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Boston Mk.IIIA "Over D-Day Beaches"

(Special Hobby - Nr. 72287)

Special Hobby - Boston Mk.IIIA

Produktinfo:

Hersteller:Special Hobby
Sparte:Flugzeuge Militär WK2
Katalog Nummer:72287 - Boston Mk.IIIA "Over D-Day Beaches"
Maßstab:1:72
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:Mai 2014
Preis:ca. 30 €
Inhalt:
  • 5 Gießäste in hellgrauem Kunststoff
  • 1 Gießast in klarem Kunststoff
  • 4 Resinteile
  • 1 Decalbogen
  • 1 farbige Anleitung

Besprechung:

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Boston Mk.IIIA "Over D-Day Beaches"

 

Im Jahre 1937 kam man beim United States Army Air Corps zu der Erkenntnis, dass einmotorige Flugzeuge in der Rolle als Erdkampf- und Angriffsflugzeug ungeeignet waren. Daher wurde eine Ausschreibung für ein zweimotoriges Flugzeug herausgegeben, welche zum Teil auch die Anforderungen der französischen Luftwaffe berücksichtigte, die ebenfalls ein starkes Interesse an einer solchen Maschine zeigte. Im Juni 1939 erfolgte schließlich der Erstflug des Prototypen. Die ersten Serienmaschinen, angetrieben von zwei Pratt & Whitney R-1830 Motoren, wurden ab 1940 zunächst an Frankreich und Großbritannien ausgeliefert, wobei die für Frankreich vorgesehenen Maschinen nach dessen Kapitulation nach England umgeleitet wurden. Dort rüsteten die als Boston I und Boston II bezeichneten Flugzeuge 24 Staffeln aus und wurden ab 1942 gegen Deutschland eingesetzt. Die nächsten Versionen wurden von den stärkeren R-2600 Motoren angetrieben und erhielten von der RAF die Bezeichnung Boston III (A-20B) und Boston IIIA (A-20C). Die III unterschied sich von der IIIA nur durch die Ausführung der Glasnase. Die RAF erhielt mehrere hundert Maschinen, einige der bestellten Maschinen wurden von den USA wegen "Eigenbedarf" und im Rahmen des "Lend-Lease" Programms an die Sowjetunion übergeben.  

Special Hobby - Boston Mk.IIIA "Over D-Day Beaches"

Der Bausatz von Special Hobby ist nun schon seit einigen Jahren auf dem Markt und hat schon so einige Reinkarnationen hinter sich. Von den knapp 170 im typischen Grau gefertigten Bauteilen werden gut 30 nicht benötigt. Die Qualität des Bausatzes ist soweit ganz gut, er verfügt über feine versenkte Gravuren und die äußeren Abmessungen stimmen sehr gut mit den zur Verfügung stehenden Plänen überein. Das Cockpit ist mit allen notwendigen Bauteilen ausgestattet. Die Seitenwände sind separate Teile, welche in entsprechende Aussparungen auf der Rumpfinnenseite eingesetzt werden. Hier sollte man - sofern man das Cockpit geöffnet darstellen will - noch etwas nachdetaillieren. Das Instrumentenbrett verfügt über erhaben geprägte Details, ein entsprechendes Decal ist dieses Mal keines dabei. Der Sitz braucht lediglich noch passendes Gurtzeug. 

Special Hobby - Boston Mk.IIIA "Over D-Day Beaches"

Die Fahrwerke sind relativ filigran ausgeführt, die Bremsleitungen fehlen und sollten ergänzt werden. Die Räder weisen leider keinerlei Profil auf und sind auch nicht abgeflacht. Der Einbau des Hauptfahrwerkes muss aufgrund der Bauweise noch vor dem Ansetzen der Motorgondeln erfolgen, was die spätere Handhabung erheblich behindert. Das Ganze ist zu allem Überfluss auch noch ziemlich fragil. Die Fahrwerksschächte verfügen lediglich über leichte erhabene Details, hier kann man sich noch nach Herzenslust austoben, damit etwas Leben in die Bude kommt (beim Original verlaufen dort ziemlich viele Leitungen). Das Eduard Set mit der Nummer 72480 (oder auch 72500) hilft diesem Bereich etwas auf die Sprünge. Das hintere Abteil für den MG Schützen ist mit allen notwendigen Teilen versehen, wie z.B. den Munitionskisten. Das Vickers 0.303inch MG ist ok für den Maßstab, von dem wird man später ohnehin kaum noch etwas sehen. Die anderen MGs, zwei M2, sind ein wenig einfach geraten. Ob die überhaupt so eingebaut werden können, wie die Bauanleitung das vorsieht, wage ich zu bezweifeln, ich denke der hintere Teil der Verglasung muss dazu abgeschnitten werden - so wie auf dem Deckelbild zu sehen.

