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BMW R 80 GS Paris-Dakar 1985 Gaston Rahier

von Matthias Pohl (1:12 Tamiya)

BMW R 80 GS Paris-Dakar 1985 Gaston Rahier

Es ist ein sehr trauriger Anlass, dass ich euch heute meine BMW R 80 GS von Tamiya vorstelle. Das Modell ist mittlerweile über 30 Jahre alt, ich habe es gegen Ende meines Studiums gebaut, mein erstes Motorradmodell überhaupt.

Der Bau an sich verlief schon seinerzeit  „tamiya-mässig“, absolut problemlos, ein Paradebeispiel für die vielzitierten „Schüttelbausätze“ aus Japan. Damals machte ich meine ersten Versuche mit dem Anbringen von Schattierungen im Figurenmalen, was mir bei diesem Maßstab notwendig erschien und so einigermaßen gelang – aber urteilt selbst.

BMW R 80 GS Paris-Dakar 1985 Gaston Rahier

BMW R 80 GS Paris-Dakar 1985 Gaston Rahier

Aus Kiefernleisten hatte ich seinerzeit einen kleinen Rahmen gebaut, die BMW in eine Styropor-Platte „versenkt“ und gesiebten Vogelsand per Weißleim auf das kleine Dio aufgebracht. Vom Glaser ließ ich mir ein paar Scheiben zuschneiden, denn seinerzeit waren maßgefertigte Vitrinen kaum zu bezahlen. Das Glas klebte ich mit einem ganz merkwürdigen 2K-Kleber zusammen, einer Paste und einer „Aktivator“-Flüssigkeit. Stank wie Hulle, daran kann ich mich noch gut erinnern, erfüllte aber seinen Zweck. Beschriftung selbst zu erstellen war seinerzeit noch ein größerer Aufwand, den ich scheute. So griff ich auf Teile des Verpackungskartons zurück…

BMW R 80 GS Paris-Dakar 1985 Gaston Rahier

BMW R 80 GS Paris-Dakar 1985 Gaston Rahier

Meinem Cousin, Arndt „Bully“ Walbaum (*11.10.1962), ein echter Motorrad-Freak und Wüstenrally-Fan, der selbst mal im Tross der Pharaonen-Rally mitfuhr, gefiel das Modell so gut, dass ich es ihm schenkte. Viele Jahre hatte es einen Ehrenplatz in seinem Wohnzimmer – wo ich es immer mal wieder besuchen konnte. Arndt war selbst Plastikmodellbauer – auch wenn er unser Hobby nie so exzessiv betrieb wie ich.

Arndt starb völlig überraschend am 28. August 2016. Er kam von einer kleinen Runde mit seiner Honda Gold Wing zurück, kurz vor seinem Elternhaus flog ihm eine Wespe in den Helm. Dass Arndt eine gewisse Überempfindlichkeit bei Insektengiften hatte (ebenso wie ich), war bekannt. Dass er seine Maschine gerade noch abstellen konnte, zusammenbrach und verstarb, hat uns alle sehr tief getroffen. 

Im Gespräch mit seiner Lebensgefährtin bat ich darum, das Modell der R 80 GS als Andenken mitnehmen zu dürfen.

BMW R 80 GS Paris-Dakar 1985 Gaston Rahier

BMW R 80 GS Paris-Dakar 1985 Gaston Rahier

Es zeigte sich jedoch, dass an der Vitrine bereits der Zahn der Zeit ein wenig genagt hatte. So entschloss ich mich, der BMW einen neuen Sockel zu spendieren und gab meinem Haus- und Hofschreiner Roland Dörrich den Auftrag mit meinen Abmessungen. Nachdem der Sockel erstellt war, langte ich nochmals tief in die Tasche und ließ von Jens Döring, einem Acryl-Spezialisten  aus unserem Nachbarort, eine Staubschutzhabe maßfertigen.

BMW R 80 GS Paris-Dakar 1985 Gaston Rahier

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Die Vorgehensweise zur Gestaltung des Sand-/Wüstenbodens war die gleiche wie vor 30 Jahren. Gesiebter Vogelsand, auf Weißleim aufgetragen, modelliert, mit verdünntem Weißleim mit einem Tropfen Spüli zur Brechung der Oberflächenspannung nachgetränkt. Auf den Einsatz von eingefärbter Watte zur Darstellung der Staubfahne habe ich verzichtet. Erste Versuche konnten mich nicht überzeugen.

So dreht nun Gaston Rahier wieder bei mir zu Hause seine Runden…

BMW R 80 GS Paris-Dakar 1985 Gaston Rahier

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 in memoriam Arndt „Bully“ Walbaum

BMW R 80 GS Paris-Dakar 1985 Gaston Rahier

Matthias Pohl,
PMC Fritzlar-Homberg e.V.

Publiziert am 28. Dezember 2018

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