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UTI MiG-15

(Eduard - Nr. 7433)

Eduard - UTI MiG-15

Produktinfo:

Hersteller:Eduard
Sparte:Flugzeuge Militär Modern
Katalog Nummer:7433 - UTI MiG-15
Maßstab:1:72
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:Dezember 2015
Preis:ca. 13 €
Inhalt:
  • drei graue Spritzrahmen
  • ein transparenter Spritzrahmen
  • zwei Decalbögen
  • Bau- und Bemalungsanleitung

Besprechung:

MiG-15UTI mit RD-45F im Hugo Junkers Museum, Dessau
MiG-15UTI mit RD-45F im Hugo Junkers Museum, Dessau

Geschichte:

Unter dem Projekt „ST“ und unter der militärischen Bezeichnung I-312T war die doppelsitzige MiG-15 im OKB Mikojan registriert. Die Erprobung begann 1949 und noch im selben Jahr begann man mit der Serienproduktion. Die MiG-15 UTI bewährte sich als Universaltrainer und diente speziell zur Umschulung von Kolbenmotorflugzeugen, wie der Jak-18 und der Jak-11, auf die Strahlflugzeuge. Es gab in den 1950er Jahren Piloten, die in einem Alter von 19 Jahren schon auf der MiG-15 flogen.

Am 27. März 1968 verunglückte der erste Kosmonaut Juri Gagarin bei einem Übungsflug mit einer MiG-15UTI tödlich. Der Flugzeugtyp MiG-15UTI galt tatsächlich aufgrund seiner geringen Absturzquote als das sicherste Kampfflugzeug der UdSSR. Der Flugausbilder und Copilot bei diesem Flug war der Regimentskommandeur und Held der Sowjetunion, Oberst Wladimir Serjogin. Ein routinierter Pilot auf der MiG-15, mit etwa 4000 Flugstunden und Kampferfahrung. Die Ursachen der Katastrophe sind nach wie vor unklar. Warum schreibe ich das hier? Weil genau dieses Flugzeug, die blaue „739“ mir diesem Bausatz gebaut werden kann.

Die UTI wurde auch als Kampftrainer für Abfang- und Tiefangriffsaufgaben eingesetzt. Dafür war sie mit einem Maschinengewehr Afanasjew A-12,7 und einer Schusskamera ausgerüstet. Die UTI war zweifelsfrei bis in die 1960er Jahre hinein das wichtigste Schulflugzeug in der UdSSR. Etwa 30 Staaten flogen die MiG-15UTI in ihren Streitkräften. Auf dem Deckelbild des Bausatzes sieht man eine irakische MiG-15UTI. Der Irak hatte von dem Doppelsitzer 13 Maschinen in seiner Luftwaffe. Neben der russischen Produktion gab es noch den Lizenzserienbau in Polen (Lim-3), Tschechien (CS-102) und China (JJ-2). Heute fliegen, mit einer privaten und entmilitarisierten Zulassung, immer noch einzelne Exemplare in Tschechien, in Polen, in Großbritannien und den USA.

Eduard - UTI MiG-15

Bausatz:

Es war ja abzusehen, dass es nach der ProfiPack Edition auch eine abgespeckte Weekend Edition der MiG-15UTI geben würde. Die Weekend Editionen von Eduard sind die einfachen, preiswerteren Bausätze. Ohne jeglichen Schnickschnack, den es noch so in der Peripherie zu diesem Bausatz gibt. Trotzdem alles dabei, um eine schöne UTI auf die Beine zu stellen.

