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H-34 US Marines

(MRC - Nr. 64101)

MRC - H-34 US Marines

Produktinfo:

Hersteller:MRC
Sparte:Hubschrauber
Katalog Nummer:64101 - H-34 US Marines
Maßstab:1:48
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:Oktober 2012
Preis:ca. 30 €
Inhalt:
  • 8 Gießäste aus hellgrauem Kunststoff
  • 2 Gießäste aus klarem Kunststoff plus einteilige Frontverglasung
  • 2 Platinen mit Fotoätzteilen
  • 1 Decalbogen mit 2 Markierungsoptionen
  • 1 Bauanleitung in Schwarz-Weiß
  • 1 farbige Bemalungsanleitung 

Besprechung:

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H-34 US Marines

 

Lange Zeit gab es vom Sikorsky H-34 nur einen einzigen Bausatz im Maßstab 1:48, nämlich den von Revell. Der aus den 1980er Jahren stammende, relativ einfach gehaltene Bausatz ist seit längererem vom Markt verschwunden. Dementsprechend hohe Preise konnte man bei einem Verkauf erzielen, teilweise das Doppelte und Dreifache dessen was er damals (und auch heute) kosten würde. Diese Zeiten sind nun gottseidank vorbei. Mit dem neuen Bausatz von Gallery Models, einer Marke die sich auf MRC zurückführen lässt, hat die Wachablösung stattgefunden und es ist endlich ein zeitgemäßes Modell dieses auch bei der Bundeswehr eingesetzten Hubschraubers verfügbar.

Der WOW-Effekt fängt schon beim Kasten an, ein stabiler Karton, prall gefüllt mit vorbildlich verpackten Gießästen. Nicht weniger als 320 Einzelteile und zwei Platinen mit Ätzteilen sind nötig für den Zusammenbau. Die Qualität der Teile ist hervorragend, überwiegend sehr gute Detaillierung und sehr saubere Fertigungsqualität. Die Aufmachung des Bausatzes kommt einem sicherlich bekannt vor, ganz offensichtlich hat Trumpeter hier in irgendeiner Form mitgewirkt. Nun denn, packen wir mal aus...

MRC - H-34 US Marines

Wie gesagt ist der Bausatz vorbildlich verpackt, alle Gießäste sind einzeln in Folie eingeschweißt, kritische Stellen sind zusätzlich nochmal mit Schaumstofffolie umwickelt. Die Oberflächendetaillierung des Rumpfes und der Rotorblätter ist durchweg mit versenkten Gravuren und Nietenreihen ausgeführt. Erhabene Details gibt es nur sehr wenige, dabei hat das Original doch eher sehr ausgeprägte erhabenen Nietenreihen und zahlreiche aufgesetzte Bereiche. Folgende Auffälligkeiten habe ich beim Vergleich mit dem Original feststellen können:

  • Die vielen Gitter werden mit den beiliegenden Ätzteilen dargestellt, soweit so gut, jedoch kann man beim Original dort relativ weit hinein- oder gar hindurchsehen, beim Bausatz sind sämtliche Flächen unter den Gittern massiv, so dass der Effekt größtenteils wieder verloren geht.
  • Die äußeren Abmessungen sind soweit ganz stimmig, einige Abweichungen gibt es bei der Position und Form der Fenster, diese sollten mehr hochformatig sein, also quasi 90° gedreht. Die hinteren Fenster sitzen zu weit in Richtung Heck, in Relation zu den Tankstutzen sollten sie in der Mitte der beiden hinteren Stutzen sein, tatsächlich fluchtet das Fenster aber mit dem hintersten Stutzen.
  • Die Tankdeckel sind beim Original leicht schräg eingebaut, die Öffnungen im Rumpf sind beim Original leicht oval. Beim Bausatz hingegen stehen die Stutzen senkrecht und die Öffnungen sind kreisrund (so wie beim Vorgängermodell H-19).
  • Die Fahrwerke sind nur vom neueren Typ mit den V-förmigen Streben, also so wie beim HSS-1N oder auch dem H-34G-III, damit kann die Version vom Deckelbild nicht gebaut werden!
  • Am Heckausleger fehlt ein Handgriff direkt unter den Steuerflächen sowie zwei rechteckige Öffnungen links und rechts neben dem Gitter an der Hinterkante.
  • Die Lüftungsschlitze direkt hinter dem Rotor sind nicht ganz korrekt, beim Original sind sie von unterschiedlicher Breite, im Bausatz alle gleichmäßig geteilt.
  • Der Hauptrotor ist zu klein im Durchmesser, nach Ausmessen der Bausatzteile kommt man umgerechnet auf gut 16 Meter, es sollten aber knapp über 17 Meter sein, satte 2 cm in 1:48! Beim Revell-Bausatz scheint dies korrekt zu sein.
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Doch nun zu den guten Seiten des Bausatzes. Sämtliche (inneren) Hauptbaugruppen werden separat montiert und am Ende alle zusammen in die Rumpfhälften eingesetzt. Das Cockpit und der angrenzende Laderaum sind sehr schön detailliert. Sämtliche Instrumente, darunter auch die Überkopf-Konsole sind mit erhabenen Details versehen. Die Sitze erhalten fotogeätzte Gurte (allerdings weit weg von Eduard). Insgesamt über 20 Einzelteile gehören in diesen Bereich. Nicht so gut gelungen ist das Instrumentenbrett, welches als Klarsichtteil (wozu?) ausgeführt ist und mit einem Decal belegt werden soll.

