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Bf 110C-6

(Eduard - Nr. 2115)

Eduard - Bf 110C-6

Produktinfo:

Hersteller:Eduard
Sparte:Flugzeuge Militär WK2
Katalog Nummer:2115 - Bf 110C-6
Maßstab:1:72
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:Juli 2014
Preis:ca. 34 €
Inhalt:
  • sieben graue Spritzrahmen
  • ein klarer Spritzrahmen
  • zwei Abziehbilderbögen
  • eine Ätzteilplatine
  • fünf Resinteile
  • einmal vorgeschnittene Masken als Lackierhilfe
  • Bauanleitung A5, farbig

Besprechung:

Eduard - Bf 110C-6

Die Bf 110 geht zurück auf eine Ausschreibung des Reichs-Luftfahrt Ministeriums (RLM) für einen "Zerstörer" von 1934. 

Die Idee des "Kampfzerstörers" entstand während des ersten Weltkrieges. Ein schwer bewaffnetes aber dennoch agiles Flugzeug sollte in der Lage sein, tief in feindliches Gebiet einzudringen, um dort sowohl Luft- als auch Bodenziele bekämpfen zu können. Das heißt also, große Reichweite, starke Bewaffnung und offensive Luftkampffähigkeit. In logischer Konsequenz skizzierte das RLM ein zweimotoriges, zweisitziges Flugzeug mit internem Bombenschacht und starrer Kanonen- und MG-Bewaffnung. An der Ausschreibung beteiligten sich die Firmen Henschel (Hs 124), Focke Wulf (Fw 57) und die Bayrischen Flugzeugwerke (Messerschmitt, Bf 110). Der Entwurf Messerschmitts entsprach am wenigsten von den drei Konkurenzmustern den Forderungen. Ein Umdenken im RLM führte 1935 zu einer Änderung der ursprünglichen Ausschreibung. Ein wesentlicher Teil dieser Änderung bestand in der Streichung des internen Bombenschachtes. Da Messerschmitt ohnehin auf diesen verzichtet hatte, war er gegenüber der Konkurenz nun plötzlich im Vorteil und bekam letztlich den Auftrag, seinen Entwurf zur Serienreife zu entwickeln. Es schloß sich eine Versuchsserie von wenigen Maschinen an, der eine kleine Serie mit der Bezeichnung Bf 110B folgte. Diese Serie war noch nicht mit dem eigentlich für das Muster vorgesehenen Triebwerk (DB 601) ausgerüstet, statt dessen griff man auf die schwächeren Jumo 210 zurück. Als das Triebwerk von Daimler Benz Ende 1939 zur Verfügung stand, konnten die notwendigen konstruktiven Arbeiten für den Einbau durchgeführt werden. Im Ergebnis entstand die Bf 110C, welche die erste in größeren Stückzahlen an die Luftwaffe ausgelieferte Version der Bf 110 darstellt (145 Stück).

Die Bf 110 konnte zum Beginn des zweiten Weltkrieges die in sie gesetzten Erwartungen weitestgehend erfüllen. Sowohl bei der Invasion Polens als auch im Frankreichfeldzug war die Bf 110 ihren Gegnern überlegen. Das änderte sich mit der Luftschlacht um England im September 1940. In Luftkämpfen mit modernen einsitzigen Jagdflugzeugen (Hurricane und Spitfire) machte sich die Größe dann doch bemerkbar. Diese Auseinandersetzungen zeigten, dass die geringere Wendigkeit gegenüber einmotorigen Jägern nicht mehr durch starke Bewaffnung und hohe Geschwindigkeit kompensiert werden konnte. Im Einsatz gegen Bomber jedoch kamen die Vorzüge der Bf 110 immer noch voll zum Tragen. Eine Aufklärungsmission des britschen Bombercommand über der deutschen Bucht im Dezember 1940 endete in einem Debakel. Die Formation wurde durch Bf 110 des ZG 76 so stark dezimiert, dass man in der Folge Bombenangriffe bei Tageslicht einstellte. Statt dessen spezialisierte sich die Royal Airforce auf Angriffe bei Nacht. Damit deutete sich ein weiterer Verwendungszweck für die Bf 110 an - die Nachtjagd. Für diese Rolle schien das Flugzeug wie geschaffen - lange Flugzeiten, starke Bewaffnung, gegenüber Bombern hohe Geschwindigkeit und die Möglichkeit, weitere Einrüstungen vornehmen zu können. Das Potential wurde erkannt und genutzt. Das ZG 1 bildete die Keimzelle für die entstehende Nachjagd. Viele Zerstörerbesatzungen wechselten in die neue Rolle. Die Bf 110 wurde das Standardmuster. Durch ständige Weiterentwicklung und Optimierung für die Nachjagd konnte sie bis zum Kriegsende erfolgreich eingesetzt werden.

