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Lawotschkin La-5FN

von Kai Röther (1:72 KP)

Lawotschkin La-5FN

Dieser Bericht ist meinem Freund und Clubkollegen Jörg Schlegel gewidmet, der völlig unerwartet und leider viel zu früh verstorben ist.

Jörg kam irgendwann im vorletzten Jahr auf die Idee zum 72. Jahrestag des Slowakischen Nationalaufstandes ein Diorama zu genau diesem Thema zu bauen. Natürlich in 1:72. Vorlage war eine kleine Fotoserie, die den etwas lädierten Hangar in Tri Duby mit einer handvoll La-5FN im August/September 1944 zeigt. Befeuert wurde das Projekt zusätzlich durch einen neuen, zeitgemäßen Bausatz der La-5FN von KP, der zudem Modell des Jahres wurde.

Präsentiert werden sollte das Diorama im Rahmen des „1. Tri Duby Modellfest“ in Banska Bystrica, dem Zentrum des Aufstandes 1944. 

Jörg selber wollte zwei Modelle und das Diorama mit dem Hangar beisteuern. Die restlichen Lawotschkas wurden im Club „verteilt“. Obwohl ich so ein Modell eigentlich in der nächsten Zeit nicht auf dem Plan hatte, sagte ich zu. Auf der Modellshow in Cheb 2015 deckten sich alle mit den nötigen Modellen ein. Jörg ging in Vorleistung und baute schon mal eine von den neuen KP La-5FN zusammen. Dabei kamen so einige Ungereimtheiten zu Tage, die er korrigierte und die Ergebnisse - natürlich – für die anderen kopierte. Es gab also für jeden Projektteilnehmer ein Tütchen mit diversen Teilen.

Das Cockpit war mit den Teilen aus dem Bausatz und ein paar kleinen Ergänzungen in Form von Fotoätzteilen von Part und Bilek recht schnell erledigt. Ein wenig Umbau erforderte der Bereich hinter dem Cockpit. Hier musste der obere Rahmen um ca. 1mm nach oben versetzt werden. Das hat natürlich zur Folge, dass die Spanten in dem Bereich nach oben verlängert werden mussten. Eine weitere Baustelle war die Klappe am Rumpfheck, welche ich geschlossen darstellen wollte.

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Lawotschkin La-5FN

 

Die Rumpfhälften waren am hinteren Tragflächenanschluss unvollständig ausgeformt. Hier sorgte ein zurecht geschnittenes Stückchen Polysterol für einen rumpfinneren Abschluss, der gleichzeitig das Verspachteln von außen ermöglichte.

Am vorderen Cockpitrand fehlte ebenfalls etwas Material, welches ergänzt und anschließend in Form gebracht wurde. 

Danach wurden die Tragflächen zusammengefügt und im Anschluss mit dem Rumpf verklebt. Da ich die Kühlerjalousie geschlossen darstellen wollte, kam ich um die Darstellung des Triebwerks herum. 

Ein Problem an dem Bausatz ist die Frontverkleidung. Diese ist etwas zu kurz und wird der eleganten Linienführung der La-5FN nicht gerecht. Aber alles kein Problem, ein Griff in Jörgs Tütchen und ein deutlich authentischer geformtes Teil konnte montiert werden. Mit ein bisschen Nacharbeit gelang es so, die Form des Originals deutlich besser zu treffen. 

Den Motor habe ich dann doch eingebaut. Irgendwo mussten ja schließlich Jalousie und Propeller angebracht werden, das aber erst sehr viel später. Nach der Hochzeit von Rumpf und Tragfläche waren diverse Stellen zu verspachteln und zu verschleifen. Das betraf vor allem die Anschlussstellen zwischen - eben Rumpf und Tragfläche. Gute Dienste leisteten mir dabei „Magic Sculp“ und Sekundenkleber.

Nebenbei meldete sich Projektleiter Jörg und mahnte eine Änderung des Lufteinlaufes auf dem Rumpfbug an. Dieser ist im Bausatz zu hoch und zu „eckig“. Auch das war kein wirkliches Problem, da sein korrigiertes Frontteil die Form ja bereits vorgab.

