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Kamov Ka-50 Hokum

(Italeri - Nr. 845)

Italeri - Kamov Ka-50 Hokum

Produktinfo:

Hersteller:Italeri
Sparte:Hubschrauber
Katalog Nummer:845 - Kamov Ka-50 Hokum
Maßstab:1:48
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:1996
Preis:ca. 20 €
Inhalt:
  • 126 Einzelteile an 2 Spritzrahmen
  • 8 Klarsichtteile
  • 1 Decalbogen
  • 1 Bauanleitung

Besprechung:

Italeri - Kamov Ka-50 Hokum

Als russische Antwort auf den AH-64 Apache entstand ab 1980 in den Konstruktionsbüros von Kamov der Ka-50. Nach dem Erstflug am 17.6.1982 setzte die russische Armee den Ka-50 seit 1995 in sehr kleinen Stückzahlen ein. Im zweiten Tschetschenienkrieg sammelte man dann  Kampferfahrungen mit dem Muster. Hier wurden (entgegen dem ursprünglichen Einsatzzweck, z. B. der Panzerbekämpfung in klassischer Kriegsführung) mit mäßigem Erfolg Einsätze gegen kleine Rebellengruppen im unwegsamen Gelände geflogen.

Als einziger moderner schwerer Kampfhubschrauber mit Koaxialrotor-Konfiguration weist der Hokum einige Besonderheiten auf: 

  • die Besatzung besteht aus nur einem Piloten
  • das Cockpit ist mit einem Schleudersitz ausgestattet, bei dessen Auslösung werden die Rotorblätter abgesprengt
  • Cockpit und Cockpitverglasung sind gepanzert und widerstehen einem Beschuss bis 23mm Kaliber 
  • der Rumpf ist zu einem guten Drittel aus Komposit-Materialien gefertigt
  • das Fahrgestell ist teilweise einziehbar

Die beiden je 2200 PS starken Klimow TW3-117 WMA-Wellenturbinen ermöglichen dem Helikopter eine Höchstgeschwindigkeit von 315 km/h. Durch die Koaxialrotoren erreicht der Hubschrauber eine einzigartige Manövrierbarkeit, wodurch er voll kunstflugtauglich ist.

Italeri - Kamov Ka-50 Hokum

Im unteren Nasenbereich ist die Zieloptik untergebracht, an der rechten Rumpfseite ist eine in der Vertikalen schwenkbare 30mm Schipunow 2A42 Maschinenkanone eingebaut. Die „klassische“ Bewaffnung an den Außenlaststationen sind ein Rack mit sechs 9K121 Wicher-1 Panzerabwehrraketen und ein B-8W20-Raketen-Rohrstartbehälter für 20 ungelenkte 80mm Luft-Boden-Raketen je Seite. Es können aber auch andere Luft-Boden-Raketen, Luft-Luft-Raketen, Kanonenpods und Abwurftanks mitgeführt werden. Aus dem Ka-50 wurde später mit dem Kamow Ka-52 eine zweisitzige Variante abgeleitet, in dessen bulligerem, breiterem Rumpf die Sitzplätze nebeneinander angeordnet sind. Von dieser Variante sollen nach dem Stand der Bestellungen von 2013 insgesamt 160 Serienmaschinen für die russische Armee gebaut werden.

Italeri - Kamov Ka-50 Hokum

Der laut Aufdruck auf dem Kartondeckel aus dem Jahr 1996 stammende Bausatz ist derzeit wieder Teil des Programmes von Italeri. Obwohl mein Bausatz aus einer früheren Auflage stammt, ist der Inhalt, verglichen mit der Website der aktuellen Edition, identisch. In einem ausreichend dimensionierten Stülpkarton sind die beiden in bekannter Italeri-Qualität gefertigten Spritzrahmen aus hellbraunem Kunststoff verpackt. An einigen Teilen sind Auswerfermarken und Sinkstellen in sichtbaren Bereichen zu finden. Die in einem separaten Plastikbeutel untergebrachten Klarsichtteile sind schlierenfrei in hoher Qualität ausgeführt und bestechen durch gleichmäßige, relativ dünne Materialstärke. Undurchsichtige Bereiche sind mattiert ausgeführt.

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Von ihren Dimensionen her wirken die beiden Rumpfhälften stimmig, sie weisen versenkte, scharf gravierte Blechstöße und feine erhabene Nietenreihen auf. Die vorhandene, sauber ausgeführte Detaillierung ist, verglichen mit Vorbildfotos, korrekt und am richtigen Platz angeordnet. Die Einzelheiten könnten allerdings wesentlich umfangreicher sein, besonders am Rumpfboden. Hier fallen besonders fehlende Finnen, Sensoren, Landescheinwerfer und längslaufende Blechstöße auf. Das nur ausgefahren zu bauende Fahrwerk hinterlässt insgesamt einen guten Eindruck.

