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M4A1 Sherman

(Eduard - Nr. 3716)

Eduard - M4A1 Sherman

Produktinfo:

Hersteller:Eduard
Sparte:Militärfahrzeuge bis 1945
Katalog Nummer:3716 - M4A1 Sherman
Maßstab:1:35
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:Oktober 2014
Preis:ca. 45 €
Inhalt:
  • 17 Gießäste aus olivgrünem Kunststoff
  • 1 Gießast mit Klarteilen
  • 2x 2-teilige Gummikette
  • 1 Platine mit Ätzteilen
  • 1 Decalbogen
  • 1 kleine Matte Moosgummi
  • 16 Polycaps
  • 1 ausführliche Bauanleitung in Farbe

Besprechung:

Eduard - M4A1 Sherman

Der Medium Tank M4 Sherman war der wichtigste Kampfpanzer der Alliierten im Zweiten Weltkrieg. Was seine Stückzahl angeht wurde er nur vom russischen T-34 Panzer übertroffen. Der M4 Sherman war eine Weiterentwicklung des leichten Kampfpanzers M3 Lee/Grant, von dem er viele technische Details übernahm. Auch die 75mm Hauptbewaffnung im voll beweglichen Drehturm wurde beibehalten. Dieser ermöglichte das Feuern auch in Bewegung, mit mehr oder weniger großer Treffsicherheit.

Die Serienproduktion des M4 Sherman begann im Februar 1942 und spielte eine wichtige Rolle bei der alliierten Offensive im Westen gegen Ende desselben Jahres. Auch im Pazifik, in Nordafrika und in anderen Teilen von Europa spielte der M4 eine wichtige Rolle. Zunächst war der M4 den deutschen Panzerkampfwagen III mit seinem 50mm Geschütz und den frühen Ausführungen des Panzers IV noch überlegen, jedoch blieb die deutsche Panzerentwicklung nicht stehen, und spätestens mit dem Auftauchen des Panther (PzKpfW. V) war der M4 deklassiert. 

M4A1 ShermanM4A1 ShermanM4A1 ShermanM4A1 ShermanM4A1 ShermanM4A1 ShermanM4A1 Sherman
Die kleinen Punkte auf den langen Seiten sind die Nieten für die Laufrollen!M4A1 ShermanM4A1 ShermanM4A1 ShermanM4A1 ShermanDie jeweils 3 Auswerfermarken an den ansonsten tadellosen Ketten sind schnell beseitigt.M4A1 Sherman

M4A1 Sherman

 

Gegen die Tiger I und Tiger II mit ihren 88mm Geschützen war seitens des M4 kein Kraut mehr gewachsen. Nur durch die pure Anzahl der produzierten Fahrzeuge konnte dieses Manko wettgemacht werden (die deutschen Verbände waren nur selten zahlenmäßig komplett ausgerüstet). Die relativ einfache Herstellung und der simple Aufbau des M4 ermöglichte es, viele der im Kampf beschädigten Fahrzeuge zu ersetzen bzw. wieder instand zu setzen. Im Pazifikraum sah die Sache etwas anders aus, dort kämpften die haushoch überlegenen M4 gegen die deutlich schwächeren Panzer der japanischen Armee.

Der Sherman wurde schließlich von den Nachkriegsentwicklungen, basierend auf dem M26, abgelöst. Viele der ursprünglichen Versionen des M4 wie auch modifizierte Ausführungen wurden auch nach dem Zweiten Weltkrieg in Kampfhandlungen eingesetzt, wie z.B. im Koreakrieg, den Kriegen im Nahen Osten und im Indo-Pakistanischen Krieg von 1965. Insgesamt wurden etwa 50.000 Stück von allen Versionen produziert. Zahlreiche Fahrzeuge wurden während des Krieges im Rahmen des Lend-Leas-Programms an westliche Alliierte und Russland abgegeben. Seinen Namen verdankt er dem General des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges Tecumseh Sherman.

