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Grumman F6F-5N Hellcat

(HobbyBoss - Nr. 80341)

HobbyBoss - Grumman F6F-5N Hellcat

Produktinfo:

Hersteller:HobbyBoss
Sparte:Flugzeuge Militär WK2
Katalog Nummer:80341 - Grumman F6F-5N Hellcat
Maßstab:1:48
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:Juli 2010
Preis:ca. 16 €
Inhalt:
  • 5 Spritzlinge in hellgrauem Kunststoff plus 1 Motorenabdeckung
  • 2 kleine Spritzlinge aus klarem Kunststoff
  • 1 Decalbogen plus 1 Ergänzungsbogen
  • 1 Bauanleitung in Schwarz-Weiß
  • 2 Seiten Bemalungsanleitung DIN A4 in Farbe

Besprechung:

HobbyBoss - Grumman F6F-5N Hellcat

Nur wenige Kampfflugzeuge des 2. Weltkrieges können sich mit den Erfolgen der F6F Hellcat messen. Ihre Abschussquote lag bei erstaunlichen 19:1. Möglich wurde dies, weil man von Anfang an die mit der F4F Wildcat, dem direkten Vorgänger der Hellcat, gesammelten Ertfahrungen im Pazifikkrieg 1942 in das Design mit einfließen ließ. Grumman hatte bei der Konstruktion mehr oder weniger freie Hand, da die US Navy für alle Fälle eine Backuplösung parat haben wollte, falls sich die gerade in Dienst gestellte F4U Corsair als Fehlschlag entpuppen sollte. Der Erstflug der Hellcat fand am 30. Juni 1942 statt, die ersten Maschinen erreichten die Flotte im Jahr 1943 (VF-9, USS Essex). Gegenüber der F4F verfügt die Hellcat über eine größere Reichweite, mehr Zuladung, stärkere Panzerung, schwerere Bewaffnung und einen stärkeren Motor. Allerdings ist sie auch über 60% schwerer. Zwei Hauptbaureihen, die F6F-3 und die F6F-5, verließen bis Ende 1945 die Werkshallen. Die beiden Versionen unterschieden sich in der Hauptsache durch eine geänderte Kanzel, eine modifizierte Motorverkleidung sowie durch zusätzliche Aufhängungspunkte für Außenlasten. Von beiden Versionen wurden auch Nächtjäger gebaut, die F6F-3E/N und F6F-5E/N, jeweils mit dem AN/APS-4(E) oder dem AN/APS-6(N). Bei der F-6F-5N wurden oft zwei der sechs Browning MGs durch zwei 20mm Kanonen ersetzt. Insgesamt 12.275 Hellcats wurden gebaut, darunter 1.434 der hier vorgestellten F6F-5N Version. Neben der US Navy wurden die Hellcats auch bei der britischen Marine und später auch bei der französischen Marine eingesetzt. Einige Maschinen gingen auch nach Südamerika.

Grumman F6F-5N HellcatGrumman F6F-5N HellcatGrumman F6F-5N HellcatAuch die Kontur der Motorenabdeckung ist fehlerhaft.Die variantenspezifischen Teile, immerhin gibt es nun zumindest 2 Kanonenmündungen.Zu breit, zu hoch - Die Klarsichtteile sind formmäßig komplett daneben.

Grumman F6F-5N Hellcat

 

Der aus ca. 121 Teilen bestehende Bausatz baut wie nicht anders erwartet auf den bereits erhältlichen Versionen F6F-3, F6F-3N und F6F-5 auf. Auf den ersten Blick macht der Bausatz eigentlich einen gar nicht mal so schlechten Eindruck. Einen klaren Pluspunkt gegenüber den bisherigen Hellcats kann der Bausatz mit seinen beigeklappt baubaren Tragflächen für sich verbuchen. Das gab es out-of-the-box bisher nicht. Die Gravuren sind selbstverständlich versenkt ausgeführt, Nietenreihen sucht man vergeblich, bis auf einige Wartungsdeckel und Zugangsklappen mit Schnellverschlüssen. Einige wenige Details sind erhaben ausgeführt. Im direkten Vergleich schneidet der Hobby Boss Bausatz dabei nicht ganz so gut ab wie z.B. das Eduard Pendant. Die Detaillierung der wichtigen Bereiche wie Motor, Cockpit und Fahrwerk ist soweit ganz ordentlich. Es ist alles vorhanden aber eben nicht ganz so fein wie bei der Konkurrenz. Am ehesten ist die Machart des Bausatzes mit dem derzeitigen Niveau von Italeri vergleichbar.

Das Cockpit bildet mit der Motorenaufhängung samt einigen Nebenaggregaten eine Baugruppe. Bis auf die eigentlichen Cockpitteile wird nach dem Zusammenbau nichts mehr davon zu sehen sein. Den formenbautechnischen Aufwand dafür hätte man besser woanders investiert. Der Sternmotor ist mit beiden Zylinderreihen vollständig nachgebildet. Hier fehlen eigentlich nur die Zündkabel. Die Ausprägung der Kühlrippen wirkt etwas weich, für das was man später davon noch sieht aber ausreichend.

