:144 heraus. Wie sich dieser Bausatz schlägt, konnte ich im Internet allerdings noch nicht herausfinden.

Die wohl aktuellste Auflage ist die hier vorliegende zweite Variante von Litaki, die Ende 2025 erschienen ist.

Zum Bau:

Der Stülpkarton ist prall gefüllt und, wie von Litaki bereits gewohnt, sehr gut gesichert. In Polsterfolie umwickelt befinden sich drei Folientüten mit insgesamt elf grünen Gussrahmen. Teilweise sind diese sogar noch zusätzlich mit Polstermaterial gegen Bruch gesichert. Weiterhin finden wir eine PE-Platine, einen Rahmen mit Klarsichtteilen, zwei Abziehbilderbögen, zwei Bögen mit Latexmasken und vier Blöcke mit Resinteilen, wobei diese den offensichtlichsten Unterschied zur Erstauflage ausmachen.

Der Bau startet im Cockpit. Dieses ist sehr einfach und schlicht gehalten. Das Cockpit besteht aus einer Bodenplatte, einer einfachen Mittelkonsole und glatten Flächen für die Armaturen. Die vier Cockpitsitze machen ebenfalls nicht sonderlich viel her. Zudem sind auf den Sitzflächen Sinkstellen zu finden. Zugegeben ist das bei diesem Maßstab nicht sonderlich schlimm, da der Blick durch die Fenster ohnehin eher eingeschränkt ist und zudem immer Raum für eigene Nachbesserungen bleibt. Immerhin liegen dem Bausatz Abziehbilder für die Instrumente bei und das Gebotene ist bei Weitem besser als das Reliefcockpit von Minicraft. Dennoch wäre auf der PE-Platine sicherlich noch Platz gewesen, um weitere Details anzubieten, wie es bei anderen Bausätzen des Herstellers ebenfalls der Fall ist.

Litaki - Tu-22M3 Backfire-C "Long-Range-Missle Carrier"

Laut Anleitung muss ordentlich Gewicht untergebracht werden: 30 bis 50 Gramm. Das ist eine recht vage und weit gefächerte Angabe, aber durchaus machbar, da im vorderen Rumpf genügend Platz vorhanden ist. Vier Teile müssen am vorderen Rumpf noch eingesetzt werden. Bei den beiden Klarsichtteilen handelt es sich um das optische Bombenvisier OPB-15T. Da dieses wie ein Periskop funktioniert, dient die obere gläserne Kuppel auf dem Rücken hinter dem Cockpit dem Lichteinfall, während das untere Teil das Sichtfenster zur Zielerfassung bildet. Bei dem dritten Bauteil aus grünem Kunststoff mit zwei kreisförmigen Erhöhungen handelt es sich um ausklappbare Landescheinwerfer. Das letzte Teil ist schließlich der vordere Fahrwerksschacht.

Leider ist die Passgenauigkeit nicht besonders gut und man muss ziemlich viel nacharbeiten und nachschleifen. Das ist schade, da die Gravuren des Bausatzes einen sehr guten Eindruck machen. Das gilt aber auch für den gesamten Bausatz. So sind beispielsweise die Flammröhren der beiden Kusnezow-NK-25-Triebwerke mit feinen Rillen ausgestattet. Auf die reliefartige Nachbildung der Triebwerke wird jeweils noch ein PE-Gitter aufgeklebt. Die Schubdüsen liegen als 3D-gedruckte Teile bei, wodurch ihre Darstellung nochmals feiner wirkt.

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Die beiden Lufteinlässe werden ebenfalls nicht einfach nur zusammengeklebt, sondern bestehen im Inneren aus zwei sogenannten Keilrampen. Diese sind beim Vorbild verstellbar und können auch im Bausatz in zwei verschiedenen Positionen gebaut werden. Im Original hat dies den Hintergrund, dass das Triebwerk keine Luft verarbeiten kann, die sich mit Überschallgeschwindigkeit bewegt. Daher werden die Keilrampen beim Überschallflug ausgefahren, um die einströmende Luft abzubremsen. Leider ist auch hier die Passgenauigkeit alles andere als optimal und bei mir entstanden recht große Spalte, die verspachtelt werden mussten.

