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Gladiator

(Eduard - Nr. 1145)

Eduard - Gladiator

Produktinfo:

Hersteller:Eduard
Sparte:Flugzeuge Militär WK2
Katalog Nummer:1145 - Gladiator
Maßstab:1:48
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:November 2015
Preis:ab ca. 30 €
Inhalt:
  • 4 Gießäste aus hellgrauem Kunststoff
  • 1 Gießast aus klarem Kunststoff
  • 1 Decalbogen
  • 1 Platine mit zum Teil farbigen Fotoätzteilen
  • 1 Bogen mit Maskierfolie
  • 1 farbige Anleitung

Besprechung:

Eduard - Gladiator

Der Zweite Weltkrieg war definitiv dominiert von Eindecker-Flugzeugen, wie wir sie heute kennen. Es gab aber auch einige wenige Doppeldecker-Flugzeuge, die ihren Part im Geschehen spielten, darunter auch die Gloster Gladiator. Ihre Entwicklung begann als privates Projekt von Gloster Aviation zur Verbesserung der hauseigenen Gauntlet. Dazu wurden einige Veränderungen an der Zelle vorgenommen, darunter auch das sowohl für einen Doppeldecker als auch für die damalige Zeit ungewöhnliche geschlossene Cockpit. Chefkonstrukteur Folland verbesserte die Leistung dermaßen, dass auch die RAF auf das neue Flugzeug aufmerksam wurde und 1936 die Serienproduktion in Auftrag gab. Die RAF betrachtete die Gladiator als eine Art Zwischenlösung, da sich die modernen Eindecker noch in der Entwicklung befanden und sich am Horizont bereits die Vorboten des Zweiten Weltkrieges abzeichneten. Die Gladiator war zu dem Zeitpunkt zwar praktisch schon veraltet, konnte aber mit einer ganz passablen Flugleistung aufwarten. Zwar war sie in puncto Geschwindigleit und Feuerkraft dem Gegner unterlegen, jedoch auch sehr wendig. Nicht wenige Piloten konnten ihre Gegner in der Luft bezwingen, manchmal mit der sprichwörtlich letzten Patrone.

Eduard - Gladiator

Eduard - Gladiator

Kurz nachdem die Produktion der Gladiator Mk.I begann, wurde die Mk.II entwickelt. Die Mk.II hatte einen Fairey Dreiblattpropeller anstelle des Watts Zweiblattpropellers. Der Bristol Mercury IX wurde durch einen Mercury VIII ersetzt, was am Ende eine etwas höhere Geschwindigkeit ergab. Die Piloten der Gladiator waren begeistert von der Manövrierfähigkeit und der Stabilität beim Abfeuern der MGs, allerdings war die MG-Bewaffnung mit vier lediglich 7,62mm großen Vickers MGs unzureichend. Später wurden Brownings anstelle der Vickers verbaut, die zwar auch nicht größer waren aber eine bessere Feuerkraft boten.

Die Gladiator Mk.II wurde auch als Sea Gladiator Mk.II für den Einsatz auf Flugzeugträgern gebaut. Dazu wurde die Zelle verstärkt und ein Fanghaken installiert. Viele der Sea Gladiator waren mit dem Zweiblattpropeller ausgerüstet, der sich besser für Decksoperationen eignete. Insgesamt wurden 746 Gladiator gebaut, darinter 378 Gladiator Mk.I und 98 Sea Galdiator Mk.II. Neben der RAF fand die Gladiator auch zahlreiche ausländische Abnehmer. 