Eduard - M4A1 Sherman

Das neueste Limited Edition Set von Eduard verwendet wie üblich einen bereits bekannten Grundbausatz verfeinert mit eigenen (Ätz-)Teilen. Die Kunststoffteile des M4A1 Bausatzes stammen ursprünglich von Tasca/Asuka Models, genauer gesagt sind es die des M4A1 Late Production (Katalognummer 35012), wie man anhand der T48 mit ihrem pfeilförmigen Kettenbelägen erkennen kann. Die Zugabe von Eduard beschränkt sich hier auf eine neue Ätzteileplatine und natürlich den Decalbogen, dazu später mehr. Insgesamt mehr als 400 sauber gespritzte Einzelteile, verteilt auf 21 Gießrahmen gilt es zu verbauen. Nicht wenige davon bleiben - je nach gewählter Version - für die Restekiste übrig. Auf der Ätzteilplatine befinden sich noch einmal knapp über 260 Teile. Zählt man noch die 144 anzubringenden Nieten mit, kommt man am Ende auf gut 800 Einzelteile :). 

Wanne und Turm

Man beachte die die subtile Gussstruktur......welche sich auch an der Oberwanne wiederfindet.M4A1 ShermanM4A1 ShermanM4A1 ShermanDie Rückwand der Wanne. Zwar separate Türen aber 'nichts dahinter'.Feine Nietendetails auf der Unterwanne

Man beachte die die subtile Gussstruktur...

Man beachte die die subtile Gussstruktur... 

Der M4A1 besitzt im Original eine geschweißte bzw. genietete Unterwanne in Kombination mit einer gegossenen Oberwanne. Beides ist im Modell hervorragend umgesetzt worden. Die Unterwanne wird aus mehreren Teilen zusammengesetzt, das Motorschott sorgt für die nötige Stabilität und hilft beim Ausrichten der Teile. Die diversen Nieten unterschiedlicher Größe sind sehr gut wiedergegeben. Wer selbst einen Motor nachrüsten möchte findet bereits einen entsprechend vorbereiteten Motorraum vor mit separaten Zugangsklappen. Die Luftfilter sind die eckige Ausführung, die ebenfalls verwendete runde Version wird für die Fahrzeuge in dieser Auflage nicht benötigt, liegt aber bei. Schön sind auch die separaten Schäkel, ein Detail, das gerne mal vereinfacht dargestellt wird. 

Das Getriebegehäuse ist je nach Version dreigeteilt (Option B, D) oder einteilig als Gussteil (Option A, C), beide sind hervorragend detailliert. Die vordere Kettenabdeckung liegt im Falle der Option A zusätzlich als Ätzteil bei, verwenden würde ich diese aber nur, wenn man die Schürzen montieren will, ansonsten ist das Kunststoffteil vom Gießast "L" einfacher zu verarbeiten. Direkt oberhalb des Getriebegehäuses ist ein sehr gut gemachtes 7,62mm MG (M1919A4) eingebaut, vom dem man später aber leider nur noch den Lauf sieht. Bei den Periskopen der beiden vorderen Luken kann man zwischen Klarteilen und solchen in normalem Plastik wählen. Die Luken selbst sind sehr schön (beidseitig) detailliert, für eine geöffnete Darstellung fehlen aber Figuren oder eine Inneneinrichtung.

Auch an die 'speziellen' Details wurde seinerzeit gedacht.M4A1 ShermanDas Werkzeugset, passende Halteriemen findet man auf der Ätzteilplatine.M4A1 ShermanM4A1 ShermanM4A1 ShermanOben links ist die Transportsicherung für das Kanonenrohr zu sehen.

Auch an die 'speziellen' Details wurde seinerzeit gedacht.

Auch an die 'speziellen' Details wurde seinerzeit gedacht. 

Sämtliche Anbauteile (Werkzeuge, Schutzgitter, Lampen, die charakteristischen Ösen sowie diverse Deckel) sind separate Teile und werden stellenweise noch mit den beiliegenden Ätzteilen aufgewertet. Die große Luke auf der Turmoberseite kann ebenfalls geöffnet gebaut werden. Das 12,7mm M2 MG ist mit seinen 20 Einzelteilen schon ein kleiner Bausatz für sich. Je nach Bemalungsoption kommen unterschiedliche Kanonenlager zum Einsatz, die frühe M34 für A, B und D, die später verwendete M34A1 bei der Option C (die wohl offensichtlich die "späteste" mögliche Version darstellt).

Wer wissen will, wie man die Transportsicherung für das Rohr anbauen muss, sollte einen Blick in die Original-Anleitung von Tasca/Asuka werfen. Für die Option A müssen zu guter Letzt noch die Schürzen an die Oberwanne angebaut werden (Option C bekommt nur die Vorrichtung dazu). An sich keine große Sache - wenn man von den über 80 kleinen Schraubenköpfen absieht, die an die einzelnen Teile angeklebt werden müssen (nachdem sie vorher 1x gefaltet worden sind). Was genau man mit den vier beiliegenden Kanistern machen soll hat sich mir nicht ganz erschließen können.

Laufwerk, Drehgestelle und Ketten

M4A1 ShermanM4A1 ShermanHier die zwei Ausführungen der Zahnkränze, links für Option C, rechts für A, B und D.Die beiden Laufrollentypen, bei den geschlossenen müssen noch 12 Nieten ergänzt werden.M4A1 ShermanDie Teile am Rahmen sind teilweise auch als Klarteile vorhanden.M4A1 Sherman
Die sehr gut gemachte Figur, welche laut Bauplan aber nicht benötigt wird.M4A1 ShermanDie beiden Luftfiltergehäuse, die am Heck angebracht werden.M4A1 ShermanM4A1 ShermanM4A1 ShermanMan beachte die erhabenen Schriftzüge an den Drehgestell-Verkleidungen!

M4A1 Sherman

 

Beim M4A1 wurde die ursprüngliche, auf dem M3 basierende Form der Drehgestelle beibehalten, allerding gab es davon leicht unterschiedliche Ausführungen. Sie unterscheiden sich im Wesentlichen in der Anordnung der Kettengleitschiene und der Kettenstützrolle. Hier im Bausatz liegt quasi eine zeitlich betrachtet "mittlere" Ausführung bei. Die Kettenstützrollen sind noch über Distanzstücke erhöht angebaut und nicht über die nach oben abgewinkelte Halterung.

Bei der Gleitschiene liegen beide Ausführungen bei. Für Markierungsoption B, eine frühe M4A1 Version, kommt die nicht umgebogene Version zum Einsatz. Hier, wie auch für Option D, werden die offenen Speichen-Laufrollen benötigt, bei D dann aber mit der umgebogenen Schiene. Die Optionen A und C sind mit der umgebogenen Schiene und den geschlossenen Gusslaufrollen ausgerüstet.

Rechts im Bild die Nieten nochmal in groß.M4A1 ShermanM4A1 ShermanM4A1 ShermanM4A1 ShermanDas KanonenrohrM4A1 Sherman
M4A1 ShermanM4A1 ShermanDa gibts nix zu meckern, alles Tiptop!M4A1 ShermanM4A1 ShermanM4A1 ShermanM4A1 Sherman

Rechts im Bild die Nieten nochmal in groß.

Rechts im Bild die Nieten nochmal in groß. 

Was auf Seite 6 im Plan so lapidar mit "ADD RIVETS" umschrieben ist, artet in Wahrheit zu einer echten Sisyphusarbeit aus. Es müssen nämlich zwölf Nieten pro Rolle ergänzt werden. Wo man diese findet steht dort nicht. Ein Blick auf den Rahmen B (bzw. eine "Ertastung") lüftet das Geheimnis: Die Nieten sind auf dem Rahmen selbst angebracht und müssen einzeln abgeschnitten werden! Insgesamt 144 Stück - warum man dies so gemacht hat, erschließt sich mir nicht so ganz. 

Unterschiede gibt es auch bei den Zahnkränzen. A, B und D bekommen die "perforierten", Option B die komplett geschlossenen Räder. Wie man sieht eine bunte Mischung. Das ganze Ensemble bleibt übrigens voll beweglich, sowohl was das Drehen aller Gelenke und Rollen angeht als auch die Federung. Diese wird durch eingelegte Moosgummistreifen elastisch gelagert, eine pfiffige Idee! Die jeweils zweiteilige Gummikette ist sehr schön detailliert und weist kaum Auswerfermarken auf (3 Stück pro Segment).

