Du bist hier: Home > Kit-Ecke > Eduard > Bf 109E-3

Bf 109E-3

(Eduard - Nr. 8262)

Eduard - Bf 109E-3

Produktinfo:

Hersteller:Eduard
Sparte:Flugzeuge Militär WK2
Katalog Nummer:8262 - Bf 109E-3
Maßstab:1:48
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:Dezember 2017
Preis:ca. 21 €
Inhalt:
  • 4 Teilerahmen aus dunkelgrauem Kunststoff
  • 1 Teilerahmen aus klarem Kunststoff
  • 2 Ätzteilplatinen, eine davon farbig bedruckt
  • 1 Maskierungsbogen
  • 2 Decalbögen
  • 1 Bauanleitung

Besprechung:

Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3

Bf 109E-3

 

Mit der Einführung der Version E-3 verfügte die Messerschmitt 109 neben dem mit der E-Serie eingeführten stärkeren Motor nun endlich auch über eine verbesserte Feuerkraft. Die beiden MG 17 in den Tragflächen wurden gegen das MG FF mit einem Kaliber von 20mm ausgetauscht. Neben den charakteristischen größeren Beulen auf der Flügelunterseite direkt neben den Fahrwerksschächten konnte man die "neuen" auch daran erkennen, dass die MG Läufe nun aus den Tragflächen herausschauten. Die größeren Beulen wurden durch die nun deutlich größeren Magazine mit jeweils 60 Schuss erforderlich. Das MG FF war usprünglich eine Entwicklung der schweizer Firma Oerlikon, die in den Bf-109 eingesetzten Teile wurden bei Rheinmetall in Lizenz gefertigt. Die Bf-109E-3 war die meistgebaute Emil mit knapp 1.250 Maschinen. Die Fertigung erfolgte ab 1939 in sechs Werken, zu den vier bereits existierenden Fertigungsstätten bei Messerschmitt, Fieseler, Arado und AGO kamen nun noch die Erla Maschinenfabrik GmbH und die Wiener Neustädter Flugzeugwerke hinzu. Die E-3 war auch die erste Version, die in den Export ging. Mit gut 80 Maschinen war die Schweiz der größte Exportkunde, weitere Maschinen gingen nach Rumänien, die Slowakei, Spanien, Jugoslawien und auch die Sowjetunion erhielt einige Maschinen. 

Eduard - Bf 109E-3

Eduard - Bf 109E-3

Eduard hat Ende letzten Jahres seine Bf-109 E-3 als ProfiPack mit zwei kleinen Ätzteileplatinen und einem Satz Masken neu aufgelegt. Brassin-Teile sind keine enthalten, wer gerne welche hätte, im Angebot von Eduard finden sich Räder, Cockpit und ein Bombenset. "Damals" war das noch nicht so, dass zeitgleich mindestens ein Dutzend dieser Sets herauskamen. Zwei Decalbögen vervollständigen das Paket, auf dem Hauptbogen sind fünf Optionen untergbracht, der kleinere Bogen enthält die Wartungshinweise. Letzterer ist auch separat unter der Katalognummer D48013 erhältlich. Das "Kunststoffpaket" besteht aus den bekannten, hervorragend detaillierten 4+1 Kunststoffrahmen. Von den 151 Kunststoffteilen werden 26 nicht benötigt, da sie für die übrigen Emil-Versionen gedacht sind. Der Bausatz war in dieser Ausführung bereits 2012 erschienen, wir hatten euch seinerzeit nur die Weekend-Ausgabe vorgestellt, so dass wir diese Lücke nun schließen können.

Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3

Bf 109E-3

 

Im Gegensatz zu der "Gustav", die in ihrer ersten Auflage einige Unstimmigkeiten bezüglich Maßhaltigkeit aufwies (die Eduard letztlich dazu veranlassten, diese Formen einzustampfen und neu zu machen), ist bei den "Emils" alles in bester Ordnung. Sämtliche kleinen Unterschiede zu den anderen Versionen wurden berücksichtigt und die Details korrekt umgesetzt. Die Gravuren sind sehr fein und mit einer ganzen Reihe von Nietenreihen versehen. So fein, dass man sparsam sein muss beim Farbauftrag!

Das Modell verfügt über einige nette Features, wie zum Beispiel einen vollständig nachgebildeten Motor, der am Modell auch entsprechend dargestellt werden kann. Zwar dürfte er wegen der erforderlichen Materialstärken etwas zu klein geraten sein, aber das tut dem Effekt kaum einen Abbruch. Das kleine Cockpit ist hervorragend detailliert und macht auch ohne die zusätzlichen Ätzteile bereits eine gute Figur. Beinahe sämtliche beiliegenden Ätzteile wandern ins Cockpit, lediglich die Betätigungen für das Seitenruder und die Gitte für die diversen Kühler bleiben im wahrsten Sinne des Wortes außen vor.

Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3
Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3

Bf 109E-3

 

Weiterhin erwähnenswert sind die sehr schön ausgeführten Steuerflächen. Die bespannten Bereiche wirken absolut überzeugend und alle Elemente sind separat ausgeführt, so dass man sie nach Belieben ausgelenkt anbauen kann. Die Fahrwerksschächte sind separate Teile, die von innen auf die Flächen aufgesetzt werden. Eigentlich nichts Außergewöhnliches, aber Eduard überrascht uns auch hier. Die Kanten sind auf den Innenseiten angeschrägt, wodurch sich die auch beim Original sichtbare dünne Blechkante ergibt (die Schächte sind ganz minimal größer als die Öffnung). Die Fahrwerke sind ebenfalls sehr gut gemacht, die Räder sind zweigeteilt mit separaten Reifen. Die Möglichkeiten Tanks oder Bomben unterzuhängen sind bei der E-3 eher nicht gegeben, da die entsprechenden Racks erst bei späteren Emils angebaut wurden. Der Bauplan sieht dementsprechend auch keine vor. Alles in Allem ein schöner, sehr gut detaillierter und auch angemessen ausgestatteter Bausatz zu einem modellbauerfreundlichen Preis.

Eduard - Bf 109E-3

Eduard bietet uns in dieser Bausatzausgabe fünf verschiedene Markierungsoptionen an. Bei der Option A handelt es sich um die Maschine von Uffz. Karl Wolff, der mit seiner Einheit, der 3./JG 52, im August 1940 im Raum Pihen bei Calais stationiert war. Seine Maschine war insofern besonders, weil sie zur besseren Identifizierung mit großflächigen weißen Markierungen am Bug, am Seitenruder und an den Flügelspitzen versehen war. Vor dem Luftfilter trug sie das Emblem der I.Gruppe des Geschwaders, den "laufenden Keiler". Lackiert war die Gelbe 15 auf der Oberseite in RLM02/RLM70, während auf der Unterseite RLM65 aufgetragen war. Die seitlich am Rumpf hochgezogene Unterseitenfarbe ist teilweise übermalt worden, um die Tarnung zu verbessern. Uffz. Wolff hatte mit dieser Maschine am 30.August 1940 einen Landeunfall. Einen Monat später wurde er abgeschossen und geriet in Gefangenschaft. Das JG 52 wurde im weiteren Verlauf des Krieges das erfolgreichtste deutsche Jagdgeschwader, bis Ende 1940 standen bereits 177 Abschüsse in den Geschwaderbüchern. Ungewöhnlich war auch die Tatsache, dass das JG 52 während des gesamten Krieges nur mit der Messerschmitt 109 ausgerüstst war.

Eduard - Bf 109E-3

Für die Option B hat sich Edurad für eine Maschine von Fliegerass Josef Priller entschieden. Seine Gelbe 1 mit der Werknummer 5057 wurde ebenfalls farblich modifiziert. Wie schon bei der Gelben 15 aus Option A waren auch hier an den Rumpfseiten die hellblauen Bereiche mit RLM02 und RLM71 übermalt worden. Außerdem waren auch auf den Oberseiten der Flügel die harten Begrenzungslinien zwischen dem RLM 70 und RLM71 durch Übersprühen mit RLM 02 "aufgeweicht" worden. Die gelben Erkennungsbänder wurden beibehalten. Farblich ergibt das eine sehr interessante Maschine. Unterhalb des Cockpits war das Herz-Ass der Staffel aufgemalt, neben dem Rumpf-Balkenkreuz trug sie zusätzlich das "verschnupfter Rabe" Emblem. Der Rabe hat einen Schirm unter den Flügel geklemmt, eine Anspielung auf Neville Chamberlain, den damaligen Premierminister von England. Prillers Abschussmarkierungen waren in Form von vertikalen Balken mit Datum versehen am Seitenleitwerk angebracht, teilweise überlappend mit der Leitwerksmarkierung.

Eduard - Bf 109E-3

Die drei übrigen Maschinen sind zumindest farblich nichts Außergewöhnliches. Die Maschine von OTL Hans-Hugo Witt trägt außer dem Staffelwappen (Schlageter) und dem Abzeichen des Stabes des JG 26 (schlagender Ritter) keinerlei besondere Farbmarkierungen oder dergleichen. Der Anstrich besteht aus RLM02/RLM71 mit RLM65 auf der Unterseite und bis auf halbe Rumpfhöhe hochgezogen. Die Maschine war im April 1940 im Raum Dortmund stationiert, zu dieser Zeit war das JG 26 auch an der Luftschlacht um England beteiligt. Witt blieb noch bis Juni 1940 beim JG 26, bevor er eine Laufbahn beim Luftwaffenkommando einschlug. Er war übrigens einer der wenigen Überlebenden der Hindenburg-Katastrophe von 1937.