In der hinteren Rumpfsektion zeigt sich dann wieder die Kleinteiligkeit des Bausatzes. An den Flügelwurzeln wird der Hauptfahrwerksschacht aus jeweils sechs Einzelteilen aufgebaut. Anschließend wird diese Sektion in die hintere Rumpfunterseite eingesetzt. Dort findet dann auch die Triebwerksnachbildung ihren Platz, ehe das Oberteil aufgesetzt wird. Auch hier sind die Strukturen sehr gut gelungen. Leider lässt auch hier die Passgenauigkeit zu wünschen übrig, fehlende Passstifte tun dabei ihr Übriges. Nacharbeit ist letztlich also ein großes Thema. Ist diese erledigt, finden die 3D-gedruckten Nachbrenner ihren Platz am Modell. Außerdem werden beide Rumpfteile zusammengesetzt. Erst dann kann man die Ausmaße erahnen, die trotz des kleinen Maßstabs ziemlich enorm sind.

Litaki - Tu-22M3 Backfire-C "Long-Range-Missle Carrier"

Danach werden die Flügel, Seitenruder sowie der Heckschützenstand aus jeweils zwei Teilen zusammengesetzt. Es ist dabei erstaunlich, denn die Passgenauigkeit der Kleinteile ist wirklich erste Sahne. Leider verlaufen die Spalte nicht immer entlang der Gravuren. Die Flügel bleiben später beweglich. Die Heckflosse besteht aus insgesamt drei Einzelteilen plus dem Geschütz, was nicht unbedingt sinnvoll ist und erneut für Nacharbeit sorgt. Auch die Höhenruder bedürfen einiger Korrekturen.

Es folgen nun die Fahrwerksbeine, deren Bau eine große Puzzlearbeit ist. So besteht das vordere Fahrwerksbein aus sechs und das Hauptfahrwerk aus jeweils achtzehn Teilen. Hier muss man dann auch darauf achten, dass diese richtig ausgerichtet sind. Die Räder des Hauptfahrwerks sind zweiteilig. Bei sechs Rädern pro Fahrwerk macht das also 24 Teile on top. Es folgen noch eine Reihe von Kleinteilen, wie Antennen, Sensoren und Pitotrohre, die zumeist aus PE-Teilen bestehen.

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Bei den jeweils neun Vierecken hinter den Triebwerkseinläufen handelt es sich um Zusatzluftklappen, die im Bedarfsfall geöffnet werden können, um einen Strömungsabriss zu verhindern. Am Boden werden sie ebenfalls geöffnet, um den großen Luftbedarf der NK-25-Triebwerke ausreichend decken zu können. Der Bausatz bietet zur Darstellung dieser Teile Decals. Alternativ kann man diese auch als Schablonen nutzen und die Klappen gravieren. Mit PE-Teilen oder alternativ auch Decals werden zudem die perforierten Flächen dargestellt. Sie dienen beim Original dazu, Turbulenzen zu minimieren, und sollen gleichzeitig überschüssige Luftmassen, die beim Überschallflug anfallen, entweichen lassen.

Das Cockpit wird schließlich mit einem Klarsichtteil abgedeckt. Masken zum Abkleben der Fenster liegen dem Bausatz von Haus aus bereits bei.

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Es liegen verschiedene Außenlasten und Optionen bei. So können zwei Ch-22 „Burja“ gebaut werden, die aus jeweils acht Teilen bestehen. Sie dienen zur Bekämpfung von Seezielen. Der Marschflugkörper kann aufgrund seines Gewichts nur von der Tu-22M3 oder der Tu-95 eingesetzt werden. Eine weitere Option ist die Verwendung von vier Ch-15-Hyperschall-Luft-Boden-Raketen oder 18 OFAB-250-Splittersprengbomben. Letztere bestehen jeweils aus zwei Kunststoffteilen und acht PE-Teilen. Zum Glück hat der Hersteller dieser Auflage alternativ 3D-gedruckte Bomben beigelegt. Auch bei diesen Waffen ist die Passgenauigkeit eher durchwachsen.

Masken für die Klarteile
Masken für die Klarteile

Masken bzw Schablonen für die Zusatzluftklappen
Masken bzw Schablonen für die Zusatzluftklappen

Ein kurzes Zwischenfazit: Auf der einen Seite ist das Flugzeug sehr detailliert und aktuell das Beste, was der Markt zu bieten hat. Gleichzeitig ist der Bausatz sehr gut recherchiert, verfügt über saubere Flügelkanten und schwenkbare Flügel. Auf der anderen Seite ist die Passgenauigkeit stellenweise schlecht und manche Baugruppen sind einfach zu kleinteilig, sodass äußerst genaues Arbeiten erforderlich ist.