Eduard - Gladiator

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Gladiator

 

Der Grundbausatz zu dieser Limited Edition stammt - wie sollte es bei einer Gladiator anders sein - von Roden. Die einzelnen Versionen Mk.I, Mk.II und Sea Gladiator wurden zusammengefasst. Ebenfalls mit dabei sind die Skier. Außerdem liegt noch eine farbige Fotoätzteileplatine sowie ein Bogen Maskierfolie mit bei. Ein schöner großer Decalbogen mit insgesamt acht Optionen rundet das Paket ab. Parallel zu dieser Limited Edition ist noch eine zusätzliche Ätzteileplatine erschienen, die auch mit den Roden-Packungen verwendbar ist. Warum man die nun als Limited Edition Käufer noch extra kaufen muss ist mir nicht ganz klar, preislich wäre in diesem Fall schon noch etwas Luft nach oben gewesen.

Die Kunststoffteile wurden unverändert übernommen, der Guss ist, zumindest was die Kleinteile angeht, soweit in Ordnung, Grat oder Formversatz ist bei meinem Exemplar kaum vorhanden. Stellenweise ist die Oberfläche leicht rau, z.B. an den Rumpfteilen. Bei den stoffbespannten Partien am Rumpf ist das sogar ganz praktisch, ansonsten sollte aber leicht überschliffen werden. Dort wo im Bereich des Cockpits innen die Streben verlaufen, gibt es außen entsprechende Sinkstellen, ebenso am Zweiblattpropeller. Einige Flussmarken sind ebenfalls vorhanden. Die gab es wohl auch schon beim ersten Erscheinen des Bausatzes vor gut 13 Jahren!

Eduard - Gladiator

Die Detaillierung des Bausatzes war schon 2002 sehr gut, alleine das Cockpit nimmt inklusive der Zugaben von Eduard gut 40 Einzelteile auf. Hier fällt lediglich der etwas plump geratene Sitz aus dem Rahmen. Abhilfe schafft die zusätzliche Ätzteileplatine, siehe unten. Angesichts der Tatsache, dass man die Cockpithaube nur geschlossen bauen kann, reicht das gebotene allemal aus. Wer seinen Gladiator offen zur Schau stellen möchte, kann auf passende Vacukanzeln von Squadron oder Rob Taurus zurückgreifen. Hier besteht durchaus Potenzial für Eduard, seine Limited Editions entsprechend aufzuwerten. Ist das Cockpit erst einmal verbaut und die Rumpfhälften geschlossen, geht's weiter mit dem ebenfalls sehr gut detaillierten Bristol Mercury Motor.

Auch der gönnt sich gut ein Viertel der Bausatzteile, plus einige Ätzteile. Das ganze verschwindet dann aber unter der dreiteiligen Motorhaube, mehr als die Frontpartie wird vom Motor später nicht mehr zu sehen sein. Je nach Version werden unterschiedliche Filtergehäuse verbaut. Beide Varianten des Propellers sind enthalten, der Zweiblatt Watts für die Mk.I und der dreiblättrige Fairey Reed für die übrigen Versionen. Der Rest des Zusammenbaues ist dann keine große Sache mehr. Etwas Sorgfalt ist beim Ausrichten des oberen Flügels angebracht. Sämtliche Steuerflächen sind übrigens separat ausgeführt. Je nach Version kommen beim Fahrwerk die Räder oder die Skier zum Einsatz. Einige kleinere Anbauteile komplettieren schließlich das Modell. Fehlt nur noch die Verspannung! Diese ist recht umfangreich und man benötigt eigentlich Drähte mit flachem, beinahe rechteckigem Querschnitt. Von Seiten Eduard gibt es hierzu keine näheren Angaben. Die exakte Position ist durch erhabene Bleche vorgegeben.

