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Bristol F.2B Fighter

(Eduard - Nr. 8127)

Eduard - Bristol F.2B Fighter

Produktinfo:

Hersteller:Eduard
Sparte:Flugzeuge Militär bis 1939
Katalog Nummer:8127 - Bristol F.2B Fighter
Maßstab:1:48
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:August 2015
Preis:ca. 30€
Inhalt:
  • 4 Gießrahmen aus grauem Kunststoff
  • 1 Platine mit Ätzteilen plus ein Stück Fotofilm
  • 1 Decalbogen
  • 1 Bogen mit Maskierfolie
  • farbige Anleitung

Besprechung:

Eduard - Bristol F.2B Fighter

Die zweisitzige britische Bristol F.2b geht zurück auf einen Entwurf von Frank Barnwell aus dem Jahre 1916 für ein Kampf- und Aufklärungsflugzeug. Er sollte einen Ersatz für die bis dahin eingesetzte B.E.2c entwickeln. Zwei Studien wurden näher betrachtet, der Typ 9R.2A mit einem 160PS starken Beardmore Motor sowie der Typ R.2B, welcher von einem 150PS Hispano-Suiza angetrieben werden sollte. Keine der beiden wurde schließlich gebaut, zwischenzeitlich kam der 190PS starke Rolls-Royce Falcon Reihenmotor auf den Markt und Barnwell begann ein passendes Flugzeug um diesen Motor herum zu konzipieren. Das Ergebnis, der Type 12 F.2A, sollte die F.E.2d und die Sopwith 1 1/2 Strutter ersetzten. Das neue Flugzeug absolvierte am 9. September 1916 seinen Erstflug, allerdings wurden lediglich 52 F.2A gebaut. Die Bewaffnung bestand aus einem fest installierten, synchronisierten 7,7mm Vickers MG und einem beweglichen 7,7mm Lewis MG auf einer Ringlafette hinter dem Cockpit des Beobachters. 

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Bristol F.2B Fighter

 

Der Type 14 F.2B flog zum ersten Mal am 25. Oktober 2016 und man begann umgehend mit der Serienfertigung. Die ersten 150 Maschinen wurden von Falcon I und II angetrieben, der Rest der mehr als 5.000 vom 275PS starken Falcon III Motor. Damit war die F.2B 16 km/h schneller als die F.2A und erreichte 3.000 m Höhe gut drei Minuten eher. Die Bewaffnung war identisch mit der F.2A, jedoch wurde oft ein weiteres Lewis MG hinter dem Beobachter installiert. Aufgrund von Kapazitätsengpässen wurde die F.2B auch in Lizenz bei Gloucestershire Aircraft Co. Ltd., Marshall & Sons sowie bei der National Aircraft Factory No.3 gefertigt. Da es auch an Rolls-Royce Motoren mangelte bauten diese Firmen zwei weitere Motorentypen in die F.2B ein, nämlich den Hispano Suiza 8Ab und den Sunbeam Arab I. Allerdings konnten diese nicht wirklich überzeugen, da sie deutlich schwächer waren als der Falcon III. Die Bristol F.2B wurde vom Royal Flying Corps sehr intensiv genutzt und verblieb auch während der 1920er Jahre weiterhin im Dienst. Die letzten Maschinen wurden erst Anfang der 1930er in Neuseeland außer Dienst gestellt.

Eduard - Bristol F.2B Fighter

Seit einigen Jahren ist es still geworden um Eduards Bristol Fighter, zuletzt gab es ein Reboxing von Revell, was aber auch schon wieder zwei Jahre zurück liegt. Von Eduard selbst gab es zuletzt im Jahre 2009 eine Weekend Ausgabe. Nun ist der Ur-Bausatz aus dem Jahre 2005 wieder zurück in den Regalen. Trotz seiner zehn Lenze ist der Bausatz noch auf der Höhe der Zeit, auch wenn er natürlich mit den aktuellen Modellen aus dem Hause Eduard nicht ganz mithalten kann. Die Detaillierung ist aber immer noch sehr gut und wird durch die Zugabe einer kleinen Ätzteileplatine noch verbessert. Warum Eduard allerdings die alte Ausführung der Platine beigelegt hat erschließt sich mir nicht ganz. Denn zeitgleich mit dem Bausatz ist auch ein modernes, farbiges Set für die Revell-Auflage erschienen. Es gibt stellenweise ein wenig Grat und Fischhaut, anscheinend ist die Form schon leicht verschlissen oder die Produktion hat mal wieder nicht ganz so sorgfältig gearbeitet.