Die drei grauen und ein transparenter Spritzrahmen sind die gleichen, sauber verpackt in glasklaren Klebetüten. Alles wie gehabt, sehr sauber gespritzt, die Haubenteile sehr gut durchsichtig. 94 Teile sind vorhanden, aber gebraucht werden nur 75 Teile. Zu dem Teileüberschuss tragen drei unterschiedliche Kraftstoffzusatzbehälter und zwei unterschiedliche Radnabenpaare für die Hauptfahrwerke maßgeblich bei. Auch das separate Seitenruder, wie von der einsitzigen MiG-15, ist wieder dabei. Bei den Abmessungen im Maßstab gibt es nichts auszusetzen. Das Cockpit ist von Hause aus schon recht gut und detailliert ausgestattet und wiedergegeben. Die zweiteiligen Schleudersitze werden mit Gurtzeug von Decalbogen verschönert. Für die Gerätetafeln gibt es Decals. Bitte den Hinweis in der Bauanleitung für eine Gewichtszugabe im Bug nicht übersehen.

Die Reifen haben mir an den Flanken ein wenig zu erhabene Strukturen. Die gibt es am Original, sind aber nicht so markant. Bei den Hauptfahrwerksrädern muss man darauf achten, dass die Radnaben innen und außen zusammen passen. Also entweder die Teile G21 zu G24 oder G22 zu G23. Beides ist möglich, wird jetzt aber nicht für einen bestimmten Typ in der Bauanleitung zugeordnet. Das bedeutet nichts anderes, als dass über die Einsatzjahre der Flugzeuge und bei den Lizenzproduktionen der Radkörper geändert wurde. Das Thema Radkörper bleibt ergebnisoffen, weil es in der einschlägigen Literatur vernachlässigt wird. Es ist zwar alles belegt, nur welche MiG zu welcher Zeit welche Räder hatte eben nicht. Auch mit den drei Varianten von Zusatzbehältern lässt uns Eduard allein. Welcher Behälter kommt an welches Flugzeug? Bei der Irakischen „874“ sollte man die 400 Liter Behälter mit der langen Aufhängung (Teil H1, H2) benutzen. Bei der russischen Maschine wären auch die 260 Liter Konformtanks (Teile 9/10/11) denkbar.    

Eduard - UTI MiG-15

Decals:

Die beiden Decalbögen sind sauber auf dünnem Trägerfilm gedruckt. Der zweite Bogen enthält alle Wartungsbeschriftungen jeweils für tschechische und russische Flugzeuge. Alles sehr detailgenau aber aufwändig.

Die farbige Bauanleitung umfasst zwölf Seiten. So beiläufig erklärt sie dann auch den Zusammenbau auf übersichtlichen Zeichnungen. Die zwei Bemalungsvarianten sind als farbige Vierseitenrisse dargestellt. Bei den Farben hält man sich an die Produkte der japanischen GSI Creos Corporation, ehemals Gunze. 

Eduard - UTI MiG-15

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UTI MiG-15

 

Darstellbare Maschinen:
  • MiG-15UTI, Irak Air Force, 1980er Jahre
  • MiG-15UTI, c/n.612739, blaue 739, Kosmonauten Trainingszentrum, UdSSR, 27.März 1968
Stärken:
  • sehr gute Qualität
  • preiswert
  • gute Bemalungsvarianten
Schwächen:
  • Reifen
  • beim Thema Radkörper und Zusatzbehälter lässt uns die Bauanleitung freie Hand
Anwendung:
  • einfach und schnell baubar

Fazit:

Aufgrund der guten Passgenauigkeit und der Überschaubarkeit der Teile kann man so ein Modell durchaus an einem Wochenende bauen. Dabei setze ich ein wenig Erfahrung mit dem Plastikmodellbau voraus. Wer es noch besser machen möchte, dem bietet Eduard, ein passend und abgestimmtes Zusatzpaket mit mehreren Komponenten an. Das ist aber für ein junges Modell- und Bastlerklientel nicht Sinn der Sache, zumal es die Kosten eines solchen Bausatzes schnell mehr als verdoppelt. Allen Modellfreunden, einen guten Rutsch und man ließt sich.  

Weitere Infos:

Anmerkungen:

Das Set auf der Homepage von Eduard sowie die zugehörige Anleitung erreicht ihr über folgende Links:

Diese Besprechung stammt von Bernhard Pethe - 30. Dezember 2015

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