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Boston Mk.IIIA "Over D-Day Beaches"

 

Die beiden Double-Cyclone Motoren sind vergleichsweise einfach ausgefallen, die Zylindersterne sind vollkommen "nackt" (aber schön detailliert), also ohne die charakteristischen Steuerstangen und Zündkabelbäume. Das Getriebegehäuse mit den Anbauteilen ist ebenfalls ausbaufähig. Die Grundlage ist allerdings sehr gut, die weitere Detaillierungsarbeit lohnt sich, da man die Teile später noch sehr gut sehen kann. An den Propellern ist dagegen nichts auszusetzen, die charakteristische Nabe mit ihren zwölf Schraubenbolzen ist sehr gut wiedergegeben. Etwas Sorgfalt erfordert der Anbau der jeweils acht kleinen Hutzen rund um die Motorenverkleidung. Nett: die Abgasstutzen sind bereits als Rohrstutzen angedeutet und brauchen nur entsprechend aufgebohrt zu werden.

Optionen beim Bau bietet der Bausatz so gut wie keine, lediglich das Cockpit kann geöffnet oder geschlossen gebaut werden. Sämtliche Steuerflächen sind fest angegossen, wer hier etwas ausgelenkt darstellen will kommt um einen Einsatz der Säge wohl nicht herum. Der Bombenschacht ist ebenfalls nur geschlossen baubar. Für eine der Versionen liegen die Rohre der Rauchgeneratoren bei, wie sie beim D-Day zum Einsatz kamen. Leider sind die Teile nicht so gut gelungen, sie sind Massiv gegossen und sehen eher bescheiden aus. Die Klarsichtteile sind ausreichend dünn jedoch nicht ganz schlierenfrei, zumindest der Glasbug.

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Boston Mk.IIIA "Over D-Day Beaches"

 

Die Qualität der Decals ist erstklassig, sehr sauberer Druck und absolut kein Versatz, die Kokarden sind 100% konzentrisch. Außer den individuellen Markierungen sind keine weiteren Decals wie z.B. Wartungshinweise enthalten, genauso wenig wie ein Instrumentenbrett-Decal. Die farbige Bauanleitung im DIN A5 Format lässt keine Wünsche offen. Geradezu vorbildlich sind die ausführlichen Farbangaben in den Baustufen, etwas das keineswegs selbstverständlich ist. Die Farbangaben beziehen sich wie üblich auf die Palette von Gunze.

Bei den darstellbaren Maschinen hat man die Wahl zwischen zwei britischen und zwei französischen Maschinen, davon aber nur eine mit französischen Hoheitsabzeichen. Die erste Option stellt eine Maschien der No.88 Squadron dar. BZ264/RH-B war im Juni 1944 auf RAF Hartford Bridge stationiert und zeichnet sich durch ein Bierfass-Noseart aus, welches wegen des Wettbewerbs zwischen England und Kanada bezüglich des Biertrinkens aufgebracht wurde (die Maschine wurde zeitweise auch von kanadischen Crews geflogen).

Auch die zweite Option ist eine Maschine der No.88 Sqn, BZ389/RH-E nahm jedoch nicht direkt am D-Day teil, sondern an einer fiktiven Invasion zur Ablenkung der deutschen Truppen (Operation Starkey). Die Invasions-Markierungen unterschieden sich leicht von den regulären, die Nase war weiß und die Flügelspitzen schwarz bemalt.

Option 3 ist eine Maschine der No.342 Sqn Free French. BZ208/OA-A flog ebenfalls von RAF Hartford Bridge aus. Als Besonderheit trägt diese Maschine bereits komplette französische Markierungen und das Abzeichen der "Lorraine" am Bug sowie Missions-Markierungen.

Die letzte Option, ebenfalls eine Free French der No.342 Sqn., trägt dagegen noch britische Markierungen. Am Bug trägt sie den Namen "Ville de Caen" sowie das Lorraine Abzeichen, zusammen mit vielen Einsatzmarkierungen. 

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Boston Mk.IIIA "Over D-Day Beaches"

 

Darstellbare Maschinen:
  1. Boston IIIA, BZ264/RH-B, No.88 Sqn, RAF Hartfort Bridge, Juni 1944
  2. Boston IIIA, BZ264/RH-B, No.88 Sqn, RAF Hartfort Bridge, Operation Starkey, August 1943
  3. Boston IIIA, BZ208/OA-G, No.342 "Lorraine" Sqn. Free French, RAF Hartfort Bridge, Juli 1944
  4. Boston IIIA, ?????/OA-A, No.342 "Lorraine" Sqn. Free French, RAF Hartfort Bridge, Juli 1944
Stärken:
  • Gute Detaillierung
  • Gute Decals
Schwächen:
  • Keine ersichtlichen außer vielleicht, dass manche Teile extrem filigran sind und zu unmöglichen Zeiten eingebaut werden sollen (Fahrwerk)
Anwendung:
  • Mittel

Fazit:

Ein nach wie vor schöner Bausatz mit zum Jubiläumsjahr passenden Decals. Die Qualität und Detaillierung sind gut. Schade, dass man die von MPM erhältlichen, passenden Ätzteile extra dazu kaufen muss.

Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 22. Juli 2014

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