Eduard - M4A1 Sherman

Der 6,5x 13cm große Decalbogen erlaubt die Darstellung von vier Fahrzeugen. Der Druck auf hochglänzendem Trägerfilm ist sehr sauber und frei von irgendwelchen Produktionsfehlern. Bis auf Option D sind alle Fahrzeuge in der durchgehend farbigen Anleitung enthalten. Die ausfühlichen Bemalungsangaben für Option D findet man nur in der digitalen Version der Anleitung, Link siehe unten. Die Farbangaben sind wie üblich auf die Gunze/GSI Creos-Palette abgestimmt, Alternativen werden keine angegeben, auch keine FS Nummern.

Eduard - M4A1 Sherman

Das Fahrzeug aus Option A ist ein Sherman, der an der Landung am Omaha Beach kurz nach dem D-Day teilgenommen hat. Er war während der Manöver, die kurz zuvor in England stattgefunden hatten, mit Schürzen ausgerüstet worden. „Hellcat“ war im damals typischen Olivgrün bemalt, die weißen Sterne waren während dieser Manöver beiderseits des Turmes angebracht. 

Eduard - M4A1 Sherman

Option B, ein olivgrünes Fahrzeug mit gelbem Tarnverlauf  welcher für die Landung auf  Sizilien (Operation Husky)  im Juli/August 1943 eingesetzt wurde. Diese Tarnung hatte das Fahrzeug auch noch bei den Kämpfen in Italien im August 1944. Die genaue Einheit zu der ‚Bull O The Woods‘ gehörte ist nicht genau bekannt, jedoch weist die taktische Kennung ‚1*6 auf die 5th Army hin.

Eduard - M4A1 Sherman

‘Goldie’, ein Sherman des 66th Armored Regiment, war am 9. Juni 1944 an der Landung in der Normandie beteiligt. Er verfügte währenddessen über eine Tiefwatausrüstung, die aber kurz nach der Landung wieder abgebaut wurde. Eine Woche später, als Teil der 2nd Armored Division, bekämpfte die 66th das 6. Deutsche Fallschirmjägerregiment und die 17th SS Panzergrenadierdivision im Rahmen der Schlacht "Bloody Gulch" nahe des französischen Carentan.

Eduard - M4A1 Sherman

‘Frantic’, ein M4 des 13th Armored Regiment, nahm an den Kampfhandlungen in Anzio 1944 teil. Die Fahrzeuge der 1st Armored Division, zu dem diese Einheit gehörte, trugen alle das Tarnschema aus der Dienstvorschrift FM-5-20B. Die olivgrüne Grundfarbe war mit einem unregelmäßigen Muster aus Rotbraun versehen. Die Unterseite des Kanonenrohres und der Wanne waren weiß lackiert. Der Stern am Bug wurde übermalt, da er gerne vom Feind als Zielpunkt anvisiert wurde. Die beiden blauen Streifen sind das Kennzeichen des Zuges, hier der 2. Zug der F-Kompanie.

M4A1 ShermanM4A1 ShermanM4A1 ShermanM4A1 ShermanM4A1 ShermanM4A1 ShermanM4A1 Sherman

M4A1 Sherman

 

Darstellbare Fahrzeuge:
  1. M4A1, "Hellcat", 66th Armored Regiment, 2nd Armored Division, Juni 1944
  2. M4A1, "Bull Of The Woods", 5th Army, Sommer 1944
  3. M4A1, "Goldie", 3rd Batallion, 66th Armored Regiment, 2nd Armored Division, Normandie, Juni 1944
  4. M4A1, "Frantic", 13th Armored Regiment, 1st Armored Division, Anzio, Italien, März 1944
Stärken:
  • Hervorragende Detaillierung
  • Ätzteile inklusive
  • Voll bewegliches Laufwerk
Schwächen:
  • Keine ersichtlichen

Fazit:

Ein absolut empfehlenswerter Bausatz. Sehr gute Detaillierung, ordentlich recherchiert und dazu noch billiger als die Originalausgabe.

Weitere Infos:

Anmerkungen:

Den Bausatz auf der Homepage von Eduard sowie die zugehörige Anleitung erreicht ihr über folgende Links:

Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 25. Dezember 2014

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