VW Käfer 1300(Tamiya - Nr. 24136)
Produktinfo
BesprechungVier Jahre nach Hasegawa brachte Tamiya seine Interpretation des früheren automobilen Verkaufsschlagers auf den Markt. Von 1994 bis heute produziert der japanische Modellbauhersteller den Bausatz, der es in sich hat. Dabei hat man sich den Modelljahrgang 1966 zum Vorbild genommen. Also 1300 ccm, 40 PS …
Auf den Seitenabbildungen der Schachtel ist ein Fahrzeug in Bahamablau zu sehen, auf dem Deckelbild müsste es Fontanagrau sein. Vorbildlich ist die Tabelle der Bauanleitung (S.5), welche die passenden VW-Farben für außen und innen zusammenstellt, jeweils unter Angabe des Mischungsverhältnis der entsprechenden Tamiya-Farben. Hilfreich sind die Hinweise für die Farbgebung von Einzelteilen während des gesamten Baus.
122 Teile signalisieren bereits, dass an Detaillierung nicht gespart wurde, ohne es in einer Teileflut zu übertreiben. Ein guter Kompromiss wie ich finde, der dem Freund des verfeinernden Bauens noch Spielraum lässt. Aus der Schachtel heraus kann man einen Linkslenker bauen, wie er in fast ganz Europa und den USA verwendet wurde. Für den Rechtslenker wie ihn der Importeur in Japan umbaute, müsste man das Modell selbst umbauen, was vom Bausatz her nicht vorgesehen ist.
Trotz des hohen Alters der Bausatzformen machen die Bauteile einen hervorragenden Eindruck, was eine entsprechende Pflege der Formen vermuten lässt. Fehlstellen und produktionsbedingte Mängel fallen einem nicht ins Auge. Selbstredend gilt es die Teile vorzubereiten und ein Trockendurchlauf sollte uns vor Überraschungen bewahren. Aber bei Tamiya darf eine gute Passgenauigkeit vorausgesetzt werden. Im Bereich Kofferraumdeckel und Motorhaube sollte ein sauberes Arbeiten und gründliches Vorbereiten der Teile für ein gutes Bastelergebnis sorgen.
Zwei Sticker mit metallischem Glanz stellen das VW-Logo und den 1300er-Schriftzug am Fahrzeugheck dar. Decals sucht man vergeblich.
Die Bauanleitung führt in 17 Schritten anschaulich zum fertigen Modell. Der Motor wird in seinen wesentlichen Komponenten dargestellt und stellt hinsichtlich Komplexität und Verwendung kleiner Teile beim Zusammenbau die größte Herausforderung dar (Bauschritte 1 – 4), besonders im Hinblick auf die Enge des Motorraums. Im Folgenden wird die Arbeit am Fahrwerk angegangen (4 – 7). Koffer- und Innenraum stehen in Schritt 8 im Mittelpunkt, bevor das Innenteil auf das Chassis aufgesetzt wird. Der drangvollen Enge des Originals geschuldet werden in Bauschritt 9 Luftfilter und Luftschläuche am Motor angebracht. In Bauschritt 10 erfolgt der weitere Ausbau des Innenraumes – beachtenswert ist jeweils die Innenverkleidung der Türen. In Schritt 11 folgen die Räder, die sich mit oder ohne Radkappen bauen lassen. Vorsicht beim Aufziehen der Reifen auf Kunststoffteile, die dann bruchgefährdet sind. Beim Einbau der Räder wurde auch an die hinteren Spritzlappen gedacht (12), ein schönes Detail. In Schritt 13 steht der Zusammenbau der Karosserie im Vordergrund, bevor im folgenden Schritt Chassis und Karosserie verheiratet werden und die bewegliche Heckklappe eingebaut wird. Die Schritte 14, 15 und 17 beschäftigen sich mit der Außendetaillierung, die sich im Hinblick auf die verchromten Teile sehen lassen kann. Im Zwischenschritt 16 kommt der Ersatzreifen unter die bewegliche Fronthaube, was eine gute Vorstellung vom kargen Platzangebot im Käferalltag ermöglicht.
Darstellbare Fahrzeuge: Lediglich ein Ausstellungsfahrzeug lässt sich wie vorgesehen realisieren. Da keine Decals beiliegen, wird man am PC selbst Kennzeichen entwerfen bzw. auf den eigenen Fundus zurückgreifen. Stärken:
Schwächen:
Anwendung: Für Modellbauer aller Altersgruppen und Ansprüche geeignet. Vorsicht – der Motorraum ist wie beim Original recht fordernd. FazitEine treffende Umsetzung des Kultfahrzeugs, die zu einem angenehmen Preis viel bietet und trotzdem noch genügend Platz für Eigeninitiative (z.B. Material der Sitze, Spritzlappen) und Individualisierung (v.a. Farbgebung) lässt. Weitere InfosReferenzen Zum Einstieg und als Fundgrube für Interessierte: https://de.wikipedia.org/wiki/VW_K%C3%A4fer https://en.wikipedia.org/wiki/Volkswagen_Beetle (23.8.2026) Wer Betrachtungen am Original anstellen möchte, kann bei den Käfer-Museen fündig werden:
Darüber hinaus bieten private Sammlungen Gelegenheit dem Vorbild zum Modell zu begegnen.
Diese Besprechung stammt von Thomas Ehrensperger - 28. September 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |
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