Eduard - Gladiator

Ein Highlight dieser Limited Edition ist wieder einmal der gut 20x25cm große Decalbogen. Mit ihm lassen sich nicht weniger als acht verschiedene Gladiatoren, darunter drei Mk.II und eine Sea Gladiator, darstellen. Die Qualität ist wie immer erstklassig, der Druck sehr sauber und die Farben kräftig. Auch kleinere Schriftzüge lassen sich noch problemlos entziffern. Neben den einzelnen Kennungen ist auch ein Satz Wartungshinweise mit auf dem Bogen enthalten. Für diejenigen, die einen unzensierten Bogen in der Box vorfinden, ist die lettische Maschine ohne das Zusammensetzen der Hoheitszeichen aus mehreren Teilen möglich. Aus verständlichen Gründen zeigen wir euch diesen Teil des Bogens hier natürlich nicht ;). Im Einzelnen können folgende Maschinen aus dem Kasten heraus gebaut werden:

1. Eine Gladiator Mk.II der No. 3 Squadron von der RAAF Basis Maruba in Lybien aus dem Jahre 1941. Diese von F/O Peter St.George Bruce Turnbull geflogene Maschine war im sogenannten "Shadow Compensating Scheme" lackiert mit Dark Green/Dark Earth für den oberen Teil des Flugzeuges sowie Light Earth/Light Green für den unteren Teil. Die Unterseite war schwarz/weiss, eine recht bunte Mühle also. Turnbull konnte während des Krieges zwölf Luftsiege erringen, mit dieser Gladiator jedoch konnte er nur eine Fiat G.50 im Luftkampf beschädigen, da drei seiner vier MG versagten.

2. Eine Gladiator Mk.I der schwedischen Luftwaffe. Sie war eine von zwölf Maschinen, die samt Piloten zur Unterstützung Finlands im Finnisch-Russischen Krieg dorthin entsandt wurden. Diese Maschinen trugen verschiedene Tarnschemen, je nachdem welche Tarnung sie zuvor trugen. Die #278 trug vorher ein Schema ähnlich der belgischen, Oberseite grün und Unterseite in Grau. Für den Einsatz in Finnland wurden aluminiumfarbene Flecken aufgemalt und große gelbe Buchstaben am Seitenruder angebracht.  

3. Gladiator Mk.I der Luftwaffe Lettlands. Eine von 26 Gladiatoren, die zwischen 1937 und 1938 an Lettland geliefert wurden. Sie waren bei der 123. und 124. Staffel eingesetzt. Auffallend an dieser Maschine sind das blaue Seitenruder mit dem Tailart und die blauen Felgen. Außerdem sind an der Maschine rotbraune, um 45°gedrehte Swastikas als Hoheitszeichen angebracht. Die #121 gehörte zur 123. Staffel und wurde bei einem Landeunfall 1938 beschädigt.

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4. Gladiator Mk.I der No.73 Squadron, eine komplett silbern lackierte Maschine in den seinerzeit typischen Markierungen. K7985 trug eine markante Staffelmarierung in Violett und Gelb, die auch auf dem oberen Flügel angebracht war. Aufgrund von Materialengpässen musste sie zeitweise ohne Bewaffnung fliegen. Ihre Heimatbasis war 1937 RAF Church Fenton.

5. Ebenfalls eine britische Gladiator Mk.I, dieses Mal aus dem Jahre 1938 und von der No.87 Squadron in Shoreham. K7974 war ebenfalls komplett silbern, das Staffelabzeichen bestand aus einer grünen Wellenline kombiniert mit einem schwarzen Balken. Am Seitenleitwerk trug sie sowohl das Emblem der No.87 wie auch das der No.601 Squadron, obwohl sie bei letzterer niemals flog. Die Maschine wurde im Juni 1939 zur 122. überstellt, wo sie mit P/O Green am Steuer eine Caproni Ca.133 vom Himmel holte. Sie ging bei einem Startunfall am 12. Dezember desselben Jahres verloren.

6. Gladiator Mk.I, eine von 22 Maschinen der belgischen Luftwaffe. Die Maschine der 1.Staffel aus Schaffen trug das für Belgien typische Schema aus Khakigrün und Silber. Das Staffelemblem ist ein roter Schweifstern, der über der Rumpfkokarde angebracht ist. Zustzlich wurden einige Wartungsanweisungen am Seitenruder angebracht. Zum Zeitpunkt der deutschen Invasion waren 15 Maschinen einsatzbereit, die allesamt während der Kämpfe verloren gingen.

