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H.M.S. Abercrombie 1944

(White Ensign Models - Nr. K3561)

White Ensign Models - H.M.S. Abercrombie 1944

Produktinfo:

Hersteller:White Ensign Models
Sparte:Schiffe Militär WK2
Katalog Nummer:K3561 - H.M.S. Abercrombie 1944
Maßstab:1:350
Kategorie:Bausätze (Resin, Vacu, ...)
Erschienen:Januar 2010
Preis:ca. 170 €
Inhalt:
  • Resin-Gussteile
  • Zinn-Gussteile
  • 1 Bogen Ätzteile
  • Verschiedene Messingstäbe
  • 1 Bauanleitung mit Farbprofil

Besprechung:

Zum Original

Die Monitore der Royal Navy wurden zu dem Zweck eingeführt, als schwer gepanzerte, bewegliche Festungen den Krieg an die Küste des Gegners zu tragen. Sie kombinierten die taktischen Möglichkeiten der frühen britischen und französischen Bombadier- bzw. Mörserschiffe mit den Vorzügen moderner Schifftechnik in Punkto Panzerung und Antrieb. Die gezielte Bekämpfung von befestigter Küstenartillerie sollte gegnerisches Feuer binden und es Landungstruppen ermöglichen, Brückenköpfe zu bilden. Monitore hatten in erster Linie stabile Artillerieplattformen niedrigen Tiefgangs zu sein. Diesem Ziel wurden andere elementare Eigenschaften wie Geschwindigkeit, Seefestigkeit und Manövrierfähigkeit untergeordnet. In vielen Küstenschlachten der modernen Geschichte fanden Monitore Verwendung. Den krönenden Abschluss der langen Entwicklungsgeschichte der Küstenangriffsschiffe der Royal Navy bildete die HMS Abercrombie. Als zweites Schiff der Roberts-Klasse lief sie am 31. März 1942 vom Stapel. Nach 15 Monaten Ausrüstungs- und Testphase erreichte der Monitor das Mittelmeer und griff erfolgreich in die alliierten Landungsoperation in Sizilien ein und setzte dabei Maßstäbe im Hinblick auf die Zielgenauigkeit ihrer Hauptartillerie. Danach verließ das Glück das Schiff: Eine Serie von Minentreffern verhinderte weitere Feindfahrten bis zum 17. Juli 1945, als sie von Malta aus nach Fernost aufbrach. Sie war noch auf dem Weg, als die Japaner die Waffen streckten. Abercrombie kehrte um und wurde fast unmittelbar in die Reserve gestellt. Im Dezember 1954 wurde sie dann zum Abbruch verkauft.

White Ensign Models - H.M.S. Abercrombie 1944

Die Verpackung

Als ich das Paket erhielt, rutschte mir erstmal das Herz in die Hose: Der Faltkarton hatte ordentlich was abbekommen und zwar dort am Boden, wo üblicherweise die Ätzteile der WEM-Bausätze untergebracht sind. Ansonsten finden wir die übliche Deckelgestaltung per 4-Farb-Aufkleber. Auch beim Öffnen bietet sich das gewohnte Bild: Alle Teile sind in Luftkammerfolie eingeschlagen. Kleinere Teile und Messingstäbe sind in Polybeuteln zusammengefasst. Die verbleibenden Hohlräume sind mit  Stryo-Chips aufgefüllt und schützen den Kartoninhalt vor Beschädigungen. Am Grunde der (verbeulten) Schachtel finden sich, wie zu erwarten, die Photoätzteile. Der Bogen liegt in einem Polybeutel und ist nicht separat durch einen Kartonbogen unterstützt. Tatsächlich hatte ich aber Glück: Trotz Delle an kritischer Stelle hat es nur einen minimalen Schaden im Bereich der Reling gegeben. Dennoch habe ich erstmal zwei Kartonstücke zurechtgestutzt und mit dem Ätzteilbogen eingetütet: Jetzt ist mir wohler.