Der Motorenbreich ist voll ausgebildet und kann später geöffnet dargestellt werden. Der Laderaum ist in der Konfiguration acht Sitze plus zwei Maschinengewehre ausgeführt. Die Bewaffnung ist sehr filigran und sehr gut detailliert. Die Innenraumwände verfügen über erhabene Strukturen und angedeutete Leitungen. Die Sitze erhalten ebenfalls geätzte Sitzgurte. Die Schiebetür wie auch der Cockpiteinstieg können geöffnet gebaut werden.

Der Rotorkopf ist ebenfalls hervorragend detailliert (genau wie der Heckrotor). Im Gegensatz dazu sind die Rotorblätter an den Fixierungspunkten sehr einfach ausgeführt. Die Falt-Option fehlt leider, somit ist auch das abgeklappt baubare Heck hinfällig.

Die Anzahl der nicht benötigten Bauteile lässt auf weitere Varianten schließen, wie z.B die VH-34 oder die früheren Versionen mit den ursprünglichen Fahrwerksbeinen.

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Der Decalbogen erlaubt die Darstellung dreier Maschinen, keine davon zeigt eine von den Einsätzen aus der Zeit des Vietnamkrieges. Der Druck der Decals ist in Ordnung, nicht aber die Recherche. Die Version A vom Deckelbild kann mangels korrekter Teile sowieso nicht gebaut werden, bei der Version B fehlen der Schriftzug 'YZ66' und der farbige Streifen für den Bug. Version C ist eher langweilig, da hätte man auch nicht unbedingt auf den 'Marines' herumreiten müssen. Die Bemalungsanleitung besteht aus einem einzelnen, farbigen DIN A4 Blatt, die Farbangaben beziehen sich auf die Gunze-Palette. Die Bauanleitung erinnert stark an Trumpeter/HobbyBoss und ist daher auch wie gewohnt klar und übersichtlich gegliedert.

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Und wie schlägt sich nun der "Neue" gegen den ehemaligen Platzhirsch? Der Bausatz von Gallery Models hat in vielen Bereichen die Nase vorn, besonders bei der Gestaltung der Oberflächendetails speziell der vielen Gitter. Zwar hat man beim Neuen auch ein wenig Arbeit vor sich die Sache richtig gut aussehen zu lassen, aber gegenüber früher ein deutlicher Fortschritt. Die Detaillierung des Innenraums ist beim Revellbausatz vernachlässigbar. Was die Gravuren angeht unterscheiden sich beide Modelle deutlich voneinander. Wer hier genauer ist muss noch geprüft werden. Der Revell-Bausatz siegt eigentlich nur an einer Stelle, nämlich bei den Rotorblättern. Diese haben nicht nur die korrekte Länge sondern sie sind auch wesentlich besser detailliert. Die Lüftungsgitter hinter dem Rotor sind dagegen noch schlechter als bei Gallery Models. Bei den Kabinenfenstern geht der Punkt wieder an Revell, die Cockpitverglasung ist hier aber von der Sorte Glasbaustein. Alles in Allem ist der Gallery Models eindeutig der bessere Bausatz, wie so oft steckt der Teufel in den Details und der Recherche, irgendwie schaffen es Trumpeter & Co. einfach nicht, einen (wenigstens) nahezu fehlerfreien Bausatz zu kreieren. 

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H-34 US Marines

 

Darstellbare Maschinen:
  1. UH-34D, Bu.No. 148783, 'SG783', HMM-769, US Marines ca. 1969
  2. UH-34D, Bu.No. 148077, 'YZ66', HMM-363, US Marines
  3. UH-34D, Bu.No. 145738, 'YS22', HMM-162, US Marines
Stärken:
  • Überwiegend sehr gute Detaillierung (Ausnahme: Instrumentenbrett, Rotorblattaufhängungen)
  • Heck abklappbar baubar
  • Voll nachgebildeter Motorenbereich
  • Gute Austattung
Schwächen:
  • Einfach gehaltenes Instrumentenbrett
  • Rotoren können nicht gefaltet gebaut werden, was zum beigeklappten Heck sehr gut gepasst hätte
Anwendung:
  • Aufgrund der hohen Teilezahl nicht unbedingt für Anfänger geeignet

Fazit:

Was soll man da sagen, der guten Detaillierung und Qualität der Teile steht eine schlechte Recherche entgegen, viele der genannten "Probleme" sind marginal, aber nichtsdestotrotz ärgerlich. Schade, dass man bei den Decals da noch eins draufgesetzt hat. Trotzdem ein schöner Bausatz aus dem man was machen kann. Die Zubehörindustrie wird sich der Sache schon annehmen, keine Frage!

Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 04. März 2013

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