Eduard - Bf 109E-3

Otto Betrams Maschine wird uns in Option D angeboten. Seine weiße 7 trug das gleiche Farbschema wie die aus der voherigen Option, jedoch mit weiter hochgezogenen Seiten in RLM65. Eine Kuriosität waren die zeitlich nicht zum Farbschema passenden Balkenkreuze und Leitwerksmarkierungen. Das Staffelabzeichen der 1./JG 2, ein rennender Hund, und auch das Geschwaderemblem, das berühmte rote "R", waren auf beiden Seiten der Maschine angebracht. Der Hund "Bonzo" war übrigens ein Entwurf von Bertram selbst aus dem Jahre 1939. Stationiert war die weiße 7 im May 1940 in Bassenheim im Landreis Mayen-Koblenz.

Eduard - Bf 109E-3

Last but not Least bleibt noch eine Maschine der 3./JG 51 aus Mannheim-Sandhofen im Winter 39/40. Die Gelbe 3 trägt ausnahmsweise mal nicht RLM02 in Kombination mit RLM71 sondern die während des Sitzkrieges eingeführte Kombination RLM70/71/65. Die Maschine trug besonders große Balkenkreuze auf den Tragflächen. Beidseitig vor bzw. unter dem Cockpit waren die Wappen der 3./JG 51 (Knochenhand) und der 1./JG 51 (Kitzbühler Berggeiß) angebracht. Letzteres war zuvor das Wappen der 1./JG 233 in Bad Aibling.

Details, Details, Details!

Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3
Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3

Bf 109E-3

 

Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3
Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3

Bf 109E-3

 

Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3
Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3Bf 109E-3

Bf 109E-3

 

Es gibt die Plastikteile auch einzeln als Overtree Set. In der neutralen weißen Box sind nur die beiden Beutel mit den Gießrahmen enthalten, keine Bauanleitung (siehe Download Link unten), keine Decals. Interessant sind die Overtrees für Leute, die bereits Profipack, Dual Combo oder Royal Class Ausgaben der jeweiligen Bausätze haben und die restlichen Decals noch aufbrauchen möchten. Natürlich auch für Umbauten, alternative Versionen oder just for fun. Die Overtrees sind nur über den Eduard Webshop erhältlich und kosten in der Regel etwa die Hälfte eines Profi-Packs. Einziger Nachteil: Sie sind nur begrenzt verfügbar. Alle, die auch noch die im Bausatz beiliegenden Ätzteile einbauen wollen, können sich diese ebenfalls noch dazu kaufen. Allerdings sind diese immer recht schnell vergriffen! Am besten informiert ihr euch direkt auf der Eduard-Seite, hier ist der Link zum Overtree-Set und zu den Ätzteilen

Eduard - Bf 109E-3

Eduard - Bf 109E-3

Darstellbare Maschinen:
  1. Bf-109E-3, Pilot Uffz. Karl Wolff, 3./JG A 52, Pihen/Calais, Frankreich, August 1940
  2. Bf-109E-3, Pilot Oblt. Josef Priller, Staffelkapitän B 6./JG 51, Frankreich, Herbst 1940
  3. Bf-109E-3, Pilot Obstlt. Hans-Hugo Witt, Geschwaderkommodore C JG 26, Dortmund, April 1940
  4. Bf-109E-3, Weiße 7, 1./JG 2, Bassenheim, Mai 1940
  5. Bf-109E-3, Gelbe 3, 3./JG E 51, Mannheim-Sandhofen, Winter 1939-1940
Stärken:
  • Sehr gute Detaillierung
  • Motornachbildung
  • Separate Steuerflächen
  • Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Schwächen:
  • Keine ersichtlichen
Anwendung: Mittel

Fazit:

Wer seiner Sammlung eine Bf-109E-3 einverleiben möchte, ist hier richtig. Der Bausatz bietet eine sehr gute Detaillierung und Ausstattung zu einem sehr günstigen Preis.

Weitere Infos:

Anmerkungen:

Den Bausatz auf der Homepage von Eduard sowie die zugehörige Anleitung erreicht ihr über folgende Links:

Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 26. Juli 2018

Du bist hier: Home > Kit-Ecke > Eduard > Bf 109E-3

© 2001-2019 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links | Blog

Modellbauer-Profil
Frank Richter
Land: DE
Beiträge: 31
Dabei seit: 2003
Neuste Artikel:
Mazda 767B
Folland Gnat F.1

Alle 31 Beiträge von Frank Richter anschauen.