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Bemalung und Abziehbilder:

Bei der Tu-22M3 handelt es sich um ein sowjetisches Muster, das nach dem Zerfall der Sowjetunion auch noch in Russland und der Ukraine verwendet wurde. Da Litaki ein ukrainischer Hersteller ist, ist es angesichts des aktuellen Konflikts auch absolut verständlich, dass sich der Hersteller ausschließlich auf ukrainische Maschinen beschränkt hat. Insgesamt 29 Maschinen standen im Dienst der Ukraine, drei davon können mit dem Bausatz dargestellt werden. Eine Maschine liegt sogar in zwei verschiedenen Varianten bei. Im Großen und Ganzen unterscheiden sich die Flugzeuge jedoch nicht sehr stark voneinander. Alle besitzen einen hellgrauen bis weißen Anstrich an der Unterseite sowie einen mittelgrauen auf der Oberseite.

Es liegen zwei Decalbögen bei: einer mit den Markierungen für die Zusatzluftklappen, der andere mit den allgemeinen Markierungen für die Backfire C. Außerdem sind zwei Instrumentenbilder für das Cockpit enthalten.

Folgende Maschinen können dargestellt werden:

Litaki - Tu-22M3 Backfire-C "Long-Range-Missle Carrier"

  1. Die erste Tupolew Tu-22M3 „Rote 57“ mit der Werksnummer 20106726 gehörte dem 185. Garde-Regiment der schweren Bomberflieger (185 WAP /185-j hwardijskyj wa?kyj bombarduwalnyj awiacijnyj polk) in Poltawa an. Im Juli 1998 nahm das Flugzeug in der hier dargestellten Bemalung am Royal International Air Tattoo auf der RAF-Basis Fairford (Großbritannien) teil. Heute ist die Maschine im Nationalen Luftfahrtmuseum in Kiew ausgestellt, wobei ich nicht weiß, ob sie angesichts der Luftschläge der jüngsten Vergangenheit noch existiert.
  2. Die zweite Tupolew Tu-22M3 „Blaue 96“ ist ebenfalls die Maschine mit der Werksnummer 20106726. Die alten Markierungen wurden geändert und das Flugzeug erhielt die neue Nummer. In diesem Zustand nahm die Maschine im Jahr 2002 an der SIAD Air Show in Bratislava (Slowakei) teil. Als sie schließlich an das Museum übergeben wurde, stellte man ihren ursprünglichen Zustand wieder her.
  3. Die dritte Maschine, „Blaue 80“, mit der Werksnummer 3686153 wurde zunächst beim 52. Garde-Regiment der schweren Bomberflieger der sowjetischen Luftstreitkräfte eingesetzt und war in Schaikowka stationiert. Anschließend ging die Backfire C an das 184. Garde-Regiment der schweren Bomberflieger und nach dem Zerfall der Sowjetunion ebenfalls an das ukrainische 185. Garde-Regiment der schweren Bomberflieger, wo sie auf dem Luftwaffenstützpunkt Poltawa stationiert war. Das Flugzeug trägt auf der linken Rumpfseite die Aufschrift „Oleksandr Molodtschi“, die interessanterweise auf dem Cover auf der rechten Seite zu sehen ist. Molodtschi war ein sowjetischer Langstreckenbomberpilot, der in Luhansk geboren wurde. Er flog 311 Kampfeinsätze, davon 287 bei Nacht. Mit dieser Markierung nahm das Flugzeug im Juli 2000 am Royal International Air Tattoo auf der RAF-Basis Cottesmore teil. Heute ist diese Maschine im Museum der Langstrecken- und Strategischen Luftfahrt in Poltawa ausgestellt.

Litaki - Tu-22M3 Backfire-C "Long-Range-Missle Carrier"

Anleitung:

Die Anleitung des Herstellers ist vom Design her wieder schön umgesetzt. Man erhält ein etwas dickeres A5-Heft mit 31 Seiten und insgesamt 64 Bauschritten – man sieht also: kein Wochenendbausatz, aber das war nach dem Öffnen des Kartons ohnehin schon klar. Besonders charmant finde ich die kleine Einleitung auf der Titelseite unter dem Coverbild. So ein persönlicher Gruß und Kommentar hat irgendwie etwas und man fühlt sich nicht mehr ganz so anonym.Es folgt anschließend die teilweise sogar farbig gedruckte Teileübersicht. Auf umfangreiche Bearbeitungshinweise hat man allerdings verzichtet und erklärt die Symbole lediglich in kurzen Stichworten. Da der Bausatz definitiv nicht für Einsteiger gedacht ist, reicht das aber vollkommen aus. Danach beginnt auch schon der Bau. Auch wenn der Bausatz teilweise überkonstruiert ist, sind die Bauschritte nicht überladen. Im Gegenteil: Man geht sehr kleinteilig vor und verwendet lieber einen Bauschritt mehr als einen zu wenig. Man muss lediglich darauf achten, die richtigen Teile zu verwenden. Insbesondere beim Fahrwerk wird nicht immer ganz klar, wie die Teile exakt zusammengesetzt werden. Fehlende Passhilfen tun dabei ihr Übriges. An einigen Stellen gibt es auch kurze Kommentare auf Englisch, die erklären, was hier genau zu tun ist. Generell ist die Anleitung vollständig in englischer Sprache gehalten.