Die Resin-Gussteile

Wenden wir uns dem Rumpf zu: Wie üblich hat Peter Hall den Rumpf an der tatsächlichen Wasserlinie getrennt. Die Kontaktflächen benötigen lediglich einen leichten Schliff, um perfekt plan zu sein. Obere und untere Rumpfhälfte passen weitgehend aufeinander, Spachteln wird aber notwendig werden: Im Bereich des Bugs scheint das Unterwasserschiff leicht größer zu sein, als das Überwasserschiff. Ein sauberer Schliff wird hier entscheidend für die Optik des Modells sein. Am Heck passen die Teile geradezu perfekt aufeinander. Das Unterwasserschiff verfügt über Aufnahmen für die Ruder und Wellen. An der Oberseite der unteren Rumpfhälfte findet sich eine leichte Formtrennlinie, die nach der Montage sichtbar sein wird, wenn sie nicht durch Schleifen entfernt wird.

Das Überwasserschiff zeigt eine Vielzahl von angegossenen Details, die ich persönlich lieber als separate Einzelteile gesehen hätte, wie z.B. Kabeltrommeln, Aussetzspieren und den Wellenbrecher am Bug. Der Wellenbrecher ist für meinen Geschmack einen Tick zu massiv und hätte mir als Photoätzteil mehr zugesagt. Das ist aber schon Meckerei auf ganz hohem Niveau, denn die Teile sind makellos gegossen. Keine einzige Blase oder Riefe ist zu finden. Was mir nicht gefällt, sind die Spiere zum Aussetzten der Boote am Heck des Schiffes: Beide schmiegen sich in sanftem Bogen an das Heck. Die Spiere sollten –betrachtet man das Original- ca. um die Hälfte kürzer und kerzengerade sein. Andere Spiere, die auf Originalaufnahmen zu sehen sind, fehlen hingegen ganz und sind (nach Durchsicht der Anleitung) auch nicht unter den anderen Bauteile zu finden. Zu beiden Seiten des Rumpfes sind zwei recht massive Leitern angegossen, bei denen man sich auch fragen muss, warum hier nicht gleich Ätzteile zum Einsatz kommen. Gleiches gilt für die Davit-Stützen am Heck. Als letztes Manko mag man empfinden, dass das Stahldeck völlig plan gegossen ist. Es finden sich keine Stöße der Deckplatten (Ich nehme an, dass es keine recherchierbare Grundlagen dafür gab.). Auch ist die Rumpfoberfläche, abgesehen vom Böschungspanzer, völlig glatt. Gemäß Anleitung müssen die vier Auslegerplattformen und die achteren Müllrutschen entfernt werden, die, so wie abgebildet, nur auf dem Schwesterschiff HMS Roberts Verwendung finden.

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Als nächst größere Baugruppe ist das gesamte erste Oberdeck einteilig dargestellt. Wie im Falle des Überwasserschiffes ist auch hier eine Vielzahl von Details bereits angegossen. Die Schanzkleider sind ausreichend dünn und verfügen bereits über alle notwendigen Stützen. Im Weiteren finden sich reichlich Munitions- und Backskisten, aber auch Kabeltrommeln und angegossene Türen, die ich wiederum lieber als Ätzteile gesehen hätte. An dieser Stelle sei angemerkt, dass im Umfang der Ätzteilplatine keine Türen mitgeliefert werden. Dafür können alle angegossenen Schanzkleider durch Ätzteile ersetzt werden.

Von unten betrachtet glaubt man zunächst, dass die Oberfläche des Oberdecks nicht ordentlich versäubert ist. Tatsächlich aber ist kaum ein Nacharbeiten notwendig. Wie immer gilt hier: Erst mal Trockenpassen, dann Schleifen. Lediglich die Stifte zur Positionierung des Bauteils erweisen sich z. T. als hinderlich: Mindestens einer muss entfernt werden, sonst passt das Teil nicht.

Auf der Oberseite des Oberdecks befinden sich Positionierhilfen für die Deckhäuser, den Vormast mit Brücke und den Schornstein. Alle Teile passen sehr gut, lediglich ein wenig Schleifen hier und da unterstützt die Passung. Die Deckhäuser sind, wie das Oberdeck-Teil, mit allen erdenklichen angegossenen Kleinteilen ausgestattet.

