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Sturmi – das finnische Sturmgeschütz III Ausf. Gvon Thomas Ehrensperger (1:35 Tamiya)
Eigentlich hätte das „Sturmi“ schon letztes Jahr vorgestellt werden sollen, aber ein Computercrash hatte zu Datenverlusten geführt, so dass Text und Photos im großen Orkus landeten – ähh, den finalen Weg des Digitalen gingen. Nun habe ich das eigentlich fertiggebaute Sturmgeschütz wieder in die Hände bekommen - Gelegenheit, um noch einmal Hand anzulegen. Die Anpassungen letzter Hand erfolgen beim Einbau ins Diorama.
Über das Ursprungsfahrzeug braucht man keine großen Worte verlieren, weil das schon mehrfach auf MV im Modell gezeigt wurde. Wer sich für das Original interessiert wird auch auf wikipedia fündig. Allerdings gab es das Sturmgeschütz nicht nur in Rumänien.
Von der Version G abgezweigt, wurden 59 Exemplare von verschiedenen Herstellern (Allkett, MIAG, MAN) an die finnische Armee geliefert. Wie bei finnischen Militärfahrzeugen aus der Zeit des 2. Weltkriegs üblich, sind diese nicht nur museal gut aufbereitet. Auch das Bildarchiv der finnischen Armee und private Spezialisten machen vieles zugänglich, was der Modellbauer an Vorlagen und Informationen gebrauchen kann, z.B. dass der Tarnanstrich mit dem Pinsel („brushpainted“) und für jedes Fahrzeug individuell aufgebracht wurde, auch wenn die Farben mehr differieren als ein angebotenes Set Glauben machen kann.
Das Modell
Tamiya hatte das deutsche Modell der Version G ab 1995 im Sortiment. 2010 erschien dann die finnische Version mit zusätzlichen Teilen, die neben einer Halbfigur eines finnischen Panzerkommandanten, eine ganze Reihe zusätzlicher Teile enthielt: u.a. sechs Baumstämme für die Fahrzeugseiten zur Darstellung der späten Version. Aber auch zusätzliche Verstärkungen der Panzerung, eine große Heckkiste und weitere Teile bis zu einem sowjetischen Maschinengewehr vom Typ DT (Degtjarjow Tankowy), von dem die Finnen 9.000 Stück erbeuteten (genannt Emma), bereichern den Bausatz. Die Abkunft des Sturmi von der deutschen Version lässt sich noch an den Spritzlingen erkennen; so freut man sich auch über zwei Wehrmachtsangehörige und einen kleinen Hund. Detailreich mit schön ausgeführten Schweißnähten macht das Sturmi noch immer eine gute Figur.
Der BauDer Zusammenbau des Sturmgeschützes verlief wie bei Tamiya gewohnt unspektakulär, das meiste passte auf Anhieb klaglos. Die sandfarbenen Kunststoffteile sind gut und passgenau gemacht. Die Vinylkette … das zweiteilige Kanonenrohr … der leere Innen- und Motorraum bringen heutzutage für eine Neuauflage nicht mehr das Potential für Jubelausbrüche mit. Bereits das 1/48er-Modell von Tamiya hatte 2006 eine Segmentkette. Der geduldige Finnlandfan trägt´s mit Fassung und ist froh einen Exoten im Modell zu bekommen. Es verwundert nicht, dass das Sturmi zu den beliebtesten Objekten im finnischen Schwester-Magazin Pienoismallit gehört, während es hierzulande eher weniger zu sehen ist. Und wenn man nicht gerade aus einer Region Europas käme, wo Sparsamkeit manchmal nahtlos in Geiz übergeht, könnte man noch in die Verfeinerung des Modells Einiges investieren.
Die Sache mit den Hoheitszeichen
Die dem Bausatz beigelegten Decals bringen einen gar nicht erst in Versuchung: nur Nummern und Namen. Entsprechend §§ 86, 86a StGB wurden die Hakaristit, die damaligen finnischen Hoheitszeichen auf dem Weg zum Endverbraucher mit der Schere entfernt. Mir persönlich fehlen sie nicht, da ich sowieso vorhabe, das Modell zu tarnen. Wichtiger waren mir die angebotenen Fahrzeugnummern, um das Modell zu individualisieren. Meine Wahl fiel auf „Lea“, Ps. 531-12, ein Sturmi mit neun Abschüssen (davon 5 x T34, 2 x ISU 152). Die Besatzung ist noch vorläufig, zumindest bräuchte der Kommandant eine neue Hand (oder zumindest einen Verband).
Fazit:Modellbau, wie er mir Spaß macht, von der historischen Recherche über den Zusammenbau bis zum Einbau in ein passendes Diorama, das aber noch keine Formen angenommen hat. Eine Photovorlage (ohne Betonpanzerung, aber mit Holzstämmen!) habe ich allerdings bereits gefunden. Im Bastelregal tummeln sich bereits seit einiger Zeit finnische Panzersoldaten und sowjetische Aspiranten, die auf eine orthopädisch-kosmetische Transformation zum Umstieg in ein finnisches Kettenfahrzeug warten. Der ursprüngliche StuG-Kommandant hat bereits sein Halskreuz gegen eine finnische Feldmütze eingetauscht.
Das „Sturmi“ ist immer noch ein schönes Modell, das sich problemlos bauen lässt und im Handel nach wie vor erhältlich ist. Eigentlich ein schöner, entspannter Einstieg ins Hobby … und vielleicht den Zusammenbau einer (ersten) Friul-Kette. Wer dann noch mehr möchte, dem sei das Modell von Brett Green ans Herz gelegt.
Referenzen
Alles rund um das „Sturmi“ findet man bei: http://www.andreaslarka.net/sturmi.html Finnisches aus dem Winter-, Fortsetzungs- und Lapplandkrieg findet man im historischen Photoarchiv der finnischen Armee: http://sa-kuva.fi/ (auch englisch und schwedisch) – Leider lässt sich die Suchmaschine nur finnisch füttern; zum Testen: u.a. Panssari, Ilmavoimat; aber auch Namen wie Messerschmitt und Abkürzungen wie RSO können zum Ziel führen. Hilfreich in allen Fragen finnischer Uniformen und Ausrüstung: Wie man ein High-End-Sturmi scratchen und supern kann, zeigt Brett Green auf: https://hyperscale.com/features/2002/sturmibg_002.htm Alle Websites wurden am 17.4.2026 letztmals abgerufen. Thomas Ehrensperger Publiziert am 29. April 2026 Du bist hier: Home > Galerie > Militärfahrzeuge bis 1945 > Sturmi – das finnische Sturmgeschütz III Ausf. G © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |