Boeing 727-81D-AHLM, Hapag Lloydvon Steffen Meister (1:144 CRM)
Die Boeing 727-100 wurde Anfang der 1960er-Jahre als Kurz- und Mittelstreckenflugzeug entwickelt und absolvierte ihren Erstflug am 9. Februar 1963. Mit ihren drei Hecktriebwerken, dem markanten T-Leitwerk und hervorragenden Kurzstart- und Landeeigenschaften wurde sie schnell zum Rückgrat vieler Fluggesellschaften. Eigenschaften die sie später auch ideal für den aufkommenden europäischen Ferienflugverkehr der 1970er-Jahre machte. Bis 1972 entstanden über 570 Exemplare der 727-100 und ihrer Varianten und legten den Grundstein für den späteren Erfolg der verlängerten 727-200.
Die hier dargestellte D-AHLM (Werknummer 18919) gehörte zu den ersten drei Boeing 727, welche die 1972 gegründete Hapag-Lloyd Flug von All Nippon Airways übernahm. Ursprünglich sollte die neue Airline Kreuzfahrtgäste der Hapag-Lloyd Reederei zu den Einschiffungshäfen im Mittelmeer befördern, entwickelte sich jedoch innerhalb weniger Jahre zu einer der bedeutendsten deutschen Ferienfluggesellschaften.
Ein kleines Stück deutsche Luftfahrtgeschichte schrieb die D-AHLM am 30. März 1973, als sie als Flug HF 203 den ersten kommerziellen Flug der Hapag-Lloyd Flug von Hamburg nach Ibiza durchführte. Mit 124 Passagieren begann damit der Flugbetrieb einer Airline, deren charakteristische weiß-blaue Lackierung mit dem orangefarbenen Leitwerk schon bald zum Sinnbild des deutschen Charterverkehrs wurde. In den folgenden Jahren war die D-AHLM auf zahlreichen Urlaubsrouten nach Spanien, Griechenland, Portugal, Italien und auf die Kanarischen Inseln im Einsatz.
Infos zum Bau:Wie bereits bei meiner 727-200 entstand auch dieses Modell aus dem neuen CR-Models-Bausatz im Maßstab 1:144. Die Qualität überzeugt erneut mit feinen Gravuren, einer durchdachten Konstruktion und einer außergewöhnlich umfangreichen Bauanleitung. Man merkt dem Kit an, dass hier Luftfahrt- und Modellbauenthusiasten entwickelt haben und nicht einfach ein Jahrzehnte alter Bausatz neu aufgelegt wurde.
Wie bei der -200 mussten auch hier die Passzapfen vor dem Zusammenbau nachgearbeitet werden, da sie etwas zu groß für die vorgesehenen Bohrungen ausfallen. Besonders an den Tragflächen ist sauberes Schleifen und Anpassen wichtig, da Ober- und Unterseite genau über die fein gravierten Blechstöße zusammengefügt werden.
Zusätzlich kamen die 3D-gedruckten Triebwerke und Räder von CR-Models zum Einsatz. Die Resin-Teile sind deutlich filigraner als die Kunststoffteile des Bausatzes und werten insbesondere die JT8D-Triebwerke sowie das Fahrwerk sichtbar auf.
Für die Darstellung im Landeanflug wurden außerdem die LACI-Landeklappen verbaut. Diese sind ursprünglich für den Minicraft-Bausatz konzipiert und passen daher nur mit Anpassungen an den CR-Models-Kit. Vor allem die Vorflügel (Slats) mussten mit Plastiksheet verlängert und angepasst werden. Der zusätzliche Aufwand lohnt sich jedoch, da die ausgefahrenen Hochauftriebshilfen der 727 ein sehr markantes Erscheinungsbild verleihen.
Um die typische Landekonfiguration noch realistischer wiederzugeben, wurden die Fahrwerksfederbeine verlängert. Die Boeing 727 im Endanflug und wirkt deutlich dynamischer als eine Darstellung im abgestellten Zustand.
Lackiert wurde das Modell vollständig mit MRP-Farben. Für das markante Hapag-Lloyd-Heck kam MRP Pure Orange (RAL 2004) zum Einsatz, während der Unterrumpf und die Tragflächen mit MRP FS 16515 Boeing Grey lackiert wurden. Der übrige Rumpf erhielt ein reines MRP-Weiß. Die Kombination trifft den Farbton der klassischen Hapag-Lloyd-Lackierung aus meiner Sicht sehr stimmig.
Bei diesem Modell kamen außerdem erstmals die Oilbrushes von AMMO zum Einsatz, um der ansonsten sauberen Airliner-Lackierung etwas mehr Tiefe und Lebendigkeit zu verleihen. Vor allem die Farbtöne White, Medium Grey, Sunny und Light Flesh wurden dezent eingesetzt, um einzelne Paneele aufzuhellen und feine Farbnuancen herauszuarbeiten.
Für das Washing der Gravuren verwendete ich AMMO Starship Wash, das die feinen Panel Lines der Boeing 727 sehr schön betont. Die typischen Schmutz- und Wischspuren im unteren Rumpfbereich entstanden mit den Streaking Brushers Grime, Starship Grime und Green Grey Grime. In den Fahrwerkschächten kam Starship Bay Sludge zum Einsatz, wodurch die ansonsten sehr hellen Bereiche deutlich mehr Tiefe erhalten.
Die Decals stammen von Flightpath Decals. Aufgrund ihres Alters wurden sie vor der Verarbeitung vollständig mit Microscale Liquid Decal Film versiegelt. Dadurch ließen sich die bereits etwas brüchigen Decals sicher verarbeiten, ohne dass sie beim Wässern oder Positionieren rissen.
Wie bei den meisten meiner Airliner kamen außerdem die Authentic Airliner Decal Windows, Scheibenwischer und Vortex Generators zum Einsatz. Gerade diese Details verleihen dem Modell eine deutlich realistischere Wirkung und tragen wesentlich zum Gesamteindruck bei.
Für das abschließende Finish wurde überwiegend Hataka Satin und Matt Lacquer Clear Coat verwendet und variiert, um die leicht stumpf gewordene Lackierung nach einer intensiven Sommersaison im Mittelmeer realistisch darzustellen.
Steffen Meister Publiziert am 05. Oktober 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |