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Bell AH-1J Sea Cobra

(Fujimi - Nr. Q-9)

Fujimi - Bell AH-1J Sea Cobra

Produktinfo:

Hersteller:Fujimi
Sparte:Hubschrauber
Katalog Nummer:Q-9 - Bell AH-1J Sea Cobra
Maßstab:1:48
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:1990
Preis:ca. 25 €
Inhalt:
  • 5 Gussäste aus grauem Plastik
  • 2 Klarsichtteile
  • 1 Decalbogen
  • 1 Bauanleitung

Besprechung:

Bells AH-1 bewährte sich schon bald im Vietnam-Konflikt und das United States Marine Corps (USMC) beschaffte sich ihre ersten Cobras der G-Version. Nach ersten Einsatzerfahrungen forderte das USMC eine für sie abgestimmte Version (Zweimotorig, 20mm-Kanone, Rotorbremse, Funk- und Elektronikausrüstung des USMC). Bell entwickelte aus der G-Version der Cobra eine modifizierte Version mit dem militärischen P&WC PT6T twin-pac (gleiches Triebwerk-Duo wie auf der Bell 212 Twin Huey). Zellenseitig wurde die Tankkapazität erhöht, breitere Heckrotorblätter installiert, die Heckflosse leicht vergrößert und die Rumpfstruktur partiell verstärkt. Als Rohrbewaffnung erhielt die nun AH-1J Sea Cobra bezeichnete Maschine die dreiläufige 20mm M197 Gatling-Kanone. Der Erstflug der AH-1J fand am 14. Oktober 1969 statt. Nur 69 AH-1J wurden in zwei Serien bis 1975 für das USMC gebaut, da sich diese bereits für das Nachfolgemodell AH-1T interessierten. Die letzten in US-Dienst stehenden AH-1J kämpften noch 1990/1991 im Irak, bis zum Ende der Neunziger Jahre wurden jedoch auch die Maschinen aus den Reserveeinheiten endgültig ausgemustert.

Für den Export erhielt die als AH-1J International bezeichnete Version eine leicht modifizierte Variante des Triebwerks-Twin-Pacs und ein stärkeres Getriebe. Acht AH-1J International kaufte Südkorea (mit TOW-Ausrüstung), 202 Stück beschaffte der Iran (einzelne Maschinen mit TOW-Ausrüstung ausgestattet, ab 1998 wurden iranische AH-1J kampfwertgesteigert).

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Bell AH-1J Sea Cobra

 

Fujimi greift bei diesem Bausatz teilweise auf den Vorgängerbausatz der AH-1S zurück, denn die beiden Rumpfhälften, Spritzling A sowie ein Teil von Spritzling B sind identisch mit denen der AH-1S. Neu sind Spritzling C mit Bug, Triebwerk- und Getriebeverschalungen und ein Teil von Spritzling B mit Kleinteilen und Abgasanlage. Ebenfalls ersetzt wurde die Cockpithaube, da die AH-1J die abgerundeten Scheiben der G-Version beibehielt und nicht die eckigen Scheiben der S-Version übernahm.

Fujimi - Bell AH-1J Sea Cobra

Qualitätsmäßig bleibt nicht viel anderes als bei der AH-1S zu sagen: Separate Verpackung der Spritzlinge, guter sauberer Guss, keine Auswerfermarken, gute Passgenauigkeit, wenig bis gar keine Spachtelmasse, erhabene Niet- und Schraubenreihen, versenkte Blechstöße, stimmiger Maßstab, sehr wenig bis gar kein Grat vorhanden, kein Formversatz, einfaches Cockpit mit Detaillierungspotential (z.B. Sitzgurte, Instrumente), etwas verkrampfte Pilotenfiguren, Rotorkopf benötigt Ergänzungen und Detaillierungen.

Fujimi - Bell AH-1J Sea Cobra

Schade ist, dass die Abgasrohre nicht tief dargestellt sind, sie enden bereits nach 1mm an einer flachen Wand. Hier sollte die Wand ausgefräst, die Rohre vertieft und an Turbinenschaufeln endend dargestellt werden. Im Gegenzug sind die beiden Triebwerklufteinläufe offen in den Rumpf dargestellt. Hier sollte die Filteranlage der Triebwerke an der Innenseite ergänzt werden, damit man nicht "durch den Heli hindurchschauen" kann.

Beim Zusammenbau ist darauf zu achten, dass im Bug mindestens drei Gramm Gewicht hinzugefügt wird, damit der Heli auch auf dem Landegestell stehen bleibt und nicht rückwärts auf den Hecksporn fällt.

Als Bewaffnung liegen zwei verschiedene Raketenbehälter für ungelenkte Raketen bei, woraus sich vier verschiedene Kombinationen bauen lassen (fünf, wenn ohne Behälter gebaut wird). Die Kanone ist sehr einfach mit drei Stangen dargestellt, wer kann wird wohl auf das Detailset von Master zurückgreifen.

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Bell AH-1J Sea Cobra

 

Die Cockpithaube ist von sehr klarem Guss. Leider ist sie nur einteilig, was eine offene Darstellung der Einstiegstüren verunmöglicht. Baut man sowieso die geschlossene Variante, ist die Haube aber absolut in Ordnung. Gerade wegen der super Gussqualität empfiehlt es sich, das Cockpit in Eigenregie noch mit Sitzgurten und den fehlenden Instrumenten (z.B. Visier) zu vervollständigen.

Fujimi - Bell AH-1J Sea Cobra

Die Decals ermöglichen den Bau von zwei Sea Cobras des ersten Bauloses im einfarbigen Tarn-Anstrich. Die beiden Versionen unterscheiden sich lediglich in den Kennzeichen und ein paar Wartungs- und Warnhinweisen. Als dieser Kit erschien, waren wohl ausschließlich die einheitsgrünen USMC-Sea-Cobras im Einsatz, deshalb sind leider auch keine Bemalungen der Exportkunden oder der späteren grauen USMC-Maschinen angegeben. Wegen des Bausatzalters sind die einst glänzend gedruckten Decals matt geworden, die weiße Farbe hat mittlerweile einen Gelbstich. Produkte des Aftermarkets können auch hier aushelfen.

Fujimi - Bell AH-1J Sea Cobra

Die Bauanleitung führt in vier übersichtlichen Arbeitsschritten zum fertig gebauten Modell. Die Farbangaben beziehen sich auf das Farbsortiment von Gunze. Da beide möglichen Decaloptionen eine AH-1J darstellen, gibt es beim Bau keine Versionenunterschiede zu beachten.

Fujimi - Bell AH-1J Sea Cobra

Fujimi - Bell AH-1J Sea Cobra

Fujimi - Bell AH-1J Sea Cobra

Darstellbare Maschinen:
  • Bell AH-1J, HMA-369, N°157761
  • Bell AH-1J, HMA-163, N°157762
Stärken:
  • Seltene Version der Cobra
  • Beweglicher Kinnturm
  • Drehbare Rotoren
  • Detaillierung und Passgenauigkeit
  • Einfacher Zusammenbau
Schwächen:
  • Bemalungsoptionen
  • Detaillierung im Cockpit, am Rotorkopf und der Kanone
  • Nacharbeiten an Triebwerksanlage
  • Cockpittüren nicht offen darstellbar
Anwendung: Leicht

Fazit:

Sehr empfehlenswert! Über die kleinen Schwächen des Bausatzes kann hinweggesehen werden, wenn man das Alter der Gussformen beachtet. Nach wenig Nacharbeit entsteht ein sehr schönes Modell. Außerdem erhält man eine seltene Cobra-Version. Leider ist Fujimis AH-1J genau so selten wie das Original.

Weitere Infos:

Referenzen: Buch "Bell AH-1 Cobra" von A. Lüdeke, Motorbuch Verlag
Anmerkungen: Nachfolgeversion der AH-1J war die AH-1T. Die T-Version erhielt stärkere Triebwerke und ein stärkeres Getriebe, neue Rotorblattenden, breitere und längere Rotorblätter und damit verbunden einen verlängerten Heckausleger und eine kleine Flosse beim Hecksporn. Außerdem wurde das TOW-Raketensystem serienmäßig in der T-Version integriert, wodurch die starre Rumpfspitze einer beweglichen Sensornase wich. Italeri hatte diese Version 1993 in 1:48 in die Läden gebracht.

Diese Besprechung stammt von Melgg Lütschg - 28. Juli 2017

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