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Recht einfach dargestellt ist der Bereich der Kanonenaufhängung, die beweglich zu bauende Kanone selber könnte ebenfalls einige Details mehr vertragen. Bei den Hydraulik- und Elektroanschlüssen ist dann auf jeden Fall Eigeninitiative angesagt. Das Gehäuse der Zieloptik ist gut wiedergegeben, hinter dem Klarsichtteil, das die Schutzscheibe darstellt, herrscht jedoch gähnende Leere.

Triebwerkseinläufe und -verkleidungen wirken wiederum stimmig. Vorhandene Lufthutzen sind durchbrochen, die recht einfach ausgeführten Triebwerksauslässe trüben jedoch das Gesamtbild. Auch bei den Stummelflügeln und den Außenlasten geht es so weiter: Flügel, Flügelenden und Pylonen sind ok, die 80mm-Raketenbehälter fallen zu klein aus, neben den unscharfen Strukturen auf den Wicher-Raketen findet man hier satte Sinkstellen.

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Kamov Ka-50 Hokum

 

Das in seinen Grundzügen ordentlich ausgeführte Cockpit weist ebenfalls noch Detaillierungspotenzial auf, da aber der Innenbereich durch die kleinen Fensterflächen kaum einsehbar sein dürfte, kann der Modellbauer damit durchaus leben. Die Instrumentenkonsolen sind als Relief ausgeführt, das Visier samt Rahmen besteht aus einem Klarsichtteil. Die Einstiegstür kann geöffnet dargestellt werden.

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Der Koaxialrotor ist zweifellos das hervorstechendste Merkmal dieses Helikopters. Auch diese Baugruppe ist im Modell in seinen Grundzügen recht gut dargestellt, sämtliche relevanten Teile sind vorhanden, könnten aber ebenfalls etwas umfangreicher detailliert sein. Die mit feinen versenkten Gravuren versehenen Rotorblätter sind ohne Durchhang wiedergegeben. Die beiden Rotorebenen sind einzeln drehbar zu bauen, ein Getriebe für die gegenläufige Drehrichtung (wie beim Propeller von Trumpeters Westland Wyvern) ist nicht vorhanden.

Italeri - Kamov Ka-50 Hokum

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Der kleine, von Zanchetti hergestellte Decalbogen enthält neben einigen Stencils die Markierungen für zwei Maschinen. Die Bilder sind versatzfrei, sauber und scharf auf dünnem, mattem Trägermaterial gedruckt. Die Italeri-typische Bauanleitung führt in elf Schritten zum fertigen Modell. Die Zeichnungen sind teilweise recht klein gehalten und deshalb in manchen Bereichen - hier sei besonders der Bau des Rotorkopfes erwähnt - nicht sehr übersichtlich. Als letzter Schritt ist die Bemal- und Markierungsanleitung für zwei Ausführungen zu finden, die Farbangaben beziehen sich auf Model Master und zusätzlich teilweise auf Federal Standard Farben.

 

Italeri - Kamov Ka-50 Hokum

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Darstellbare Maschinen:
  • KA-50, Taschkent 1991, Testmaschine
  • KA-50, Farnborough 1992, Demonstrator

Fazit:

Dieser Kit weist insofern eine Besonderheit auf, da er (neben der Revell-Edition, die aber aus den gleichen Formen stammt) der einzige Bausatz eines Helikopters in Koaxial-Konfiguration im Maßstab 1:48 ist. Der Karton enthält Italeri-typische Kost aus den 1990er Jahren: mehr war zu dieser Zeit im Spritzgussformenbau nicht üblich und wohl auch nicht möglich. Aus den ordentlich ausgeführten Einzelteilen – abgesehen von den Sinkstellen an einigen Teilen in diesem Fall – lässt  sich ein solides, nicht allzu schwer zu bauendes Modell erstellen, allerdings mit etlichem Spielraum für Verfeinerungen und Ergänzungen. Hier können dann bei Bedarf der Ätzteilsatz Nr. 48180 von Eduard und der Neomega K-37 Resin-Schleudersitz zum Einsatz kommen. Insgesamt sehen wir hier einen recht guten Bausatz, der trotz seiner Schwächen aufgrund seiner Einzigartigkeit für Helikopterfans schon fast als "Must have" zu bezeichnen ist.

Diese Besprechung stammt von Roland Kunze - 28. September 2013

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