Auf den Deckhäusern befinden sich Aufnahmen für weitere Plattformen. Der Schornstein wird ebenfalls mittels Zapfen in Position gebracht. Seitlich befinden sich Angüsse, von denen mir nicht klar ist, ob die noch entfernt werden müssen. Eine Plattform an der Vorderseite des Schornsteins ist ebenfalls angegossen. Auch hier wäre ein Fotoätzteil durchaus sinnvoll gewesen. 

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Der Vormast besteht im Wesentlichen aus vier Resinteilen: Brückenturm, Brückendeck, Mast mit Beobachtungsplattform, sowie einer kleinen Plattform mit angegossener 277 Radarlaterne. Letztere ist wenig detailliert. Etwas Recherche und Eigenleistung wird nötig sein, um hier nachzuwürzen. Die geschlossene Beobachtungsplattform an der Mastspitze enttäuscht. Das Haus selber verfügt über viele großflächige Fenster, die den gesamten Aufbau durchsichtig machen würden, wenn es nicht massiv gegossen dargestellt wäre. Ein zweiteiliger Aufbau aus Resin oder ein Resin-Unterteil zusammen mit einem Ätzteil für Dach und Fensterrahmen wäre machbar gewesen.

Der darunter gelegene Seestern ist ebenfalls schon angegossen, obwohl er auch als Ätzteil dem Bausatz beiliegt. Das Ätzteil ist besser geeignet als das Gussteil, da es wesentlich feinere Teile aufweist. Die Verwendung ist aber mit einigem Aufwand verbunden, da mit großer Vorsicht sehr viel Resin-Material entfernt werden muss. Insgesamt stellt das „Fighting Top“ eine echte Herausforderung dar.

Die darunter liegende offene Brücke ist ausreichend fein detailliert. Leider ist nicht ersichtlich, wo der Zugang zur Brücke ist: Luken oder Türen sind nicht zu finden. Als letztes und größtes Teil bleibt noch die Mastbasis. Das Teil weist einen leichten Überguss and der Backbordseite achtern auf. Ansonsten ist das Teil fehlerfrei gegossen und passt gut auf den Passstift auf dem Oberdeck. Die Konfiguration der Bullaugen an der Brücke aber entspricht einem Foto von 1947 und ist definitiv anders als die von 1943. Wann der Umbau erfolgte konnte ich kurzfristig nicht ermitteln. Auf die Beobachtungsschlitze im Bunker der Brücke wurde unverständlicher Weise ganz verzichtet.

Soviel zu den großen Bauteilen. In separaten Beuteln finden wir eine Anzahl verschiedener Kleinteile. Dazu gehören verschiedene Plattformen zur Aufnahme von Richtradaranlagen und Ausgucks, sowie der Seestern des Großmastes, der aber auch durch ein Ätzteil ersetzt werden kann.

Auch zwei Scheinwerferplattformen sind in diesem Beutel zu finden, an denen die Scheinwerfer bereits angegossen sind, was sowohl eine weitere Verfeinerung als auch das Lackieren unnötig erschwert.

Neben Winschen, Rettungsflößen und weiteren Entfernungsmessern finden wir eine Doppelplattform für zwei 20mm Zwillings-Flak, die bereits mit allen Mun-Kästen versehen ist. Wie der Zugang zu diesen Plattformen über Leitern oder Treppen zu finden ist, kann ich anhand der Bauanleitung nicht feststellen. Die Stellungen 4er-PomPom auf dem Vordeck sind ebenfalls mit einer Menge Details versehen. Die Boote sind ausreichend fein dargestellt und erhalten eine weitere Aufwertung durch Anbauteile von der Ätzteilplatine.

Auffällig ist die recht große Menge an Fischhäuten an allen Teilen. Da ist kein Teil, das keiner intensiven Nacharbeit bedürfte. 