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Bristol F.2B Fighter

 

Die Detaillierung sämtlicher Bereiche ist sehr gut, im Cockpit werden zahlreiche Bauteile verbaut, die Seitenwände besitzen sehr schöne Gravuren und Details. Allerdings haben diese auf der Außenseite einige unschöne Sinkstellen hinterlassen. Die Fotoätzteile kommen hier nur bei den Sitzgurten und dem Weidenkörbchen-Sitz zum Einsatz. Einige weitere Teile werden noch für das MG und die Trommelmagazine benötigt. Für das Instrumentenbrett liegen einige Decals bei, ein passendes Ätzteil gibt es nur auf der eingangs erwähnten separat erhältlichen Platine.

Der Motor ist als Relief nachgebildet, dürfte aber vollständig im Rumpf verschwinden, die Möglichkeit da irgendwelche Klappen geöffnet zu bauen gibt es nicht. Eine besondere Herausforderung beim Bau dürften die Flügel werden, besonders die unteren. Diese sind nämlich nicht wie gewöhnlich direkt am Rumpf befestigt, sondern über eine Reihe von Streben. Hier ist größte Sorgfalt gefragt, damit später alles im Lot ist (die Streben werden schräg am Rumpf angeklebt). Sinnvollerweise bemalt man das zentrale Mittelstück bevor man den Flügel am Rumpf anklebt. Die Steuerflächen sind separat ausgeführt und können leicht ausgelenkt gebaut werden. Das bewegliche (Kühlluft-)Gitter vor dem Motor liegt sowohl in offener als auch geschlossener Ausführung bei. Wer möchte kann seine Bristol mit einer Reihe von 25 Pfund Bomben bestücken. Dafür werden dann auch nicht gerade wenige Ätzteile benötigt.

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Bristol F.2B Fighter

 

Der 17x10cm große Decalbogen enthält Markierungen für vier britische Maschinen, alle in derselben Farbgebung aus Grau/Leinen. Alle Maschinen stammen aus der Endphase des Ersten Weltkrieges und sind in der einschlägigen Literatur gut dokumentiert. Die Decals sind von sehr guter Qualität und stammen von Eduard selbst. Option A hat auf der oberen Tragfläche rot abgesetzte Felder, für die passende Masken beiliegen. Die Streifen neben den Kokarden am Rumpf liegen alle als Decals bei, ebenso das Schachbrettmuster von Option C. Die farbige Bauanleitung im DIN A5 Format lässt, wie immer, keine Fragen offen, lediglich die Verspannungsanleitung ist ein wenig knapp ausgefallen.   

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Der anspruchsvollste Teil beim Zusammenbau dürfte die Verspannung werden. Es müssen hier nicht nur die üblichen Verbindungsdrähte zwischen Ober- und Unterflügel angefertigt werden, sondern auch sämtliche Steuerseile für die Ruder. Das sind am Ende nicht wenige, im Bauplan sind fünf Baustufen dafür vorgesehen. Die Google-Bildersuche liefert einige nützliche Ergebnisse, an denen man sich weiter orientieren kann (es gibt ja noch drei flugfähige Originale und eine Reihe von Museumsmaschinen). Weitere nützliche Helfer sind die Hefte aus der Windsock-Reihe, besonders das zweiteilige Special zur Bristol F2b. Von Wings & Wheels Publications (WWP) befasst sich eines der Hefte aus der "in Detail" Reihe ebenfalls mit der F2b.

Darstellbare Maschinen:
  1. F.2b, D-8084, No. 139 Squadron RFC, Capt. S. Dalrymple & 2nd Lt. C. Beagle, Italien, August 1918
  2. F.2B, B1134, No. 34 Squadron RFC, Februar 1918
  3. F.2B, C-4695, Schießtrainer, No.2 SAFG/No.4 ASAG, Marske, England 1918
  4. F.2B, C4619, No. 62 Squadron RFC, 2nd Lt. PR WE Staton & Lt. HE Meritt, 25 1/2 bestätigte Abschüsse, Anfang 1918
Stärken:
  • Sehr gute Detaillierung
  • Inklusive Ätzteile und Masken
Schwächen:
  • Sinkstellen am Rumpf
  • Grat & Fischhaut an vielen Teilen
Anwendung:
  • Anspruchsvoll

Fazit:

Auch in seiner achten Auflage (7 Eduard, 1 Revell) macht der Bausatz, was seine Ausstattung und Detaillierung angeht, eine ganz ordentliche Figur. Die Formen sollten aber mal überarbeitet/überholt werden.

Weitere Infos:

Anmerkungen:

Den Bausatz auf der Homepage von Eduard sowie die zugehörige Anleitung erreicht ihr über folgende Links:

Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 19. Dezember 2015

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