HobbyBoss - Grumman F6F-5N Hellcat

Weiter geht's mit dem Fahrwerk, auch hier ist die Detaillierung in Ordnung. Im Gegensatz zu den früheren Baumustern sind die Räder für diese Variante korrekt. Die Fahrwerksschächte sind mit erhabenen Strukturen versehen und auf, wenn nicht sogar über dem Niveau der Konkurrenz. Aufgrund der beigeklappt baubaren Tragflächen ist dieser Bereich besonders gut einsehbar. Ärgerlich sind hier einige ungünstig gelegene Auswerferspuren, die mühsam entfernt werden müssen. Die Tragflächen selbst können wie schon erwähnt im gefalteten Zustand gebaut werden. Die Methode der Fixierung am zentralen Mittelstück ist nahezu idiotensicher, der Abstand zum Rumpf und Winkel ergeben sich durch die Teile automatisch. Die Landeklappen sind separat ausgeführt und können entsprechend ausgelenkt gebaut werden. Seiten- und Höhenruder bieten diese Option nicht. Die bei den früheren Hellcat Bausätzen von Hobby Boss bemängelten fehlenden Kanonenmündungen sind auch hier nicht vorhanden, zumindest die 20 mm Kanonen sind an dem F6F-5N Spritzling dran, somit sind nur noch ein Teil der Läufe selbst beizusteuern. Die Zuladung besteht aus dem obligatorischen 150 Gallonen Zusatztank, zwei 500 Pfund Bomben und sechs 5 Inch HVAR Raketen.

Grumman F6F-5N HellcatGrumman F6F-5N HellcatÄrgerliche Auswerferspuren in den FahrwerksschächtenGrumman F6F-5N HellcatDer Sitz ist für Supersize Piloten gemachtSternmotor mit relativ 'weichen' DetailsGrumman F6F-5N Hellcat
Cockpit InnendetailsUnterschiedliche Teile für die Fixierung der Flügel - nahezu narrensicher.Seltsame Teilung der Höhenleitwerke ohne separate Steuerflächen.Grumman F6F-5N HellcatGrumman F6F-5N Hellcat

Grumman F6F-5N Hellcat

 

Der Bausatz ist wie bei Hobby Boss leider üblich nicht frei von Fehlern. Am auffälligsten ist hierbei der gesamte Cockpitbereich. Dieser ist deutlich sichtbar zu breit, verursacht durch eine zu bauchige Kontur des Rumpfes. So ist der Sitz z.B mehrere Millimeter breiter als bei Eduard. Zu allem Überfluß sind die Cockpitscheiben an den Seiten zu weit nach unten gezogen, was den negativen Eindruck noch weiter verschlimmert. Eine weitere Schwachstelle ist der vordere Bereich der Motorenverkleidung (Cowling). Diese steigt im Winkel zu stark an, zwar stimmt die Stirnfläche bezuglich der Abmessungen, aber von der Seite betrachtet sieht man den Unterschied. Kleinere Abweichungen gibt es im Bereich der Seitenleitwerkswurzel, der Übergang zum Rumpf muss etwas nachgearbeitet werden, da dieser etwas zu "rund" ausgefallen ist. Der Rest (Flügel, Leitwerke) sind in ihrer Form korrekt.

HobbyBoss - Grumman F6F-5N Hellcat

Der Decalbogen erlaubt die Darstellung zweier Maschinen im typischen Marineblau jener Zeit. Der Druck ist versatzfrei, schwächelt aber wenn man die kleinen Wartungshinweise genauer betrachtet. Von Lesbarkeit keine Spur, oft erkennt man lediglich eine Art Strichpunktmuster, bei weißen Decals auf dunklem Untergrund nicht gerade ideal. Die Bemalungs- und Decalanleitung liegt wie üblich in Form zweier farbiger DIN A4 Seiten bei. Die Farbangaben beziehen sich auf die Palette von Gunze Mr. Hobby mit Alternativen für Model Master, Tamiya und Humbrol, wobei diese wenig hilfreich sind da nur die Standardtöne referenziert sind.

HobbyBoss - Grumman F6F-5N Hellcat

Darstellbare Maschinen:
  • F6F-5N, 7-15, VF(N)-107, September 1944
  • F6F-5N, F(N)59, VMF(N)-514, September 1945 
Stärken:
  • Ordentliche wenngleich auch nicht überragende Detaillierung
  • Komplette Zuladung
  • Tragflächen im gefalteten Zustand baubar
Schwächen:
  • Teilweise extrem auffällige Formabweichungen
  • Kleingedrucktes auf dem Decalbogen nur als Striche / Kleckse wahrnehmbar
Anwendung: Aus dem Kasten gebaut dürften keine allzu großen Schwierigkeiten zu erwarten sein.

Fazit:

Modellbauer, die Wert auf absolute Originaltreue legen, werden von diesem Bausatz nicht begeistert sein, allenfalls die gefalteten Traglächen könnten den Einen oder Anderen zu einem Umbauprojekt bewegen. Kann man hingegen mit den Formabweichungen leben, bietet der Bausatz alles, was für einen entspannten out-of-the-box Bau benötigt wird.

Weitere Infos:

Referenzen:
  • F6F Hellcat in Detail & Scale Vol.26 & 49, Kalmbach/TAB Books/Squadron Signal
  • F6F Hellcat Walk Around No.9, Squadron Signal
  • F6F Hellcat in Action No.36 & 216, Squadron Signal
  • F6F Hellcat, Kagero Monograph No.10
  • F6F Hellcat Aero Detail Series No.17, Dai Nippon Kaiga
  • F6F Hellcat, Monografie Lotnicze No.15 & Aircraft Monograph No.20, AJ Press
  • Hellcat Aces of World War II, Osprey Aircraft of the Aces No.10
Anmerkungen:

Die Zubehörindustrie, allen voran Eduard lässt sich durch die kleinen Unzulänglichkeiten dieses Bausatzes nicht abschrecken. Derzeit sind verfügbar:

Quickboost hat unter der Artikelnummer 48298 einen passenden Motor im Angebot. Die vielen Sets von Aires & Co. für die anderen Bausätze der Hellcat können mit entsprechenden Anpassungen natürlich auch hier verwendet werden.

Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 19. September 2010

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