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Besonderes Augenmerk gilt, wie auf jedem Kampfschiff, der Hauptbewaffnung. Die Roberts-Klasse Monitore verfügten über einen Turm mit zwei 15-Zoll-Geschützen, die zum Zeitpunkt des Baus den Großkaliber-Standard für die Großkampfschiffe der Royal Navy darstellten.

Die erhöhte Barbette ist nicht kreisrund dargestellt sondern besteht aus abgerundeten Flächen. Der Turm selbst weist alle wichtigen Charakteristika auf. Die Sockel der 20mm Flakstellungen sind bereits angegossen. Besonderes Augenmerk sollte man beim Auspacken auf die Kanonenrohre lenken. Diese sind ab Werk mit Schürzen ausgestattet, die sich an den Turm anschmiegen sollen. Daher gibt es eine rechte und ein linke Version der 15-Zoll-Rohre. Wenn man zwei linke Rohre geliefert bekommt, gibt’s Schwierigkeiten, wie man dem Bild entnehmen kann. Es versteht sich von selbst, dass ich innerhalb einer Woche nach Reklamation - völlig unbürokratisch - das richtige Teil auf dem Tisch hatte. Nicht umsonst gilt WEM als einer der zuverlässigsten Lieferanten im Markt.

Teile der schweren Flak bildet die nächste Gruppe an Bauteilen. Wie bei den Kleinteilen zuvor fällt die vergleichsweise große Menge an Fischhäuten auf. Die PomPoms werden durch Verwendung von Ätzteilen weiter aufgewertet.  

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Zinn-Gussteile

Die Zinn-Gussteile stellen meines Erachtens nach den wirklichen Schwachpunkt des Bausatzes dar. Kann bei den vorangegangenen Bauteilen durch etwas Mühe durchaus Brauchbares entstehen, sehe ich kaum eine Hoffung, hier wirklich etwas richtig Gutes zustande bringen zu können.

Davits, Ruder und Wellentunnel-Stützen stellen hierbei sicher das geringste Übel dar und können mit gutem Willen Verwendung finden. Die Schrauben sind, soweit ich das anhand der Literatur beurteilen kann, regelrecht falsch. Weder stimmt die Steigung noch die Form der Blätter. Wie ich sie auch hindrehe, stimmen diese nicht mit den Bildern der Originale überein.

Die Minenräum-Schwimmkörper sind mit Finnen und Kabelschneider versehen, die aber laut Bauanleitung entfernt und durch Ätzteile ersetzt werden sollen. Warum sind die Teile dann schon angegossen?

Die 4-Zoll Flak-Rohre und Schlösser weisen wenig Details auf und sind samt und sonders so verbogen, dass da kaum etwas Befriedigendes draus entstehen kann.

Die 20mm Zwillinge kann ich kaum anders beschreiben als „in der Form unbrauchbar“.

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Ätzteilbogen, sonstiges Zubehör und keine Decals

Erfreulich ist wieder einmal der Ätzteilebogen. Hier macht WEM seinem Ruf wieder alle Ehre.

Als einziges ersichtliches Manko bleibt das zuvor erwähnte Fehlen von Schotten, Türen und kleinen Kabeltrommeln.

Zuletzt ist der Bausatz mit vier Messingstiften unterschiedlicher Dicke und Länge ausgestattet, die hauptsächlich im Aufbau der Masten Verwendung finden werden.

Ein Decal-Bogen mit Fahnen und Trimmmarken fehlt dem Bausatz deutlich.

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Die Anleitung

Die Bauanleitung besteht aus sechs Blatt DinA4, die komplett in Englisch abgefasst sind. Die ersten drei Seiten beschäftigen sich mit der Geschichte der Abercrombie und dem Inhalt der Schachtel. Auf Seite 2 befindet sich eine fotografische Übersicht aller Resin- und Zinnteile. Alle Teile sind mit einer Nummer gekennzeichnet und werden fachgerecht benannt. Seite 3 zeigt ein Übersichtsschema des Ätzteilebogens mit Nummerierung und Benennung der Teile.