Auf der vorletzten Seite werden die möglichen Waffenkonfigurationen sowie eine Tabelle mit den benötigten Farben gezeigt. Dabei werden die Farbsysteme von Mr. Color, Ammo by Mig (allerdings noch das alte Farbsystem, das inzwischen ein Auslaufmodell ist und nicht die neuen ATOM-Farben), AK und Tamiya angegeben. Ich denke jedoch, dass hier jeder fündig wird – und wenn nicht, hilft eine passende Konvertierungstabelle.

Auf der letzten Seite wird dann die genaue Detailbemalung der jeweiligen Baugruppen farbig dargestellt. Gleichzeitig wird auch erklärt, wie es zu dieser Farbwahl gekommen ist, in diesem Fall also die sowjetische Standardbemalung. Auf der Rückseite der Anleitung wird schließlich noch auf zukünftige Projekte, wie die MB 326 im Maßstab 1:72, verwiesen.

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Zwei weitere Blätter liegen dem Bausatz ebenfalls bei. Das erste ist ein Poster des Covers im A4-Format, gedruckt auf etwas stärkerem Papier. Ich finde so ein nettes Giveaway immer sehr lobenswert, das zeigt vor allem auch, wie viel Herzblut seitens des Herstellers in einem solchen Projekt steckt. Die zweite Seite, ebenfalls im A4-Format, beherbergt dann die drei Bemalungsvorschläge sowie einen Überblick über die Hintergründe der jeweiligen Bemalungsvariante.

Litaki - Tu-22M3 Backfire-C "Long-Range-Missle Carrier"

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Darstellbare Maschinen:
  1. Tupolev Tu-22M3 „Backfire-C“, „rote 57“ , Werksnummer 20106726,   185. Garde-Regiment der schweren Bomberflieger, ukrainischen Luftwaffe, Poltava, bzw. Royal International Air Tattoo, Fairford (UK) 1998
  2. Tupolev Tu-22M3 „Backfire-C“, „blaue 96“ , Werksnummer 20106726,   185. Garde-Regiment der schweren Bomberflieger, ukrainischen Luftwaffe, Poltava bzw. SIAD Air Show in Bratislava (Slowakei) 2002
  3. Tupolev Tu-22M3 „Backfire-C“, „blaue 80“ , Werksnummer 3686153,   185. Garde-Regiment der schweren Bomberflieger, ukrainischen Luftwaffe, Poltava, bzw. Royal international Air Tattoo, Cottesmore (UK) 2000
Stärken:
  • sehr detailliert
  • verschiedene Bewaffnungskonfigurationen
  • Flügel bleiben schwenkbar
  • wohl die beste TU-22 in 1:144, löst damit die alte Minicraft-Form ab
  • Hersteller steckt eindeutig viel Herzblut in seine Projekte
  • Masken für Klarteile liegen bei
  • OFAB-250 Bomben sinnvollerweise durch 3D-Druck alternative ersetzt
Schwächen:
  • teilweise schlechte Passung
  • Bausatz ist teils unnötig kleinteilig
  • Sinkstellen auf den Sitzen
  • generell hätte ich vom Cockpit mehr Details erwartet (ist aber jammern auf sehr hohes Niveau)
Anwendung: Der Bausatz ist sehr anspruchsvoll, erfordert genaustes arbeiten und sehr viel Geduld, daher kann ich dieses Projekt nur erfahrenen Modellbauern empfehlen.

Fazit

Was wäre jetzt mein Fazit? Der Bausatz ist sicherlich nicht einfach und erst recht kein Wochenendprojekt und eher eine Herausforderung und dennoch: er ist der beste Bausatz einer TU-22 in 1:144, bietet sehr viele Details, und trotz Schwierigkeiten viel Bastelspaß, ohne im Frust zu enden. Noch dazu ist der Hersteller mir sehr sympathisch, auch weil er eine enge Bindung zu seiner Community sucht. Daher empfehle ich den Bausatz all jenen die sich Bewusst sind, dass es kein Selbstläufer wird. Das Ergebnis wird auf alle Fälle ein großer auffälliger Bomber, der nicht in jeder Vitrine zu finden ist, zumal er mit ukrainischen Markierungen auch noch seltener zu sehen ist.

Weitere Infos

Referenzen

Hier gibt es ein Walkaround der TU-22M3 aus dem Museum in Kiew:

Diese Besprechung stammt von Andy Hartung - 06. Juli 2026

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