7. Gladiator Mk.II N2308 der No.615 Squadron, einer Reserveeinheit (Royal Auxiliary Air Force), die 1939 in Frankreich bei Merville stationiert war, als Teil der British Expeditionary Force. Beim Überfall Deutschlands auf Frankreich gelangen der No.615 zusammen mit der No.607 insgesamt 72 Abschüsse von Feindflugzeugen. Da sich beide Staffeln in dieser Zeit in einer Umrüstungsphase auf Hurricanes befanden, geht ein Teil des Erfolges mit Sicherheit auf das Konto der Gladiatoren. Einige Quellen sagen, es hat nur einen einzigen gegeben, nämlich über eine He-111, errungen von eben dieser N2308. Sie war auch eine der wenigen, die es zurück nach England schafften. Sie trug das gleiche Schema wie die unter 1. beschriebene Maschine.

8. Sea Gladiator Mk.II der No.813 Naval Air Squadron, HMS Eagle 1940. In dieser Maschine gelang es Cdr Charles Lindsay Keighly-Peach dreieinhalb Luftsiege über italienische Bomber im Mittelmeerraum zu erringen. N5517 würde später dann zur No.805 überstellt, wo sie am 15. Mai 1941 bei einer Notlandung verloren ging. Die Maschine trug das übliche Schema aus Extra Dark Sea Grey/Dark Slate Grey bzw. Dark Sea Grey/Light Slate Grey über Sky Grey. Sie schaffte es sogar auf die Titelseite des Squadron "in action" Heftes.   

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Eduard bietet ein Ätzteilset als "Upgrade" zu dieser Limited Edition an. Es enthält einige sinnvolle Ergänzungen zum Bausatz und hätte meines Erachtens auch in die Box mit hinein gehört. Ihr könnt euch hier ein Bild von dem Set machen.

Eduard - Gladiator

Darstellbare Maschinen:
  1. Gladiator Mk.II, L9044, Z°NW, No.3 Squadron, RAAF Maruba, Lybien 1941
  2. Gladiator Mk.I, #278, Fygflottilij 19, Finnland, März 1940
  3. Gladiator Mk.I, #121, No.123 Fighter Squadron, Spilve, Lettland 1938
  4. Gladiator Mk.I, K7985, No.73 Squadron, RAF Church Fenton, England, September 1937
  5. Gladiator Mk.I, K7974, No.87 Squadron, RAF Shoreham, England 1938
  6. Gladiator Mk.I, G24, 1er Escadrille due 1er Groupe due 2éme Regiment Aéronautique, Schaffen, Belgien 1939
  7. Gladiator Mk.II, N2308, KW°T, No.615 Squadron "County of Surrey", Merville, Frankreich 1939
  8. Sea Gladiator, N5517, 6°A, 813 Naval Air Squadron, HMS Eagle, Juli 1940
Stärken:
  • Sehr guter Basisbausatz
  • Riesiger Decalbogen
  • Inklusive Masken und Ätzteilen
Schwächen:
  • Für eine Limited Edition sehr wenig Extras
Anwendung:
  • Mittel

Fazit:

Der Roden Bausatz war schon immer sehr gut gemacht, wenn auch mit einigen leichten handwerklichen Schwächen. Hier hat man nun alle Versionen in einer Kiste. Für eine Limited Edition ist der Bausatz nicht viel anders ausgestattet als ein normaler Profipack. Schade, dass man nicht noch die separat erhältlichen und auf diese Edition zugeschnittenen Ätzteile mit dazu gelegt hat.

Weitere Infos:

Anmerkungen:

Das Set auf der Homepage von Eduard sowie die zugehörige Anleitung erreicht ihr über folgende Links:

Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 12. Januar 2016

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