Die folgenden sieben Seiten zeigen die Montage des Bausatzes in verschiedenen Schritten. Soweit ich erkennen kann ist alles übersichtlich dargestellt, so dass es keine Irrungen und Wirrungen geben sollte. Zu guter Letzt finden sich die Bemalungsanleitungen auf den letzten beiden Seiten. Da sich in der Fachwelt offensichtlich die Geister scheiden, ob die Abercrombie im „Admirality Light Disruptive Pattern“ oder im „Admirality Medium Disruptive Pattern“ gepönt war, sind beide Farbstellungen angegeben, auch wenn mir die erste der beiden Optionen vor dem geschichtlichen Hintergrund die Wahrscheinlichere zu sein scheint.

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Schlussbetrachtung

Wenn man lange auf etwas warten muss, steigen die Erwartungen. Ich freue mich, dass ich endlich „meine“ Abercrombie in 1:350 in Händen halte. Meine hochgesteckten Erwartungen erfüllt der Bausatz jedoch nicht. Versteht mich nicht falsch: Der Bausatz ist im Wesentlichen gut gemacht. Technik und Passform scheinen tadellos. Es gibt kaum Macken, kaum etwas ist wirklich dramatisch falsch. Auch scheint es keine unüberwindbaren Hindernisse zu geben. Ich empfehle ihn vorbehaltlos jedem, der etwas Erfahrung im Resin-Modellbau mitbringt.

Dennoch: Der Bausatz stellt ganz klar nicht die Spitze des Möglichen dar. Für einen Kit eines Markführers ist der Bausatz in dieser Preisklasse „nur“ solides Mittelmaß. Es fehlt mir an vielen Stellen die Tiefe, die durch Verwendung anderer Medien möglich gewesen wäre. Die Verwendung von Zinngussteilen halte ich für unzeitgemäß, zumindest wenn sie so wie in diesem Bausatz ausfallen. (Paper Lab Produkte seien hier als leuchtendes Beispiel genannt: Es geht nämlich besser!) 

Mir ist klar, dass ich hier auf ganz hohem Niveau meckere. Musste ich einfach nur zu lange warten? Ich glaube nicht. Tatsächlich ist es vielen WEM Bausätzen eigen, dem Modellbauer eine grundsolide Basis zu Verfügung zu stellen, ohne an die Grenzen des Machbaren zu gehen. Dies ist in sofern vorteilhaft, als dass WEM Modelle in der Regel auch ohne psychiatrische Begleitbehandlung tatsächlich baubar sind. Wer das Extrem will, tut dies aus eigenem Antrieb und auf eigene Gefahr.

Stärken:
  • lang erwartetes Modell im großen Maßstab
  • Gute Passform
  • Es wurde auf Baubarkeit geachtet
  • Tolle Ätzteile
  • Übersichtliche Bauanleitung
Schwächen:
  • Nicht optimale/konsequente Verwendung von Arbeitsmaterialien
  • Zinngussteile
  • Unstimmigkeiten zum Original
  • Keine Decals/Flaggen
Anwendung: Für Modellbauer mit Resin-Erfahrung und AMS-Erkrankte 

Fazit:

Der Bausatz wird die Fähigkeiten der Modellbauer fordern. Trotz oder vielleicht wegen der oben genannten Herausforderungen halte ich den Bausatz für insgesamt empfehlenswert.

Weitere Infos:

Referenzen:

Big Gun Monitors- Design, Construction and Operations 1915-1945; Buxton, Ian; Seaforth Publishing, ISBN 978-1-84415-719-8

Achtung: Die Pläne in den ersten Ausgaben der Profile Morskie „HMS Abercrombie“ und „HMS Roberts“ sind nachweislich ungenau und zum Teil ganz falsch. Aus diesen Büchern können nur die Fotos als Referenzen herangezogen werden, nicht aber die Pläne! Ob spätere Auflagen verbessert wurden, ist dem Autor nicht bekannt.

Diese Besprechung stammt von Guido Hopp - 09. Juli 2010

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