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Lawotschkin La-5FN

 

Nachdem das erledigt war ging es an erste Details. Zunächst wurde die gezogene Kabinenhaube aus Jörgs Ergänzungstütchen zurechtgeschnitten. Das Heckteil nahm ich jedoch aus dem Bausatz. Es passt besser, lässt sich besser montieren (größere Materialstärke), und da es bei geöffneter Haube unter dem Schiebeteil verschwindet, sieht man es ohnehin nicht mehr soooo gut. Für die Montage des Schiebeteils ergänzte ich zwei kleine Stege. Bevor das Heckteil nun montiert werden konnte, musste noch die Scheibe eingesetzt werden. Das tat ich mittels Klarlack. Vorher gravierte ich die Kreuzstrebe.

Die Anpassung des Vorderteils forderte wieder etwas mehr Aufwand, da hier mehrere Spachtel- und Schleifdurchgänge nötig waren. Vorher griff ich allerdings wieder in Jörgs Tüte, holte ein Reflexvisier der Firma NorthStar heraus und montierte es. Bevor nun das Vorderteil montiert werden konnte, fehlte noch das Panzerglas, welches aus einem etwas dickeren Stück Klarsichtmaterial erstellt und montiert wurde. 

Letzte Details wurden ergänzt – Spannbänder für die seitlichen Motorverkleidungen, Scharniere für dieselben aus heiß gezogenen Gießästen und Rippen auf den Querrudern mittels Abziehbildertsreifen. Die Ruder am Heck wurden durch Teile aus Jörgs Ergänzungsset ersetzt. Das Staurohr schnitt ich ab und montierte stattdessen eine passend abgelängte Kanüle. 

Damit war der Rohbau quasi lackierfertig. Ein wenig Vorschattieren bereitete den finalen Lack vor. Die Farben hatte Jörg angemischt. Da die Modelle am Schluss beisammen stehen sollten, macht es Sinn, alle Modelle mit einem Schluck aus demselben Topf zu lackieren. Das geschah bei mir dieses mal ohne schwebende Maskierung, was ich bereute. Die Farbübergänge sind einfach zu breit. Die Decals stammen aus dem Bausatz und ließen sich anstandslos verarbeiten. Das Nachschattieren mit einer Mischung aus Pastellkreide, Wasser und einem Tropfen Spülmittel fiel leider im Vergleich zu den anderen Modellen des Dioramas etwas zu dunkel aus. 

Ein paar letzte Details kamen hinzu - die Kühlerjalousie ist recht grob und wurde durch ein Ätzteil getauscht. Die Propellerblätter wurden in der Form etwas korrigiert. Bei den Fahrwerken beließ ich es bei den Bausatzteilen, ergänzte jedoch den Spurzwang durch Ätzteile und die Räder durch Resinteile von NorthStar. 

Alter (links) und neuer (rechts) KP-Bausatz der La-5FN
Alter (links) und neuer (rechts) KP-Bausatz der La-5FN

Was den Bausatz als solchen angeht, so bleibt ein durchaus zweispältiger Eindruck. Zum einen begeistert die Geometrie, welche dem Original sehr nahe kommt. Inklusive aller La-7 Bausätze gibt es in dem Maßstab nichts Besseres in dieser Hinsicht. Bauen lässt sich der Kit sehr gut. Allerdings sind doch einige Problemstellen vorhanden, die den positiven Gesamteindruck etwas trüben. Als da wären Sinkstellen, eine zu dicke Haube, das etwas zu kurze Eingangsteil, das falsch positionierte Deck hinterm Cockpit, die etwas grob detaillierte Kühlerjalousie und nicht zuletzt die etwas lieblos gestalteten Ruder. Es bleibt, wie so oft, dem Modellbauer überlassen, wie weit er den Aufwand treibt. Mein wichtigstes Kriterium ist eine stimmige Geometrie, und das erfüllt er beinahe, bis auf wenige Ausnahmen. 

Lawotschkin La-5FN

Nachdem sie nun fristgerecht fertiggestellt wurde, ging meine La-5FN gemeinsam mit dem Hangar und den anderen Modellen auf die Reise nach Banska Bystrica. Ich selber war leider nicht dabei. Dem Vernehmen nach hat unser Gemeinschaftsprojekt die slowakische Modellbauseele erreicht. Zu gegebener Zeit wird es einen ausführlicheren Bericht zu dem gesamten Diorama geben. 

Es erfüllt mich mit Stolz, an Jörgs Herzensprojekt mitgearbeitet zu haben. Mach's gut Jörg, danke für alles.

Kai Röther

Publiziert am 31. Januar 2017

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