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I-153 "Chaika"

(ICM - Nr. 72074)

ICM - I-153

Produktinfo:

Hersteller:ICM
Sparte:Flugzeuge Militär WK2
Katalog Nummer:72074 - I-153 "Chaika"
Maßstab:1:72
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:Dezember 2014
Preis:ca. 14€
Inhalt:
  • ein grau/brauner Spritzrahmen
  • ein transparenter Spritzling
  • Decalbogen
  • Bau- und Bemalungsanleitung

Besprechung:

Geschichte:

Als sowjetische Jagdflieger 1939 am Chalchin Gol die ersten Male mit der I-153 gegen japanische Jagdflieger- und Bomberverbände zum Einsatz flogen, ließ man einfach die Fahrwerke ausgefahren, um den Gegner zu täuschen. Der war der Annahme, er hätte es mit den veralteten I-15 „Chato“ zu tun. Als man dann den Kampf aufnahm und bei den I-153 die Fahrwerke einfuhr, war die Überraschung groß. Die I-153 „Chaika“ war schlagartig um ca. 70 km/h schneller. Die erhöhte Feuerkraft tat dann sein übriges.

Bereits 1937 legte Polikarpow sein Projekt für ein verbessertes Doppeldecker-Jagdflugzeug den Luftstreitkräften vor. Zu seinem Vorgängermodellen I-15 und I-15bis bestand der Hauptunterschied in dem nach hinten in die Flügelwurzel einziehbaren Hauptfahrwerk. Kein anderer Seriendoppeldecker erreichte 1939 in 4600 Meter eine Geschwindigkeit von 444 km/h.

Am Anfang des II. Weltkrieges schlug sich die „Chaika“ noch beachtlich. Ihr einziger Vorteil, die hohe Wendigkeit bei den Manövern im Luftkampf. 1943 nahm man dann die I-153 aus der ersten Reihe, als genug modernere Jagdflugzeuge bei den sowjetischen Fliegerkräften zur Verfügung standen. In der „zweiten“ Reihe flog sie nach einem kleinen Umbau weiter als Jagdbomber mit acht RS-82 Luft-Boden-Raketen oder mit 100kg Bomben je Flügel. In den unterschiedlichsten Werken wurden ca. 3.437 Flugzeuge gebaut.

Polikarpow I-153 im Fundació Parc Aeronàutic de Catalunya, Sabadell, Spanien
Polikarpow I-153 im Fundació Parc Aeronàutic de Catalunya, Sabadell, Spanien

Bausatz:

Nach den grandiosen ICM Bausätzen der Polikarpow Po-2 erscheint nun die I-153 „Chaika“ in der gleichen Qualität. ICM erweitert damit sein Programm im Maßstab 1:72 um einen weiteren Doppeldecker aus der Jägerreihe von Polikarpow. Blättert man Modellbaugeschichtlich ein wenig zurück, so haben sich Heller (SMER), Moskit und Amodel an der kleinen „Möwe“ probiert. Das SMER Modell steht heute noch in meinem Regal und war qualitativ nicht mal schlecht. Doch der Formenbau hat sich weiter entwickelt und so ist es nicht verwunderlich, wenn ICM die Messlatte noch weiter nach oben verschiebt.

Die 75 Teile für das Modell gehen auf einen Spritzrahmen. Lediglich die Frontscheibe ist auf einem kleinen transparenten Spritzling zu finden.

ICM - I-153 "Chaika"

ICM - I-153 "Chaika"

ICM - I-153 "Chaika"

ICM - I-153 "Chaika"

Die Spritzqualität ist hervorragend. Selbst die kleinen Raketen kommen ohne Grat daher. Die wenigen Paneellinien sind sauber, zum Maßstab passend dargestellt. Die Cockpitinnenseiten sind einfach detailliert. Dazu kommt noch ein kleines Rohrgerüst, das im Bereich des kleinen Kabinenausschnitts eingebaut werden soll. Die obere Tragfläche ist in einem Stück gespritzt, mit einer feinen Endkante. Auch die Oberflächen mit einer Stoffbespannung der Flügel und der Querruder sind vorbildlich. Den 9-Zylinder- Sternmotor gibt es nur als halbe Scheibe. Ist völlig ausreichend, da er hinter den kleinen Lüftungsöffnungen der Stirnverkleidung verschwindet. Was mir nicht so gefällt sind die vereinfacht dargestellten Öffnungen der Abgasrohre in der Triebwerkshaube. Der erfahrene Modellbauer wird hier mit Sicherheit zu Bohrer und Feile greifen müssen. Sehr grazil die Teile für die Fahrwerke und die Abschussschienen der Raketen. Als Option sind noch vier 50 kg Bomben und noch weitere vier, mit einem etwas kleinerem Kaliber, vorhanden. Beides geht zusammen nicht, man muss sich dann für je eine Variante entscheiden.

ICM - I-153 "Chaika"

ICM - I-153 "Chaika"

ICM - I-153 "Chaika"

ICM - I-153 "Chaika"

Decals gibt es für vier Varianten. Der Bogen ist sehr sauber auf einer dünnen Trägerfolie gedruckt.

I-153, 70.IAP (Fighter Regiment), Khahin-Gol, August 1939

I-153, 15.IAP (Fighter Regiment), Litauen, Juni 1941

I-153, 72.SAP (Mixed Regiment), Nordmeerflotte, Vaenga, 1941

I-153, 71.IAP (fighter Regiment), Baltische Flotte, Lavansaari, Sommer 1942

ICM - I-153 "Chaika"

Die achtseitige Bauanleitung beschreibt den Flugzeugtyp einleitend in Russisch und Englisch. Auf 16 Zeichnungen wird der Zusammenbau gut übersichtlich erklärt. Für den, wer will, wurde auch eine Zeichnung nicht vergessen, um die Verspannung des Doppeldeckers korrekt anzubringen. Die Bemalungsvarianten sind in s/w gedruckt. Hier muss man sich an den Farben von Model Master orientieren.

ICM - I-153 "Chaika"

ICM - I-153 "Chaika"

ICM - I-153 "Chaika"

ICM - I-153 "Chaika"

Darstellbare Maschinen:
  • I-153, 70.IAP (Fighter Regiment), Khalhin-Gol, August 1939
  • I-153, 15.IAP (Fighter Regiment), Litauen, Juni 1941
  • I-153, 72.SAP (Mixed Regiment), Nordmeerflotte, Vaenga, 1941
  • I-153, 71.IAP (fighter Regiment), Baltische Flotte, Lavansaari, Sommer 1942
Stärken:
  • hohe Detailgenauigkeit
  • qualitativ gute Decals
Schwächen:
  • Abgasrohre

Fazit:

Neben der I-15 von ICM nun auch eine I-153. Ein sauber gemachtes Modell, mit schönen Details und kleinsten Teilchen. Lässt man die äußere Bewaffnung weg und baut das Modell als reines Jagdflugzeug, ist man damit zügig fertig. Die letzten Modellneuheiten von ICM waren qualitativ sehr gute Modelle. Was da in Zukunft noch auf unsere Basteltische kommt, man darf gespannt sein.

Diese Besprechung stammt von Bernhard Pethe - 29. Januar 2015

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