Der Bausatz thematisiert die in zwölf Exemplaren gebaute Version C-6. Diese Variante hatte gegenüber den Vorgängerversionen eine geänderte Bewaffnung. Statt der zwei 20mm Kanonen im unteren Rumpfbug wurde hier eine 30mm Kanone (MK 101) verbaut. Dazu waren jedoch erhebliche- Änderungen notwendig. Die ersten C-6 erreichten die 1. Staffel des ZG 1 während des Westfeldzuges im Frühjahr 1940. Weitere Einheiten, die diese Variante im Bestand hatten, waren unter anderem das ZG 26, die Erprobungsgruppe 210 und das NJG 1.

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Bf 110C-6

 

Im recht gut gefüllten Karton finden sich die schon bekannten Teile der 72er Bf 110 C/D von Eduard. Ergänzt werden sie um ein paar Resinteile, die es ermöglichen daraus die Version C-6 zu bauen. Dazu kommen dann noch Abziehbilder, eine für die Version spezifische Photoätzplatine, Masken und natürlich die Bauanleitung, die wie immer farbig gedruckt ist und als kleines Heftchen beiliegt. Die Qualität der Teile ist über jeden Zweifel erhaben. Dass die Geometrie das Vorbild sehr gut wiedergibt, ist hinlänglich bekannt und wird illustriert durch diverse fertig gebaute Modelle.

Im Folgenden sieht man, wie Eduard die für die C-6 notwendigen Umbauten vorgesehen hat. Das genaue Ausschneiden und exakte Einpassen birgt natürlich ein gewisses Potential, das Modell an der Stelle gründlich zu versauen. Die eigentliche Kanonengondel wird zu einem späteren Baustadium montiert - nach Montage von Rumpf und Flügel. Hier wird deutlich, dass der Bausatz doch eher etwas für den etwas erfahreneren Modellbauer ist.

Eduard - Bf 110C-6

Eduard legt zwei Markierungsoptionen bei, ausschließlich für C-6. Zum einen handelt es sich um eine Maschine der Erprobungsgruppe 210, geflogen von Beudel/Diemer, stationiert in Calais (Frankreich) im Sommer 1940. Das zweite Vorbild zeigt einen Nachtjäger der NJG 1 aus Venlo (Niederlande) vom Februar 1942.

Die Decals hat Eduard selber gedruckt, was nichts Schlechtes ist. Die Farben sind satt und glänzend. Einen eventuellen Versatz konnte ich selbst unter einer Lupe nicht feststellen. Insbesondere die weiße Einfassung des blauen "R" kann so auf ganzer Linie überzeugen. Für das Instrumentenbrett findet sich ebenfalls ein Abziehbild, welches viele kleine Details aufweist. Auf einem weiteren kleinen Bogen finden sich die Wartungshinweise. In den meisten Fällen ist die Schrift als solche lesbar. Ist das der Fall, glänzt sie mit fehlerfreiem Deutsch. Auch an dieser Stelle - hervorragend.

Eventuell wären ein oder zwei Abziehbildervarianten für die Version C-4 ganz gut. Nur für den Fall, dass einen der Mut zum Zersägen der Rumpfteile doch verlassen hat.

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Bf 110C-6

 

Anbei noch ein paar Detailansichten.

CockpitbodenDetails am HöhenleitwerkDas zu zersägende Unterteil der Nase und Bombenträger ETCExakte Wiedergabe der Auspuffstutzen, keiner wie der andereDetails an der TF-UnterseiteTriebwerksverkleidungFunkabteil

Cockpitboden

Cockpitboden 

Darstellbare Maschinen:
  • Erpr.Gr. 210, E. Beudel, H. Diemer, Calais-Marck, Frankreich, Sommer 1940
  • NJG 1, Venlo, Niederlande, Februar 1942

Fazit:

Wie immer bei Eduard ein kompletter Bausatz, mit allem was dazu gehört: stimmige Geometrie, erstklassiger Spritzguss, sinnvolles Zubehör, hervorragende Decals und eine verständliche Bauanleitung. Will man die C-6 Variante realisieren, sollte man über etwas Erfahrung beim Umbauen verfügen.

Weitere Infos:

Anmerkungen:

Den Bausatz auf der Homepage von Eduard sowie die zugehörige Anleitung erreicht ihr über folgende Links:

Diese Besprechung stammt von Kai Röther - 16. September 2014

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